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30.07.2025 | 05:00

Grüne Rendite – Von Börsen-Stars und Comeback-Hoffnungen: dynaCERT, Siemens, Schneider Electric

  • ESG
  • Nachhaltigkeit
Bildquelle: Pexels.com

Die Wirtschaft ist unter Druck. Zu den bestehenden Risiken wie den geopolitischen Spannungen und der geringen Produktivität in Deutschland gesellen sich jetzt auch noch die Auswirkungen des Zoll-Deals zwischen der EU und den USA. Man könnte glauben, Initiativen für mehr Nachhaltigkeit und weniger CO2 würden im aktuellen Umfeld ins Hintertreffen geraten. Doch es gibt Geschäftsmodelle, die grün sind und die klare Perspektive für Rendite haben. Wir stellen Siemens, Schneider Electric und dynaCERT vor.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: DYNACERT INC. | CA26780A1084 , SIEMENS AG NA O.N. | DE0007236101 , SCHNEIDER ELEC. INH. EO 4 | FR0000121972

Inhaltsverzeichnis:


    Nachhaltigkeit bleibt ein Wachstumsfeld – Siemens macht’s richtig

    Wie die Analysten von MarketsandMarkets schätzen, wächst der Markt für grüne Technologien und Nachhaltigkeit von 25,47 Mrd. USD heute auf 73,9 Mrd. USD im Jahr 2030. Das entspricht einer robusten Wachstumsrate von 10 % jährlich. Die Untersuchung zeigt, dass die aktuell unsichere Lage der Weltwirtschaft keinen nennenswerten Einfluss auf das Wachstum bei nachhaltigen Technologien hat. Blickt man aber auf die tatsächliche Stimmung in der Industrie, gibt es schon Hinweise auf eine abwartende Haltung – vor allem Unternehmen, die vom Mittelstand abhängen, beobachten eine schlechtere Zahlungsmoral und eine geringere Investitionsbereitschaft.

    Doch es gibt Lichtblicke. Siemens hat sich strategisch auf die Megatrends Digitalisierung, KI-Wachstum, E-Mobilität, Urbanisierung und Klimawandel fokussiert. Konkret agiert Siemens in den Bereichen Industrieautomatisierung, Gebäudeautomatisierung und Schienenverkehr. Dieses vielseitige Betätigungsfeld bietet dem Konzern die Möglichkeit, auf vielfältige Weise von der grünen Transformation zu profitieren. Siemens selbst geht davon aus, dass rund 90 % des eigenen Geschäfts Kunden dabei helfen, positive Nachhaltigkeits-Effekte zu erzielen. Da das Unternehmen einen Auftragsbestand von mehr als 100 Mrd. EUR hat, ist Siemens auch äußerst robust aufgestellt – bis Mitarbeitende bei Siemens unfreiwillig Betriebsferien machen müssen, müsste viel passieren.

    Umweltschutz und Rendite – Schneider Electric vereint beides

    Wenn Siemens Umsatz macht, profitiert auch die Umwelt: Das Unternehmen misst seine Wirkung mit dem DEGREE-Framework, das ehrgeizige Ziele umfasst, wie die Vermeidung von über 1.000 Millionen t Kundenemissionen bis 2030 und das Erreichen von Netto-Null-Treibhausgasemissionen über die gesamte Wertschöpfungskette bis 2050. Die im Geschäftsjahr 2024 verkauften Angebote des Unternehmens werden über ihre Lebensdauer hinweg voraussichtlich rund 144 Millionen t Treibhausgasemissionen einsparen.

    Ebenfalls auf Automatisierung und Energiemanagement spezialisiert ist Schneider Electric. Das Unternehmen wurde von Corporate Knights zum zweiten Mal innerhalb von fünf Jahren zum nachhaltigsten Unternehmen der Welt ernannt. Schneider Electric hat nach eigenen Angaben dazu beigetragen, fast 700 Millionen Tonnen CO2 einzusparen und zu vermeiden. Nach Rekordumsätzen 2024 erwartet Schneider Electric 2025 eine organische Wachstumsrate von 7 % bis 10 % und eine Verbesserung der bereinigten EBITDA-Marge um 50 bis 80 Basispunkte. Die Zahlen zeigen: Nachhaltigkeit und satte Gewinne schließen sich nicht aus.

    dynaCERT senkt Kosten und spart CO2 – Comeback liegt in der Luft

    Auf satte Gewinne hofft auch der kanadische Industrieanbieter dynaCERT. Das Unternehmen hat mit HydraGEN™ eine patentierte Technologie im Angebot, die Dieselmotoren effizienter und umweltfreundlicher macht. Tests von unabhängigen Experten zeigten deutlich geringere Emissionen von Stickstoff und CO2. Parallel dazu sank der Kraftstoffverbrauch und die Wechselintervalle für teure Partikelfilter konnten verlängert werden. Während der vergangenen Quartale hat sich dynaCERT immer stärker am Bedarf von Industriekunden ausgerichtet. Hier gibt es noch schwere Dieselmotoren, wo dynaCERTs Technologie einen großen Hebel bietet. Wie aktuelle Meldungen zeigen, ist dynaCERT dabei immer wieder erfolgreich.

    Das Unternehmen bietet mit HydraLytica™ eine Telematik-Software an, die Kraftstoffverbrauch und die Treibhausgasemissionen in Echtzeit verfolgt und aufzeichnet. So entstehen wertvolle Daten, um CO2-Zertifikate zu generieren. Das System automatisiert die Berichterstattung und Analyse von Kraftstoffeinsparungen, Emissionsreduzierungen und CO2-Gutschriften und macht es Kunden von dynaCERT leicht, sich nachhaltiger aufzustellen und sogar Erträge zu generieren. Gerade angesichts der ökonomisch herausfordernden Zeit scheuen gerade Kunden aus dem Mittelstand große Investitionen. Ein Umrüst-Kit von dynaCERT amortisiert sich je nach konkreten Anwendungsfall nach weniger als einem Jahr und passt daher perfekt ins aktuelle Marktumfeld.

    Aktie von dynaCERT vor Turnaround? Neuer Auftrag könnte Richtung weisen

    Die Aktie von dynaCERT kletterte zuletzt stark nach oben. Grund ist die Meldung, dass das Unternehmen seine Technologie am Hafen von Rochefort-Tonnay einsetzt, was eine Signalwirkung für weitere Umsätze haben könnte. Auf Sicht von einem Jahr steht bei dynaCERT allerdings noch immer ein Verlust von rund 32 % zu Buche – den operativ angedeuteten Turnaround hat die Aktie also noch nicht vollzogen. dynaCERT unterscheidet sich damit deutlich von Siemens und Schneider Electric – beide Elektronik-Konzerne haben in den vergangenen Jahren stete Renditen eingefahren. Das deutet darauf hin, dass der Markt die operative Entwicklung fair abbildet und es anders als bei dynaCERT weniger Raum für Überraschungen gibt. Bei Schneider Electric hatten sich Analysten trotz guter Zahlen zum ersten Quartal mehr versprochen.

    Die Chancen stehen gut, dass die Comeback-Story von dynaCERT in den kommenden Wochen und Monaten auch Aktionären eine vielversprechendere Perspektive bietet, als die ausgewiesenen Nachhaltigkeits-Profiteure von Siemens und Schneider Electric. Entscheidend dafür sind jedoch weitere Aufträge. Wie das Unternehmen seine Chancen dafür einschätzt, zeigt ein aktuelles Interview zwischen Stockhouse-Moderatorin Lyndsay Malchuk und dynaCERT COO Kevin Unrath.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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