Menü schließen




16.09.2025 | 05:00

Rüstungsindustrie expandiert – neue Wachstumstreiber: Hensoldt, Almonty, Rheinmetall

  • Rüstungsindustrie
  • Wolfram
Bildquelle: KI

Eine Branche, die früher kaum im Zentrum der Öffentlichkeit stand, bestimmt heute das Geschehen. Am Montag wurde bekannt, dass Rheinmetall die Marinesparte der Bremer Lürssen-Gruppe kaufen wird. Dazu gehören unter anderen die Werften Blohm + Voss, die Hamburger Norderwerft, die Peene-Werft und die Neue Jadewerft in Wilhelmshafen. Damit ist klar: Die Rüstungsbranche dringt in immer neue Bereiche vor. Zugleich verschärft sich die Situation zwischen Russland und der NATO. Die Drohnen, die vergangene Woche durch Polen flogen, gelten unter Fachleuten als ernstzunehmende Provokation. Wir beleuchten drei Rüstungs-Überflieger und erklären, wo für Anleger die größten Chancen lauern.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , HENSOLDT AG INH O.N. | DE000HAG0005

Inhaltsverzeichnis:


    Rheinmetall baut maritime Sparte aus

    Deutsche Werften sorgten über Jahre in erster Linie aufgrund von wirtschaftlichen Schieflagen für Schlagzeilen. Die Zeit der darbenden Geschäfte dürfte jetzt aber vorbei sein. Mit dem Kauf der Marinesparte der Bremer Lürssen-Gruppe, die unter dem Namen Naval Vessels Lürssen firmiert, setzt der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall voll auf maritime Militärtechnik. Die Sparte beschäftigt aktuell rund 2.100 Mitarbeitende und generierte im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 1 Mrd. EUR. Nach Informationen des NDR verfügt die Sparte über einen Auftragsbestand von rund 7 Mrd. EUR. Kunden sind neben der deutschen Marine auch andere Länder. Besonderes Wachstumspotenzial sieht Rheinmetall offenbar im Bereich der autonom fahrenden Schiffe – die Drohnen erobern also auch die See. Der Kauf macht für Rheinmetall Sinn: Bislang fokussiert man sich ausschließlich auf Geschütze. Mit eigenen Werften stellt man sich breiter auf und sichert sich zusätzliche Umsatzquellen.

    Almonty: Wolfram-Spezialist setzt voll auf USA

    Der Kauf der Werften ist nur eine weitere Nachricht aus dem Rüstungssektor, die zeigt, dass sich die Branche immer mehr Geschäft sichert. In der vergangenen Woche berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg darüber, dass Wolfram-Produzent Almonty Industries eine Mine in den USA erwerben will. Das Unternehmen, das als eine der wenigen ernsthaften Alternativen zu Wolfram aus China, Russland oder Nordkorea gilt, verfügt bereits über die Panasqueira-Mine in Portugal und bringt in den kommenden Wochen mit Sangdong in Südkorea ein riesiges Minen-Projekt in Produktion, das ab 2027 für 40 % des Wolframs außerhalb Chinas stehen kann. Der geplante Kauf einer Mine in den USA unterstreicht die zunehmende Integration Almontys in die Lieferketten dort.

    Bislang sind die Vereinigten Staaten ausschließlich auf den Import von Wolfram angewiesen. Ab 2027 wird der Import aus rivalisierenden Volkswirtschaften jedoch verboten. Almonty ist eine der wenigen Hoffnungen der Entscheider in Washington, sich beim kritischen Rohstoff Wolfram unabhängig aufzustellen. Das betonte unter anderem bereits der US-Kongress und schrieb einen Brief an Almonty. Für das Unternehmen spricht zudem, dass Almonty als äußerst kompetent bei der Auswahl geeigneter Wolfram-Projekte sowie deren Betrieb gilt. Unter anderem gelang es vor Jahren, die heute für ihre hochgradige Produktion bekannte Panasqueira-Mine für nur einen Euro zu erwerben – die vorherigen Eigentümer waren mit dem Projekt schlichtweg nicht zurechtgekommen. Auch jüngste Medienberichte über konkurrierende Minen, wie etwa die von Tungsten West im englischen Plymouth, nennen herausfordernde ökonomische Eckdaten für den Fall, dass die aktuellen Wolfram-Preise zurückkommen.

