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15.09.2025 | 05:30

Abseits der FAANG bieten auch deutsche Tech-Unternehmen wie SAP, Finexity und TeamViewer Potenzial für Ihr Depot

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Bildquelle: pixabay.com

Während die US-Tech-Giganten wie beispielsweise Meta und Google die Schlagzeilen dominieren werden andere Technologieunternehmen in Deutschland wenig beachtet. Doch auch hier, jenseits des Atlantiks, formen innovative Unternehmen mit disruptiven Technologien und robusten Geschäftsmodellen die Zukunft und bieten einzigartige Chancen für Kapitalwachstum. Grund genug, sich drei deutsche Unternehmen genauer anzusehen, SAP, Finexity und TeamViewer. Wir analysieren, mit welchen strategischen Weichenstellungen und Innovationen die nächste Investment-Erfolgsgeschichte geschrieben werden soll.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: SAP SE O.N. | DE0007164600 , FINEXITY AG | DE000A40ET88 , TEAMVIEWER AG INH O.N. | DE000A2YN900

Inhaltsverzeichnis:


    SAP - setzt auf Cloud und KI

    SAP hat im 2. Quartal kräftig zugelegt, angetrieben durch starke Cloud-Nachfrage und disziplinierte Kostenkontrolle. Die Cloud-Umsätze stiegen währungsbereinigt um 28 %, während der aktuelle Cloud-Backlog um denselben Wert auf 18,1 Mrd. EUR wuchs. Besonders die Cloud-ERP-Suite legte um 34 % zu. Das operative Ergebnis (non-IFRS) verbesserte sich um 35 %. Trotz des robusten Wachstums hält der Konzern am bisherigen Ausblick für das Gesamtjahr fest und beobachtet weiterhin aufmerksam geopolitische und branchenspezifische Entwicklungen.

    Anfang August kündigte SAP die geplante Übernahme von SmartRecruiters an, einem führenden Anbieter von Talent-Akquisitions-Software. Am 11. September wurde die Transaktion abgeschlossen. Die Akquisition soll die SAP SuccessFactors HCM Suite durch moderne, KI-gestützte Recruiting-Funktionen ergänzen. Kunden erhalten so mehr Effizienz bei der Personalsuche, kürzere Einstellungszyklen und bessere Analysen. SmartRecruiters bleibt zunächst als eigenständige Lösung verfügbar. Der Deal unterstreicht SAPs Bestreben, Unternehmen in einem wettbewerbsintensiven Umfeld bei der Talentgewinnung zu unterstützen.

    Neben soliden Quartalszahlen treibt SAP strategische Initiativen voran. Der Cloud-Migration kommt weiterhin zentrale Bedeutung zu – nicht nur aus technischen Gründen, sondern auch aufgrund von Kosteneffizienz und Skalierbarkeit. Zudem erweitert SAP sein Portfolio im Bereich digitale Souveränität, speziell für den europäischen Markt, mit Cloud-Lösungen die vollständig der Compliance genügen. Künstliche Intelligenz spielt eine Doppelrolle. Sie senkt Implementierungskosten und steigert gleichzeitig die operative Effizienz durch Automatisierung und verbesserte Datenintegration. Die Aktie notiert mit 219,45 EUR in der Nähe des Supports rund um die 216,00 EUR.

    Finexity – Plattform für tokenisierte Assets

    Am 5. September hat die Finexity AG den Handel im m:access-Segment der Börse München erfolgreich aufgenommen. Dabei platzierte das Unternehmen im Zuge einer Kapitalmaßnahme Aktien im Volumen von 2,17 Mio. EUR, überwiegend bei Bestandsaktionären und ausgewählten professionellen Investoren. Das Listing soll die Sichtbarkeit am Kapitalmarkt erhöhen und die Entwicklung zur führenden Handelsplattform unterstützen. Das Hamburger Unternehmen hat sich als Handels- und Abwicklungsplattform für tokenisierte Private-Market-Investments positioniert. Dabei können alle Arten von Vermögenswerten wie Immobilien, Autos etc. digitalisiert werden mittels der Blockchain Technologie, und das ermöglicht Anlegern die Beteiligung an diesen Assets.

    Bereits Mitte August hat Finexity mit der angekündigten Übernahme von 90,1 % der Effecta GmbH einen strategischen Coup gelandet. Effecta agiert als sogenanntes Haftungsdach im Online-Wertpapiervertrieb und bringt als lizenziertes Wertpapierinstitut rund 70.000 registrierte Anleger und ein Netzwerk aus vertraglich gebundenen Vermittlern mit. Die Akquisition, die noch der behördlichen Freigabe bedarf, würde das Ökosystem beider Unternehmen deutlich erweitern und cross-selling Potenziale erschließen. Gleichzeitig soll der Geschäftsführer der Effecta auch eine zentrale Rolle bei der strategischen Weiterentwicklung übernehmen.

    Das große Ziel ist es, die Effizienzvorteile der Tokenisierung, wie beispielsweise die reduzierten Abwicklungszeiten bis hin zu automatisierten Prozessen, für den Privatmarkt nutzbar zu machen. Finexity operiert bereits mit über 250 gelisteten Assets und 14.000 registrierten Anlegern. Die geplante Effecta-Integration sowie der geplante Roll-out eines Distributed Ledger Technology (DLT) basierten Handelssystems mit einer multilateralen Handelsfazilität (MTF) könnten zusätzlichen Schub bringen. Letzteres würde sowohl Einnahmen aus dem Handel der Assets, als auch durch die Anbindung von weiteren Handelspartnern bringen. Die Aktie zog am ersten Handelstag deutlich an und notiert aktuell bei 48,80 EUR.

