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10.09.2025 | 05:30

Kritische Rohstoffversorgung: Rheinmetalls Risiko, Almonty Industries Chance und Xiaomis Trumpf

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Bildquelle: pixabay.com

Ein strategisches Metall dominiert die Pläne von Militärs und Tech-Konzernen: Wolfram. Unverzichtbar für Hochtechnologie, von präziser Munition bis zu leistungsstarken E-Auto-Motoren, wird seine Versorgung zur geopolitischen Frage. Westliche Nationen kämpfen um Lieferunabhängigkeit und katapultieren einen bisher übersehenen Minenbetreiber in eine einzigartige Position. Diese Entwicklung offenbart drastische Abhängigkeiten und schafft klare Gewinner. Drei Unternehmen stehen exemplarisch für diese neue Realität: Rheinmetall, Almonty Industries und Xiaomi.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: RHEINMETALL AG | DE0007030009 , ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 , XIAOMI CORP. CL.B | KYG9830T1067

Inhaltsverzeichnis:


    Rheinmetall - setzt auf Expansion und Innovation

    Der Rüstungskonzern Rheinmetall bleibt in der Expansion. Kürzlich wurde in Niedersachsen ein neues Munitionswerk in Rekordzeit von nur 15 Monaten fertiggestellt. Fast eine halbe Mrd. EUR investiert der Konzern in den Aufbau einer neuen Produktionsstätte und schafft damit nicht nur rund 500 neue Jobs, sondern packt auch ein drängendes Problem an, den akuten Munitionsmangel in Europa. Ab 2027 soll die Anlage richtig durchstarten und dann bis zu 350.000 Geschosse pro Jahr liefern. Dies unterstreicht die strategische Bedeutung, die der Konzern der gestiegenen Nachfrage und der Lieferfähigkeit beimisst.

    Parallel zur Kapazitätserweiterung treibt Rheinmetall die Entwicklung hochmoderner Ausbildungssysteme voran. Ein neu eingeführtes Simulationssystem für den Schützenpanzer Puma hat jetzt einen wichtigen Meilenstein erreicht. Das mobile und modulare System ermöglicht eine realistische Gefechtsausbildung – vom Einzelsoldaten bis zur gesamten Kompanie. Durch den Einsatz originalgetreuer Kabinen und modernster Software wird die Grenze zwischen Simulation und Realität nahezu unsichtbar, was die Ausbildungseffizienz erheblich steigert.

    Die Internationalisierungsstrategie zeigt sich in jüngsten Projekten wie einer geplanten neuen Produktionsstätte für Treibladungspulver in Rumänien. Dies ist Teil eines breiteren Trends, die Produktionskapazitäten innerhalb der NATO dezentral und resilienter aufzustellen. Durch solche Investitionen festigt Rheinmetall nicht nur seine Rolle als systemrelevanter Zulieferer, sondern positioniert sich langfristig als pan-europäischer Partner für verteidigungstechnische Lösungen. Die Aktie kostet momentan 1.749 EUR.

    Almonty Industries – Zukauf?

    Laut einem Bloomberg Bericht vom 8. September prüft Almonty Industries den Zukauf eines Wolfram-Projekts in den USA. Diese mögliche Akquisition würde sich nahtlos in die bestehenden Projekte des Unternehmens in Südkorea und Portugal einfügen. Ziel ist es, sich an der US-Initiative zu beteiligen, die Abhängigkeit von chinesischen Lieferungen für dieses kriegswichtige Metall zu verringern. Das Interesse der US-Regierung trat zuletzt immer wieder offen zutage. Almonty führt bereits Gespräche mit verschiedenen Behörden, darunter der Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA).

    Das Unternehmen plant seine strategische Ausrichtung als westlicher Lieferant entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Der wichtigste Katalysator bleibt die Sangdong-Mine in Südkorea, deren Produktionsstart für das zweite Halbjahr 2025 erwartet wird. Parallel läuft die etablierte Panasqueira-Mine in Portugal, die für stabilen Cashflow sorgt. Das Marktumfeld könnte für Almonty kaum besser sein. Aufgrund chinesischer Exportrestriktionen sind die Preise für Wolframoxid (APT) deutlich gestiegen, und die neuen US-Beschaffungsregeln, die ab 2027 in Kraft treten, werden nicht-chinesische Quellen weiter begünstigen.

