16.12.2025 | 05:30
Das Trio für die Rohstoffwende: Warum man in European Lithium, Standard Lithium und Lynas Rare Earths investieren sollte
Die globale Jagd auf die kritischen Rohstoffe des 21. Jahrhunderts ist eröffnet. Getrieben von der rasanten Elektrifizierung und geopolitischen Verwerfungen explodiert die Nachfrage nach Lithium und Seltenen Erden, während das Angebot kränkelt. Diese fundamentale Diskrepanz erzeugt ein historisches Marktungleichgewicht und katapultiert Unternehmen in den Fokus, die strategische Lieferlücken schließen können. Dabei rücken drei Unternehmen besonders ins Rampenlicht, deren Geschichten direkt mit den größten Megatrends unserer Zeit verwoben sind: European Lithium, Standard Lithium und Lynas Rare Earths.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Armin Schulz
ISIN:
EUROPEAN LITHIUM LTD | AU000000EUR7 , STANDARD LITHIUM LTD | CA8536061010 , LYNAS CORP. LTD | AU000000LYC6
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Armin Schulz
Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.
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European Lithium - strategische Beteiligung als Fundament
Für interessierte Investoren ist zunächst die Verbindung zum Projekt entscheidend. Das australische Unternehmen European Lithium hält einen Anteil von etwa 45 - 50 % an Critical Metals Corp (CRML). Diese strategische Beteiligung ist das Fundament, von dem aus European Lithium an der viel diskutierten Seltene-Erden-Story partizipiert. CRML verfolgt mit seinem Tanbreez-Projekt in Grönland einen ehrgeizigen Plan, eine von China unabhängige Lieferkette für diese kritischen Rohstoffe aufzubauen. Dieser Ansatz trifft den politischen Nerv der Zeit, bleibt aber ein komplexes und langfristiges Unterfangen.
Das Vorhaben lebt vom aktuellen geopolitischen Willen. Ohne die milliardenschweren Förderprogramme für kritische Mineralien in der EU und den USA wäre ein solches Projekt kaum finanzierbar. Die größte Herausforderung liegt jedoch nicht im Bergbau selbst, sondern in der Verarbeitung. Die dafür nötigen chemischen Trennwerke sind in Westeuropa kaum genehmigungsfähig. Daher setzt CRML auf eine kluge Kooperation mit einem staatlichen Partner in Rumänien, wo ein geplantes Joint Venture den behördlichen Prozess deutlich beschleunigen könnte.
Aktuell verdichten sich die operativen Schritte bei CRML, von der Pilotanlage bis zur Joint-Venture-Absichtserklärung. Der Zeitplan ist ambitioniert. Die Förderung in Grönland soll 2028 beginnen, gefolgt von der Verarbeitung in Rumänien. Parallel wird das Lithiumgeschäft vorangetrieben, wie das vollständig genehmigte Wolfsberg-Lithium-Projekt in Österreich. Mit einer gesicherten Abnahme durch BMW hat das Unternehmen damit eine zweite, konkrete Säule im Bereich kritischer Rohstoffe geschaffen. Diese Dualität aus strategischer Beteiligung und eigenem operativen Projekt könnte sich als starker Vorteil erweisen. Die Aktie notiert aktuell bei 0,16 AUD und kommt damit auf eine deutlich geringere Marktkapitalisierung, als der Wert der CRML-Beteiligung beträgt.
Standard Lithium - entscheidendes Jahr voraus
Für Unternehmen in der Lithium-Entwicklung ist die Überbrückung der Lücke zwischen Planung und Bau entscheidend. Standard Lithium scheint hier 2026 einen wichtigen Sprung zu machen. Mit dem South West Arkansas (SWA)-Projekt liegt eine überzeugende Machbarkeitsstudie vor, die wettbewerbsfähige Betriebskosten und eine interne Rendite von über 20 % vor Steuern ausweist. Noch bemerkenswerter sind die Ressourcen im osttexanischen Franklin-Projekt, das mit durchschnittlich 668 mg/l die höchste publizierte Lithiumkonzentration Nordamerikas aufweist. Die Projekte sind damit nicht nur machbar, sondern auch von außergewöhnlicher Qualität.
