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12.06.2026 | 05:00

Marktführer schlagen den Markt – stimmt das noch? Zefiro Methane auf der Überholspur, taumeln SAP und TeamViewer weiter?

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Bildquelle: pixabay.com

Börsianer setzen auf die Gewinner von Morgen. Aber gehören die heutigen Marktführer auch weiterhin dazu? Wie verändern KI, Digitalisierung, Energiewende und geopolitische Unsicherheit das Bild? SAP versucht seine starke Position bei Unternehmenssoftware zu nutzen, um sich als KI-Gewinner zu positionieren. Die Aktienkursentwicklung spiegelt jedoch die Skepsis der Anleger wider. Noch kritischer beäugt der Markt Teamviewer und fragt sich, ob die Gesellschaft die Spitzenposition gegenüber den Konzernriesen der Branche verteidigen kann. Auf einem ganz anderen Blatt steht Zefiro Methane. Die Kanadier überzeugen mit einer starken Position in einem Milliardenmarkt. So adressiert Zefiro eines der dringendsten ökologischen Probleme unserer Zeit – die Reduzierung von Methanemissionen aus stillgelegten Öl- und Gasquellen. Ein Geschäftsfeld, das nicht nur gesellschaftlich relevant ist, sondern auch von regulatorischem Rückenwind und steigenden Klimaschutzinvestitionen profitiert. Noch befindet sich die deutlich unterbewertete Aktie unter dem Anlegerradar.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: ZEFIRO METHANE CORP | CA98926D1069 | NEO: ZEFI , SAP SE O.N. | DE0007164600 , TEAMVIEWER AG INH O.N. | DE000A2YN900

Inhaltsverzeichnis:


    Zefiro Methane – Gute News kommen Schlag auf Schlag

    Die Investmentstory von Zefiro ist extrem spannend. Die Kanadier adressieren ein wichtiges ökologisches Thema mit einem riesigen Marktpotenzial und besitzen eine führende Position in der Nische. Die Gesellschaft liefert eine gute News nach der anderen. Die Bewertung der Aktie spiegelt das Ganze jedoch noch nicht wider. Daraus entstehen gute Chancen für aktive Anleger.
    Die Kanadier konzentrieren sich auf ein ernstes Problem, welches bislang unzureichend adressiert wurde, d. h. die Methanemissionen aus stillgelegten oder verlassenen Öl- und Gasquellen. Methan gilt als eines der klimaschädlichsten Treibhausgase und wirkt vielfach schädlicher als CO2. Laut Expertenschätzungen existieren in den USA rund 2,2 Mio. verlassene Öl- und Gaslöcher (Orphan Wells), woraus sich ein Marktpotenzial von bis zu 600 Mrd. USD ableiten lässt. Politischen Rückenwind gewinnt der Markt auch durch den „Infrastructure Investment and Jobs Act“. Mit diesem Programm stehen 4,7 Mrd. USD zur Sanierung zur Verfügung.
    Zefiro verfolgt ein integriertes Geschäftsmodell, welches sich aus drei zentralen Bereichen zusammensetzt. Das Unternehmen erbringt technische Dienstleistungen zur Erkennung und Messung von Methanlecks, wobei alte Öl- und Gasfelder systematisch untersucht und Emissionsquellen identifiziert werden. Ebenso übernimmt Zefiro die physische Stilllegung und Versiegelung der Bohrlöcher (sogenannte Plug-and-Abandonment-Arbeiten). Zudem vermarktet die Gesellschaft auf Basis der eingesparten Emissionen Zertifikate.
    Zefiro agiert in den Vereinigten Staaten über die 100%ige Tochter Plants & Goodwin (P&G) und meldet kontinuierlich operative Fortschritte. Mit der Akquisition von Viking Well Service konnten die Kanadier ihre Position in den Kernregionen verstärken und den Fußabdruck ausweiten und sind nun in 13 US-Bundesstaaten aktiv. Durch die Akquisition erwartet die Gesellschaft eine Umsatzsteigerung von rund 10 Mio. USD im kommenden Geschäftsjahr. Für das Ende Juni endende Geschäftsjahr wurden insgesamt Erlöse von 44 Mio. CAD in Aussicht gestellt.
    Die Erweiterung der Betriebskapazitäten im Zuge der genannten Akquisition war auch der Schlüssel zum jüngst vermeldeten Coup. Zefiro konnte gleich vier neue Unternehmenskunden gewinnen. Die Arbeiten umfassen die Stilllegung unterschiedlicher Arten von Bohrlöchern, vorwiegend im US-Bundesstaat Ohio. Das Unternehmen erwartet dadurch bis Mitte Mai 2029 einen Umsatz von 19,6 USD zu generieren.
    Aktuell notiert die Aktie im Bereich von 0,70 CAD, womit die Gesellschaft mit 63 Mio. CAD bzw. 45 Mio. USD bewertet ist. Angesichts eines erwarteten Umsatzes von 50 Mio. USD und mehr im kommenden Geschäftsjahr und basierend auf einem üblichen Umsatzmultiple von 2 bis 3, besitzt die Aktie in den nächsten 12 Monaten mindestens Verdopplungspotenzial.

