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01.08.2025 | 05:00

Nickel als Rüstungsmetall knapper als gedacht: Lockheed Martin, Glencore, Power Metallic Mines

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Bildquelle: pexels.com

Nickel gilt in der EU als kritischer Rohstoff. Doch so wirklich ernst nehmen viele Beobachter den angespannten Markt für Nickel nicht. Das ist ein großer Fehler! Denn obwohl es aktuell ein Überangebot an Nickel gibt, sagen Prognosen doch eine Knappheit voraus. Hinzu kommt, dass es bei Nickel verschiedene Qualitäten gibt. Hochreines Nickel stammt zum großen Teil aus Russland. Die Versorgung ist daher alles andere als sicher. Dabei wird Nickel sowohl für moderne Batterien als auch für den Rüstungssektor dringend benötigt. Wir beleuchten den Markt für Nickel, erklären, wo das Metall dringend gebraucht wird und stellen die beiden Nickel-Aktien Glencore und Power Metallic Mines vor.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: POWER METALLIC MINES INC. | CA73929R1055 , GLENCORE PLC DL -_01 | JE00B4T3BW64 , LOCKHEED MARTIN DL 1 | US5398301094

Inhaltsverzeichnis:


    Nickel wird nahezu überall gebraucht – Qualität entscheidet

    Nickel findet sich in erster Linie in Legierungen, wie etwa bei rostfreiem Stahl. Darüber hinaus kommt Nickel in der Luft- und Raumfahrt, der Schifffahrt, dem Energiesektor, der chemischen Industrie, in Elektronik, Autos und medizinischen Geräten vor. Nickelhaltiger Edelstahl macht Küchengeräte, Töpfe und Pfannen zudem hygienisch, optisch ansprechend und haltbar. Nickel steckt auch in elektronischen Geräten wie Laptops und Mobiltelefonen sowie in Heizspiralen für verschiedene Elektrogeräte. Weiterhin gilt Nickel als Metall der Energiewende, wie die Internationale Energieagentur bestätigt. Es steckt in Kathoden für Akkus und ist für die Herstellung grünen Wasserstoffs wichtig. Das zeigt: Nickel ist ein vielfältiges Metall und ist auch für Zukunftsbranchen essenziell. Auch deswegen nennt die EU Nickel nicht nur „kritisch“ sondern auch „strategisch“. Doch wie steht es wirklich um die Versorgung?

    2023 stammte mehr als die Hälfte des weltweiten Nickel-Angebots aus Indonesien. Auf den Plätzen folgen die Philippinen (11,3 %), Neukaledonien (6,5 %), Russland (5,6 %), Australien (4,5 %) und Kanada (4,5 %). Was diese Statistik jedoch nicht berücksichtigt, sind die unterschiedlichen Qualitätsstufen bei Nickel. Klasse-I-Nickel zeichnet sich durch eine Reinheit von 99 % aus und stammt vorwiegend aus Russland. Der Weltmarktanteil von 20 % bei Class-I-Nickel macht das Land zu einem entscheidenden Faktor. Die Analysten der Oregon Group konstatierten schon 2023 ein „Russland-Problem“ auf dem Nickel-Markt und erwarteten bis spätestens 2028 ein Angebots-Defizit. Da der Rüstungs-Boom damals noch nicht eingepreist war, könnte dieses Defizit auch früher eintreten. Rüstungsunternehmen wie Lockheed Martin sind auf Nickel angewiesen und erhalten Unterstützung vom US-Pentagon, mit dem der Konzern seit Jahrzehnten eng zusammenarbeitet. Bei hochreinem Nickel sieht die Situation ohnehin anders aus. Wie der McKinsey Metals Report prognostiziert, könnte die Nachfrage nach hochreinem Nickel das Angebot bis 2030 jährlich um 15 % übersteigen.

    Glencore baut Beteiligung in Neukaledonien ab

    Um von dieser Marktentwicklung zu profitieren, können Anleger auf Unternehmen aus dem Rohstoffsektor setzen. Über viele Jahre galt Glencore als eine der wichtigsten Nickel-Aktien. 2024 verkaufte das Unternehmen jedoch die Beteiligung an einem Joint-Venture in Neukaledonien. Selbst das Angebot großzügiger Subventionen von Frankreich konnten Glencore nicht umstimmen. Auch wenn das Unternehmen noch immer Nickel produziert, ist das Metall bei Glencore neben Kupfer, Kobalt, Zink und Blei, Ferrolegierungen, Aluminium, Eisenerz, Gold und Silber eines von vielen.

    Power Metallic Mines liefert Hinweise auf profitable Produktion

    Anders ist die Situation bei Power Metallic Mines. Das Unternehmen, das früher unter dem Namen Power Nickel bekannt war, steht zwar für polymetallische Entdeckungen, hochreines Nickel spielt aber dennoch eine wichtige Rolle. Das Unternehmen entwickelt das NISK-Projekt in Kanada als moderne, nachhaltige Lagerstätte. Schon bei der Exploration achtet Power Metallic Mines auf Nachhaltigkeit und will so bei potenziellen Partnern aus der Industrie, die hohe Standards bei Zulieferbetrieben haben, punkten. Begünstigt wird die Nachhaltigkeits-Strategie von Power Metallic Mines auch durch die besondere Geologie der NISK-Lagerstätte, wo ultramafisches Gestein CO2 bindet.

    Aktuell läuft ein Sommerbohrprogramm wofür das Unternehmen ganze sechs Bohrgeräte auf die Liegenschaft gebracht hat. Erste Meldungen vom Bohrprogramm waren im Juli positiv. Demnach hat Power Metallic Mines rund die Hälfte der über 100 Proben bereits analysiert und ist mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Man hat in erster Linie zwei mineralogisch günstige Sulfide entdeckt, die sich auch auf anderen Lagerstätten rentabel abbauen lassen. Die vollständige Analyse will das Unternehmen in den kommenden Monaten vorlegen und anschließend eine metallurgische Testphase starten. Das Ziel: die NISK-Lagerstätte zu einem profitablen polymetallischen Bergwerk ausbauen.

    Aktie von Power Metallic Mines: Perspektive noch nicht eingepreist

    Die Aktie von Power Metallic Mines entwickelt sich seit einigen Monaten volatil seitwärts – ein klarer Trend war nicht zu erkennen. Die Aktie hielt sich aber immer noch besser, als Rohstoff-Gigant Glencore. Beide Titel scheinen vom aktuellen Rüstungs-Hype nicht profitieren zu können. Dass die zusätzliche Nachfrage aus der Rüstungsindustrie bei Titeln wie Power Metallic Mines nicht eingepreist ist, kann für langfristig denkende Investoren eine Chance sein. Bestätigen die weiteren Ergebnisse des Sommer-Bohrprogramms sowie der anderen Analysen das ökonomische Potenzial der NISK-Lagerstätte, könnte die Aktie von Power Metallic Mines vor einer Neubewertung stehen. Akut sieht es nicht nach einem Turnaround aus, das langfristige Potenzial scheint jedoch gegeben.


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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