Menü schließen




12.02.2026 | 05:00

Aufgepasst! Gerresheimer bricht um 30 % ein, NEO Battery Materials als Gamechanger, Schott Pharma überrascht positiv

  • Batterietechnologie
  • Innovationen
  • Silizium-Anoden
Bildquelle: pixabay.com

An der Börse werden viele Geschichten über Erfolg und Misserfolg geschrieben. Besonders spannend ist NEO Battery Materials, der Game Changer der Batterietechnologie. Die Kanadier bieten Herstellern von Drohnen, Robotern und Elektrofahrzeugen individualisierbare Hochleistungsbatterien aus westlicher Produktion. Mit ihrem innovativen Ansatz setzt die Gesellschaft neue Maßstäbe in Bezug auf Leistungsfähigkeit, Ladegeschwindigkeit und Preis und adressiert damit einen riesigen Markt, der laut Expertenschätzen bis 2032 auf rund 30 Mrd. USD anwachsen soll. Die Beispiele Gerresheimer und Schott Pharma zeigen, wie unterschiedlich sich Gesellschaften in der gleichen Branche entwickeln können: Schott übertraf die Markterwartungen im ersten Quartal, dagegen schockte Gerresheimer die Märkte erneut.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: NEO BATTERY MATERIALS LTD | CA62908A1003 , GERRESHEIMER AG | DE000A0LD6E6 , SCHOTT PHARMA AG & CO KGAA | DE000A3ENQ51

Inhaltsverzeichnis:


    NEO Battery Materials – Game Changer

    Die Kanadier verändern zunehmend das Bild in der Batteriebranche. Technologisch konzentriert sich NEO Battery Materials auf siliziumverstärkte Anoden auf Basis eines proprietären Ansatzes. Damit können höhere Energiedichte, kürzere Ladezeiten und signifikante Kostenvorteile erreicht werden. Was sich als Ergebnis abzeichnet, kommt einer industriellen Revolution gleich: Der Übergang von der klassischen Lithium-Ionen-Zelle zur leistungsoptimierten Silizium-Architektur. Laut Expertenschätzungen wird der Markt für siliziumverstärkte Lithium-Ionen-Batterien von aktuell unter 5 Mrd. USD auf rund 30 Mrd. USD bis 2032 enorm zulegen.
    Kürzlich berichtete die Gesellschaft über einen weiteren technologischen Durchbruch. Die neu entwickelten NBM Drone Cells weisen überlegene Eigenschaften auf: 50 % mehr Kapazität und eine um 40 % höhere Energiedichte als die aktuell kommerziell verwendeten Drohnenbatterien - und dies bei identischer Größe!
    Das Wachstumsmodell der Kanadier ist clever und verspricht großes Potenzial. Es lehnt sich an das etablierte Foundry-Modell aus der Halbleiterindustrie an, bei dem Design und Produktion getrennt und von unterschiedlichen Parteien übernommen werden. Übertragen auf den Batteriebereich bedeutet es, dass OEMs aus den unterschiedlichsten Branchen wie Automobil, Drohnen, Robotik und Verteidigung, in der Konsequenz bei NEO ordern könnten. Dafür sprechen gleich mehrere Gründe. OEMs vermeiden hohe Investitionskosten und erhalten außerdem spezialisierte Batterien und das aus westlicher Fertigung – ohne Lieferkettenrisiko. Der chinesische Massenmarkt ist damit keine Alternative mehr.
    Die Liste von Aufträgen und Partnerschaften der Kanadier wächst stetig. Bedeutsam sind u. a. die strategischen Kooperationen mit Fortune-500-OEMs sowie mit verteidigungsnahen Institutionen wie dem Korea Institute for Defense Industry (KOIDI). KOIDI ist ein wertvoller potenzieller Türöffner für weiteres Geschäft aus der Verteidigungsindustrie. Ganz frisch meldete NEO eine Partnerschaft mit dem Zinkgiganten Korea Zinc und dem Technologieunternehmen Taesung. Zusammen forscht man an der nächsten Batteriegeneration und will bis Jahresende marktreife Drohnen- und Mikromobilitätsbatterien vorstellen.
    Die Wachstumsperspektiven der Kanadier sind hervorragend. Angesichts einer Unternehmensbewertung von knapp 100 Mio. CAD besitzt die Aktie deutliches Aufwärtspotenzial.