    Warum erscheint eine Investition in Almonty derzeit so aussichtsreich? Das Unternehmen adressiert ein extrem enges Marktumfeld mit einer klaren Strategie. Es kombiniert eine bereits cashflow-generierende Mine in Europa mit einem der weltgrößten Wolframprojekte außerhalb Chinas in einer sicheren Jurisdiktion. Langfristige Abnahmeverträge mit Preisuntergrenzen bieten Planbarkeit, während die NASDAQ Listung rund 90 Mio. USD in die Kassen gespült hat und die Bilanz für den anstehenden Produktionshochlauf stärkt. Almonty ist damit ein reiner Hebel auf die Neukalibrierung globaler Lieferketten für kritische Mineralien. Die Analysten von GBC haben ein Kursziel von 9 CAD bzw. 6,50 USD ausgegeben. Aktuell notiert die Aktie an der NASDAQ bei 4,45 USD.

    Xiaomi - Vom Smartphone-Riesen zum ernstzunehmenden Autohersteller

    Wer Xiaomi bisher nur als Hersteller günstiger Smartphones kannte, dürfte überrascht sein. Das Unternehmen hat sich nämlich in atemberaubendem Tempo zu einem ernstzunehmenden Mitspieler auf dem Elektroauto-Markt gemausert. Es nutzt sein geballtes Know-how in Software- und Hardware-Integration, das eigentlich für Handys und unzählige Smart-Home-Produkte entwickelt wurde. Dieser Vorsprung erweist sich im hochkompetitiven E-Auto-Markt als entscheidender Wettbewerbsvorteil. Erste Modelle wie die SU7-Limousine und der YU7-SUV wurden von Brancheninsidern bereits enthusiastisch aufgenommen und verzeichnen in China enorme Vorbestellungszahlen.

    Das Kerngeschäft mit Consumer Electronics bleibt weiterhin stark und finanziert die ehrgeizige Expansion. Xiaomi ist global nach wie vor einer der Top-3-Smartphone-Hersteller und dominiert in Segmenten wie Wearables und smarten Haushaltsgeräten. Diese Diversifikation bietet Stabilität. Die E-Auto-Sparte, obwohl noch jung, wächst exponentiell und trägt bereits signifikant zum Gesamtumsatz bei. Die Strategie, ein vernetztes Ökosystem aus Auto, Telefon und Zuhause zu schaffen, stellt ein überzeugendes und einzigartiges Alleinstellungsmerkmal dar.

    Trotz dieses beeindruckenden Booms sollten Investoren die Schattenseiten nicht ausblenden. Geopolitische Reibungen und handelspolitische Hürden, vor allem hohe Zölle auf chinesische E-Autos in den USA und Europa, könnten der expansiven internationalen Strategie einen kräftigen Strich durch die Rechnung machen. Der heimische Markt ist zudem übersättigt mit rund 150 Automarken, was einen harten Konsolidierungsprozess erwarten lässt. Langfristig wird sich nur eine Handvoll chinesischer Hersteller durchsetzen können. Xiaomis Stärke in der Konsumententechnologie spricht dafür, zu den Überlebenden zu zählen. Derzeit ist die Aktie für 6,124 EUR zu haben.


    Die Neuordnung globaler Lieferketten für kritische Rohstoffe schafft Abhängigkeiten, aber auch klare Gewinner. Rheinmetall festigt durch massive Kapazitätserweiterungen in Europa seine Rolle als systemrelevanter Rüstungslieferant. Almonty Industries profitiert als strategischer Wolfram-Lieferant außerhalb Chinas direkt von der US-Initiative für mehr Lieferunabhängigkeit. Xiaomi wiederum nutzt sein Technologie-Know-how, um vom Smartphone-Marktführer zu einem ernstzunehmenden Player im E-Auto-Sektor aufzusteigen. Gemeinsam zeigen sie, wie Unternehmen geopolitische Risiken in Chancen umwandeln.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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    Wolfram-Preis explodiert auf 1.737 USD: Warum Almonty jetzt zur Gelddruckmaschine des Westens wird – Engpass für Sandvik und Rheinmetall

