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10.04.2025 | 04:45

Zölle, Seltene Erden, Grönland und Trump! BYD, European Lithium, VW und thyssenkrupp im Fokus

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Bildquelle: pixabay.com

Jetzt ist die Katze aus dem Sack! Donald Trump erhebt Zölle von 20 bis 34 Prozent und brüskiert damit seine transatlantischen Handelspartner. Was über Jahre gut funktioniert hat, wird nun auf die Probe gestellt. Auf die Reaktionen zu den umfangreichen Zollplänen musste nicht lange gewartet werden. Die Staats- und Parteiführung in Peking hat auf Trumps Ultimatum reagiert und Gegenzölle von 34 bis 84 Prozent angekündigt. Damit bleibt die Eskalationsspirale im Handelsstreit zwischen den USA und China bestehen. Die EU hatte im März bereits einige Zusatzzölle verhängt und wartet nun ab, ob sich die US-Administration nicht eines Besseren besinnt. Derweil gelangen wieder die Seltenen Erden in den Fokus, denn China erhebt nun Exportbeschränkungen auf das kostbare Gut. Auch Grönland gerät wieder ins Visier des Trump-Imperialismus. Für Investoren eine interessante Gemengelage.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , EUROPEAN LITHIUM LTD | AU000000EUR7 , VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039

Inhaltsverzeichnis:


    BYD und VW – Im Auge des Hurrikans

    Nun wird es wirklich interessant im Automobilsektor. Denn das Kopf-an-Kopf-Rennen der internationalen Hersteller entscheidet sich wohl auch an den verschiedenen Zollplänen der Regierungen, die unter Donald Trump noch einmal eine ganz andere Schärfe erhalten. Die EU hatte im letzten Jahr bereits Importzölle für Automobile aus China erlassen. Sie liegen zwischen 17 und 35 Prozent je nach Hersteller. Bereits im September verhängten die USA 100 % Importzoll auf chinesische E-Fahrzeuge. Für die EU waren die Zölle bislang bei 2,5 % für PKWs und 25 % bei leichten Nutzfahrzeugen angesiedelt. Per Anfang April kommt es hier zu Zuschlägen von weiteren 25 %. Eine Reaktion gab es aus Brüssel auf diese Aufschläge noch nicht, allerdings hatte China gestern die Schockmeldung von 84 % Sonderzoll auf alle US-Waren veröffentlicht. Das würde u. E. den Handel zwischen China und USA zum Erliegen bringen.

    Indes besteht die Chance, dass sich die EU und China wieder annähern und auf Normalität setzen. Das könnte den beiden Wirtschaftsblöcken tatsächlich Vorteile verschaffen, die USA wären dann außen vor. BYD wird ab 2026 in Ungarn produzieren, dann interessieren Zölle nicht mehr. Der integrierte Technologiekonzern ist momentan der größte Konkurrent zu Volkswagen, da eine Modellpalette von mittlerweile 8 Fahrzeugen mit modernster E-Technik in Deutschland verfügbar ist. Die Preise liegen teilweise um 25 % unter den bekannten ID-Modellen aus Wolfsburg. Ein Spiegelbild der aktuellen Misere sind die Aktienkurse. Während BYD zuletzt in der Spitze 50 % zulegen konnte und nun um 20 % konsolidiert, laboriert VW weiterhin in der Nähe seiner 5-Jahrestiefststände zwischen 79 und 85 EUR. Allerdings gab es gestern zum ersten Mal mit Plus 1,4 % wieder bessere Verkaufszahlen aus Wolfsburg, bei den E-Modellen waren es sogar 60 % mehr. Die VW-Aktie handelt bei einem KGV 2025e von 3,5. Wahnsinn!

    European Lithium – Seltene Erden werden zum Super-Asset

    Wir hatten das Thema Seltene Erden in Grönland bereits mehrfach besprochen. Immer wieder flammt die Annexions-Diskussion von neuem auf, zuletzt verstörte der Besuch des Vizepräsidenten Vance in Grönland. Mit dem Hinweis „das riesige Land wäre zu wenig beschützt“ wiederholte der US-Vize den hegemonialen Anspruch seines Präsidenten. Dass dabei in die territoriale Souveränität Dänemarks eingegriffen würde, stört anscheinend niemand.

    Spannend wird es daher abermals für das australische Rohstoff-Unternehmen European Lithium. Der Explorer besitzt eine Vorzeige-Lithium-Liegenschaft in Österreich, drei weitere Lithium-Vorkommen in der Ukraine und Irland sowie das Seltene-Erden-Projekt Tanbreez auf Grönland. Damit nimmt das Unternehmen eine Schlüsselrolle in der globalen Rohstofflandschaft ein, vor allem im Bereich kritischer Metalle. Während sich das politische Verhältnis USA zu China immer mehr verschlechtert, erhalten Rohstoffvorkommen in westlichen Jurisdiktionen unter Donald Trump und der EU einen besonderen Aufmerksamkeitswert. Wichtig ist auch die wesentliche Beteiligung an der Critical Metals Corp. (CRML), welche just im Februar weitere 24,5 Mio. USD einwerben konnte und mit vollen Kassen weitere, seltene Rohstoff-Assets erwerben könnte.

