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11.02.2026 | 05:15

Megatrend Dekarbonisierung: CHAR Technologies in der Favoritenrolle, straucheln BASF und Evonik?

  • Cleantech
  • Dekarbonisierung
  • Energiewende
  • CO2-Zertifikate
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Bildquelle: pixabay.com

Steigende Preise, Versorgungssicherheit und ambitionierte Klimaziele prägen das Bild der Energiewende. Energie hat sich zu einer strategischen Ressource entwickelt. CHAR Technologies verwandelt biologische Abfälle in langlebige Kohlenstoffprodukte wie Biokohlenstoff oder Biokohle, welche Kohlenstoff dauerhaft binden und dem natürlichen Kohlenstoffkreislauf entziehen. Damit adressieren die Kanadier gleich mehrere Megatrends. Energieintensive Branchen wie die Chemie konnten zuletzt etwas aufatmen, da die EU anscheinend länger als prognostiziert plant, kostenlose Emissionszertifikate auszugeben. Die Herausforderungen bleiben dennoch groß. Wer kann die Investoren am Ende des Tages überzeugen?

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: CHAR Technologies Ltd. | CA15957L1040 , BASF SE NA O.N. | DE000BASF111 , EVONIK INDUSTRIES NA O.N. | DE000EVNK013

Inhaltsverzeichnis:


    CHAR Technologies – Mehrere Megatrends im Fokus

    Das kanadische Cleantech-Unternehmen adressiert mit seiner Pyrolysetechnologie gleich mehrere Megatrends: Dekarbonisierung, Abfallmanagement und CO2-Märkte. CHAR Technologies steht an der Schwelle zum Produktionsunternehmen, was deutlich positive Impulse für die Aktienkursentwicklung in diesem Jahr mit sich bringen sollte.
    Kern des Geschäftsmodells ist die eigens entwickelte Hochtemperatur-Pyrolyse-Technologie (HTP). Damit werden nicht vermarktungsfähiges Holz und organische Abfälle aus der Forstwirtschaft und andere Arten von Biomasse verarbeitet. Es entstehen Biokohlenstoff und Biokohle. Der Ansatz verbindet Abfallwirtschaft, Energieproduktion und Klimaschutz in einem industriell einsetzbaren Verfahren.
    Momentan befindet sich die erste kommerzielle Anlage im kanadischen Thorold in der Inbetriebnahmephase. Die Anlage wurde zusammen mit dem Infrastruktur- und Industriespezialisten BMI Group finanziert. Noch in diesem Monat soll dort die Produktion von Biokohlenstoff mit einer Jahreskapazität von rund 5.000 Tonnen anlaufen. Als Input dienen Reststoffe aus der Forstwirtschaft. Abnehmer sind Gasnetze und Industrieunternehmen.
    Die Gesellschaft verfügt über ein großes Partnerschaftsnetzwerk mit weltbekannten Namen, welches sich über die ganze Wertschöpfungskette erstreckt. Zu den industriellen Partnern zählen unter anderem ArcelorMittal und die kanadische Tochtergesellschaft Dofasco. Zudem arbeitet CHAR mit forstnahen Organisationen zusammen. Parallel zu Thorold treibt die Gesellschaft viele weitere Projekte voran.
    Jüngst informierten die Kanadier über den Abschluss einer formellen Lizenzvereinbarung für technologisches Know-how mit der GazoTech SAS, einem französischen Energieentwickler. Dadurch wird die Technologie der Kanadier zukünftig in Frankreich und ausgewählten europäischen Märkten zum Einsatz kommen.
    Der industrielle Hochlauf und die weltweite Expansion von CHAR liefern kontinuierlich positiven Newsflow. Das sollte sich sukzessive auch im Aktienkurs widerspiegeln. Momentan ist die Gesellschaft bei einem Niveau von 0,27 CAD je Anteilsschein lediglich mit 35 Mio. CAD bewertet.

