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10.09.2024 | 06:00

Rheinmetall und Saturn Oil + Gas verdienen Geld – wie geht es weiter bei Volkswagen?

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Bildquelle: pixabay.com

Die Börse ist ein Ort ständiger Veränderungen. Lange Zeit galt Volkswagen als einer der größten Automobilhersteller weltweit, während Saturn Oil & Gas sowie Rheinmetall eher ein Schattendasein führten. Teilweise war es bei Banken nicht möglich, Aktien von Rüstungsfirmen zu kaufen. Doch der Wind hat sich gedreht. Die Düsseldorfer und die Kanadier verdienen mittlerweile eine Menge Geld und haben sich sehr gut weiterentwickelt. Im Kontrast dazu stehen die Wolfsburger mit Volkswagen, ein großer Name in der Automobilindustrie, der derzeit mit ernsten Problemen zu kämpfen hat. Was diese Entwicklungen für die Anleger bedeuten und welche Chancen und Risiken bestehen, beleuchten wir in unserem Artikel.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: RHEINMETALL AG | DE0007030009 , Saturn Oil + Gas Inc. | CA80412L8832 , VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039

Inhaltsverzeichnis:


    Rheinmetall – volle Auftragsbücher

    Der Ukraine-Konflikt hat bei Rheinmetall zu einem bemerkenswerten Aufschwung geführt. Das Unternehmen aus Düsseldorf ist nun ein Schlüsselpartner der Ukraine und ein Börsenliebling. Der Aktienkurs von Rheinmetall hat sich seit Ausbruch des Krieges mehr als vervierfacht. Das Unternehmen gehört zu den wichtigsten Rüstungsherstellern für die Ukraine und hat die Produktion von Panzern und Munition stark erhöht. Bis Juni 2024 wurden über 100 Schützenpanzer des Typs Marder 1A3 an die Ukraine geliefert. Der einst verschmähte Rüstungskonzern hat einen Imagewandel erlebt und schafft aktuell viele Jobs.

    Das liegt am starken Wachstum. Der Umsatz stieg im 2. Quartal um 49,2 % auf 2,2 Mrd. EUR, während der Gewinn um 110,1 % auf 270 Mio. EUR anstieg. Dieser Erfolg ist auf die hohe Nachfrage nach Verteidigungsgütern zurückzuführen, die durch den Krieg in der Ukraine, die Spannungen im Nahen Osten und den Konflikt zwischen China und Taiwan weiter verstärkt wird. Rheinmetall hat eine riesige Pipeline an Aufträgen mit einem Gesamtvolumen von über 48 Mrd. EUR. Das Unternehmen investiert in seine Produktionskapazitäten und tätigt strategische Akquisitionen, um dieses Wachstum zu bewältigen.

    Mitte August gab der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall bekannt, dass er den US-amerikanischen Fahrzeugspezialisten Loc Performance übernimmt, um seine Position im größten Verteidigungsmarkt der Welt zu stärken und seine Präsenz im Bereich der militärischen Landfahrzeuge auszubauen. Von den erhöhten Verteidigungsausgaben in den kommenden Jahren wird das Unternehmen weiterhin profitieren. Seit den Quartalszahlen gab es 6 Kaufempfehlungen für die Aktie mit Kurszielen zwischen 600 und 680 EUR. Aktuell notiert die Aktie bei 504,60 EUR.

    Saturn Oil & Gas – Weichen für die Zukunft gestellt

    Saturn Oil & Gas Inc. hat am 5. Juni eine wichtige Finanzierungsrunde abgeschlossen. Das Unternehmen platzierte erfolgreich Second Lien Notes mit einem Zinssatz von 9,625 % und einem Gesamtvolumen von 650 Mio. USD. Diese Anleihen, die bis 2029 laufen, sind durch zweitrangige Pfandrechte auf die Vermögenswerte des Unternehmens besichert und wurden genutzt, um das alte teure Darlehen mit Zinsen von mehr als 16 % abzulösen. Außerdem wurde mit dem Emissionserlös der strategische Erwerb von Öl- und Gas-Konzessionen in Saskatchewan abgeschlossen, so dass das Unternehmen momentan über 38.000 Barrel Öläquivalent (boe) pro Tag produziert. Diese Schritte stärken Saturns Position als wachsender Energieproduzent.

