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29.09.2026 | 05:30

Vonovia unter Enteignungsdruck? Lahontan Gold und Coinbase als Inflations-Chancen für Anleger

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Bildquelle: Pixabay

Die steigende Inflation sorgt normalerweise für erhöhte Nachfrage nach Immobilien, doch in dieser Branche gibt es aktuell politischen Druck. In Berlin will die Linke große private Wohnungsbestände enteignen. Betroffen wären rund 240.000 Wohnungen. Beschlossen ist nichts, doch die Debatte belastet. Für Vonovia wird sichtbar, was Betongold verwundbar macht: Regulierung, Entschädigungsstreit, Zinslast und Mietpreisdebatten. Wer sein Vermögen schützen will, sucht Alternativen. Gold gilt als Krisenschutz. Lahontan Gold könnte als kommender Goldproduzent vom hohen Goldpreis profitieren. Coinbase wiederum bietet Zugang zum wachsenden Krypto-Handel, ohne selbst Bitcoin zu besitzen. Drei Wetten, drei Chancen - wir sehen genauer hin.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: VONOVIA SE NA O.N. | DE000A1ML7J1 , LAHONTAN GOLD CORP | CA50732M1014 | TSXV: LG , OTCQB: LGCXF , Coinbase | US19260Q1076

Inhaltsverzeichnis:


    Vonovia - Enteignungsdebatte überschattet solide Zahlen

    Am 20. September hat die Linke die Berliner Abgeordnetenhauswahl mit 25,7 % gewonnen. Spitzenkandidatin Elif Eralp will Konzerne mit mehr als 3.000 Wohnungen in der Hauptstadt vergesellschaften. Das würde Vonovia an den Kragen gehen, denn mit der Tochter Deutsche Wohnen halten die Bochumer in Berlin rund 138.000 Wohnungen. Als Entschädigung diskutiert die Partei lediglich 40 bis 60 % des Marktwerts, doch festgelegt ist nichts. Ein Wahlsieg bildet noch keine Mehrheit. Rechnerisch reicht es auch für ein Bündnis aus CDU, Grünen und SPD. Zudem kündigte Kanzler Merz ein Gesetz gegen Enteignungen an.

    Am 5. August hat Vonovia die Zahlen zum ersten Halbjahr 2026 vorgelegt. Das bereinigte EBITDA stieg um 2,4 % auf 1.456,5 Mio. EUR, im Vermietungsgeschäft um 3,5 % auf 1.268,6 Mio. EUR. Der Leerstand lag bei gerade einmal 2,3 %. Kräftig zugelegt hat das Segment Value-add mit Handwerker- und Energiegeschäft, dessen Ergebnis um 27,6 % auf 128,5 Mio. EUR kletterte. Operativ läuft es gut. Doch die gestiegenen Zinsen sind Gift für das Ergebnis. Das bereinigte Netto-Finanzergebnis verschlechterte sich auf -406,3 Mio. EUR. Zum Vergleich lag es ein Jahr zuvor bei -363,3 Mio. EUR.

    Bei der Finanzierung hat man vorgesorgt. Seit Jahresbeginn refinanzierte Vonovia rund 4,4 Mrd. EUR zu einem Kupon von etwa 3,2 % bei durchschnittlich 8 Jahren Laufzeit. Der Verschuldungsgrad liegt bei 46,0 % und soll bis Ende 2028 auf rund 40 % sinken. Das Ziel beim organischen Mietwachstum hat man allerdings von 4,2 % auf rund 4 % gesenkt. Am 22. September rutschte die Aktie zeitweise auf 17,06 EUR. Der Nettovermögenswert nach EPRA lag zum 30. Juni bei 46,22 EUR je Aktie. Garantiert ist dieser Wert nicht. Sollten die Zinsen wieder sinken, würde das den Bochumern in die Karten spielen. Der Abschlag ist allerdings hoch.

    Lahontan Gold - Übernahme, neue Bohrungen und Gold in alten Halden

    Zwischen 1988 und 1995 wurden in der Santa Fe Mine in Nevadas Walker Lane 359.202 Unzen Gold und 702.067 Unzen Silber gefördert. Danach wurde es still um den Tagebau. Lahontan Gold will die Mine aus dem Dornröschenschlaf holen, der Neustart ist für 2027 geplant. Die Rohstoffbasis dafür ist gewachsen. Am 17. August hat das Unternehmen seine Ressourcenschätzung aktualisiert und kommt nun auf 1.195.000 Unzen Goldäquivalent in der Kategorie „angezeigt“, dazu 1.190.000 Unzen abgeleitet. Das ist ein Plus von 22 % gegenüber 2024. Die Basis stimmt.