    https://youtu.be/NM6RiILMS-k

    Evonik – Stimmung dreht, Dividendenrendite von über 6 %

    Das Sentiment für Chemieaktien dreht. Besonders deutlich ist das am Kursverlauf von Evonik abzulesen. Erreichten die Papiere des deutschen Spezialchemiekonzerns noch im Januar ein Rekordtief von 12,49 EUR, so ist jetzt bereits die 16 Euro-Marke in Reichweite. Anfang des Monats gab es Spekulationen über eine Verlängerung kostenloser Emissionszertifikate durch die EU.
    Das Handelsblatt berichtete darüber, dass die EU-Kommission ihr wichtigstes Klimaschutzinstrument, den Europäischen Emissionshandel, abschwächen wolle. Geplant sei, nun über einen längeren Zeitraum kostenlose Zertifikate auszugeben, um energieintensive Unternehmen wie etwa aus der Chemiebranche zu entlasten. CEO Christian Kullmann hatte in der Vergangenheit wiederholt das in seinen Augen zu scharfe CO2-Gebührenregime kritisiert, was der Wettbewerbsfähigkeit wichtiger europäischer Branchen massiv schade.
    Jüngst erhielt die Aktie Rückenwind von Analystenseite. Die Experten der US-Investmentbank Goldman Sachs stufen die Anteilsscheine von „Sell“ auf „Buy“ und vergaben ein Kursziel von 18 EUR. Damit heben sich die US-Amerikaner deutlich von der Analystengemeinde ab, welche das Papier mit einem durchschnittlichen Kursziel von 14,45 EUR bewertet.
    Nach vorläufigen Zahlen hat Evonik im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatzrückgang von 7 % auf 14,1 Mrd. EUR verbuchen müssen. Das bereinigte EBITDA sank um 9 % auf 1,87 Mrd. EUR und entsprach damit in etwa den Expertenprognosen. Der Konzern informierte zuletzt über die Anpassung der Dividendenpolitik. Zukünftig will Evonik 40 bis 60 % des bereinigten Konzernergebnisses ausschütten. Für dieses Jahr wird eine Dividende von 1,00 EUR in Aussicht gestellt, das entspricht einer üppigen Rendite von mehr als 6 %. Für das laufende Jahr stellt das Unternehmen ein EBITDA vor Sonderaufwendungen von 1,7 Mrd. EUR bis 2,0 Mrd. EUR in Aussicht.

    BASF – DAX outperformt in diesem Jahr, Analysten bleiben jedoch skeptisch

    Unter Analysten herrscht in Bezug auf die Perspektiven des Chemieriesen keine große Euphorie. Im Durchschnitt billigen die Experten den Anteilsscheinen ein Kursziel von 48,50 EUR zu. Aktuell notiert die Aktie bei knapp 51 EUR leicht darüber. Die Führungsriege des Konzerns hat offensichtlich eine andere Meinung zur Bewertung und startete im vergangenen Jahr ein Aktienrückkaufprogramm. Nach aktuellen Informationen erwarben die Ludwigshafener demnach von Anfang November bis Anfang Februar rund 12 Mio. eigene Aktien.
    Für 2026 prognostizieren Analysten einen Umsatz von 61,3 Mrd. EUR sowie einen Nettogewinn von 2,91 Mrd. EUR. Die Dividendenrendite ist mit gut 4 % attraktiv. Die Aktien haben mit einem Wertzuwachs von fast 15 % den Leitindex seit Jahresbeginn deutlich outperformt. Es gibt zunehmend Anzeichen, dass die Stimmung und auch der Geschäftsverlauf ins Positive drehen. Die Börse ist noch skeptisch. Oft ist das ein guter Nährboden für steigende Kurse.

    Fazit

    Die Chemiebranche hatte in letzter Zeit keinen leichten Stand. Nun scheint sich das Bild jedoch aufzuhellen. Bei Evonik werden die Analysten schon optimistischer. Zudem winken bei Chemietiteln attraktive Dividenden. CHAR Technologies besticht durch den technologischen Ansatz und die erfolgreiche internationale Expansion. Angesichts der Potenziale erscheint die Unternehmensbewertung von aktuell 35 Mio. CAD zu niedrig.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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