    https://youtu.be/PLNIP9FtK58

    Gerresheimer - Scherbenhaufen

    Gerresheimer hat die ursprünglich für den 26. Februar geplante Veröffentlichung des Jahres- und des Konzernabschlusses verschoben. In Folge brach die Aktie des Spezialverpackungsherstellers um über 30 % ein. Vor einem Jahr notierten die Anteilsscheine noch bei rund 80 EUR. Damals hatten Übernahmefantasie und die Gespräche mit Finanzinvestoren dem Titel ordentlich Rückenwind gegeben.
    Was sich aber in den letzten Monaten ereignete verunsicherte Investoren enorm und resultiert, wie im aktuellen Kursrutsch erkennbar, in einem Vertrauensverlust. Im Kern geht es um eingeleitete Untersuchungen der Finanzaufsicht Bafin im letzten Jahr. Gegenstand war eine Prüfung problematischer Buchungen im Konzernabschluss 2024. Letztlich korrigierte Gerresheimer Umsätze aus diesen sogenannten Bill-and-Hold-Vereinbarungen in Höhe von rund 28 Mio. EUR. Für sich genommen ein vernachlässigbarer Betrag bei einem Umsatzniveau von rund 2 Mrd. EUR. Was bleibt ist jedoch die Verunsicherung der Anleger.
    Offensichtlich existieren weitere Baustellen, ansonsten wäre die Vorlage des Geschäftsberichts nicht verschoben worden. Egal wie die Zahlen ausfallen, das Management steht vor einem langen Weg, das verloren gegangene Vertrauen der Anleger wieder zurückzugewinnen. Nüchtern auf die Zahlen geblickt, ist eine Unternehmensbewertung von aktuell 650 Mio. EUR im Vergleich zu einem Umsatzniveau von über 2 Mrd. EUR günstig. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 erwarten Analysten einen Umsatz von 2,3 Mrd. EUR und ein EBITDA von 421 Mio. EUR. Im laufenden Jahr prognostizieren die Experten Zuwächse auf 2,4 Mrd. EUR bzw. 463 Mio. EUR.

    Schott Pharma – Starkes erstes Quartal

    Im Dezember des vergangenen Jahres stimmte Schott Pharma seine Aktionäre auf verhaltenes Wachstum ein. Nun überraschte der Konzern positiv mit einem guten ersten Quartal, was die Aktie mit Zuwächsen honorierte. Mit einem Umsatzanstieg von fast 4 % auf 240 Mio. EUR und einem Zuwachs von 11 % des EBITDA auf 65 Mio. EUR, startete der Konzern besser als von Analysten erwartet in das Geschäftsjahr. Schott sprach von einer stärkeren Nachfrage über das gesamte Portfolio hinweg, wobei der Anteil margenstarker Produkte weiter zulegte.
    Zudem bestätigte das Management den zuvor formulierten Ausblick für das Gesamtjahr, welches am 30. September 2026 endet. Das Unternehmen stellt ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 2 bis 5 % und eine EBITDA-Marge von rund 27 % in Aussicht. Schott Pharma stellt Speziallösungen für die sichere Aufbewahrung und Verabreichung von injizierbaren Medikamenten wie Spritzen, Ampullen, Fläschchen und Kartuschen her. Das durchschnittliche Kursziel für die Aktie liegt aktuell bei 19,60 EUR, was einem Upside von rund 25 % entspricht.

    Fazit

    NEO Battery Materials besticht mit technologischer Kompetenz und einem überlegenen Ansatz. Es eröffnen sich enorme Wachstumspotenziale. Die Aktie wird schrittweise eine Neubewertung erfahren. Gerresheimer dagegen strauchelt erneut und hat einen langen Weg vor sich, um das verlorene Anlegervertrauen wiederzugewinnen. Bei Schott Pharma läuft es rund.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) derzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen hält bzw. halten und auf deren Kursentwicklungen spekulieren. Sie beabsichtigen insofern Aktien oder andere Finanzinstrumente der Unternehmen zu veräußern bzw. zu erwerben (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.
    Es besteht insofern ein konkreter Interessenkonflikt bei der Berichterstattung zu den Unternehmen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.
    Es besteht auch aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.
    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Armin Schulz vom 01.07.2026 | 05:30

