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19.08.2025 | 05:10

JD.com, NetraMark, Palantir – Chancen aus der zweiten Reihe

  • Künstliche Intelligenz
  • eCommerce
Bildquelle: pixabay.com

Die extrem hohen Bewertungen bei den Big Playern der Künstlichen Intelligenz sind vielen Analysten ein Dorn im Auge. Durch die stark gestiegenen Aktienkurse von Nvidia oder Palantir, das mit einem aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnis von sage und schreibe 242 bereits Dot.com-Status erreichte, ist eine gesunde Konsolidierung überfällig. Dagegen ragen aus der zweiten und dritten Reihe KI-Unternehmen heraus, deren Potenzial von Anlegern bislang kaum erkannt wurde.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: NETRAMARK HOLDINGS INC | CA64119M1059 , JD.COM SP.ADR A1 DL-00002 | US47215P1066 , PALANTIR TECHNOLOGIES INC | US69608A1088

Inhaltsverzeichnis:


    Palantir – Highflyer vor Abverkauf?

    Vorsicht ist beim Börsenstar der vergangenen Monate, dem Datenspezialisten Palantir sowohl aus charttechnischer als auch aus fundamentaler Sicht geboten. Nach einem erneuten Allzeithoch bei 190,00 USD wurde der Titel an drei folgenden Handelstagen abverkauft. Sowohl der Trendfolge-Indikator MACD als auch der Relative Stärke-Index gaben Verkaufssignale. Als erstes Ziel ergibt sich die Anfang August aufgerissene Kurslücke bei 160,66 USD.

    Geht es nach dem Shortseller Andrew Left, liegt das Abwärtsrisiko noch deutlich höher. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 242 sowie einem extrem hohen Kurs-Umsatz-Verhältnis von 137 sei die Aktie deutlich überbewertet. Trotz Sympathie für CEO Alex Karp warnt der Analyst von Citron Research, dass der Aktienkurs im besten Fall noch um zwei Drittel fallen könne, und Palantir dann immer noch mit dem 35-Fachen des Umsatzes bewertet wäre.

    Laut Left könne kein Big-Data-Unternehmen von Investoren verlangen, fundamentale Bewertungskennzahlen zu ignorieren. Ein solcher Multiplikator sei historisch nicht haltbar: „Es gab noch nie ein Unternehmen mit einem solchen KGV, das nicht um mindestens 50 Prozent korrigiert wurde.“

    Zusätzlich verweist er auf den drohenden Konkurrenzdruck durch Databricks, das womöglich noch dieses Jahr an die Börse geht und über mehr Unternehmenskunden verfügt. Eine faire Bewertung sieht Left erst bei 40 bis 50 USD.

    NetraMark – Nächstes Puzzlestück

    Während Palantir mit einem Börsenwert von astronomischen 420 Mrd. USD versehen ist, ist der Innovator NetraMark, der sich auf die Entwicklung von Lösungen für Generative Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen für die Pharmaindustrie konzentriert, lediglich mit 98,30 Mio. USD kapitalisiert. Doch der Markt, den die Kanadier bedienen, ist riesig, und die entwickelte Plattform NetraAI könnte zum echten Gamechanger mutieren.

    Die NetraAI-Plattform nutzt fortschrittliche KI-Algorithmen, um auch aus kleinsten Datensätzen verlässliche Muster zu erkennen. Diese Technologie ermöglicht es, Therapieerfolge frühzeitig zu prognostizieren, Risiken rechtzeitig zu erkennen und die Dauer klinischer Studien um bis zu 30 % zu verkürzen. Gleichzeitig sinkt die Abbruchrate signifikant, was nicht nur Zeit, sondern auch erhebliche Kosten spart.

    Ein zentraler Fortschritt in der Unternehmensentwicklung war die strategische Partnerschaft mit Worldwide Clinical Trials (WCT). Über das globale Netzwerk von WCT wird NetraAI künftig in Phase-2-Studien für neurologische und onkologische Wirkstoffe eingesetzt. Zusätzlich bestehen weitere Kooperationen, unter anderem mit dem renommierten National Institute of Mental Health sowie einem weltweit führenden Pharmaunternehmen.

    Neueste Errungenschaft von NetraMark ist die Unterzeichnung eines Vertrags mit der Firma Asklepion Pharmaceuticals, bei dem es um die Einbindung der Plattform NetraAI zur Unterstützung der Analyse von Ergebnissen aus Asklepions klinischer Schlüsselstudie der Phase III im pädiatrischen Bereich geht.
    Im Rahmen der Studie CIT-003-01 wird die innovative KI-Technologie von NetraAI künftig zur Auswertung von Patientendaten eingesetzt. Die Untersuchung, die von Asklepion initiiert wurde, zielt darauf ab, die Wirksamkeit von intravenös verabreichtem L-Citrullin zu prüfen. Ziel ist es, akute Lungenverletzungen bei Kindern zu verhindern, die aufgrund eines angeborenen Herzfehlers einen kardiopulmonalen Bypass benötigen.

    JD.com - neue Strategie zeigt Wirkung

    JD.com, einer der größten chinesischen E-Commerce-Konzerne mit einem landesweiten Logistiknetzwerk, hat im jüngsten Quartal die Markterwartungen deutlich übertroffen. Der Umsatz stieg um 22,4 % auf 49,8 Mrd. USD, was das stärkste Wachstum seit dem vierten Quartal 2021 bedeutete. Analysten hatten lediglich mit 46,7 Mrd. gerechnet.

    Wachstumstreiber waren vor allem neue Geschäftsfelder wie Lieferdienste für Lebensmittel und warme Speisen, die dank der bestehenden Infrastruktur um 198,8 % auf 1,9 Mrd. USD zulegten. Auch das Kerngeschäft übertraf die Erwartungen deutlich. Die E-Commerce-Umsätze stiegen um 20,6 % auf 43,4 Mrd. USD, die Logistiksparte wuchs um 16,6 % auf 7,2 Mrd. USD.

    Beim Gewinn pro Aktie übertraf JD.com mit 0,69 USD zwar die Erwartungen von 0,49 USD, lag jedoch unter dem Vorjahreswert von 1,31 USD. Grund dafür waren gestiegene Ausgaben, vor allem in das Marketing wurden mit 3,8 Mrd. USD 127,6 % mehr investiert als im Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn halbierte sich somit auf 862 Mio. USD, der freie Cashflow sank leicht auf 3,1 Mrd. USD.

    Trotzdem bleibt die Bilanz stark. Über 31 Mrd. USD an liquiden Mitteln ermöglichen Aktienrückkäufe von 1,5 Mrd. im Quartal und eine konstante Dividende von 0,25 USD je ADR, was einer Jahresrendite von 3,1 % entspricht. Trotz der starken Zahlen konnte sich die JD-Aktie im Markt kaum behaupten und notiert aktuell bei 31,70 USD, nur marginal über ihrem Jahrestief bei 30,60 USD.


    Palantir ist laut Analysten mit einem überproportionalen KGV deutlich zu hoch bewertet. Der Aktienkurs von JD.com konnte trotz starker Zahlen nicht profitieren. NetraMark konnte einen bedeutenden Vertrag mit Asklepios unter Dach und Fach bringen.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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