    Die aktuelle Ausrichtung von European Lithium addiert sich somit zu einem einzigartigen und vielversprechenden Zukunfts-Portfolio. Da gibt es zum einen Gerüchte über ein Wiederaufleben der E-Umweltprämie, dann stünde Lithium wieder im Fokus. Wegen der chinesischen Handelsbeschränkungen bzgl. Seltener Erden fällt besonderes Interesse auch auf die Vorkommen in Grönland. Der Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD wurde gestern beschlossen. Man wird sehen, wie die Gangart im Bereich kritischer Metalle nun sein wird. Unterstützend sollte die EU wirken, denn sie hat schon vor zwei Jahren einen Aktionsplan zur Stützung internationaler Lieferketten angemahnt. So wurde in 2023 beschlossen, dass bis 2030 mindestens 10 % des Bedarfs an strategischen Rohstoffen durch heimische Förderung gedeckt werden soll, ebenso sollen 40 % der Rohstoffe auch in der EU verarbeitet werden. Woran es derzeit mangelt, ist die aktive Umsetzung geeigneter Maßnahmen. Hoffentlich schließt die Diskussion künftig auch Grönland mit ein.

    European Lithium hat einige Trumpfkarten im Portfolio: Sollte ein schneller Waffenstillstand in der Ukraine möglich sein, rücken die dortigen Lithium-Liegenschaften Dobra und Shevchenlivske ins Rampenlicht. Donald Trumps Absichten in Grönland klingen wahnwitzig, dennoch wirft es neues Licht auf das Seltene Erden Projekt Tanbreez. Verwunderlich bleibt, dass das gesamte „Options-Portfolio“ Milliarden wert sein könnte, dennoch erhalten Investoren eine European Lithium-Aktie zu 0,04 AUD. Die korrespondierende Marktkapitalisierung von tiefen 32 Mio. EUR ist nur als unfassbar niedrig zu bezeichnen! Einsammeln!

    thyssenkrupp – Phantasie für die Marinesparte

    Stark unter Druck gekommen ist die Aktie von thyssenkrupp. Noch im März stand der Titel bei über 10 EUR, zu Anfang der Woche stürzten die Valore dann bis auf 7,85 EUR ab. Die große Verunsicherung bezieht sich auf die Stahlimporte in die USA. thyssenkrupp, einer der größten europäischen Stahlhersteller, unterliegt künftig dem erhöhten Zollsatz von 25 %. Das Unternehmen hat jedoch unmittelbar mitgeteilt, dass die direkten Auswirkungen dieser Zölle auf ihr Geschäft begrenzt sind, da der Anteil der Stahl- und Aluminiumexporte in die USA relativ gering ist. Dennoch äußerte thyssenkrupp Bedenken hinsichtlich indirekter Effekte. Es besteht die Sorge, dass durch die US-Zölle Stahlprodukte, die zuvor für den US-Markt bestimmt waren, nun auf den europäischen Markt umgeleitet werden könnten. Dies könnte zu einem erhöhten Wettbewerbsdruck und potenziell sinkenden Preisen in Europa führen.

    Vergessen scheint die Bekanntgabe, dass die Marinesparte im Herbst via Spinoff an die Börse geführt wird. Hier könnten Preise im Raum stehen, die im aktuellen Kurs nicht abgebildet sind. Analysten taxieren das KGV 2025e derzeit bei 11,5 – im Rahmen von Aktienverkäufen bei TKMS könnte die Verschuldung aber dramatisch sinken. Die knapp 8 EUR im Kurs sind aus diesem Blickwinkel eine erneute Kaufgelegenheit in der thyssenkrupp-Aktie.

    Im Chartvergleich der letzten 6 Monate stechen thyssenkrupp und European Lithium positiv heraus. Nach zuerst guter Entwicklung stehen die Automobilwerte BYD und VW wegen anhaltender Zoll-Ängste wieder unter Druck. Quelle: LSEG vom 09.04.2025

    Die Börse hat derzeit sehr viele negative Einflüsse zu verarbeiten. Mal sind es imperialistische Äußerungen der US-Administration, in den letzten Tagen machen aber neue Zollgesetze die Runde. Summa summarum große Verunsicherung und eine hohe Volatilität. Für Anleger kann man derzeit nur hoffen, dass wieder Beruhigung einsetzt. European Lithium und thyssenkrupp sind auf den aktuellen Niveaus sehr spannende Investments.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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