14.01.2026 | 05:30
Die resilienten Gewinner: So setzen Sie mit Almonty Industries, Rheinmetall und Hensoldt auf Sicherheit
Während die Börsen feiern formiert sich ein neues wirtschaftliches Zeitalter. Getrieben von geopolitischen Machtkonflikten, einem erbarmungslosen Kampf um Rohstoffe und einer Rückkehr des strategischen Staates entstehen unerwartete Gewinner. Diese drei Trends definieren die Investment-Chancen von morgen und katapultieren spezifische Unternehmen in eine Schlüsselrolle. Wie Sie von dieser historischen Verschiebung profitieren können, zeigen der Aufstieg von Almonty Industries, Rheinmetall und Hensoldt.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Armin Schulz
ISIN:
ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , HENSOLDT AG INH O.N. | DE000HAG0005
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Armin Schulz
Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.
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Almonty Industries – Wolfram, vom Werkstoff zum strategischen Gut
Die Kernfusion rückt näher, und mit ihr ein oft übersehenes Metall: Wolfram. Aufgrund seines extrem hohen Schmelzpunkts wird es als Schlüsselmaterial für die Innenwände künftiger Fusionsreaktoren gehandelt. Erfolge in Testanlagen wie WEST in Frankreich oder KSTAR in Korea untermauern diese These. Sollte die Technologie kommerziell durchstarten, würde die Nachfrage nach dem Hochleistungsmetall Wolfram explodieren. In dieser Lage gewinnt ein Unternehmen wie Almonty Industries an Bedeutung. Der kanadische Produzent besitzt nicht nur operative Minen, sondern entwickelt mit Sangdong in Südkorea gerade die größte Wolframmine außerhalb Chinas.
Die strategische Bedeutung von Wolfram wird durch aktuelle Handelspolitiken verschärft. China, das über 80 % der globalen Versorgung kontrolliert, hat zu Jahresbeginn seine Exportkontrollen für kritische Materialien, darunter Wolfram, weiter verschärft. Staatlich genehmigte Firmen erhalten nun nur noch für 2 Jahre eine Exportlizenz. Dies ist ein kalkulierter Schritt im Wettstreit um technologische Vorherrschaft. Für die westliche Industrie unterstreicht es die Dringlichkeit, Lieferketten zu diversifizieren. Hier positioniert sich Almonty gezielt als zuverlässiger, nicht-chinesischer Anbieter für Verteidigungs- und Hochtechnologie-Sektoren.
Bei Almonty wird die Strategie nun mit Leben gefüllt. Mitte Dezember rollte der erste Erztransport in Sangdong an, der offizielle Start des aktiven Bergbaus. Die Mine befindet sich in der finalen Inbetriebnahmephase, der kommerzielle Produktionsbeginn steht unmittelbar bevor. Parallel dazu treibt das Unternehmen die Erweiterung seiner etablierten Panasqueira-Mine in Portugal voran. Mit dem kürzlich erworbenen Projekt Genting Brown's Lake Tungsten in Montana baut es zudem eine strategische Präsenz in den USA auf. Diese operativen Fortschritte werden durch erfahrene Neuzugänge im Management, wie die Bestellung des Chief Development Officers Guillaume Wiesenbach de Lamaziere am 6. Januar, flankiert. Die Aktie notiert aktuell bei 9,09 USD an der NASDAQ.
Rheinmetall - vom Rüstungslieferanten zum Sicherheits-Ökosystem
Die Zeiten, in denen Rheinmetall als klassischer, etwas träger Rüstungskonzern galt, sind definitiv vorbei. Was Anleger im Januar 2026 beobachten, ist ein agierender Systemanbieter, der in einer unsicheren Welt plötzlich im Zentrum steht. Getrieben von einer dauerhaft angespannten geopolitischen Lage wandelt sich das Geschäftsmodell fundamental. Die jüngsten Nachrichten, von der Lieferung moderner Lynx-Schützenpanzer an die Ukraine bis zum milliardenschweren Weltraumaufklärungsauftrag, unterstreichen diese neue Rolle. Rheinmetall liefert nicht mehr nur Hardware, sondern integrierte Sicherheitslösungen.