    • Wolfram
    • Preisexplosion
    • Kritische Metalle
    • Monopol

    An den Rohstoffmärkten spielt sich derzeit ein Szenario ab, das selbst erfahrene Händler und Analysten als „außergewöhnlich“, wenn nicht gar als „tektonische Verschiebung“ bezeichnen. Während Anleger oft auf Gold oder Kupfer schauen, vollzieht sich in einer strategischen Nische eine exponentielle Preisentwicklung, die die Kalkulationen der gesamten westlichen Industrie über den Haufen wirft und neue Hierarchien schafft: Der Markt für Wolfram, jenes Metall, das aufgrund seiner extremen Härte und Hitzebeständigkeit das Rückgrat der modernen Verteidigungs- und Hochtechnologieindustrie bildet, ist außer Kontrolle geraten. Almonty ist der einzige westliche Produzent, der 2026 nennenswerte neue Kapazitäten schafft.

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    Kommentar von André Will-Laudien vom 16.02.2026 | 04:00

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    • Defense-Sektor
    • Kritische Rohstoffe
    • Strategische Metalle
    • Rüstungsindustrie
    • HighTech

    Zu lange vernachlässigt, doch nun sollten sie auf den Sektor der kritischen Metalle achten! Denn immer wieder sorgten neue Horror-Nachrichten aus der Ukraine und dem Gaza-Streifen für den erneuten psychischen Druck, dass auch Mitteleuropa einer außenpolitischen Gefährdung ausgesetzt sein könnte. So schrauben die EU-Politiker ihre Ausgaben für Defense-Technologie immer weiter nach oben. Bis 2022 hatten die Verteidigungsinvestitionen in Europa im Schnitt nur 1,2 % des BIP erreicht. Bereits in 2024 kletterte dieser Wert auf 1,8%, für 2025 dürfte er sogar über 2,5 % liegen. Bis 2030 erwarten Forschungsinstitute Jahrhundertmarken bis zu 5 %. D.h. 5 % der gesamten Steuergelder und zusätzliche Kredite werden verwendet, um menschenfeindliche Gerätschaften anzuschaffen. Daran wäre vor einigen Jahren zu Friedenszeiten gar nicht zu denken gewesen. Leider haben Kriege und machthungrige Politiker längst die Köpfe der Börsianer für sich eingenommen. Wer jetzt im Depot nicht handelt, hat das Nachsehen.

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    Kommentar von André Will-Laudien vom 13.02.2026 | 04:00

    Was für ein Katzenjammer: Seitwärtsrendite oder 100 % Chance? Rheinmetall, Renk, Hensoldt, Power Metallic und CSG

    • Rüstungsindustrie
    • Defense-Sektor
    • Kritische Rohstoffe
    • Strategische Metalle
    • HighTech

    Das hätten sich Anleger seit Oktober 2025 anders gewünscht! Während Rohstoff-Titel historische Bestmarken erklommen, kam es bei den Publikumslieblingen im Bereich Rüstung und Defense zu den ersten größeren Gewinnmitnahmen. So stürzte Rheinmetall von 2.005 auf 1.450 EUR, Renk verabschiedete sich von 95 auf unter 50 EUR und Hensoldt sogar von 117 auf 65 EUR. Zwar konnten die Titel in der Folgezeit wieder einige Prozentpunkte gut machen, neue Höchststände blieben aber aus. Ganz anders lief es im Bereich kritischer Metalle, also der Lieferketten-Unternehmen für den Defense-Sektor. Hier wurde schon seit Herbst klar: Das Material geht aus! Denn das Wachstum der neu geliebten Rüstungs-Industrie erfordert riesige Mengen an Metall. Und weil in allen Systemen Hightech verbaut ist steht vor allem Kupfer auf der Liste, zunehmend auch Seltene Erden und Wolfram. Die jüngste Explosion der Kupferpreise auf über 13.500 USD spricht Bände. Anleger sollten über eine Neuallokation ihrer Portfolios nachdenken, denn hohe Metallpreise führen gerade in der Rüstung zu eher sinkenden Margen für die Zukunft. Hier ein paar Ideen.

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