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05.03.2026 | 05:30

Krieg im Fokus, Silber im Depot: Warum Newmont, Silver Viper Minerals und First Majestic Silver jetzt alternativlos sind

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Bildquelle: pixabay.com

Der eskalierende Iran-Krieg hat Edelmetalle schlagartig ins Zentrum der Anlegeraufmerksamkeit katapultiert. Während Gold als klassischer Krisenschutz neue Höhen erklomm, erfährt Silber eine beispiellose Neubewertung. Es verbindet die Sicherheit eines Edelmetalls mit der unersetzlichen Rolle als High-Tech-Rohstoff für Photovoltaik, E-Mobilität und KI-Infrastruktur. Die geopolitischen Lieferkettenrisiken verschärfen ein bereits bestehendes Angebotsdefizit, während die industrielle Nachfrage Rekordniveaus erreicht. Anleger fragen sich nun, welche Unternehmen in diesem Umfeld am besten positioniert sind. Wir werfen daher einen Blick auf die Strategien von Newmont, Silver Viper Minerals und First Majestic Silver.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: NEWMONT CORP. DL 1_60 | US6516391066 , SILVER VIPER MINER. CORP. | CA8283344098 , FIRST MAJESTIC SILVER | CA32076V1031

Inhaltsverzeichnis:


    Newmont - wenn das Nebenprodukt zur Cashflow-Stütze wird

    Wer Newmont ausschließlich als Goldkonzern betrachtet, übersieht einen wichtigen Teil des Geschäfts. Die Jahreszahlen 2025 zeigen, dass die Silberproduktion des Unternehmens mit 28 Mio. Unzen beachtlich ist und das völlig ohne eigene strategische Ausrichtung auf das weiße Metall. Der Löwenanteil stammt aus polymetallischen Minen wie Peñasquito in Mexiko, wo Silber quasi als Nebenprodukt anfällt. Diese Mengen generieren Erlöse, die direkt in die Gesamtrechnung einfließen und die Wirtschaftlichkeit der Goldförderung spürbar verbessern. Allerdings unterliegt die Silberförderung starken Schwankungen, weil sie von der jeweiligen Abbaureihenfolge in den Lagerstätten abhängt. Für das laufende Jahr rechnet das Management mit einer ähnlichen Größenordnung – vorausgesetzt, die Minenpläne in Mexiko und anderen Standorten bleiben stabil.

    Die Kernkennzahlen für 2026 zeichnen ein klares Bild. Die zurechenbare Goldproduktion wird auf rund 5,3 Mio. Unzen zurückgehen, ein Minus von etwa 10 % gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig steigen die Gesamtkosten je Unze deutlich auf voraussichtlich 1.680 USD. Das klingt auf den ersten Blick nach Rückschritt, ist aber bewusst kalkuliert. Hintergrund sind geplante Minenumstellungen an mehreren Standorten sowie höhere Investitionen in die Infrastruktur. Vor allem in Australien werden erhebliche Mittel in die Erweiterung der Förderanlagen gesteckt. Die Verkaufserlöse aus Silber und Kupfer federn aber einen Teil dieser Kostensteigerung ab und stabilisieren die Marge. Das Management setzt hier bewusst auf den Synergieeffekt seiner polymetallischen Förderstätten.

    Für Anleger bedeutet diese Konstellation zweierlei. Zum einen liefert Newmont auch in einem Produktionstal solide Cashflows, gestützt durch die Erlöse der Nebenmetalle. Zum anderen zeigt die Strategie, dass der Konzern nicht auf maximale Kurzfristzahlen, sondern auf nachhaltige Wertentwicklung setzt. Die Investitionen in Projekte wie die Tanami-Erweiterung oder die Panel Caves in Cadia zahlen sich erst in den Folgejahren aus. Das mag das Tempo des Gewinnwachstums 2026 dämpfen, schafft aber die Basis für eine stabilere Ertragskraft ab 2027. Wer Newmont hält, bekommt also einen Goldtitel mit eingebautem Silber-Boost – ohne dafür extra in reine Silberwerte investieren zu müssen. Derzeit ist die Aktie für 118,52 USD zu haben.

    Silver Viper Minerals – gut positioniert für die nächste Phase

    Wer sich derzeit mit dem Silber- und Goldsektor beschäftigt, kommt an Silver Viper Minerals kaum vorbei. Das Unternehmen hat in den vergangenen Monaten eine bemerkenswerte Transformation durchlaufen, weg von einem reinen Ein-Projekt-Explorer hin zu einem diversifizierten Portfolioentwickler mit drei vielversprechenden Liegenschaften in Mexiko. Was zunächst nach einer klassischen Explorationsstory klingt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als strategisch klar durchdachter Plan. Der jüngste Einstieg von Fresnillo, dem weltweit größten Primärsilberproduzenten, als strategischer Großaktionär unterstreicht das Vertrauen der Branche in die Qualität der Projekte und die Fähigkeit des Managements, diese zu entwickeln.

