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05.01.2022 | 04:44

Alibaba, Aspermont, TeamViewer – Hier geht in 2022 die Post ab!

  • Technologie
  • Big Data
  • IT
Bildquelle: pixabay.com

Wer die Informationen besitzt, hat die Macht! Chinesische Regulatoren wissen längst, wie wichtig die Verfügbarkeit von sensiblen Daten heutzutage ist. Das bringt asiatische Technologiekonzerne in eine schwierige Lage, denn sie wollen nach westlichen Standards unbekümmert wachsen und scheuen die starke öffentliche Überwachung. Der Traffic auf Social-Media-Kanälen ist quasi öffentlich, er wird vom Plattformbetreiber auch mit AGB-Zustimmung weiterverarbeitet. Das ist für Unternehmen wie Meta (ex Facebook) zum herausragenden Geschäftsmodell geworden. Wir blicken auf drei interessante Technologieunternehmen, die ihre Daten im Griff haben.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: ALIBABA GR.HLDG SP.ADR 8 | US01609W1027 , TEAMVIEWER AG INH O.N. | DE000A2YN900 , ASPERMONT LTD | AU000000ASP3

Inhaltsverzeichnis:


    Alibaba – Zum Jahresauftakt erste Wahl

    Der Jahreswechsel bringt vielleicht den Trendwechsel. So kann man es beim Kurs der Alibaba-Aktie ablesen. Anfang Dezember wurde mit 108,7 USD noch ein 3-Jahrestief markiert, die Aktie verliert damit in 2021 ganze 50%, nun geht es aber wieder nordwärts. Mit 120 USD ist Alibaba jetzt einer der stärksten Chinawerte zu Jahresbeginn. Was ist anders als noch vor 4 Wochen?

    Erstaunlicherweise litt die Aktie in Hongkong zuerst unter der Suspendierung der China Evergrande-Aktien und später kam das Gerücht auf, dass viele Großinvestoren ihre amerikanischen ADRs in die neuen Hongkong-Shares von Alibaba umtauschen würden. Nach einem Tagesverlust von rund 3% in Hongkong ging es im europäischen Handel dann aber stark nach oben, dieser Trend setzte sich auch an der NASDAQ fort. Damit scheint eine Trendwende technisch möglich.

    Die relative Schwäche der Aktie zum gesamten US-Techsektor scheint sich allmählich aufzulösen, denn in den letzten Tagen ist die Alibaba-Aktie eher gesucht. Das Alltimehigh bei 270 EUR ist mittlerweile schon 60% entfernt. Im 6-Monats-Chart leuchtet die Widerstandslinie von 125 EUR sehr hell, mit einem Ausbruch nach oben wäre der Weg auf zunächst 150 EUR frei. Mittelfristig liefert die aktuelle Dynamik und die sich bessernde Technik ein Kursziel von 170 EUR.

    Aspermont Ltd. – Das australische B2B-Netzwerk

    Rund um den Globus sind Kapitalmarktdienstleistungen mehr und mehr gefragt. Der große Nutzen von börsenorientierten Dienstleistern liegt dabei nicht nur in deren Informationsbereitstellung, sondern auch im Vorhalten eines leistungsfähigen Netzwerks zur Verbindung von relevanten Unternehmensdaten und die Zuführung von Wachstumskapital.

    Die australische Aspermont Ltd. aus Perth betreibt ein ausgefeiltes B2B-Medienservice-Modell und schickt sich an, mit Kapitalmarktdienstleistern einen Marktplatz für kapitalsuchende Unternehmen zu schaffen. Die Kunst liegt dabei in der Verbindung von Anlegerinteressen und Refinanzierungsanliegen. Das Stammgeschäft von Aspermont Ltd. ist schon sehr alt und umfasst die Herausgabe der beiden dienstältesten, regelmäßig erscheinenden Publikationen für den Bergbau-Sektor, das Mining Journal und das Mining Magazine. Beide Druck-Publikationen gehen in ihrer Gründung auf das letzte Jahrtausend zurück und bedienen eine sehr große Leserschaft.