    Das zeigen auch die jüngsten Finanzdaten des Ölproduzenten für das 2. Quartal 2024. Sie zeigen einen soliden Aufwärtstrend. Die Rohölproduktion stieg im Vergleich zum Vorjahr um bemerkenswerte 50 %, was zu einem Umsatzsprung auf 208,9 Mio. CAD führte. Besonders hervorzuheben ist das bereinigte EBITDA, das mit 106 Mio. CAD abermals einen neuen Rekord erzielte. Diese starken operativen Ergebnisse unterstreichen Saturns Fähigkeit, seine Produktionskapazitäten effizient zu erhöhen und gleichzeitig die Kapitalkosten zu senken. Die gesteigerte Produktion und optimierte Kosteneffizienz positionieren das Unternehmen als potenziellen Marktführer im kanadischen Energiesektor. Ein Gewinn von 0,51 CAD je verwässerter Aktie zeigt, wie gut es dem Unternehmen mittlerweile geht.

    Davon sollen auch die Aktionäre profitieren. Am 23. August 2024 erhielt Saturn die Genehmigung der Toronto Stock Exchange für ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm. Über einen Zeitraum von einem Jahr plant das Unternehmen, bis zu 10 % seines öffentlichen Streubesitzes zurückzukaufen. Durch den Rückkauf eigener Aktien soll der Börsenwert gesteigert und Kapital an die Aktionäre zurückgeführt werden. Diese strategische Initiative erhöht die Attraktivität der Saturn-Aktie für Investoren und stärkt das Vertrauen in die langfristige Wachstumsstory des Unternehmens. Das zeigt sich auch im Aktienpreis, der mit 2,54 CAD noch immer über dem Preis von vor dem Aktienrückkaufprogramm liegt, obwohl der Ölpreis zuletzt doch deutlich gefallen ist.

    Volkswagen - Probleme verschärfen sich

    Der Volkswagen-Konzern befindet sich in einer ernsthaften Krise, wie Konzernchef Oliver Blume treffend beschreibt. Der europäische Markt schwächelt vor allem bei den Elektrofahrzeugen und gleichzeitig drängen asiatische Wettbewerber massiv in den Markt. Diese Kombination hat zu einem deutlichen Rückgang der Verkaufszahlen geführt. Weitere Belastungen sind interne Schwierigkeiten, insbesondere bei der Entwicklung neuer Software. Die Software-Tochter Cariad bleibt hinter den Erwartungen zurück, was die Zusammenarbeit zwischen Audi und Porsche zusätzlich erschwert. Diese zahlreichen Herausforderungen haben den Konzern in eine prekäre Lage gebracht, die ein Umdenken und rasches Handeln erforderlich macht.

    Um gegen die wirtschaftlichen Probleme anzugehen, hat Volkswagen eine Reihe von Sparmaßnahmen initiiert, darunter wird die potenzielle Schließung von Produktionsstätten in Deutschland geprüft und die Aufhebung von Arbeitsplatzgarantien. Diese Ankündigungen haben zu erheblichen Spannungen mit den Gewerkschaften geführt. Die Führung plant außerdem, vermehrt auf strategische Investitionen zu setzen, wie die Beteiligung am US-Elektroautobauer Rivian. Dies soll technische Defizite beheben und neue Marktchancen eröffnen. Ein weiterer Fokus liegt auf der Verbesserung der internen Softwareentwicklung, um wettbewerbsfähiger zu werden und die Effizienz zu steigern.

    Trotz der aktuellen Schwierigkeiten gibt es Zuversicht innerhalb des Konzerns, dass sich die Lage stabilisieren lässt. Volkswagen plant, seine Markenstruktur neu zu organisieren und strategische Partnerschaften auszubauen. Langfristig gesehen könnte die Erschließung neuer Märkte und die Einführung innovativer Technologien den Weg für nachhaltiges Wachstum ebnen. Kurzfristig bleibt jedoch die Bewältigung der internen und externen Herausforderungen prioritär. Für Investoren bedeutet dies eine Phase der Unsicherheit, aber auch der potenziellen Chancen, insbesondere wenn die Umstrukturierungsmaßnahmen erfolgreich umgesetzt werden. Doch ob die Dividende weiterhin so üppig ausfällt, bleibt abzuwarten. Die Aktie hat zuletzt ein neues Jahrestief markiert und steht aktuell bei 92,50 EUR.


    Rheinmetall verzeichnet starke Finanzzahlen, getrieben durch erhöhte Nachfrage nach Verteidigungsgütern. Saturn Oil & Gas hat dank strategischer Finanzierungs- und Investitionsentscheidungen, die zu einer erhöhten Produktion und Effizienz geführt haben, die Weichen für die Zukunft gestellt. Im Gegensatz dazu steht Volkswagen vor erheblichen Herausforderungen, einschließlich schwacher Marktperformance bei Elektrofahrzeugen und internen Schwierigkeiten. Das Unternehmen ergreift Maßnahmen zur Kostensenkung und Umstrukturierung, um diesen Problemen entgegenzuwirken.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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