10.08.2026 | 05:30
Neue Geldschwemme durch Bessent-Plan: Mit Vonovia, DRC Gold und Strategy jetzt die Währungsflucht antreten?
Japan ist der größte Halter von US-Staatsanleihen. Derzeit ist der Yen extrem schwach, was die Importpreise nach oben treibt und die japanische Bevölkerung verarmen lässt. Daher verdichten sich die Hinweise auf eine koordinierte Devisenintervention zwischen Washington und Tokio. Zuletzt war auf einem Notizblock von Finanzminister Bessent zu lesen, dass die USA planen, für Milliarden USD den JPY zu kaufen. Das befeuert die globale Geldschwemme, entwertet das Bargeld und drängt den Anleger in die Sachwerte. Die Frage ist nun, ob es Betongold sein soll, das gelbe Edelmetall oder eine Kryptowährung. Wir sehen uns daher Vonovia, DRC Gold und Strategy genauer an.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Armin Schulz
ISIN:
VONOVIA SE NA O.N. | DE000A1ML7J1 , DRC GOLD CORP. | CA23347H1064 | CSE: DRC , STRATEGY INC | US5949724083 | NASDAQ: MSTR
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Armin Schulz
Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.
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Vonovia - erstes Halbjahr 2026
Im ersten Halbjahr zeigte sich das operative Geschäft von Vonovia widerstandsfähig. Das Kerngeschäft Rental legte beim bereinigten EBITDA trotz eines geschrumpften Bestands von 5.000 Wohnungen um 3,5 % auf 1,27 Mrd. EUR zu. Die höheren Mieteinnahmen kompensierten den Portfolioabbau vollständig. Die Leerstandsquote ist mit 2,3 % niedrig, die Zahlungsquote mit 99,6 % sehr ordentlich. Das Segment Value-add, sprich hauseigene Handwerkerorganisationen und das Energiegeschäft, steigerte das EBITDA um 27,6 % auf 128,5 Mio. EUR und trägt mittlerweile rund 9 % zum Gesamtergebnis bei. Damit ist das Ziel, was für 2028 ausgegeben wurde, bereits erreicht.
Die vertrieblichen Bereiche Recurring Sales und Development bleiben herausfordernd. Bei der Wohnungsprivatisierung ging die Zahl der verkauften Einheiten von 1.134 auf 687 zurück. Das EBITDA stieg dank höherer Margen dennoch leicht auf 39,3 Mio. EUR. Die Development-Sparte verzeichnete einen Ergebnisrückgang um 65 % auf 20,1 Mio. EUR. Hier verzerrt ein Grundstücksverkauf im Vorjahr allerdings den Vergleich. Das Immobilienportfolio gewann 1,1 % an Wert ohne Investitionen und der Verkehrswert stieg dabei auf 81,8 Mrd. EUR.
Die Ertragssteigerungen wurden durch höhere Finanzierungskosten von 406,3 Mio. EUR, was einem Plus von 11,8 % entspricht, aufgefressen. Das bereinigte Vorsteuerergebnis sank um 2,6 % auf 962,3 Mio. EUR. Der Konzern hat seit Jahresanfang rund 4,4 Mrd. EUR refinanziert und einen Teil der Fälligkeiten 2027/2028 abgedeckt. Das Management hält an der Prognose für 2026 fest. Das Erreichen der oberen Spanne könnte bei dem anhaltend schwierigen Marktumfeld jedoch schwierig werden. Die Nettoverschuldung liegt bei rund 37,6 Mrd. EUR. Bei einem aktuellen Aktienpreis von 21,05 EUR liegt die Marktkapitalisierung bei rund 18,5 Mrd. EUR. Damit ist noch Luft bis zum Verkehrswert von 81,8 Mrd. EUR. Die Refinanzierung ist entscheidend.
DRC Gold – mit spannenden Goldprojekten im Kongo
Die beiden Goldprojekte von DRC Gold im Nordosten des Kongos bieten eine vielversprechende Ausgangsbasis. Die historischen Ressourcenschätzungen beim Giro-Projekt liegen bei rund 2,5 Mio. angezeigten Unzen. Nimmt man die abgeleiteten Ressourcen dazu, kommt man auf sogar 4,4 Mio. Unzen. Die Lagerstätte liegt nur etwa 35 km westlich der produzierenden Kibali-Mine und weist ähnliche geologische Strukturen auf. Das Management geht von Förderkosten von etwa 1.100 USD pro Unze aus, bei Investitionskosten von unter 100 Mio. USD. Das Nizi-Projekt ist eine historische Goldproduktion aus den 30er Jahren, die nie systematisch erkundet wurde. Hier sollen innerhalb der nächsten 2 Jahre zusätzliche Ressourcen in einer Größenordnung von 2-3 Mio. Unzen aufgedeckt werden. Der Erwerbspreis von rund 6 USD pro Unze liegt weit unter den üblichen Bewertungen vergleichbarer Projekte in anderen Jurisdiktionen.
