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01.09.2025 | 06:00

Die versteckte Chance: Warum Commerzbank, Desert Gold und K+S jetzt im Fokus stehen

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Bildquelle: pixabay.com

Die Börsen gleichen einem Minenfeld: Geopolitische Brisanz, unberechenbare Zinspolitik und protektionistische Handelsmaßnahmen erzeugen eine explosive Mischung. In diesem Umfeld werden kluge Anlagenentscheidungen zum Schutz und zur Mehrung des Kapitals entscheidend. Während sichere Häfen boomen kämpfen zyklische Werte mit den Unwägbarkeiten. Vor diesem Hintergrund lohnt ein präziser Blick auf die strategische Positionierung der Commerzbank, das Potenzial des Goldexplorers Desert Gold und die Widerstandsfähigkeit des Düngemittelspezialisten K+S.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: COMMERZBANK AG | DE000CBK1001 , DESERT GOLD VENTURES | CA25039N4084 , K+S AG NA O.N. | DE000KSAG888

Inhaltsverzeichnis:


    Commerzbank - starke Zahlen und strategische Unwägbarkeiten

    Die Commerzbank bleibt ein klassischer Fall von Zinssensitivität, deren Erträge weiterhin stark von der Geldpolitik der EZB abhängen. Doch aktuell lenken zwei andere Themen die Aufmerksamkeit der Anleger, nämlich die herausragenden Halbjahreszahlen und das anhaltende Übernahmegeflüster rund um die italienische UniCredit. Diese Mischung aus operativer Stärke und strategischer Unsicherheit definiert derzeit die Anlagestory.

    Die Zahlen für das 1. Halbjahr können sich wahrlich sehen lassen. Das operative Ergebnis kletterte auf einen Rekordwert von 2,4 Mrd. EUR, angetrieben von einem kräftigen Wachstum des Provisionsgeschäfts und einer weiterhin robusten Zinsmaschine. Besonders beeindruckend ist die gesteigerte Effizienz. Das Aufwands-Ertrags-Verhältnis sank auf 56 %. Trotz erheblicher Investitionen in die Restrukturierung verblieb ein Nettoergebnis von 1,3 Mrd. EUR. Die Kapitalrückgabe an Aktionäre bleibt zudem ein zentrales Element, mit einem weiteren Aktienrückkauf in Milliardenhöhe in Aussicht.

    Die Übernahmespekulationen durch die UniCredit werfen jedoch einen langen Schatten auf diese fundamentale Stärke. Ein Deal böte zwar die Chance auf einen lukrativen Aufschlag für Aktionäre und langfristige Synergien. Dem stehen allerdings erhebliche Risiken gegenüber: politischer Widerstand, regulatorische Hürden und die Gefahr, dass die strategische Eigenständigkeit und das etablierte Geschäftsmodell der Commerzbank im Falle einer Integration verloren gehen. Die Unsicherheit, ob dieses komplexe Vorhaben überhaupt gelingt, sorgt für zusätzliche Volatilität und macht die Aktie zu einem Spiel zwischen operativer Kraft und strategischem Roulette. Zuletzt fiel der Kurs aufgrund der Unsicherheiten wieder. Derzeit kostet eine Aktie 32,58 EUR.

    Desert Gold - punktet mit überzeugender Wirtschaftlichkeit in Mali

    Desert Gold hat mit der vorläufigen Wirtschaftlichkeitsstudie (PEA) für sein SMSZ-Projekt in Mali solide Fundamentaldaten vorgelegt. Die Studie für die Lagerstätten Barani und Gourbassi sieht einen Tagebaubetrieb mit über 17 Jahren Lebensdauer vor. Bei einem Goldpreis von 2.500 USD je Unze errechnet sich ein Nettobarwert nach Steuern von 24 Mio. USD bei einer internen Rendite von 34 %. Die vergleichsweise niedrigen Anfangsinvestitionen von 15 Mio. USD sollen sich innerhalb von 3,25 Jahren amortisieren. Besonders bemerkenswert sind die Gesamtkosten (AISC), die mit 1.352 USD je Unze deutlich unter dem aktuellen Marktniveau liegen. Geplant ist, mit einer mobilen Aufbereitungsanlage zunächst in Barani East zu beginnen und diese später nach Gourbassi zu verlagern. Diese Strategie minimiert die anfänglichen Kapitalausgaben.