    Mit der vollständigen Übernahme des Coneto-Projekts von Fresnillo in Durango hat Silver Viper sein Fundament deutlich verbreitert. Das historische Bergbaurevier mit über 40 dokumentierten Gangstrukturen bringt nicht nur eine solide Ausgangsressource von rund 538.000 Unzen Goldäquivalent mit, sondern auch eine hervorragende Infrastruktur. Parallel dazu schreitet die Exploration am Flaggschiff-Projekt La Virginia in Sonora zügig voran. Ein 5.000 m umfassendes Bohrprogramm läuft bereits, erste Abschnitte im Zielgebiet El Molino haben die erwarteten Strukturen durchteuft. Die Ergebnisse werden mit Spannung erwartet, denn sie könnten den Weg für eine deutlich erweiterte Ressource ebnen, ein klarer Werthebel für die kommenden Monate.

    Das aktuelle Marktumfeld spielt dem Unternehmen in die Karten. Silber befindet sich in einem strukturellen Defizit, die industrielle Nachfrage zieht an, während das Angebot kaum reagiert. In diesem Umfeld positioniert sich Silver Viper mit einem Portfolio, das sowohl Gold- als auch Silberexposure bietet. Diese Kombination ist bei reinen Silber-Explorern selten zu finden. Dazu kommt ein hochkarätig besetztes Beraterteam mit ausgewiesener Mexiko-Erfahrung und eine Finanzierung, die mehrere Bohrkampagnen parallel ermöglicht. Für Anleger, die auf eine anhaltende Edelmetallhausse setzen, bietet sich hier die Möglichkeit, mit einem gut finanzierten, strategisch aufgestellten Unternehmen auf Entdeckungen und Ressourcenwachstum zu setzen, mit einem Branchenschwergewicht als Großaktionär im Rücken. Aktuell notiert die Aktie bei 1,41 CAD.

    First Majestic Silver - vom Silberproduzenten zum Cashflow-Magneten

    Das Jahr 2025 markiert für First Majestic Silver einen fundamentalen Wendepunkt. Der kanadische Produzent hat sich mit Rekordzahlen eindrucksvoll zurückgemeldet. Die Übernahme von Gatos Silver entpuppte sich als Gamechanger. Die operative Integration verlief reibungslos und trieb die Silberproduktion um 84 % auf 15,4 Mio. Unzen nach oben. Gleichzeitig vervierfachte sich der operative Cashflow nahezu auf 667 Mio. USD. Der Umsatz durchbrach erstmals die Milliardenmarke und landete bei 1,26 Mrd. USD, ein Plus von 124 %. Das Management hat damit bewiesen, dass es Wachstum nicht nur verspricht, sondern auch liefern kann.

    Die finanzielle Schlagkraft ist heute eine völlig andere als noch vor 12 Monaten. First Majestic sitzt auf einem Rekord-Cashbestand von knapp 800 Mio. USD, die Bilanz ist so stabil wie nie. Das erlaubt dem Unternehmen, großzügiger zu werden. Die Dividende wird ab 2026 direkt an den Quartalsumsatz gekoppelt und auf 2 % angehoben. Wer auf laufende Erträge Wert legt, bekommt hier eine direkte Beteiligung am Erfolg. Die hauseigene Münzprägeanstalt First Mint entwickelt sich zudem zum verlässlichen zweiten Standbein und steuerte im Gesamtjahr 24 Mio. USD zum operativen Gewinn bei.

    Für das laufende Jahr gibt sich das Management ambitioniert, aber realistisch. Die Produktionsprognose liegt bei bis zu 14,4 Mio. Unzen Silber und 129.000 Unzen Gold. Gleichzeitig investiert First Majestic kräftig in die Zukunft. Rund 236 Mio. USD fließen in Erweiterungen und Exploration. Der Fokus liegt auf höheren Durchsatzraten, etwa bei Los Gatos, und der Erschließung neuer Funde wie Santo Niño. Der Anstieg der Gesamtkosten ist teils der starken Silberpreisentwicklung geschuldet, die das Umrechnungsverhältnis für Nebenprodukte verzerrt. Der laufende Steuerstreit mit Mexiko bleibt ein Begleitthema, trübt das Gesamtbild derzeit aber nicht. Momentan kostet eine Aktie 28,37 USD.


    Der Silbermarkt erfährt durch den geopolitischen Konflikt eine fundamentale Neubewertung, die weit über den klassischen Krisenschutz hinausgeht. Newmont profitiert als einer der weltgrößten Goldproduzenten von dieser Dynamik, da das als Nebenprodukt anfallende Silber die Cashflows spürbar stabilisiert. Silver Viper Minerals positioniert sich mit strategischem Weitblick als Explorationswert, dessen vielversprechendes Portfolio durch den Großaktionär Fresnillo eine starke Branchenvalidierung erhält. First Majestic Silver hingegen hat den operativen Turnaround geschafft und wandelt sich mit dem Produktionssprung und Rekord-Cashflow zum zahlenden Kraftpaket im Silbersektor.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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