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13.01.2026 | 06:00

Enormes Wachstum durch Stromhunger voraus: CHAR Technologies, Siemens Energy, Nel – wer hat die Nase vorn?

  • Cleantech
  • Erneuerbare Energien
  • Biomasse
  • Dekarbonisierung
Bildquelle: pixabay.com

Der weltweite Strombedarf explodiert. Was in der Vergangenheit als stabiler, moderat wachsender Markt galt, hat sich durch zwei mächtige Megatrends gewandelt. KI-Anwendungen, Cloud-Infrastrukturen und energieintensive Rechenzentren lassen den Strombedarf stark anwachsen. Gleichzeitig entsteht ein zunehmender Druck auf Wirtschaft und Gesellschaft durch die Dekarbonisierung. Viele Staaten haben sich zur Klimaneutralität bis 2050 verpflichtet. Für Investoren rückt damit eine zentrale Frage in den Fokus: Wer kann den wachsenden Stromhunger zuverlässig, bezahlbar und klimaneutral stillen?

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: CHAR Technologies Ltd. | CA15957L1040 , SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235

Inhaltsverzeichnis:


    CHAR Technologies – Wachstum auf mehreren Ebenen

    Das Clean-Tech-Unternehmen liefert einen vielversprechenden Ansatz und adressiert gleich mehrere strukturelle Herausforderungen gleichzeitig: Abfallverwertung, saubere Energieerzeugung sowie die Dekarbonisierung der Schwerindustrie. Die Kanadier stehen an der Schwelle zum Produktionsunternehmen, was deutlich positive Impulse für die Aktienkursentwicklung in diesem Jahr mit sich bringen sollte.
    Kern des Geschäftsmodells ist die eigens entwickelte Hochtemperatur-Pyrolyse-Technologie (HTP). Damit werden nicht vermarktungsfähiges Holz und organische Abfälle aus der Forstwirtschaft und andere Arten von Biomasse verarbeitet. Als Ergebnis entstehen zwei Produkte: erneuerbares Gas und ein fester Biokohlenstoff. Der Ansatz verbindet somit Abfallwirtschaft, Energieproduktion und Klimaschutz in einem industriell einsetzbaren Verfahren - Abfall wird von Deponien ferngehalten, Emissionen werden reduziert und energieintensive Industrien erhalten eine CO₂-arme Alternative zu Kohle und Erdgas.
    Die erste kommerzielle Anlage im kanadischen Thorold befindet sich in der Inbetriebnahmephase – das ist ein wichtiger Meilenstein. Ab diesem Monat soll dort Biokohlenstoff mit einer Jahreskapazität von rund 5.000 Tonnen produziert werden. Am Standort werden Reststoffe aus der Forstwirtschaft genutzt. Die Produkte werden an industrielle Abnehmer und Gasnetze vermarktet.
    Zur Risikominimierung setzt die Gesellschaft konsequent auf Partnerschaften entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Zu den industriellen Partnern zählen unter anderem ArcelorMittal und die kanadische Tochtergesellschaft Dofasco. Außerdem arbeitet CHAR mit forstnahen Organisationen zusammen. Das modulare Anlagenkonzept erlaubt den dezentralen Ausbau, senkt Transportkosten und stärkt die regionale Wirtschaft.
    Parallel zu Thorold treibt die Gesellschaft weitere Projekte voran. Weit vorangeschritten ist das Vorhaben am Lake Nipigon, für welches bereits Biomasse gesammelt wird und dessen Bau in diesem Jahr gestartet werden soll. In Baltimore wurde zudem ein sechsmonatiges Demonstrationsprojekt zur Zerstörung von PFAS-Schadstoffen in Klärschlamm erfolgreich abgeschlossen. Aktuell läuft die Auswertung der Daten. Angesichts der weltweit zunehmenden Regulierung sogenannten „Ewigkeitschemikalien“ könnte sich hieraus ein attraktives Geschäft in einem regulatorisch getriebenen Markt entwickeln.
    Strategisch wichtig ist zudem die enge Zusammenarbeit mit der BMI Group, einem Infrastruktur- und Industriespezialisten. Neben der gemeinsamen Finanzierung der Thorold-Anlage prüfen die Partner weitere Projekte, unter anderem am ehemaligen Papierstandort Espanola. Politischen Rückenwind erhält die Gesellschaft durch die kanadische Dekarbonisierungsstrategie mit dem Ziel der Klimaneutralität bis 2050. Die Aktie ist bei Kursen um 0,33 CAD und einer Bewertung von 44 Mio. CAD eine spannende Story. Auf mehreren Ebenen zeichnet sich Wachstum ab.

