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13.04.2022 | 04:30

Commerzbank, Kodiak Copper, Nio – Unaufhaltsamer Trend

  • Inflation
  • Rohstoffe
  • Kupfer
Bildquelle: Kodiak Copper

Erinnern Sie sich noch an das vergangene Jahr, als sowohl der Chef der US-Notenbank, Jerome Powell als auch die EZB-Frontfrau Christine Lagarde die steigende Inflation als „vorübergehend“ bezeichneten? Nun kamen die Verbraucherpreise für den März frisch über die Nachrichtenticker und zeigten laut des Statistischen Bundesamtes mit 7,30% den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung. Zum einen schlägt natürlich der Ukraine-Konflikt mit den steigenden Energie- und Rohstoffpreisen zu Buche, jedoch dürften auch nach dem Ende der kriegerischen Aktivitäten viele nachgefragte Güter wegen der Energiewende das hohe Preisniveau zumindest halten.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: KODIAK COPPER CORP. | CA50012K1066 , COMMERZBANK AG | DE000CBK1001 , NIO INC.A S.ADR DL-_00025 | US62914V1061

Inhaltsverzeichnis:


    Kodiak Copper – Deutlich überzeichnet

    Die Nachfrage nach Kupfer ist enorm und wird durch den Umstieg auf erneuerbare Energien sowie Elektromobilität weiter steigen. Die Nachfrage nach dem roten Metall übersteigt das Angebot bereits seit 2019. Dagegen fehlen aufgrund Investitionszurückhaltung im vergangenen Jahrzehnt attraktive Produktionsstätten. Ein Leuchtturmprojekt besitzt das in Vancouver niedergelassene Explorationsunternehmen Kodiak Copper. Kodiak ist auf seine Kupfer-Porphyr-Projekte in Kanada und den USA fokussiert, dabei ist das Kupfer-Gold-Porphyr-Projekt MPD im südlichen Zentrum der kanadischen Provinz British Columbia, wo das Unternehmen bereits 2020 hochgradige Mineralisierung innerhalb einer breiten mineralisierten Ummantelung entdeckt hat, am weitesten fortgeschritten. Daneben besitzt Kodiak Copper das Kupfer-Molybdän-Silber-Porphyr-Projekts Mohave in Arizona, auf dem in diesem Jahr das erste Bohrprogramm starten soll.

    Im vergangenen Geschäftsjahr wurde das bisher größte Bohrprogramm in der Geschichte mit über 21.675m in 36 Bohrlöchern, ein Prospektions- und Schürfgrabungsprogramm mit 1.755 Boden- und 176 Gesteinsproben sowie IP-Vermessungen, geologische und geotechnische Studien und ökologische Untersuchungen durchgeführt. Für das laufende Jahr kündigte Claudia Tornquist, President und CEO von Kodiak, eine noch größere Explorationskampagne auf MPD, das Programm soll rund 25.000 Bohrmeter betragen, an. Dabei liegt das Ziel vornehmlich auf dem Ausbau der Gate-Zone.

    Für die weiteren Explorationsschritte sind die Kanadier mit einem Cash-Bestand von rund 18 Mio. CAD bestens ausgestattet, um das MPD-Projekt weiterzuentwickeln. Dass MPD ein mehr als attraktives Projekt ist, zeigt die Ende März geschlossene Finanzierung auf Bought Deal-Basis sowie die nicht vermittelte Privatplatzierung an. Mit Bruttoerlösen von insgesamt 9,6 Mio. CAD war diese deutlich überzeichnet und stieß auf reges Interesse bei neuen institutionellen Anlegern.

    Hervorzuheben ist die Tatsache, dass der bisherige Großinvestor Teck Resources sein Beteiligungsrecht ausgeübt hat, um seine 9,9%ige Beteiligung an Kodiak aufrechtzuerhalten. Zudem beteiligten sich neben Chairman Chris Taylor mehrere Insider an der Finanzierung.

    Charttechnisch hat sich das Bild deutlich aufgehellt. Ein Ausbruch über den Widerstand bei 1,80 CAD, umgerechnet 1,31 EUR, könnte ein massives Kaufsignal auslösen, dass den Wert über die Marke von 2 EUR bugsieren könnte. Im Hinblick auf den weiter steigenden Kupferpreis, aufgrund der Knappheit, wird Kodiak zunehmend interessant.

