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26.11.2025 | 03:30

Explodierende Rohstoffpreise treffen auf NASDAQ-Hysterie! Nordex, European Lithium, Siemens Energy und Standard Lithium im Fokus

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Bildquelle: pixabay.com

Metalle, HiTech und Rüstung, ein explosives Gemisch! Alle drei genannten Industriesektoren stehen vor ernsten Herausforderungen. Denn die Verknappung kritischer Rohstoffe aus wenigen Quellen führt zu stark steigenden Preisen und gefährdet wichtige Lieferketten. Europa reagiert darauf mit einem kollektiven Umdenken, denn die Abhängigkeit von seltenen Metallen wie Lithium und seltenen Erden wird zunehmend zum strategischen und politischen Risiko. Ein Abbruch in der Versorgung könnte die Marktdurchdringung mit Elektroautos abrupt stoppen. Die zuletzt extrem gestiegenen Rohstoffpreise treiben Firmen wie European Lithium oder Standard Lithium durch die Decke, Abnehmer von kritischen Metallen wie Nordex oder Siemens Energy geraten hingegen in Schwierigkeiten. Wir spenden etwas Licht ins Dunkel!

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: EUROPEAN LITHIUM LTD | AU000000EUR7 , CRITICAL METALS CORP | VGG2662B1031 , SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554 , STANDARD LITHIUM LTD | CA8536061010

Inhaltsverzeichnis:


    European Lithium – Rezepte für den drohenden Notstand bei kritischen Metallen

    Lang hat´s gedauert, doch seit einigen Monaten ist das Programm von European Lithium nun bekannt und findet seine Bewertungsrelationen. Es geht um die Sicherung der westlichen Industrien mit knappen und seltenen Metallen. Das australische Unternehmen positioniert sich in einem sich rapide wandelnden Rohstoffumfeld als breit diversifizierter Lieferant kritischer Metalle, wobei Grönland mit seinem wachsenden geopolitischen Stellenwert eine Schlüsselrolle einnimmt. Gleichzeitig bestehen einige Landrechte in der Ukraine, die nach erfolgreichen Friedensverhandlungen wieder in den Fokus geraten könnten. Flankierend dazu bleibt das Wolfsberg-Projekt in Österreich ein zentraler Baustein der europäischen Batterie-Wertschöpfungskette. Als erste vollständig genehmigte Lithiummine Europas soll sie ab 2027 BMW beliefern und damit zur Diversifizierung der Abhängigkeiten der deutschen Automobilindustrie beitragen. Mit dem hinzugekommenen Leinster-Projekt in Irland baut European Lithium seine strategische Rohstoffreichweite innerhalb der EU weiter aus.

    Zweifellos rückt die arktische Insel Grönland aufgrund ihrer gewaltigen Ressourcenbasis an Seltenen Erden und strategischen Metallen zunehmend in den Fokus westlicher Industriepolitik. Das Tanbreez-Projekt, über die US-Tochter Critical Metals Corp. (knapp über 50 % Beteiligung) gehalten, gilt dabei als eines der weltweit bedeutendsten Vorkommen schwerer Seltener Erden außerhalb Asiens. Aktuelle Bohrkampagnen bestätigen außergewöhnlich konstante HREO- und Galliumgehalte, während niedrige Uran- und Thoriumwerte die Genehmigungsfähigkeit erheblich begünstigen. Neben allen zähen politischen Verhandlungen, steigt die wirtschaftliche Attraktivität beinahe täglich, da Modellrechnungen einen Nettobarwert von bis zu 3 Mrd. USD und einen internen Zinsfuß im dreistelligen Prozentbereich ausweisen.

    European Lithium profitiert als Mehrheitsaktionär von Critical Metals unmittelbar von dieser Wertdynamik, denn der Anteil an der NASDAQ-notierten CRML besitzt aktuell einen rechnerischen Wert, der die Marktkapitalisierung von European Lithium deutlich übersteigt. Durch strategische Teilverkäufe von CRML-Aktien flossen dem Unternehmen zudem über 180 Mio. AUD zu, wodurch der konzernweite Kassenbestand auf rund 325 Mio. AUD anwuchs. Diese Kapitalbasis ermöglicht nicht nur Projektfortschritte, sondern auch ein generöses Aktienrückkaufprogramm zur Verringerung der Bewertungsdiskrepanz. Die Aktie von European Lithium befindet sich seit einem Jahr in einem anhaltenden Aufwärtstrend, begünstigt durch die gestiegene Aufmerksamkeit im deutschsprachigen D-A-CH Umfeld. Mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von rund 168 Mio. EUR sollte die mittelfristige Aufwertung noch lange nicht zu Ende sein! Einsammeln!