    TeamViewer - Drei Gründe für einen Turnaround

    Die jüngsten Quartalszahlen von TeamViewer liefern überraschend klare Signale. Trotz eines herausfordernden Marktumfelds legte der Umsatz währungsbereinigt um 6 % zu, während die Rentabilität deutlich zulegte. Das bereinigte EBITDA wuchs um 17 % und die Marge kletterte auf beachtliche 44 %. Diese operative Stärke, die vor allem auf Kostendisziplin und einem effizienteren Marketing beruht, deutet auf eine solide Basis hin, von der aus das Unternehmen weiter aufbauen kann.

    Strategisch hat sich TeamViewer mit der Akquisition des DEX-Spezialisten 1E neue Türen geöffnet. Die Integration verläuft offenbar planmäßig, und die Einführung von „DEX Essentials“ bringt die Technologie nun gezielt auch an den Mittelstand. Parallel bündelt die neue Plattform „TeamViewer ONE“ Remote-Access, KI und Endpunkt-Management zu einem ganzheitlichen Angebot. Diese Produktoffensive könnte die langfristige Kundenbindung stärken und neue Umsatzquellen erschließen.

    Ein entscheidender Wachstumsmotor ist künstliche Intelligenz. KI-basierte Funktionen, wie der integrierte Copilot für den IT-Support, sollen die Effizienz der Lösungen steigern und einen echten Wettbewerbsvorteil begründen. Kombiniert mit einer stabilen Marktführerschaft und einer attraktiven Bewertung deutet vieles auf eine Wende hin. Ob der Turnaround gelingt, hängt nun davon ab, ob diese strategischen Initiativen in der zweiten Jahreshälfte die erwartete kommerzielle Dynamik entfalten. Die Aktie versucht derzeit einen doppelten Boden auszubilden und notiert bei 8,855 EUR.


    Während US-Tech-Riesen die Bühne dominieren bieten ausgewählte deutsche Unternehmen substanzielles Wachstumspotenzial. SAP treibt mit Cloud und KI die digitale Transformation voran und liefert solide operative Ergebnisse. Finexity etabliert sich als vielbeachtete Plattform für tokenisierte Assets und erschließt durch die Akquisition der Effecta GmbH sowohl neue Kundengruppen als auch Synergien. TeamViewer wiederum überrascht mit steigender Profitabilität und setzt auf KI-gestützte Produkte für den Turnaround. Für Investoren lohnt es sich, den deutschen Tech-Sektor jenseits der etablierten Giganten im Blick zu behalten.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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    • Halbleiterindustrie
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    Der weltweite Bedarf an Rechenleistung nimmt dramatisch zu, angetrieben vor allem durch immer anspruchsvollere Anwendungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Nach aktuellen Prognosen von Gartner dürfte die benötigte Leistung von Rechenzentren von 104 GW auf 132 GW anwachsen und bis zum Ende des Jahrzehnts sogar auf rund 290 GW steigen. Damit entwickelt sich die Energieversorgung zunehmend zu einem strategischen Faktor, da Stromverfügbarkeit den Ausbau neuer KI-Kapazitäten immer stärker begrenzt. Besonders die großen Hyperscaler tragen den Großteil dieses Wachstums und setzen häufig auf eigene Energiequellen wie Gasturbinen, anstatt sich ausschließlich auf öffentliche Stromnetze zu verlassen. Gleichzeitig zeichnet sich ein neuer, tech-getriebener Investitionszyklus ab, da KI-Rechenzentren neben Strom auch Kühlung sowie energieeffizienter Hardware benötigen. Der Sektor ist wachgerüttelt, die Preise steigen bereits seit Monaten. Für Investoren spiegeln hohe Aktienkurse die Nöte von Morgen, die Bewegung dürfte daher noch munter weitergehen. Hier ein paar Ideen.

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    Kommentar von André Will-Laudien vom 16.06.2026 | 04:30

    ESG trifft ERP: Hier lauern die 100 % Kandidaten! SAP, Oracle, ServiceNow und RE Royalties

    • ESG-Finanzierung
    • Unternehmenssoftware
    • Künstliche Intelligenz
    • IT-Technologie
    • Cloud-Dienste

    Was auf den ersten Blick wie zwei völlig unterschiedliche Welten wirkt, folgt in Wahrheit derselben Logik: Skalierbare Plattformmodelle, welche planbare, wiederkehrende Cashflows generieren. Während SAP, Oracle und ServiceNow die digitale Infrastruktur globaler Unternehmen dominieren, baut RE Royalties eine intelligente finanzielle Infrastruktur für den Ausbau erneuerbarer Energien auf. Im Kern geht es bei allen vier Akteuren um Standardisierung, Datenhoheit und die Fähigkeit, komplexe Prozesse effizient zu monetarisieren. ERP-Systeme ermöglichen transparente Steuerbarkeit und erleichtern das Reporting, das sind exakt jene Faktoren, die auch im ESG-Finanzierungsmarkt über Kapitalkosten und Wachstum entscheiden. RE Royalties überträgt dieses Prinzip geschickt auf reale Assets, indem es langfristige Lizenzströme aus erneuerbaren Projekten bündelt und kapitalmarktfähig macht. Damit entsteht ein hybrides Modell aus Infrastruktur-Investment und Software-ähnlicher Planbarkeit, ein eher seltenes Profil im ESG-Segment. Für Investoren eröffnet sich eine spannende Welt zwischen Digitalisierung und Dekarbonisierung. Die Aktien unserer Peergroup verkörpern nach der ausgiebigen Korrektur dreistellige Potenziale, die Neubewertungs-Rally hat schon begonnen.

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