    Batterieindustrie im Umbruch: Warum HPQ Silicon, BASF und BYD gut aufgestellt sind

    • HPQ Silicon
    • BASF
    • BYD
    • Silizium
    • Silizium-Anoden
    • Anodenmaterial
    • pyrogenes Silica
    • Wasserstoff
    • Kathodenmaterial
    • Chemie
    • Elektromobilität

    Die Batterieindustrie durchläuft einen fundamentalen Wandel. Die Ära der reinen Stückzahl- und Reichweitenrhetorik weicht einer neuen Nüchternheit. Im Fokus stehen nun die harten Fakten von Rohstoffsicherheit, Prozessstabilität und Kosteneffizienz. Denn der wahre industrielle Vorsprung entsteht nicht allein durch Visionen, sondern durch die Meisterschaft in der Skalierung und der Lieferkette. In diesem Umfeld gewinnen jene Akteure an Schärfe, die technologische Innovationen in wirtschaftliche Barrieren übersetzen. Diese Verschiebung der Wertschöpfung macht drei Unternehmen zu einer spannenden Konstellation am Markt: HPQ Silicon, BASF und BYD.

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 26.06.2026 | 04:00

    Batterie-Boom 3.0: Die Zukunft fährt 100 % elektrisch! VW, BYD, Stellantis und HPQ Silicon im Zentrum des Sturms

    • Batterietechnologie
    • Automotive
    • E-Mobilität
    • Drohnen-Technologie
    • Verteidigung
    • Wasserstoff

    Etwas holprig geht es derzeit an der Börse zu. Während die HighTech-Bewegung mittlerweile deutliche Bremsspuren zu verzeichnen hat, geben die Chipwerte allen voran Micron und AMD nochmal richtig Gas. Im Raum stehen die massiven Investitionen in Rechenzentren und neuen KI-Infrastrukturen. Damit rücken Unternehmen ins Rampenlicht, die mit innovativen Ideen Disruptions-Potenzial für einen ganzen Sektor schaffen. Ein Beispiel bietet HPQ Silicon, das an mehreren neuralgischen Punkten der künftigen Energie- und Industriewertschöpfung ansetzt. Auch bei VW, BYD und Stellantis geht es längst nicht mehr nur um Marktanteile, sondern um die Vorherrschaft im globalen Batterierennen. Für die Automobil-Industrie könnten die Herausforderungen der Zeit aktuell gar nicht größer sein. Denn sie benötigen Rohstoff-Verfügbarkeit und gute Absatzmärkte. Doch letztlich entscheidet der launische Konsument über den Erfolg. Auch Börsianer neigen von je her zur starken Selektion. Wir verraten ein paar Auswahlkriterien!

    Zum Kommentar

    Kommentar von Nico Popp vom 17.06.2026 | 05:00

    Der direkte Weg zu hochreinem Silizium: Wie HPQ Silicon für Unternehmen wie Wacker Chemie und Panasonic die Effizienz steigert

    • Batterietechnologie
    • Anodenmaterial
    • Chemie
    • Industrie

    Minderwertige Anodenmaterialien, hohe Energiepreise und das chinesische Monopol bei komplexen Verfahren – die Situation bei der Versorgung mit High-Performance-Batteriezellen und ihren Grundstoffen zwingt die Industrie zum Handeln. Um die Energiedichte von Elektrofahrzeug-Batterien der nächsten Generation zu steigern, benötigt die Autoindustrie den Übergang von herkömmlichen Graphit-Anoden zu hochreinen Silizium-Anodenmaterialien. Graphit-Systeme stoßen rein physikalisch an ihre Grenzen, während Silizium-Verbindungen eine theoretisch bis zu zehnfach höhere Ladekapazität versprechen. Da etablierte, mehrstufige Syntheseverfahren jedoch aufwändig und teuer sind, rücken CO2-arme und energieeffiziente Alternativen in den Fokus. Wir erklären Hintergründe und stellen einen Problemlöser vor.

    Zum Kommentar