09.10.2026 | 05:00
dynaCERT, Volkswagen und Plug Power: Zwischen Aufbruch und Kostendruck! Wer startet durch und wer bleibt auf der Strecke?
Volkswagen zeigt, wie Kosten und Wettbewerb ein Urgestein der Branche zum Wackeln bringen können. Kommen die tiefen Einschnitte und Strategieanpassungen zu spät und können vertiefte Partnerschaften helfen? Plug Power konnte zuletzt einen bemerkenswerten Großauftrag an Land ziehen. Die Bruttomarge im letzten Quartal kratzte fast an der Nulllinie. Einen ganz anderen Weg geht dynaCERT. Die Kanadier machen Dieselmotoren durch Nachrüstung sparsamer und umweltfreundlicher. Die innovative Brückentechnologie konnte in zahlreichen Pilotprojekten überzeugen, jetzt kommt die Kommerzialisierung zunehmend auf Touren. Die Analysten vom Researchhaus GBC machen eine immense Unterbewertung der Aktie aus.
Lesezeit: ca. 3 Min.
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Autor:
Carsten Mainitz
ISIN:
DYNACERT INC. | CA26780A1084 | TSX: DYA , OTCQB: DYFSF , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Carsten Mainitz
Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.
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dynaCERT – Kommerzialisierungserfolge in Frankreich & Co.
Das Kernprodukt HydraGEN erzeugt bedarfsgerecht per Elektrolyse Wasserstoff und Sauerstoff und führt beide Gase der Ansaugluft eines Verbrennungsmotors zu. Durch diese Nachrüstlösung sinken Kraftstoffverbrauch und Emissionen merklich. Die patentierte Brückentechnologie bietet eine schnelle Amortisationszeit, leistet einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung und feiert deshalb zunehmend Erfolge.
Zuletzt berichtete das Cleantech-Unternehmen, über den Vertriebspartner IPMD seine Marktpräsenz in Frankreich und anderen französischsprachigen Märkten ausbauen zu wollen. Die erneute Bestellung eines bestehenden Kunden sowie laufende Pilotprojekte im Transport-, Hafen-, Industrie- und Bergbausektor spiegeln zunehmendes Interesse an der HydraGEN-Technologie wider.
Zudem bildet Vietnam einen wichtigen Markt, auch als Brückenkopf im Rahmen der Südostasien-Strategie. Ende Juni meldete dynaCERT eine erste Serienbestellung eines dortigen Logistikunternehmens. Anfang August folgten weitere Aufträge. Unter der Führung des neuen Vorstandschefs Kevin Unrath läuft aktuell eine Vertriebsoffensive. Gezielte Kundengespräche und Branchenveranstaltungen sollen dem Verkauf Schub verleihen.
Zusätzliche Erlöse könnten perspektivisch aus Emissionsgutschriften entstehen. Die proprietäre Telematikplattform HydraLytica liefert hierfür die Basis mit einer durch Verra zertifizierten Methode. Verra ist eine große und anerkannte internationale Organisation, die Standards für freiwillige CO₂-Märkte entwickelt und Klimaschutzprojekte zertifiziert.
Durch die erfolgreiche Platzierung einer Wandelanleihe im Juni flossen den Kanadiern 5 Mio. CAD zu. Nun soll die im Oktober 2024 ausgegebene 1-Mio.-CAD-Wandelanleihe vorbehaltlich der Zustimmung der TSX bis Oktober 2027 verlängert werden. Die Analysten von GBC trauen der Aktie, die aktuell bei 0,09 CAD notiert, eine Kursvervielfachung in den kommenden 12 Monaten zu.
Volkswagen: Harte Einschnitte und die Hoffnung auf Besserung
Bei Volkswagen spitzt sich die Lage zu. Hohe Kosten, umfangreiche Rückrufe und der verschärfte Tarifkonflikt setzen den Konzern unter Druck. Wegen möglicher Lenkungsausfälle müssen konzernweit Millionen Fahrzeuge zurückgerufen werden. Das kostet mehrere Milliarden EUR. Betroffen sind neben VW auch Audi, Seat und ganz aktuell Škoda.
