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16.09.2025 | 05:10

Broadcom, NetraMark, Adobe – KI-Welle rollt unaufhaltsam weiter

  • Künstliche Intelligenz
Bildquelle: pixabay.com

Künstliche Intelligenz ist mehr als ein Hype, sie entwickelt sich zum zentralen Innovationstreiber unserer Zeit. Ob Industrie, Medizin, Mobilität oder Finanzwesen. In nahezu allen Branchen verändert die Technologie Prozesse, steigert Effizienz und schafft neue Geschäftsmodelle. Unternehmen, die früh auf KI setzen, sichern sich klare Wettbewerbsvorteile. Für Investoren eröffnet sich zugleich ein Zukunftsmarkt mit enormem Potenzial. Doch trotz der rosigen Aussichten ist auch hier Stock Picking gefragt, denn viele Unternehmen weisen eine eklatante Überbewertung aus.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: BROADCOM INC. DL-_001 | US11135F1012 , NETRAMARK HOLDINGS INC | CA64119M1059 , ADOBE INC. | US00724F1012

Inhaltsverzeichnis:


    Broadcom – Steil nach KI-Prognose

    Die Zahlen sowie Prognosen des Peer-Group-Unternehmens Oracle im Hinblick auf die Zukunft von KI verhalfen dem US-Techgiganten zu einem Plus von über 17 % auf ein neues Allzeithoch bei 359,87 USD. Im 12-Monatsvergleich steht damit ein sattes Plus von rund 150 %.

    Nach dem Hype um KI-Training rückt nun die nächste Phase in den Fokus, das sogenannte "Inferencing", also die Nutzung trainierter Modelle in Echtzeit. Und genau hier sieht der Markt den nächsten Milliardenmarkt. Während Nvidia und AMD als KI-Giganten gelten, wird Broadcom zum heimlichen Profiteur. Das Unternehmen liefert spezialisierte Chips, sogenannte ASICs, die für Inferencing optimiert sind – günstiger, effizienter und ideal für die Anforderungen großer Cloud-Anbieter.

    Stephanie Link, Chief Investment Strategist bei Hightower Advisors, brachte es auf den Punkt: „Inference ist der neue Wachstumsmotor, und Broadcom führt das Feld an.“ Starken Rückenwind gab es nun in der vergangenen Woche durch Oracle, welches eine explodierende Nachfrage nach Inferenzleistung sieht. Oracle-Chef Larry Ellison spricht von einem „viel größeren Markt als beim Training“ und prognostiziert 144 Mrd. USD Cloud-Umsatz bis 2030.

    Broadcom punktet nicht nur mit Hardware, sondern auch mit einem stark wachsenden Softwaregeschäft, das inzwischen 41 % des Umsatzes beträgt.

    NetraMark: KI als Gamechanger in der klinischen Forschung

    Die Entwicklung neuer Medikamente ist teuer und riskant, besonders dann, wenn Wirkstoffe in späten Studienphasen scheitern. Genau hier setzt NetraMark Holdings an. Das kanadische Unternehmen nutzt mit seiner Plattform NetraAI generative KI und maschinelles Lernen, um aus Patientendaten Muster zu erkennen, die mit klassischen Methoden verborgen bleiben. Statt nur auf historische Daten zurückzugreifen, analysiert die Technologie individuelle Datensätze laufender und abgeschlossener Studien. Pro Patienten entstehen tausende Datenpunkte, die NetraAI in verwertbare Erkenntnisse verwandelt. Das Ziel: bessere Studiendesigns, geringere Abbruchraten und verkürzte Entwicklungszeiten von bis zu 30 %.

    Ein wichtiger Validierungsschritt ist die Anerkennung durch die US-Arzneimittelbehörde FDA. NetraMark hat ein Critical Path Innovation Meeting erhalten, das die regulatorische Einordnung der Technologie klären soll. Eine positive Resonanz wäre ein starkes Signal an den Markt.

    Auch kommerziell gewinnt das Unternehmen an Fahrt. Über eine strategische Allianz mit Worldwide Clinical Trials (WCT) wird NetraAI künftig in Phase-2-Studien für neurologische und onkologische Wirkstoffe eingesetzt. Hinzu kommen Partnerschaften mit dem National Institute of Mental Health und einem führenden Pharmakonzern. Jüngster Meilenstein ist ein Vertrag mit Asklepion Pharmaceuticals. NetraAI wird in einer Phase-III-Studie eingesetzt, die die Wirksamkeit von L-Citrullin bei Kindern mit angeborenem Herzfehler untersucht.

    Neben der Kernanalytik entwickelt NetraMark zusätzliche Tools, etwa zur Echtzeit-Überprüfung von Patientenprofilen oder zum Monitoring der Leistung einzelner Studienzentren. Das adressierbare Marktvolumen für klinische Studienunterstützung wird auf 47 Mrd. USD geschätzt. Dagegen wird NetraMark mit überschaubaren 127,61 Mio. CAD bewertet.

    Adobe – Besser als erwartet

    Ebenfalls vom boomenden KI-Geschäft profitierte der US-Softwaregigant Adobe und überraschte mit besser als erwarteten Zahlen zum dritten Quartal. Zwar legte die Adobe-Aktie zuletzt zu, seit Jahresbeginn steht dennoch ein Minus von über 20 %.

    Besonders optimistisch stimmt der Ausblick. Für das laufende Quartal erwartet Adobe einen Gewinn je Aktie zwischen 5,35 und 5,40 USD, mehr als die Markterwartung von 5,34 USD. Der Umsatz soll 6,08 bis 6,13 Mrd. USD erreichen, ebenfalls leicht über den Analystenschätzungen.

    Im Fokus steht das Digital-Media-Segment rund um Photoshop, Illustrator und Co. Hier erwartet der Konzern nun ein Umsatzwachstum von 11,3 % für das Gesamtjahr, was leicht über der bisherigen Prognose liegt. Der Umsatz im gesamten dritten Quartal lag bei 5,99 Mrd. USD und damit 11 % höher als im Vorjahreszeitraum, der bereinigte Gewinn bei 5,31 USD je Aktie. Hier lag die Prognose bei 5,18 USD je Anteilsschein.

    Wachstumstreiber Nummer eins ist die Integration von Künstlicher Intelligenz in Adobes Produktpalette. CEO Shantanu Narayen betonte, dass der annualisierte Umsatz mit KI-basierten Funktionen bereits 5 Mrd. USD übersteigt, ein Sprung gegenüber 3,5 Mrd. im Vorjahr.


    Broadcom profitierte von Oracles Prognose im Hinblick auf das KI-Geschäft. Adobe konnte sowohl die Umsatz- als auch die Gewinnprognose toppen. NetraMark könnte mit seiner KI-gestützten Plattform zum Gamechanger der klinischen Forschung emporsteigen.


    Interessenskonflikt

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    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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