Diese Transformation wird operativ mit Hochdruck umgesetzt. Das neue Hybridwerk in Ungarn symbolisiert die Strategie. Unter einem Dach entstehen Komponenten für E-Mobilität und militärische Elektronik. Parallel treibt der Konzern Zukunftstechnologien voran, etwa mit der Entwicklung einer effizienteren Elektrode für grünen Wasserstoff oder der geplanten Gründung eines Joint Ventures für maritime Laserwaffen. Diese breite Aufstellung jenseits des Kerngeschäfts soll zyklische Schwankungen abfedern und neue Margenpotenziale erschließen.
Trotz des Rückenwinds bleiben Herausforderungen. Die massiven Aufträge, allein der Rahmenvertrag für Puma-Munition beläuft sich auf rund 1 Mrd. EUR, stellen die Produktionskapazitäten und Lieferketten auf eine harte Probe. Die Bewertung des Unternehmens reflektiert bereits viel Optimismus. Für Investoren geht es nun darum, ob die operative Exzellenz mit dem rasanten Wachstum mithalten kann. Die Ausgangslage ist besser denn je, doch künftige Erfolge müssen durch reibungslose Umsetzung erarbeitet werden. Derzeit ist die Aktie für 1.888,50 EUR zu haben.
Hensoldt - Wachstum mit Geduld
Der deutsche Sensorspezialist Hensoldt steht vor einer Phase signifikanter Expansion, die jedoch kurzfristig Investitionskraft erfordert. Nach dem jüngsten Kapitalmarkttag wurden die Prognosen für 2025 zwar nach oben angepasst, der Umsatz soll nun bei rund 2,5 Mrd. EUR liegen, die EBITDA-Marge bei mindestens 18 %, die Reaktion der Anleger blieb aber dennoch verhalten. Das starke Wachstum auf dem Weg zum 6 Mrd. EUR Umsatzziel für 2030 kommt später, während die Ausgaben für neue Produktionskapazitäten und Software-Entwicklung früher als erwartet die Cashflows belasten.
Die fundamentale Perspektive ist weiterhin robust. Die europäischen Verteidigungsetats steigen strukturell, angetrieben durch geopolitische Spannungen. Besonders der Bereich Verteidigungselektronik, Hensoldts Kernkompetenz, wächst dabei überproportional. Das Unternehmen treibt seine Transformation vom Hardware-Hersteller zum Anbieter vernetzter Softwarelösungen voran, etwa mit der "MDOcore"-Plattform. Diese strategische Ausrichtung soll langfristig wiederkehrende Umsätze und höhere Margen erschließen. Allerdings werden diese Investitionen erst in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts so richtig durchschlagen.
Genau diese Zwiespältigkeit zeigt sich auch in den aktuellen Stimmen aus dem Markt: Die Beobachter sind sich uneins und zeichnen ein entsprechend gespaltenes Bild. Während das langfristige Wachstumsnarrativ anerkannt wird, sehen einige die aktuelle Bewertung als hoch. Die Analysten vom mwb research haben ein Kursziel von 65 EUR ausgegeben und argumentieren, dass die Bewertung nach dem jüngsten Aufschwung an den Fundamentaldaten vorbeigelaufen ist. Die Zahlen lägen deutlich über dem historischen Niveau. Konkurrenz durch andere Rüstungskonzerne in sensorbasierten Systemen wird als zunehmendes Risiko genannt. Die Geschichte braucht Zeit, und der aktuelle Preis bietet wenig Spielraum für Rückschläge. Momentan kostet eine Aktie 91,90 EUR.
Die geopolitische Zeitenwende macht Sicherheit zum zentralen Investmentthema. Almonty Industries etabliert sich mit der Sangdong-Mine als systemkritischer, nicht-chinesischer Wolframlieferant für Hochtechnologie und Verteidigung. Rheinmetall hat sich vom Rüstungshersteller zum unverzichtbaren Sicherheits-Ökosystem gewandelt, getrieben von Rekordaufträgen und hybriden Fertigungskonzepten. Hensoldt investiert als Sensorspezialist für langfristiges Wachstum in Software und Kapazitäten, benötigt aber Geduld.
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