Finanziell hat sich das Unternehmen stark positioniert. Eine Kapitalerhöhung im Oktober brachte frische 130 Mio. USD ein, die Liquidität liegt nun über 150 Mio. USD, ohne nennenswerte Schulden. Entscheidender ist das Interesse von Exportkreditagenturen und Banken an einer über 1 Mrd. USD schweren Projektfinanzierung für SWA. Zusammen mit einem staatlichen Zuschuss von 225 Mio. USD ebnet dies den Weg zur endgültigen Investitionsentscheidung im Frühjahr 2026 und reduziert das Finanzierungsrisiko erheblich.
Das Marktumfeld spielt ebenfalls in die Karten des Unternehmens. Analysten rechnen ab 2026 mit einer Verknappung des Lithiumangebots, während die Nachfrage durch Elektromobilität und riesige Batteriespeicher für Rechenzentren weiter kräftig wächst. Standard Lithium punktet mit seinen hochgradigen Vorkommen im etablierten Smackover-Becken, der bewährten Extraktionstechnologie und der Nähe zu US-Batteriefabriken. Für Investoren bietet sich eine Beteiligungsmöglichkeit in einem Projekt mit vergleichsweise weniger Risiko, das heimische Lithiumlieferketten mit aufbauen könnte. Derzeit ist die Aktie für 4,62 USD zu haben.
Lynas Rare Earths - strategischer Vorsprung auf dem Prüfstand
In den letzten 12 Monaten hat sich Lynas Rare Earths zum unumstrittenen Champion im Sektor der Seltenen Erden außerhalb Chinas entwickelt. Das Unternehmen bietet eine vollständig integrierte Wertschöpfungskette bis hin zu Magneten. Das ist genau die Stufe, auf der China bisher eine Dominanz von über 80 % hielt. Der Markt honorierte diese strategische Position und zog den Aktienkurs magnetisch nach oben. Die großen Investitionsprojekte sind abgeschlossen, eine Kapitalerhöhung wurde durchgeführt und eine neue Anlage für schwere Seltene Erden ist finanziert worden. Diese Entwicklung verleiht Lynas einen klaren strategischen Vorteil.
Doch der operative Alltag zeigt auch Herausforderungen. Zwar meldete das Unternehmen im letzten Quartal mit 200 Mio. AUD den höchsten Umsatz seit Langem und einen soliden operativen Barmittelzufluss. Gleichzeitig beeinträchtigen anhaltende Stromprobleme in Western Australia die Anlaufphase der neuen Kalgoorlie-Anlage und führen zu Produktionsausfällen. Das Management betont eine bedarfsgerechte Steuerung der Produktion, um in einem unsicheren Konsumumfeld keine Überbestände zu schaffen. Für die Zukunft setzt Lynas auf die Strategie „Towards 2030“, die die Optimierung bestehender Anlagen und den Einstieg in die Magnetfertigung vorsieht.
Die Bewertung reflektiert den Erfolg bereits in vollem Umfang. Kennzahlen wie das Kurs-Umsatz-Verhältnis von 27 oder das Kurs-Buchwert-Verhältnis auf Substanzbasis von über 6‑fach sind historisch betrachtet hoch. Sie preisen ein massives künftiges Gewinnwachstum ein. Während geopolitische Rückenwinde und mögliche staatliche Abnahmeverträge die Aktie stützen könnten, erscheint das Aufwärtspotenzial derzeit begrenzt. Aus Risiko-Rendite-Sicht ist die Aktie für viele Beobachter daher eher ein „Halten“-Kandidat, bis sich der operative Ausbau in nachhaltigen Gewinnen niederschlägt oder eine Korrektur neue Einstiegschancen bietet. Momentan kostet eine Aktie 12,60 AUD.
Die Rohstoffwende erzeugt strukturelle Engpässe, die strategische Investitionen in Schlüsselunternehmen rechtfertigen. European Lithium vereint mit seiner Beteiligung an Critical Metals Corp operative und strategische Optionen. Standard Lithium steht dank starker Finanzierung und hochgradiger Projekte vor einem entscheidenden Jahr mit Blick auf die Finanzierungsentscheidung im Jahr 2026. Lynas Rare Earths besitzt als integrierter Champion außerhalb Chinas einen klaren Vorsprung, doch die hohe Bewertung lässt wenig Kurspotenzial. Insgesamt bieten die drei Unternehmen unterschiedliche, aber vielversprechende Anlagemöglichkeiten in kritische Rohstoffe der Zukunft.
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