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28.08.2026 | 05:10

First Majestic Silver, Lahontan Gold, Pan American Silver – Die nächste Stufe gezündet

  • Gold
  • Silber
Bildquelle: Pixabay

Gold und Silber gehören 2026 zu den großen Gewinnern an den Rohstoffmärkten. Während Gold von geopolitischen Spannungen, hoher Staatsverschuldung und der Suche nach sicheren Häfen profitiert, bekommt Silber zusätzlichen Rückenwind durch seine industrielle Nachfrage. Solarenergie, Elektrifizierung, Stromnetze und Hightech treffen auf ein strukturell knappes Angebot. Für Minenaktien entsteht dadurch eine interessante Konstellation: Steigende Edelmetallpreise erhöhen die Margen etablierter Produzenten und können gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit noch unentwickelter Vorkommen erheblich verbessern. Drei Unternehmen könnten davon besonders profitieren.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: FIRST MAJESTIC SILVER | CA32076V1031 , PAN AMERICAN SILVER CORP | CA6979001089 | NYSE: PAAS , TSX: PAAS , LAHONTAN GOLD CORP | CA50732M1014 | TSXV: LG , OTCQB: LGCXF

Inhaltsverzeichnis:


    First Majestic Silver – Los Gatos rückt ins Zentrum

    First Majestic Silver beschleunigt die Integration seines wichtigsten Wachstumstreibers. Kürzlich reichte der Konzern den neuen NI-43-101 Technical Report für die Los-Gatos-Mine in Mexiko ein. Die Untertagemine gilt als hochgradiger und kostengünstiger primärer Silberproduzent und verfügt über rund 103.000 Hektar Mineralrechte. First Majestic hält 70 %, die restlichen 30 % gehören Dowa Metals & Mining.

    Der Zukauf hat First Majestic deutlich verändert. Neben Los Gatos gehören San Dimas, Santa Elena und La Encantada zum Produktionsportfolio. Damit besitzt der Konzern gleich mehrere operative Standbeine in Mexiko.

    Wie stark First Majestic inzwischen aufgestellt ist, zeigten bereits die Q2-Produktionszahlen. Der Konzern produzierte rund 3,8 Mio. Unzen Silber und erhöhte anschließend seine Produktionsprognose für das Gesamtjahr.

    Der Zeitpunkt könnte günstig sein. Das Silver Institute erwartet 2026 erneut ein Angebotsdefizit von rund 46 Mio. Unzen, während die physische Investmentnachfrage steigen soll. Für First Majestic bedeutet ein nachhaltig hoher Silberpreis, dass zusätzliche Produktion überproportional auf Umsatz und Cashflow durchschlagen kann. Los Gatos könnte dabei zum entscheidenden Wachstumstreiber werden.

    Lahontan Gold – Ressourcensprung eröffnet neue Bewertungsfantasie

    Bei Lahontan Gold nimmt die Neubewertungsstory konkrete Formen an. Mitte des Monats erhöhte der Goldentwickler die Ressource seines Santa-Fe-Projekts in Nevada deutlich. 1,195 Mio. Unzen Goldäquivalent entfallen nun auf die Kategorie „indicated“, weitere 1,190 Mio. Unzen auf „inferred“. Insgesamt stehen damit 2,385 Mio. Unzen zu Buche, das sind 435.000 Unzen oder 22 % mehr als 2024. Besonders stark entwickelten sich die oberflächennahen Oxidressourcen Slab und York mit einem Zuwachs von über 37 %. Diese Vorkommen sind interessant, weil sie sich für eine vergleichsweise kostengünstige Verarbeitung per Haufenlaugung eignen.

