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14.08.2025 | 05:10

Plug Power, Pure Hydrogen, Renk – Die Auftragsbücher füllen sich

  • Wasserstoff
  • Rüstung
Bildquelle: pixabay.com

Die Börsen feiern als gäbe es kein Morgen. Doch Vorsicht! Die ambitionierten Bewertungen bei vielen Unternehmen dürften alsbald in einer saftigen Korrektur münden. Aktuell ist Stock Picking das Gebot der Stunde, denn wie schnell sich die hohen Kurse in Luft auflösen, konnte man Anfang April, als Donald Trump den Zollhammer auspackte, spüren. Doch es gibt sie noch die unentdeckten Perlen. Vor allem im Wasserstoffsektor konnte ein noch unbekanntes Unternehmen mit zwei zukunftsgerichteten Aufträgen glänzen.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: RENK AG O.N. | DE000RENK730 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , PURE HYDROGEN CORPORATION LIMITED | AU0000138190

Inhaltsverzeichnis:


    Plug Power – Rote Vorzeichen

    Plug Power galt Anfang der 2000er-Wende als Hoffnungsträger der zukunftsgerichteten Brennstoffzellentechnologie. Noch immer sind die Pläne ambitioniert, denn das Unternehmen um CEO Andy Marsh will vom Aufbau eines umfassenden Ökosystems für grünen Wasserstoff profitieren, das von der Produktion, Speicherung und Lieferung bis zur Energieerzeugung reicht. Die Ambitionen waren seither euphorisch und wurden in den vergangenen Jahren regelmäßig verfehlt.

    Auch bei den kürzlich vorgelegten Zahlen zum zweiten Quartal enttäuschte der Wasserstoffspezialist einmal mehr. Zwar konnte der Umsatz um 21,4 % auf 174 Mio. USD gesteigert werden. Zudem entwickelte sich die Bruttomarge von minus 92 % auf minus 31 %. Der Grund für den Anstieg war zum einen eine anziehende Nachfrage, zum anderen die Umsetzung des strategischen Restrukturierungsprogramms Project "Quantum Leap", was gezielte Kostensenkungen, bessere Service-Performance sowie günstigere Wasserstoffpreise beinhaltet.

    Hinter den Erwartungen blieb Plug Power jedoch erneut beim Ergebnis je Aktie, das mit einem Verlust von 0,20 USD veranschlagt wurde. Analysten gingen von einem geringeren Verlust, nämlich minus 0,15 USD je Aktie aus.

    Nach einem ersten Rücksetzer lief die Plug-Aktie bis zum 200er EMA bei 1,72 USD, wurde dann trotz eines starken Marktumfeld erneut abverkauft.

    Pure Hydrogen – Zwei zukunftsträchtige Aufträge

    Schlag auf Schlag geht es beim australischen Wasserstoffinnovator Pure Hydrogen. Das Unternehmen plant, Wasserstoff aus heimischer Produktion in Australien und anderen Ländern anzubieten. Zusammen mit seiner Mehrheitsbeteiligung an HDrive International erweitert Pure Hydrogen zudem sein Angebot an emissionsfreien Produkten und implementiert eine Reihe von Lösungen, die gewerblichen Kunden den Umstieg auf emissionsfreie Fahrzeuge ermöglichen.

    Das Clean-Tech-Unternehmen erhielt zwei bedeutende Aufträge für seine Wasserstoff-Brennstoffzellenfahrzeuge, was als klares Signal für das wachsende Interesse am emissionsfreien Schwerlastverkehr in Australien zu werten ist.

    Besonders hervorzuheben ist der Kaufvertrag mit Scott Lovatt Transport, einem etablierten Transportunternehmen aus New South Wales. Das Unternehmen bestellte zwei TS70-400 „Taurus“ Prime Mover-LKW mit einem Gesamtwert von über 2 Mio. AUD. Diese Fahrzeuge gehören zur ersten vollständig zugelassenen Wasserstoff-LKW-Flotte Australiens. Die Auslieferung ist für Mitte 2026 geplant. Der Abschluss steht noch unter auflösenden Bedingungen, insbesondere der Sicherstellung von Finanzierungen oder staatlichen Fördermitteln, doch beide Parteien zeigen sich zuversichtlich, dass der Zugang zu diesen Mitteln zeitnah erfolgt. Der „Taurus“ LKW steht für eine neue Generation im Ferntransport und ist für den realen Einsatz im australischen Schwerlastverkehr konzipiert.

    Der zweite Auftrag stammt von Heidelberg Materials Australia, einem der größten Baustoffunternehmen des Landes. Das Unternehmen orderte ein weiteres 8×4-Betonmischfahrzeug mit Wasserstoff-Brennstoffzelle, nachdem bereits im März 2025 ein erstes Fahrzeug dieser Art geordert wurde. Die Auslieferung des zweiten Fahrzeugs ist für das erste Quartal 2026 vorgesehen. Die Fahrzeuge basieren auf der T30-200-Plattform und sind mit einem 200-kW-Brennstoffzellensystem, einer CATL-Traktionsbatterie sowie einer speziell für den Betontransport konzipierten 8×4-Achskonfiguration ausgestattet. Beide Fahrzeuge werden in Rockingham, Westaustralien, eingesetzt und sollen die Betriebsemissionen deutlich reduzieren.

    Mit einer Marktkapitalisierung in Höhe von 41,08 AUD verfügt das Unternehmen noch gehörig an Aufwärtspotenzial, im Gegensatz zu noch immer überteuerten Unternehmen wie Nel Asa oder Plug Power.

    Renk – Rüstungshype befeuert

    Ist die seit Anfang gestartete Korrektur beim Rüstungsunternehmen Renk mit der Bekanntgabe der Zahlen zu Ende? Aus charttechnischer Sicht konnte der Kurs die markante Marke bei 60 EUR verteidigen und drehte in Richtung Norden. Die Indikatoren MACD und der Relative Stärke-Index stehen bereits wieder auf „Kaufen“. Nächste wichtige Hürde wäre der horizontale Widerstand im Bereich von 69 EUR.

    Renk hat im ersten Halbjahr 2025 ein deutliches Wachstum erzielt und seine Position als Zulieferer im Verteidigungsbereich weiter gestärkt. Besonders das Segment Vehicle Mobility Solutions, das Getriebelösungen für u. a. Leopard-2-Panzer liefert, verzeichnete einen deutlichen Auftragszuwachs von 65,9 % auf 681 Mio. EUR. Der Umsatz legte in diesem Bereich um 32 % auf 389 Mio. EUR zu, das EBIT wuchs sogar um 45,3 % auf 67 Mio. EUR. bei einer EBIT-Marge auf 17,1 %. Einen bedeutenden Auftrag über 99 Mio. USD erhielt zudem die US-Tochter Renk America von einem langjährigen Kunden aus dem Verteidigungssektor.

    Getragen von der robusten Nachfrage nach Rüstungsgütern konnten die Augsburger ihren Wachstumskurs auf Konzernebene fortsetzen. Der Auftragseingang stieg um 46,8 % auf 921 Mio. EUR, der Auftragsbestand erreichte mit 5,9 Mrd. EUR einen neuen Rekordwert. Der Umsatz wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 21,5 % auf 620 Mio. EUR. Das bereinigte EBIT erhöhte sich überproportional um 29,4 % auf 89 Mio. EUR, wodurch sich die Konzernmarge von 13,5 % auf 14,4 % verbesserte.


    Der Brennstoffzellenspezialist Plug Power bleibt weiter im roten Bereich. Renk profitiert von der Rüstungseuphorie. Pure Hydrogen vermeldete zwei Meilensteine.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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