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22.09.2025 | 05:10

Almonty Industries, Rheinmetall, D-Wave Quantum – Die Alarmglocken schrillen

  • Rohstoffe
  • Rüstungsindustrie
Bildquelle: pixabay.com

Wolfram zählt zu den strategisch wichtigsten Rohstoffen der Weltwirtschaft. Mit seinem extrem hohen Schmelzpunkt, der außergewöhnlichen Dichte und Härte ist das Metall unverzichtbar, vor allem in der Rüstungsindustrie und der Halbleitertechnik. Auch in Werkzeugbau, Luftfahrt und Medizintechnik ist Wolfram essenziell. Das Problem: Über 80 % der weltweiten Produktion stammen aus China, eine massive Abhängigkeit, die in geopolitisch unsicheren Zeiten zunehmend kritisch gesehen wird. Mit dem globalen Ausbau von Rüstung und Hightech steigt die Nachfrage rasant, doch sichere, westliche Lieferketten sind bislang kaum vorhanden.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: RHEINMETALL AG | DE0007030009 , ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 , D-WAVE QUANTUM INC | US26740W1099

Inhaltsverzeichnis:


    Almonty Industries – Hoffnungsträger der westlichen Welt

    Die Kontrolle über kritische Rohstoffe wird zunehmend zur geopolitischen Machtfrage, und Wolfram steht dabei ganz oben auf der Liste. Über 80 % der globalen Produktion stammen aus China, das den Export immer stärker beschränkt. Die westliche Industrie, allen voran Rüstung, Halbleitertechnik und Hightech, ist dringend auf unabhängige Bezugsquellen angewiesen. Und genau hier wird die Wichtigkeit des kanadischen Wolframproduzenten deutlich.

    Almonty Industries steht mit seiner noch in diesem Jahr in Betrieb gehenden Sangdong-Mine in Südkorea kurz davor, einer der wichtigsten Wolframlieferanten außerhalb Chinas zu werden. Die hochgradige Lagerstätte könnte bei Volllast über 80 % der westlichen Nicht-China-Produktion abdecken, eine strategische Neupositionierung, die auch in Washington nicht unbemerkt geblieben ist. Ab 2027 verbieten die USA Wolframimporte aus China und Russland. Ein Rückenwind, von dem Almonty massiv profitieren dürfte.

    Auch finanziell ist der Konzern gut aufgestellt: Das jüngste Nasdaq-IPO spülte 90 Mio. USD in die Kasse, dazu kommen 25 Mio. USD an Barreserven. Die bestehende Panasqueira-Mine in Portugal generiert bereits solide Cashflows. Langfristige Abnahmeverträge mit Mindestpreisgarantien, darunter auch mit dem US-Verteidigungsministerium, sorgen für Planungssicherheit.

    Mit dem Einstieg in die eigene Oxidverarbeitung sichert sich Almonty zusätzliche Margenpotenziale. Analysten wie GBC Research rechnen bis 2027 mit einem Umsatz von 212 Mio. EUR und einer Nettomarge von rund 40 %. Die Aktie notiert nach dem Rücksetzer aktuell bei 6,98 CAD. Bei einem weiter positiven News Flow sollte das Erreichen eines neuen Allzeithochs bei 8,66 CAD nur eine Frage der Zeit sein.

    Rheinmetall – Rüstungswelle rollt weiter

    Eine Frage der Zeit dürfte auch das Durchbrechen der 2.000 EUR-Schallmauer beim Rheinmetall-Kurs sein. Denn das Unternehmen um ihren umtriebigen CEO Armin Papperger profitiert massiv von der Zeitenwende und der Aufrüstung der westlichen Welt.

    Trotz des Anstieges der Aktie von rund 100 EUR auf aktuell knapp 2.000 EUR geben sich diverse Analystenhäuser weiterhin bullish und überbieten sich noch immer mit steigenden Kurszielen. Goldman Sachs hat die Aktie neu in die Bewertung aufgenommen und sieht im DAX-Unternehmen den klaren Favoriten unter den europäischen Rüstungstiteln. Der laufende Wiederbewaffnungszyklus sei laut Analyst Sam Burgess der größte seit dem Kalten Krieg. In diesem Umfeld biete Rheinmetall das „beste Produktportfolio“, das exakt auf die sicherheitspolitischen Defizite Europas zugeschnitten sei. Das Kursziel der US-Bank liegt bei 2.200 EUR, rund 15 % über dem aktuellen Kursniveau.

    Auch die Deutsche Bank bestätigt ihre Kaufempfehlung und sieht das Kursziel bei 1.950 EUR. Analyst Christoph Laskawi verweist auf die jüngste Übernahme der Marinesparte der Lürssen-Werft als strategisch sinnvollen Schritt, um das Geschäft breiter aufzustellen und neue Wachstumsfelder zu erschließen. Sollte die neue Sparte die Umsatzziele erreichen, dürfte Rheinmetall sogar seine bisherige 2030er-Guidance übertreffen.

    D-Wave Quantum im Höhenrausch

    D-Wave Quantum zählt zu den weltweit führenden Anbietern im Bereich des Quanten-Computings, mit Spezialisierung auf sogenannte „Quantum Annealing“-Systeme. Die Technologie ermöglicht es, hochkomplexe Optimierungsprobleme schneller zu lösen als klassische Algorithmen – mit Anwendungen in Industrie, Finanzwesen, Telekommunikation und Pharma.

    In der abgelaufenen Börsenwoche legte die Aktie um rund 20 % zu und markierte damit ein neues Rekordhoch. Auffällig war dabei das ungewöhnlich hohe Handelsvolumen bei Call-Optionen, das Put/Call-Verhältnis fiel deutlich, ein starkes Signal für bullishe Erwartungen. Auch am Donnerstag blieben die Vorzeichen grün.

    Auslöser war die erste eigene D-Wave-Konferenz in Japan. Dort präsentierten Kunden wie Japan Tobacco und NTT DOCOMO, wie sich Quantenrechner in der Arzneimittelforschung und Netzlastoptimierung bereits konkret einsetzen lassen. Die Buchungen in der Region stiegen innerhalb eines Jahres um 83 %. Gleichzeitig testen Großbanken wie Deutsche Bank, J.P. Morgan und Goldman Sachs D-Waves Systeme zur Portfolio-Optimierung und Risikomodellierung.

    Technologisch will D-Wave mit einem neuen Hochleistungs-Quantencomputer und Entwickler-Tools durchstarten. Zudem wurde mit Stan Black ein erfahrener Sicherheitsexperte verpflichtet. Trotz noch hoher Verluste meldete das Unternehmen zuletzt ein Umsatzwachstum von 42 % und verfügt nach einer Kapitalerhöhung über 819 Mio. USD an liquiden Mitteln.


    Almonty Industries zählt zu den großen Hoffnungsträgern der westlichen Rohstoffversorgung. Analysten sind für Rheinmetall-Aktien weiterhin bullish gestimmt. D-Wave Quantum konnte ein neues Rekordhoch erklimmen.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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