Die Managementaussagen beim Kapitalmarkttag der 75 %-Tochter Porsche AG sorgten zuletzt für etwas Aufhellung. Mit der Strategie „Sportwagenschmiede ’35“ will Porsche nach den schwierigen Jahren Kosten senken, die Produktivität steigern und den Konzern finanziell robuster aufstellen, auch vor dem Hintergrund eines dauerhaft schwächeren China-Geschäfts. Mittelfristig soll die operative Marge wieder 10 bis 15 % erreichen, langfristig wird das obere Ende der Spanne angestrebt.
Jüngst kündigte VW verschiedene Tarifverträge zum Jahresende auf, um weitere Einsparungen durchzusetzen. Die Börse zeigt sich weiterhin verunsichert, die Aktie des Automobilherstellers notiert unter 70 EUR. Um bei Elektrofahrzeugen wettbewerbsfähiger zu werden, kündigte VW zuletzt eine stärkere Zusammenarbeit mit einem Player aus der Volksrepublik an. Die Deutschen und deren Tochtergesellschaft PowerCo gründen zusammen mit Gotion drei Gemeinschaftsunternehmen in Spanien, der Slowakei und Marokko zur Produktion von Batteriezellen und Kathodenmaterial. Im Mittelpunkt stehen kostengünstige, langlebige Lithium-Eisenphosphat-Batterien, die Elektroautos im Volumensegment wettbewerbsfähiger machen sollen.
Plug Power: Deutliche Verbesserung der Bruttomarge
Das Unternehmen verkauft Elektrolyseure zur Wasserstoffherstellung, Brennstoffzellensysteme und zugehörige Dienstleistungen, hinzu kommt das Geschäft mit Wasserstofflieferungen. Eine kürzliche Unternehmensmeldung ließ aufhorchen. Plug Power hat mit Arcadia eFuels einen strategischen Vertrag über mehr als 1 GW Elektrolyseur-Kapazität für geplante e-SAF-Projekte in Europa und Amerika geschlossen.
Den Auftakt bildet das 280-MW-Projekt ENDOR in Dänemark, bei dem Plug-Elektrolyseure täglich rund 110 Tonnen erneuerbaren Wasserstoff erzeugen sollen, der zusammen mit abgeschiedenem CO₂ zu synthetischem Flugkraftstoff verarbeitet wird. Zusätzlich ist die Gesellschaft für vier weitere Projekte mit insgesamt mehr als 1 GW potenzieller Kapazität als bevorzugter Elektrolyseur-Lieferant ausgewählt.
Im zweiten Quartal steigerten die US-Amerikaner den Umsatz gegenüber Vorjahr leicht auf 178,3 Mio. USD. Die Bruttomarge erholte sich enorm und betrug lediglich rund -1 %. Das Erreichen der Gewinnschwelle ist mittelfristig ein wesentliches Ziel. Das EPS zeigt Fortschritte, in Q2 lag der Verlust je Aktie bei 0,14 USD nach -0,20 USD im Vorjahr. In den ersten sechs Monaten steht unter dem Strich ein negatives EPS von 0,31 USD nach zuvor -0,41 USD. Die Anteilsscheine notieren aktuell bei 1,78 USD, womit die Gesellschaft einen Börsenwert von 2,5 Mrd. USD besitzt. Analysten machen mit einem durchschnittlichen Kursziel von 3,54 USD Verdopplungspotenzial aus.
Fazit
Für dynaCERT ist jetzt die Kommerzialisierung entscheidend. Dann sollte die Aktie, so wie von GBC bewertet, auch die PS schrittweise auf die Straße bringen. VW muss zeigen, dass die neue Kostenbasis unter Wettbewerbsdruck tragfähige Margen ermöglicht. Bei Plug Power zählen finanzierte Projekte und steigende Margen mehr als das Gesamtvolumen. Die Gewinnschwelle muss mittelfristig erreicht werden.
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