    Am 21. September ist auf dem rund 13 km entfernten West Santa Fe ein Bohrgerät angerückt. Geplant sind etwa 3.500 m in 20 Löchern. Aus der ersten Kampagne vom Dezember 2025 meldete man im Februar 36,6 m mit 3,11 g/t Goldäquivalent ab der Oberfläche. Fünf Tage zuvor hatte man angekündigt, sich Emergent Metals einzuverleiben. Geht der Deal durch, gehört West Santa Fe komplett Lahontan Gold. Ausstehende Zahlungen von rund 1,73 Mio. USD für die restlichen Anteile fallen dann weg, ebenso je 1 % Royalty auf West Santa Fe und die York Claims. Das Landpaket wächst dann auf über 93 km².

    Wie viel Gold steckt noch in den vier historischen Laugungshalden? Am 15. September gab es eine weitere Antwort. Zehn Sonic-Bohrungen auf Heap Leach Pad Two ergaben im Schnitt 0,54 g/t Goldäquivalent. Nach den historischen Ausbeuten hatte man lediglich 0,32 g/t erwartet. Schon am 1. September hatte eine angrenzende, als minderwertig geführte Halde 1,96 g/t geliefert. Dass das Material bereits abgebaut an der Oberfläche liegt, spielt Lahontan in die Karten. Im September kamen zudem ein Mineningenieur, ein Explorationschef und eine IR-Spezialistin an Bord. Ab Oktober soll Billy Choi die Finanzen vollständig übernehmen.

    Coinbase - Rückenwind von der SEC

    Am 15. September ist der CLARITY Act im US-Senat an einer Verfahrenshürde gescheitert. Es fehlten elf der nötigen 60 Stimmen. Eine realistische neue Chance sehen Beobachter erst 2027. Für Coinbase ist das bitter, denn das Handelsgeschäft hängt direkt an diesen Regeln. Zwei Tage später hat die SEC eine auf fünf Jahre befristete Ausnahme für den Handel mit tokenisierten Aktien erlassen, allerdings unter strengen Auflagen. Goldman Sachs zählt Coinbase zu den Hauptprofiteuren, weil Verwahrung, Tokenisierungstechnik und das eigene Netzwerk Base bereits stehen. Gelingt der Start, hätte man die Nase vorn.

    Das 2. Quartal war kein Glanzstück. Der Gesamtumsatz ging auf 1,22 Mrd. USD zurück und unter dem Strich stand ein Verlust von rund 359 Mio. USD. Doch beim Anteil am weltweiten Krypto-Spothandel erreichte Coinbase mit 10,3 % einen Rekord. Zum Vergleich: Im 1. Quartal waren es 9,1 %. Abos und Dienstleistungen brachten 555 Mio. USD und damit 48 % des Nettoumsatzes. Insgesamt stammen 88 % der Nettoerlöse nicht mehr aus dem Bitcoin-Spothandel. Die Kostenprognose für das Gesamtjahr hat man auf 4,20 bis 4,45 Mrd. USD gesenkt. Das Fundament ist breiter geworden.

    Am 21. September hat Coinbase angekündigt, dass US-Privatanleger künftig Zuteilungen bei Börsengängen beantragen können. Den Anfang macht der Smart-Ring-Hersteller Oura. Einen Anspruch gibt es nicht. Bereits am 16. September startete eine Partnerschaft mit Stablecore. Über den Dienstleister könnten potenziell mehr als 3.000 US-Regionalbanken und Kreditgenossenschaften Kryptodienste von Coinbase anbieten. Gelingt es, diese Bausteine zu verzahnen, könnte sich die Kryptobörse Schritt für Schritt von den Launen des Marktes lösen. Gegenwind kommt von den Zinsen. Händler rechnen mehrheitlich mit einer Zinserhöhung der Fed im Oktober. Der Umbau läuft trotzdem.


    Die drei vorgestellten Unternehmen könnten unterschiedlicher kaum sein und dienen doch dem Inflationsschutz. Vonovia liefert operativ solide Zahlen und ist mit einem hohen Abschlag zu haben. Doch Enteignungsdebatte, Zinsen und Regulierung deckeln bei den Bochumern die Fantasie. Lahontan Gold ist auf dem Weg zum Produzenten, die Mineralressource wächst und mit der Übernahme hat man sich noch einmal geschickt vergrößert. Dazu kommen verwertbare Halden-Projekte. Coinbase hat Rückenwind von der SEC und wird mit neuen Bankpartnerschaften vom reinen Krypto-Händler zum breiter aufgestellten Infrastruktur-Anbieter. Zinsabhängig bleibt der Konzern trotzdem.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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