    https://youtu.be/NM6RiILMS-k

    Siemens Energy – Profiteur starker Nachfragetrends

    Die Deutschen sind ein wichtiger Enabler der Energiewende und profitieren vom strukturellen Trend einer steigenden Stromnachfrage, u. a. getrieben durch E-Mobilität und den Ausbau von Rechenzentren. Die Geschäfte der Gesellschaft boomen, das macht sich insbesondere in den Geschäftsfeldern Gasturbinen und Netztechnik bemerkbar.
    Der Konzern erhöhte Ende des vergangenen Jahres die Mittelfristziele deutlich. Insbesondere der Ausblick, dass die operative Marge auf 14 bis 16 % zulegen wird, beeindruckte Analysten. Mehrheitlich stufen die Experten die Aktie weiterhin als Kauf ein. Mit 160 EUR als Zielmarke ist J.P. Morgan besonders optimistisch.
    Aktuell führt die Gesellschaft ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 6 Mrd. EUR durch. Der für die Zukunft prognostizierte stark steigende Cashflow wird dem Unternehmen weitere hohe Flexibilität für eine aktionärsfreundliche Ausschüttungspolitik ermöglichen. Die Anteilsscheine gehörten 2025 zu den Top-Performern des Dax. Auch in diesem Jahr sollte die Aktie, welche momentan nahe des Allzeithochs notiert, ein gutes Investment sein.

    Nel – Step by step

    Der Wasserstoffpionier aus Norwegen hat wie andere Titel der Branche in den letzten Jahren eine Berg- und Talfahrt erlebt. Noch leidet die Gesellschaft wie andere Wettbewerber unter verzögerten Investitionsentscheidungen der Industrie. Nel hat sich jedoch als verlässlicher Technologiepartner für große Projekte etabliert.
    Zwar wird die Gesellschaft nach Analystenschätzungen erst in mehreren Jahren profitabel arbeiten, bis dahin sollte das Kapitalpolster von umgerechnet 150 Mio. EUR ausreichend sein. Zudem verbessern sich sukzessive die europäischen Rahmenbedingungen, auch hinsichtlich Fördergeldern und Infrastrukturprogrammen.
    Strategisch wichtig ist die Entscheidung des Vorstands nach sieben Jahren Entwicklungsarbeit den Produktionsausbau am Standort Herøya freizugeben. Mit der neuen „Pressurized Alkaline“-Technologie, die ein modulares Container-Design verwendet, soll die Kostenführerschaft erreicht werden.

    Fazit

    CHAR Technologies ist ein innovatives Clean-Tech Unternehmen welches gleich mehrere wichtige Herausforderungen adressiert. Mit dem Hochlauf der ersten Anlage entstehen erste Umsätze. Die Technologie ist skalierbar und international einsetzbar. Aktuell ist das Unternehmen mit überschaubaren 44 Mio. CAD bewertet. Siemens Energy profitiert stark von Nachfragetrends und ist nach Meinung von Analysten weiterhin ein Kauf. Nel geht wichtige Schritte auf dem Weg zur Profitabilität und profitiert von den europäischen Rahmenbedingungen.


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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