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07.08.2025 | 05:30

Wolfram-Krise trifft Rüstungsboom: Warum Almonty Industries, Rheinmetall und RENK Group profitieren müssen

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Bildquelle: pixabay.com

Geopolitische Erdbeben erschüttern die globalen Lieferketten. Während der Handelsstreit zwischen den USA und China neue Eskalationsstufen erreicht wird die Abhängigkeit von strategischen Rohstoffen zur existenziellen Bedrohung. Wolfram, unverzichtbar für Rüstungsgüter und Hochtechnologie, ist durch chinesische Exportbeschränkungen extrem verknappt. Parallel befeuern weltweite Konflikte eine Rüstungskonjunktur, die Nachfrage und Preise explodieren lässt. Investoren setzen nun auf Unternehmen, die Versorgungssicherheit oder kriegsentscheidende Technologien bieten. In diesem Spannungsfeld rücken drei Player ins Rampenlicht: Almonty Industries, Rheinmetall und die RENK Group.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , RENK Group AG | DE000RENK730

Inhaltsverzeichnis:


    Almonty Industries - warum dieser kritische Rohstoff im Fokus steht

    Mittlerweile sollte jedem Investor bewusst sein, dass die Hochtechnologie und Verteidigungsindustrie massiv abhängig von strategischen Metallen sind. Wolfram steht dabei ganz oben auf der Liste mit Eigenschaften, die kaum ein anderes Material bietet. Doch über 80 % der globalen Produktion kommen aus China. Diese Konzentration schafft Risiken, aber auch Chancen für alternative Anbieter. Hier setzt Almonty Industries an. Das Unternehmen positioniert sich als westlicher Versorger in einem Markt, der gerade geopolitisch enorm an Bedeutung gewinnt. Das ist kein Zufall, denn Wolfram ist für die NATO einer der zwölf kritischsten Rohstoffe.

    Almonty kann dabei auf zwei starken Pfeilern aufsetzen. Die seit über 135 Jahren operierende Panasqueira-Mine in Portugal liefert bereits hochwertiges Konzentrat und Cashflow. Das Flaggschiff ist jedoch die Sangdong Mine in Südkorea, eines der größten und hochgradigsten Wolframvorkommen außerhalb Chinas. Die Produktion startet hier in den kommenden Monaten und wird anfangs die Kapazität aus Portugal etwa vervierfachen. Ein zweiter Ausbauschritt soll die Förderung bereits 2027 verdoppeln. Doch Almonty denkt weiter und plant eine eigene Oxid-Raffinerie in Korea, um in der Wertschöpfungskette aufzusteigen. Zusätzlich bietet die Sangdong-Lizenz bedeutende Molybdän-Vorkommen, deren Förderung ab Ende 2027 starten soll. Hierfür ist bereits ein langfristiger Abnahmepartner gefunden.

    Was Almonty besonders auszeichnet, ist die hohe Absatzsicherheit. Für Sangdong sind 90 % des Wolframkonzentrats langfristig an große Industrieabnehmer gebunden, inklusive einer Preisuntergrenze ohne nach oben begrenztem Potenzial. Das gesamte zukünftige Molybdän ist ebenfalls vertraglich abgesichert. Teil des geplanten Oxids geht exklusiv an einen US-Verteidigungszulieferer. Dieser Fokus auf sichere Lieferketten trifft den Nerv der Zeit. Mit der Verlagerung des Unternehmenssitzes in die USA hat sich Almonty gezielt als nicht-chinesische, transparente Quelle positioniert. Exportbeschränkungen aus China und neue Beschaffungsregeln westlicher Länder, etwa für die Verteidigungsindustrie, verstärken diesen Trend massiv. Das Research Haus D.A. Davidson hat eine neue Studie veröffentlicht und das Kursziel auf 7,00 USD festgesetzt. Aktuell notiert die Aktie bei 4,15 USD an der NASDAQ.

    Rheinmetall – vor den Quartalszahlen

    Rheinmetall startete 2025 fulminant. Das 1. Quartal brachte einen Umsatzsprung von 46 % auf 2,3 Mrd. EUR und ein operatives Ergebnis von 199 Mio. EUR, das sogar um 49 % stieg. Das Fundament bleibt solide, der Auftragsbestand steht bei rekordverdächtigen 55 Mrd. EUR und sichert die Auslastung für die kommenden Jahre. Die Dividendenerhöhung auf 8,10 EUR pro Aktie unterstreicht das Vertrauen des Managements in die robuste Ertragskraft. Für das Gesamtjahr peilt der Konzern ein Umsatzplus von 25-30 % an. Die Position als europäischer Verteidigungsprimus ist gefestigt, auch wenn politische Rahmenbedingungen wachsam beobachtet werden müssen.