    Commerzbank und Deutsche Bank – Lauf gebremst

    Laut der der Umfrage des Ökonomen-Panels, dass das ifo Institut und FAZ zusammen erstellen, erwarten Volkswirte für Deutschland im laufenden Jahr eine durchschnittliche Inflationsrate von 4,4%. Das Inflationsziel der EZB liegt bei knapp 2%. Die Europäische Zentralbank soll daher sofort beginnen, die Inflation zu bekämpfen, sagen 75% der Teilnehmenden. 69% halten eine Zinserhöhung für die geeignetste Maßnahme. „Mit Russlands Krieg gegen die Ukraine ist ein weiterer Treiber der ohnehin schon hohen Inflation hinzugekommen“, sagt ifo-Forscher Niklas Potrafke. „Die EZB sollte nun endlich die Zinsen erhöhen und damit helfen, die Inflation einzudämmen.“

    In der Theorie ist klar beschrieben, welche Sektoren von steigenden Zinsen profitieren und welche darunter leiden: Bei Branchen mit traditionell hoher Verschuldung sinken die Gewinne stärker als bei Sektoren mit niedrigen Verbindlichkeiten. Und Banken profitieren, da sich die Zinsmarge ausweitet. Als die Zinserhöhungsphantasie vor allem in den USA in den Markt kam, zogen zur Folge auch die deutschen Geldhäuser, Commerzbank und Deutsche Bank deutlich an und verbuchten beide ein neues Vierjahreshoch. Dann kam die Invasion Russlands und die Sorgen vor den vollen Kreditbüchern aus der Ukraine und vor allem Russland. Allerdings stellten sich die Risiken kleiner heraus als von der breiten Anlegerschar vermutet. Aktuell kämpfen jedoch beide Großbanken mit dem gleichen Problem und verloren nach der Veröffentlichung rund 8% an Börsenwert.

    So wechselten in einer Platzierung rund 116 Mio. Deutsche Bank-Aktien zu einem Kurs von 10,08 EUR, also knapp 8% unter dem gestrigen Aktienkurs den Besitzer. Gleichzeitig wechselten 72,5 Mio. Commerzbank-Aktien zu 6,65 EUR, knapp 7% unter dem gestrigen Schlusskurs den Besitzer. Insgesamt erlöste der nicht veröffentlichte Verkäufer rund 1,75 Mrd. EUR. Derzeit gibt es lediglich zwei Investoren, die genügend Anteile an der Deutschen Bank besitzen, um einen solch großen Verkauf durchzuführen - BlackRock und Capital Group.

    Nio – Covid bremst

    Bei Nio bremst nicht der Großinvestor, sondern weiterhin die Corona-Pandemie. Demzufolge musste der Tesla-Konkurrent die Produktion seiner E-Autos einstellen. So teilte das chinesische Unternehmen mit, dass mehrere Zulieferer in Jilin, Shanghai und Jiangsu aufgrund der Auswirkungen der Pandemie ihre Fertigung gestoppt haben. Seit Ende März ruhen die Bänder ebenfalls in Teslas Gigafabrik in Shanghai, was zu einem Produktionsausfall von rund 2.000 Model 3 und Model Y führt.

    Zudem verkündete NIO Preiserhöhungen bei diversen Modellen. So steigen die Preise der drei SUVs - ES8, ES6 und EC6 - mit Wirkung vom 10. Mai um zirka 1.572 USD. Dagegen kosten die Elektro-Limousinen ET7 und ET5 immer noch gleich viel. Am Aktienmarkt wurden die Meldungen mit Verlusten quittiert. Aktuell droht nach dem Unterschreiten der 20 USD-Marke das Schließen der Kurslücke bei 15,35 USD.


    Die Inflation wird uns auch nach der möglichen Beendigung des Ukraine-Konflikts begleiten. Durch die Energiewende benötigt die Wirtschaft extrem viel Kupfer. Kodiak Copper besitzt eine der aussichtsreichsten Lagerstätten Nordamerikas. Deutsche Bank und Commerzbank könnten auf aktuellem Niveau interessant werden, bei Nio sollte man die Lage zuerst beobachten.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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