    In diese Bewertung fließen weniger als 10 % der gesamten Goldressourcen des Konzessionsgebiets ein. Die wirtschaftliche Attraktivität des Projekts zeigt sich insbesondere in seiner Sensitivität gegenüber dem Goldpreis. Bereits ein Anstieg auf 3.000 USD je Unze würde den NPV nach Steuern auf 41 Mio. USD und die IRR auf 51 % steigern. Zum Zeitpunkt der Studie lag der Spotpreis bei 3.366 USD, was einen NPV von 54 Mio. USD und eine IRR von 64 % impliziert. Diese Hebelwirkung resultiert aus den niedrigen Betriebskosten und dem schlanken, modularen Betriebskonzept, das eine flexible Anpassung ermöglicht.

    Neben dem Mali-Projekt hat Desert Gold jüngst seine Option auf das Tiegba-Goldprojekt in der Elfenbeinküste gesichert mit der man sich eine 90 %ige Beteiligung sichern kann. Diese strategische Diversifikation erschließt dem Unternehmen nicht nur eine politisch stabile Region, sondern positioniert es auch in unmittelbarer Nachbarschaft zu Major-Operatoren wie Allied Gold Corp. Das 297 qkm große Konzessionsgebiet liegt im vielversprechenden Birimian-Grünsteingürtel und zeigt bereits historische Gold-Anomalien. Diese Expansion bietet die Chance, eine zweite Wachstumssäule aufzubauen und das Portfolio regional zu streuen. Die Aktie konnte noch nicht richtig von den guten Nachrichten profitieren und notiert aktuell bei 0,08 CAD.

    K+S - zwischen Währungsturbulenzen und Zukunftsinvestitionen

    Für den Düngemittelproduzenten K+S stellen die aktuellen US-Zölle keine unmittelbare Bedrohung dar. Da ein Großteil der US-Lieferungen aus dem kanadischen Werk Bethune stammt und nur einen kleinen Teil des riesigen amerikanischen Importmarktes ausmacht, sind die direkten Auswirkungen begrenzt. Die eigentliche Herausforderung liegt woanders. Der schwächere US-Dollar drückt spürbar auf die Ergebnismarge. Da ein erheblicher Teil der Umsätze in Dollar abgerechnet wird, viele Kosten jedoch in Euro anfallen, schmälert der ungünstige Wechselkurs die Umrechnungserlöse. Diese Währungsdynamik belastet die Prognose deutlich mehr als die Handelszölle.

    Die jüngsten Halbjahreszahlen zeigen ein durchzogenes Bild. Zwar blieb der Umsatz mit 871 Mio. EUR nahezu stabil, jedoch sank das EBITDA auf 110 Mio. EUR. Gründe hierfür waren logistische Hürden, ein geplanter Wartungsstopp in Kanada und Sondereffekte. Positiv ist, dass höhere Verkaufspreise den Effekt rückläufiger Absatzmengen im Agrarsektor mehr als kompensieren konnten. Trotz der Herausforderungen hält der Konzern unbeirrt an seiner Jahresprognose fest und erwartet ein EBITDA zwischen 560 und 640 Mio. EUR, gestützt von einer robusten Nachfrage und stabilen Kalipreisen.

    Interessant ist die jüngste Aktivität auf der Führungsebene. Mehrere Vorstandsmitglieder, darunter CEO Dr. Christian H. Meyer, haben signifikant Aktien zugekauft. Dies wird von Investoren oft als Zeichen innerer Überzeugung gewertet. Die Analysten bleiben hingegen gespalten. Während einige Häuser wie die Deutsche Bank oder UBS die Aktie mit Kurszielen um 11 EUR weiterhin skeptisch sehen gibt es mit der Warburg Research auch einen Optimisten, der ein Kursziel von 22 EUR ausgegeben hat. Diese Bandbreite spiegelt die Unsicherheiten, aber auch die potenziellen Chancen wider. Der Druck auf die Aktie, die zuletzt bei 11,51 EUR notierte, kann von Goldman Sachs herrühren, die zuletzt ihren Anteil von 5,09 % auf 4,15 % heruntergeschraubt haben.


    In volatilen Märkten bieten Commerzbank, Desert Gold und K+S Chancen, aber teilweise auch Risiken. Die Commerzbank überzeugt operativ mit Rekordzahlen, wird jedoch von Übernahmespekulationen ausgebremst. Desert Gold besticht durch eine sehr starke PEA, die bei steigenden Goldpreisen ein enormes Hebelpotenzial verspricht. K+S zeigt sich widerstandsfähig gegenüber Handelszöllen, kämpft aber mit Währungseffekten, während Insiderkäufe ein Zeichen des Vertrauens setzen.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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