Das Führungsteam um CEO Klaus Eckhof verfügt über mehr als 3 Jahrzehnte Erfahrung in der Region. Moto Gold Mines hat unter seiner Beteiligung innerhalb von 4 Jahren eine Ressource von über 20 Mio. Unzen definieren können. David Wargo, der seit Februar an Bord ist, bringt als Investmentbanker langjährige Finanzierungserfahrungen für kongolesische Rohstoffunternehmen mit. Durch die Erfahrungen des Managements im Kongo hat das Unternehmen Zugang zu lokalen Netzwerken und Genehmigungsprozessen, die für Wettbewerber eine Eintrittshürde darstellen. DRC Gold kann auf eingespielte Strukturen zurückgreifen, was ein operativer Vorteil ist in einem Umfeld, das von Bürokratie und informellen Beziehungen geprägt ist.
Der Ankeraktionär Raging River Capital hält derzeit etwa 22,4 % der 133,7 Mio. ausstehenden Aktien. Es wird zu einer Verwässerung durch die geplante Emission von weiteren ca. 325 Mio. Aktien für die Projektübernahmen kommen. Doch das große Potenzial rechtfertigt das. Derzeit hat das Unternehmen rund 3,5 Mio. CAD an liquiden Mitteln, die für die nächsten Schritte reichen. Doch für größere Bohrkampagnen und den potenziellen Erwerb von weiteren 10 % an den beiden Projekten dürfte weiteres Kapital benötigt werden. Bestätigen die kommenden Bohrergebnisse die Annahmen, ist das Unternehmen hervorragend positioniert mit einem der günstigsten Goldprojekte am Markt. Und das bei überschaubarem politischem Risiko, denn die Liegenschaften sind weit entfernt von den Unruheregionen im Kongo.
Strategy – der Höhenflug ist vorbei
Der einstige High-Flyer Strategy steckt in der Krise. Die jüngsten Quartalszahlen untermauern das. Der ausgewiesene Nettoverlust liegt bei 8,22 Mrd. USD und ist weitgehend auf buchhalterische Bitcoin-Abwertungen zurückzuführen. Operativ läuft das Softwaregeschäft mit einem Umsatzplus von 6,9 % auf 122,4 Mio. USD stabil. Derzeit lohnt sich ein Blick auf die Bilanz. Strategy hat seine Wandelanleihen um 1,5 Mrd. USD reduziert, gleichzeitig aber das Vorzugsaktienkapital massiv ausgebaut. Damit hat sich die Kapitalstruktur grundlegend verändert. Mittlerweile dominieren die Vorzugsaktien im Wert von 14,4 Mrd. USD die Bilanz. Hier sticht die STRC-Vorzugsaktie mit ihrer variablen Verzinsung von aktuell rund 12 % hervor. Das Management hat klargestellt, dass die Stabilisierung der Vorzugsaktie um ihren Nennwert von 100 USD die oberste Priorität hat.
Strategy steuert das Unternehmen inzwischen aktiver als jemals zuvor. Der Bitcoin-Bestand wurde zuletzt um 1.638 Token auf 842.138 reduziert. Der Erlös floss zu gleichen Teilen in Dividenden und Aktienrückkäufe. Die USD-Reserve wurde auf 4 Mrd. USD aufgestockt und deckt damit mehr als 2 Jahre an Dividendenzahlungen. Das soll den Markt beruhigen, zeigt aber auch, dass die reine Bitcoin-Strategie an ihre Grenzen stößt. Die Kapitalaufnahme über Stammaktien erfolgte im Juli zu einem Kurs, der nur knapp über dem rechnerischen Bitcoin-Wert je Aktie lag. Die Premiumaufschläge, die früher teilweise bei über 100 % lagen, sind Geschichte. Damit schrumpft aber auch der Spielraum für weitere verwässerungsfreie Bitcoin-Käufe deutlich. Die Bitcoin-Rendite von 4,5 % seit Jahresbeginn zeigt, dass das Modell zwar noch funktioniert, aber bei weitem nicht mehr so dynamisch wie in den Vorjahren.
Die STRC-Vorzugsaktie wird zur Bewährungsprobe, denn der Kursverfall auf 89,50 USD zeigt deutlich die Herausforderung. Die Anleger verlangen eine höhere Rendite, als das Management für nachhaltig hält. Das Unternehmen hat mit seiner Doktrin des reinen Haltens gebrochen. Für Aktionäre ist die zentrale Frage, ob das Modell sich langfristig weiterträgt. Die Bilanz ist solide und das Softwaregeschäft liefert einen verlässlichen Umsatz. Doch der Hebel, den das Unternehmen durch die Vorzugsaktien aufgebaut hat, wirkt in beide Richtungen. Der Aktienkurs von rund 100 USD spiegelt diese Unsicherheit wider.
Deutschland hat Rekordschulden gemacht, die USA und Japan planen anscheinend die nächste Geldschwemme. Daher werden Sachwerte attraktiv. Vonovia glänzt mit operativer Stärke und substanziellem Immobilienwert, kämpft aber mit hoher Verschuldung und Refinanzierungsdruck. DRC Gold bietet mit seinen kongolesischen Projekten eines der günstigsten Goldförder-Potenziale am Markt. Strategy hingegen offenbart die Risiken der reinen Bitcoin-Strategie. Der Druck auf die Vorzugsaktie wächst, während die einstigen Premiumaufschläge schmelzen. Für Anleger bleibt die Wahl zwischen Stabilität, Edelmetallchance und der Krypto-Spekulation.
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