    Damit erhält die bevorstehende neue Wirtschaftlichkeitsstudie zusätzliche Sprengkraft. Bereits die bisherige PEA errechnete bei einem Goldpreis von lediglich 1.950 USD einen Nachsteuer-Kapitalwert von 200 Mio. USD und eine interne Rendite von 34,2 %. Nun fließen die größere Ressource, aktuelle Bohrdaten und neue metallurgische Erkenntnisse in die Planung ein. Lahontan strebt weiterhin einen Baubeginn 2027 an. Als ehemalige Produktionsstätte profitiert Santa Fe zudem von bestehender Infrastruktur und damit potenziell niedrigeren Entwicklungsrisiken als ein Greenfield-Projekt.

    Zusätzliche Fantasie liefern die Explorationsarbeiten. Anfang August traf Lahontan bei Calvada East 12,2 m mit 1,25 g/t Gold im Oxidbereich. Auf den historischen Halden sorgten zuvor 9,9 m mit 2,40 g/t Gold und 50,7 g/t Silber für Aufsehen. Das bereits abgebaute Material könnte bei ausreichender Menge und Ausbeute besonders günstiges Futter für eine künftige Verarbeitung liefern.

    Das Wachstum ist damit keineswegs ausgereizt. Für West Santa Fe wird bis Jahresende eine erste Ressourcenschätzung angestrebt. Gelingt parallel der Nachweis einer attraktiven Wirtschaftlichkeit in der neuen PEA, könnte sich die Wahrnehmung von Lahontan Gold zunehmend vom Explorer zum angehenden Produzenten verschieben. Die um 22 % gewachsene Ressource liefert dafür ein starkes Fundament.

    Pan American Silver – 344 Mio. USD freier Cashflow

    Pan American Silver zeigt eindrucksvoll, was hohe Edelmetallpreise bei einem etablierten Produzenten bewirken können. Im zweiten Quartal erreichte die zurechenbare Silberproduktion 6,47 Mio. Unzen und lag damit am oberen Ende der eigenen Quartalsprognose. Noch beeindruckender entwickelte sich der Cashflow: Der zurechenbare Free Cashflow erreichte 344 Mio. USD, obwohl im Quartal 205 Mio. USD Steuern bezahlt wurden.

    Das Unternehmen besitzt ein breit diversifiziertes Minenportfolio und gehört zu den bedeutendsten börsennotierten Silberproduzenten weltweit. Gleichzeitig sorgt die starke Bilanz für zusätzlichen Spielraum. Mitte August verfügte Pan American über rund 1,7 Mrd. USD an Cash und Investments.

    Davon sollen die Aktionäre zunehmend profitieren. Pan American hat seine Kapitalallokation stärker auf Ausschüttungen und Aktienrückkäufe ausgerichtet. Damit entwickelt sich die Aktie im Gegensatz zu einem Explorer wie Lahontan zunehmend zu einer Cashflow-Story.

    Genau hier zeigt sich die Attraktivität steigender Silberpreise. Große Teile der Kosten einer bestehenden Mine verändern sich nicht im gleichen Umfang wie der Metallpreis. Zusätzliche Erlöse können deshalb überproportional beim Cashflow ankommen.

    Pan American verbindet mit der direkten Beteiligung an steigenden Gold- und Silberpreisen sowie einer finanziellen Stärke, die Investitionen und Ausschüttungen ermöglicht, zwei Welten. Bleibt der Silbermarkt strukturell knapp, könnte diese Kombination weiter für Rückenwind sorgen.


    Der strukturell knappe Silbermarkt eröffnet Anlegern unterschiedliche Chancen. First Majestic Silver setzt mit Los Gatos auf zusätzliches Produktionswachstum, während Pan American Silver bereits enorme Cashflows erwirtschaftet. Lahontan Gold steht dagegen noch am Anfang der Wertschöpfungskette. Fast 2,4 Mio. Unzen Goldäquivalent und interessante Silbergehalte bilden jedoch eine starke Basis. Gelingt die weitere Entwicklung von Santa Fe, könnte der kleine Explorer bei anhaltend hohen Edelmetallpreisen überproportional profitieren.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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