    Keine Subventionen nötig – Almonty als gut geölte Maschine

    Dass Wolfram-Produzent Almonty mit seinen Projekten und dem umfassenden Knowhow wie eine gut geölte Maschine ist, die jederzeit die Schlagzahl erhöhen kann, zeigen auch jüngste Äußerungen von Almonty-CEO Lewis Black gegenüber Bloomberg. Statt wie bei Seltene-Erden-Unternehmen MP Materials direkt ins Unternehmen zu investieren, könne sich der Almonty-CEO zur Unterstützung auch ausschließlich langfristige Abnahmeverträge zu aktuellen Marktpreisen vorstellen. Im Subtext dieser Aussage schwingt mit, dass Almonty anders als andere Unternehmen aus dem Bereich kritischer Rohstoffe nicht auf Subventionen angewiesen ist – für Investoren sind dies gute Argumente. Auch die jüngste Eskalation durch das Eindringen russischer Drohnen in den polnischen Luftraum stützt die Investment-Story von Almonty. Im Interview mit dem Handelsblatt betont Sicherheits-Experte Carlo Massala, alles spräche für eine gezielte Provokation durch Russland. Gepaart mit der russischen Militärübung, die bezeichnenderweise den Namen „Westen“ trägt und in diesen Tagen stattfindet, ruft die Eskalation die Politik auf den Plan. Gleich mehrere Entscheider forderten mehr Investitionen in Drohnen sowie Aufklärung.

    So viel Wolfram steckt in modernen Drohnen

    Während hochmoderne Aufklärungssysteme vom Radar-Spezialisten Hensoldt stammen, der indirekt auch vom neuen Marine-Geschäft von Rheinmetall profitieren dürfte, zeigt die Diskussion um mehr Drohnen wieder einmal, dass Wolfram der Schlüssel-Rohstoff des Rüstungssektors ist: Das kritische Metall steckt nicht nur in Panzerungen und Metall, sondern auch in unbemannten Flugobjekten sowie deren Munition. In Shahed-136-Drohnen stecken laut dem Institute for Science and International Security bis zu 5 kg Wolfram. Größere Drohnen, die panzerbrechende Projektile transportieren können, haben bis zu 60 kg Wolfram dabei. Selbst bei rein zivilen Drohnen sorgt Wolframkarbit bei Rotoren und Zahnrädern für mehr Haltbarkeit trotz geringen Gewichts. Das steigert die Reichweite.

    Rheinmetall und Hensoldt gesättigt - Nachhol-Potenzial bei Almonty

    Während der Einstieg ins Marine-Geschäft die Aktie von Rheinmetall nur geringfügig beflügelte und auch bei Hensoldt bereits viel Rüstungs-Fantasie eingepreist zu sein scheint, notiert die Aktie von Almonty trotz kontinuierlicher Fortschritte noch immer unterhalb des Niveaus von vor einigen Monaten. Die einzigartige Kompetenz des Unternehmens, das bereits zu deutlich niedrigeren Wolframpreisen profitabel war, der geplante Minen-Kauf in den USA, die Eröffnung der riesigen Sangdong-Mine und die weitere Integration in Lieferketten der US-Rüstung sprechen für zusätzliches Kurspotenzial bei Almonty Industries.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) derzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen hält bzw. halten und auf deren Kursentwicklungen spekulieren. Sie beabsichtigen insofern Aktien oder andere Finanzinstrumente der Unternehmen zu veräußern bzw. zu erwerben (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.
    Es besteht insofern ein konkreter Interessenkonflikt bei der Berichterstattung zu den Unternehmen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.
    Es besteht auch aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.
    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von André Will-Laudien vom 13.04.2026 | 04:30