    Ab 2015 wandelte sich das Geschäftsmodell sehr stark in Richtung Digitalisierung und Börse. Teil dieser Strategie ist der jüngste Einstieg in den FinTech-Sektor. Die Australier setzten in 2021 die Gründung einer Plattform zur Kapitalbeschaffung für versierte Investoren in Kooperation mit den Unternehmen Spark Plus Ltd., einer Unternehmensberatung und Spezialist für Roadshows für asiatische Unternehmen mit Büros in Singapur und Tokio, sowie International Pacific Capital (IPC), einem seit 1987 etablierten Wertpapierhändler in Sydney, erfolgreich um.

    Die Jahreszahlen von Aspermont wurden jüngst gemeldet, sie weisen außerordentliches Wachstum auf. Kernzelle des Umsatzes ist die 7,5 Mio. User-starke Datenbank die als XaaS-Plattform (Anything-as-a-Service) betrieben wird. Die Erlöse stiegen dort um 14% auf 7,5 Mio. AUD, das daran gekoppelte Datengeschäft konnte sich im Umsatz sogar auf 1,5 Mio. AUD verdreifachen. Unter dem Strich stiegen die Erlöse auf 16,1 Mio. AUD und das operative Ergebnis (EBITDA) erreichte einen Wert von 1,6 Mio. AUD. Aufgrund des hohen Cashflows weist die Bilanz einen Kassenbestand von 7,0 Mio. AUD aus, die Bruttomarge stieg von 58 auf beachtliche 65%.

    Aufgrund der weltweit deutlich gestiegenen Börsenumsätze dürften die Dienstleistungen von Aspermont auch in 2022 stark gefragt sein. Gerade die Verbindung mit Spark Plus und IPC im Kapitalmarktgeschäft könnte in den nächsten Jahren einen erheblichen Cashflow generieren. Die Aktie der Australier hat sich zum Jahresende im Bereich 0,021 und 0,024 AUD eingependelt, sie wird auch in Deutschland auf Tradegate sehr liquide gehandelt.

    TeamViewer – Leinen los und hart in den Wind

    Richtig Laune mach die Aktie von TeamViewer zum Jahresbeginn. Im letzten Jahr war sie ein unrühmlicher TecDAX-Titel, der entgegen der Indexperfomance von Plus 20% einen Verlust von mehr als 70% eingefahren hat. Das deutsche Softwareunternehmen belegte damit auch den letzten Platz im mittlerweile durch die deutsche Börse vergrößerten MDAX mittelgroßer Unternehmen.

    Nach der Vorstellung vieler Börsianer sollte TeamViewer mit 630.000 Kunden eigentlich ein Gewinner der durch die Pandemie ausgelösten Krise sein, denn viele Arbeitnehmer, Schüler und Studenten mussten zu Hause bleiben und ihre Arbeit oder Lehrtätigkeit im Homeoffice verrichten. TeamViewer entwickelt und vertreibt Software für die Kommunikation sowie die Fernsteuerung und -wartung von Rechenanlagen und Servern sowie anderen Endgeräten. Die Prognosen mussten allerdings wegen überhöhter Kosten durch teure Marketingverträge mehrmals nach unten geschraubt werden, das drückte auf den Kurs. Die verkaufswilligen Anleger scheinen aber aktuell weniger zu werden.

    Zuletzt wuchs der Umsatz von TeamViewer nur noch einstellig, das Wachstum konnte aber sequentiell auf Quartalsbasis wieder leicht erhöht werden. CEO Oliver Steil zeigte sich zuletzt auch überzeugt, dass sich die Net Retention Rate verbessern und sich das durchschnittliche Billings-Volumen pro Kunde in 2022 erhöhen wird. Ausgehend von einem Jahresschlusskurs von 11,85 EUR ging es dann zu Jahresanfang mit Plus 8% gleich ordentlich zur Sache. Die Überzeugung der Investoren scheint zurückzukehren. Vielleicht wird TeamViewer in 2022 auch mal ein Kandidat für eine positive Outperformance zum TecDAX.

    Zu Jahresanfang richtet sich der Blick auf die Gewinner und Verlierer des Vorjahres. Die allgemeine Erwartung lautet: Wer tief gefallen ist, wird sich auch wieder erholen! Alibaba und TeamViewer sind solche klassischen Turnaround-Kandidaten. Aspermont Ltd. ist ein Dienstleister mit einem ausgefeilten Geschäftsmodell, das gerade im aktuellen Umfeld gut in die Landschaft passt.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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