    SAP – Gedämpftes Wachstum

    Nach einer kleinen Rally in den letzten Wochen, dreht der Kurs der Softwareschmiede wieder gen Süden. Auslöser waren die jüngsten Zahlen des US-Rivalen Oracle. Zwar belegten die Zahlen des US-Software- und Datacenter-Konzerns ein ordentliches Wachstum, was auch die Analystenschätzungen übertraf, jedoch vermieste die Aussicht auf hohe Investition den Anlegern die Laune.
    Das Geschäft von SAP läuft nicht so rund wie von vielen Anlegern erhofft. Zwar konnte der größte Softwarehersteller Europas im Auftaktquartal ein beachtliches Umsatzwachstum von 19 % auf 9,6 Mrd. EUR vermelden, wobei die Erlöse mit Cloudsoftware die Dynamik antrieben. SAP signalisierte aber auch, dass sich das Wachstum so im laufenden Jahr nicht fortsetzen werde, nur erst wieder 2027 deutlich zulegen werde.
    Aktuell ist die Aktie im Bereich von 144 EUR mit einem KGV von 21 für 2026 und 18 für 2027 bewertet. Im Durchschnitt formulieren Analysten ein Kursziel von 215 EUR, was einem Upside von über 40 % entspricht. Die Anteilscheine haben seit Jahresbeginn um 30 % nachgegeben.

    TeamViewer – Gütesiegel und Skepsis

    TeamViewer wurde jüngst zum dritten Mal in Folge als Leader im Gartner Magic Quadrat für Digital Employee Experience (DEX) Management Tools ausgezeichnet. DEX sind Softwarelösungen, die messen, analysieren und verbessern, wie Mitarbeiter ihre Arbeitsumgebung erleben. Gartner gilt als eines der wichtigsten Analyse- und Beratungsunternehmen für IT-Märkte weltweit. Die Einstufung als Leader basiert auf einer starken Marktposition und einer überzeugenden Zukunftsstrategie.
    Diese News, die im Kern eine Bestätigung der Strategie und der Spitzenposition des Unternehmens ist, interessierte die Börse jedoch nicht. Warum? Nun, die Spitzenposition im DEX-Markt bezieht sich auf die US-Firma 1E, die im vergangenen Jahr von den Deutschen übernommen wurde. Deren DEX-Lösung wurde in der Vergangenheit als „Leader“ eingestuft. Die Geschäftsentwicklung von 1E hat seit der Akquisition jedoch enttäuscht.
    TeamViewer wandelt sich derzeit von einem klassischen Fernwartungsanbieter zu einer KI-gestützten Plattform für den digitalen Arbeitsplatz. Investoren sind jedoch skeptisch, ob dieser Schritt gelingt und TeamViewer, so wie in Aussicht gestellt, wieder auf die Wachstumsspur zurückfindet und ob sich die Gesellschaft dauerhaft gegenüber großen Playern wie Microsoft der Cisco durchsetzen kann.
    Der Chart zeigt, dass die fetten Jahre vorbei sind. Bei Kursen von 5,50 EUR ist die Gesellschaft mit rund 900 Mio. EUR bewertet. Analysten setzen im Durchschnitt ein Kursziel in Höhe von 7,84 EUR für die Anteilsscheine, woraus sich ein Aufwärtspotenzial von 40 % ableiten lässt.

    Fazit

    Wo Chancen sind, sind auch Risiken. Anleger sind bei SAP und Teamviewer weiterhin vorsichtig, denn noch ist nicht klar, was die Zukunft bringt. Zefiro steht dagegen auf der Sonnenseite. Starkes und zunehmendes Wachstum in einer Nische. Die Aktie besitzt großes Nachholpotenzial.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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