    Ein strategisches Update liefert CEO Tony Sage im Interview mit IIF-Korrespondentin Lyndsay Malchuk.

    https://youtu.be/4LsysG1g0xo

    Standard Lithium – Wieder auf dem Sprung?

    Auch Standard Lithium gehört zu den großen Hoffnungen der US-Lieferkette bei kritischen Metallen. Das Unternehmen fokussiert sich aktuell auf drei Hauptthemen: die Erstellung einer Definitive Feasibility Study (DFS) für das South West Arkansas (SWA) Projekt, eine Kapitalerhöhung über 130 Mio. USD zur Finanzierung des Baus der Anlage sowie die Entwicklung neuer Lithium-Sulfid-Produkte für Festkörperbatterien. Auch in Q3 stiegen die Verluste aufgrund von Ausbauinvestitionen auf zuletzt 6,1 Mio. USD. Immerhin befanden sich per 30.09.2025 noch rund 30 Mio. USD in der Kasse, nun kommen die Einnahmen aus der Kapitalerhöhung noch hinzu. Technologisch wird derzeit mit der neuen Methode zur Umwandlung von Lithiumhydroxid in Lithium-Sulfid eine innovative Lösung für die Batteriezukunft vorangetrieben, insbesondere in Zusammenarbeit mit dem Partner Telescope Innovations. Standard Lithium plant den Produktionsstart am SWA-Projekt für 2028 und liefert als einer der wenigen Protagonisten einen greifbaren Produktionsbeginn. Die Aktie legte in nur 9 Monaten ein 500 %-Rally von 0,90 auf 5,40 EUR aufs Parkett, kam aber nach der Kapitalerhöhung bei 4,35 EUR wieder auf 3,45 EUR zurück. Mit einer Marktkapitalisierung von 680 Mio. EUR ist das Unternehmen aus Arkansas auch nicht mehr allzu günstig!

    Nordex und Siemens Energy – Weit über den Horizont gelaufen

    Nordex und Siemens Energy konnten ihren GreenTech-Nimbus in 2025 voll ausspielen. Beide Titel schmücken die Bestenlisten des CDAX-Universums, mit Zugewinnen von 115 bzw. 111 % in den letzten 12 Monaten. Doch wie geht es weiter? Guter Rat scheint teuer, denn beide Titel haben vom Megatrend der Energiewende stark profitieren können. Auf der Plattform LSEG treffen sich Analysten, um die fundamentalen Daten der Unternehmen zu prüfen. Für Nordex kommen sie zu einer Umsatzschätzung für 2025/26 von 7,5 bzw. 8,3 Mrd. EUR, wobei die EBITDA-Marge im Bereich von 7 % taxiert wird. Nordex selbst nennt ein mittelfristiges Margenziel von 8 %. Das ist nicht mehr viel Spielraum nach oben, was immerhin 7 von 16 Analysten dazu veranlasst, auf die Bremse zu treten. Insgesamt rechnet sich das Durchschnitts-Kursziel nur noch auf 27,60 EUR, was aber knapp 8 % an Performance in Aussicht stellt. Bei Siemens Energy dieselbe Rechnung: 10 % geschätzter Umsatzzuwachs in 2026 bei einem aktuellen KGV 2025/26e von 30. Ein bisschen ambitioniert finden einige Häuser. Das Median-Kursziel fällt von 122 auf 115,7 EUR in den letzten 4 Wochen. Wie lange man noch ruhig Gewinne mitnehmen kann ist fraglich, denn die technische Gipfelbildung zwischen 102 und 116 EUR dauert nun schon gute 6 Wochen an. Aussteigen zur rechten Zeit oder Stopps bei 23,75 bzw. 99,50 EUR setzen.

    Im Chartvergleich der letzten 3 Monate stechen die Schwesterunternehmen European Lithium und Critical Metals mit Renditen von 78 bis 38 % regelrecht heraus. Auch Standard Lithium, Nordex und Siemens Energy können punkten, hier sieht es aber technisch eher nach einem Ende der Fahnenstange aus. Quelle: LSEG vom 25.11.2025

    Die Kapitalmärkte neigen zu starken Korrekturen. So hat sich über den Sommer sehr viel Plus in den Depots der Investoren angesammelt. Mit dem I-Tüpfelchen der Superhausse im Oktober kommt es nun zu Abverkaufsschüben zum Jahresende. Auch European Lithium und Critical Metals fallen etwas zurück. Hier könnte es nach Abschluss der Konsolidierung aber schnell wieder Richtung Norden gehen.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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