    Der Sommer brachte weitere Impulse. Gleich mehrere Großaufträge wurden im Juli an Land gezogen, darunter Artilleriemunition im Wert von mehreren hundert Mio. EUR für einen NATO-Staat sowie Infanteriemunition für Litauen und Estland. Parallel expandiert Rheinmetall kräftig, besonders in Rumänien. Dort entsteht ein lokales Produktionsnetzwerk für den Schützenpanzer Lynx und Munition, das Wertschöpfung vor Ort schafft. Ein weiterer Meilenstein ist der erfolgreiche Erst Test des neuen GMARS-Raketenwerfers mit Lockheed Martin. Das System bietet doppelte Feuerkraft gegenüber Vorgängern und könnte langfristig bedeutende Aufträge generieren. Hinzu kam kürzlich ein Abruf von über 1.000 Logistikfahrzeugen für die Bundeswehr im Wert von 770 Mio. EUR.

    Trotz der starken Auftragslage gibt es kritische Punkte. Vor den Q2 Zahlen am 8. August diskutiert der Markt über mögliche Margendruckpunkte, speziell im hochprofitablen Munitionsgeschäft. Analysten sehen die aktuelle Jahresprognose von 15,5 % EBIT-Marge als ambitioniert an. Strategisch bleibt die Fokussierung auf das Kerngeschäft Verteidigung zentral. Ein möglicher Ausstieg aus Teilen der zivilen Antriebstechnik und die Prüfung von Zukäufen wie der Militärsparte von Iveco sollen das Portfolio schärfen. Für Investoren sind die langfristige Kapazitätsausbaustrategie und ein belastbarer Ausblick nach der Sommerpause entscheidend, um das hohe Bewertungsniveau zu rechtfertigen. Die Aktie tendiert seitwärts und kostet derzeit 1.756,00 EUR.

    RENK Group - setzt auf Indien und Zukunftstechnologien

    Mit der neuen Fabrik in Shoolagiri, Indien, baut RENK seine Präsenz in einem der heißesten Wachstumsmärkte massiv aus. Die Anlage produziert Antriebslösungen direkt vor Ort für Indiens Verteidigungsprogramme wie den Arjun-Panzer, aber auch für Industriepartner. Die „Local-for-Local“-Strategie senkt Kosten, beschleunigt Lieferzeiten und katapultiert RENK zum Schlüsselpartner für Indiens Modernisierungspläne. Parallel stärkt die „Local-for-Global“-Fertigung das weltweite Netzwerk. Ein klares Bekenntnis zum Standort, das politisch wie wirtschaftlich punkten dürfte.

    Das Vertrauen in RENKs Kerntechnologie zeigt sich aktuell bei NATO-Partnern. Lettland ordert 84 HSWL-256B-Getriebe für Schützenpanzer, nachdem das robuste System bei der britischen Armee bereits überzeugte. Der Deal festigt die Position als kritischer Zulieferer für westliche Streitkräfte. Kein Einzelfall, denn neue internationale Kunden für bewährte Antriebslösungen sind ein Trend. RENK nutzt die hohe Nachfrage nach militärischer Sicherheitstechnik gekonnt, ohne von einzelnen Krisen abhängig zu sein.

    Die Zukunft gestaltet RENK in Zukunft mit ARX Robotics. Die Partnerschaft zielt auf Software-gesteuerte Militärfahrzeuge ab, wie etwa unbemannte Bodensysteme (UGVs). RENK bringt Antriebsexpertise und globale Produktionskraft ein, ARX sein KI-Betriebssystem Mithra OS. Das gemeinsame Ziel lautet bestehende Fahrzeugflotten digital upgraden und neue autonome Plattformen entwickeln. Fokusmärkte sind USA, Europa, Indien und der Nahe Osten. Ein strategischer Schachzug, um im rasch wachsenden Segment für autonome Verteidigungstechnik früh Standards zu setzen. Ein Anteilsschein kostet momentan 68,02 EUR.


    Die geopolitischen Verwerfungen zwingen die Weltwirtschaft zu strategischen Neuausrichtungen, besonders bei kritischen Rohstoffen und Rüstungstechnologien. Almonty Industries positioniert sich als unverzichtbarer, nicht-chinesischer Wolfram-Lieferant für den Westen, gestützt auf die hochgradige Sangdong-Mine und langfristige Abnahmeverträge. Rheinmetall profitiert als europäischer Rüstungsprimus von explodierender Nachfrage, Rekordaufträgen und operativem Wachstum, trotz beobachteter Margenrisiken. RENK Group setzt auf lokale Fertigung in Schlüsselmärkten wie Indien und Zukunftstechnologien wie autonome Militärsysteme mit ARX Robotics. Alle drei Unternehmen verkörpern Antworten auf eine fragmentierte Weltordnung – mit klarem Fokus auf Resilienz, Innovation und Sicherheit.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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