    Almonty treibt den Wolframmarkt: Zwischen Knappheit, Preissprung und Neubewertung

    • Defense-Sektor
    • Kritische Metalle
    • Strategische Resourcen
    • Wolfram
    • Molybdän

    Die großen Aktienindizes befinden sich derzeit in einer Phase erhöhter Nervosität: Nach der starken Rally der vergangenen 24 Monate haben sowohl der S&P 500 als auch der DAX 40 zuletzt zwischen 5 und 10 % korrigiert. Belastend wirken vor allem immer höhere Zinsen und wenig Aussicht auf Frieden in einer der vielen Brandherde weltweit. Rohstoffe zeigen ein anderes Bild: Industriemetalle und kritische Materialien bleiben gefragt, allen voran Wolfram, dessen Preis sich innerhalb von rund 24 Monaten ungefähr verzehnfacht hat. Davon profitiert insbesondere der Produzent Almonty Industries, der mit dem Produktionsstart in Sangdong nun in eine neue operative Phase eintritt und mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 4,2 Mrd. EUR auf die Kaufliste institutioneller Investoren rücken konnte. Die jüngste Konsolidierung scheint beendet, auf was sollten Anleger jetzt achten?

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 13.04.2026 | 04:15

    Doppelt profitieren: 100 % Rebound bei Rüstungsaktien und kritischen Metallen – Rheinmetall, Antimony Resources, CSG und Mutares im Fokus!

    • Kritische Metalle
    • Rohstoffe
    • Defense-Sektor
    • Rüstungsindustrie
    • Beteiligungsgesellschaft

    Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von Antimony Resources Corp.

    Die Börse gibt und nimmt. Während Investoren sich in der letzten Woche über eine riesige 5 %-Aufwertung freuen konnten, dreht es in dieser Woche schon wieder in die andere Richtung. Der Grund: Die erhofften Friedengespräche in Pakistan zwischen USA, Israel und dem Iran sind gescheitert. Da dies für die Konjunktur und die eh schon angespannten Energie- und Metallmärkte keine positiven Impulse liefert, dürfte es in einigen Sektoren noch einmal sehr volatil werden. Wir beschäftigen uns mit Chancen im Bereich kritischer Metalle und beleuchten einige Titel, die nach jüngsten Korrekturen wieder attraktive Parameter zeigen.

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 07.04.2026 | 04:30

    Krisenherd Iran: Milliarden für Waffen und Technologie – explodieren jetzt Rheinmetall, Renk und Group Eleven?

    • Defense-Sektor
    • Rüstungsindustrie
    • Kritische Metalle
    • Strategische Resourcen
    • Lieferketten

    Im Laufe des Tages wird das nächste und bereits verschobene Ultimatum zur Freigabe der Straße von Hormus seine verheerende Wirkung entfachen. US-Präsident Donald Trump macht auf seiner eigenen Social Media-Plattform unmissverständlich klar, dass die Einschränkung oder Bedrohung der internationalen Handelsrouten vom Westen nicht mehr hingenommen wird. Für Investoren wird damit klar, dass die Versorgung mit industriellen Gütern am seidenen Faden hängt und langfristig auf neue Beine gestellt werden muss. Wegen der nicht enden wollenden Konflikte vor allem im Nahen Osten müssen Ersatzwege der Beschaffung von Roh- und Betriebsstoffen gefunden werden. Jedem ist klar: Das dauert Jahrzehnte! Gerade das gebeutelte Europa muss eine Defizitsituation in allen Bereichen in den Griff bekommen. Für Politiker heißt das: Handeln statt debattieren! Group Eleven Resources besitzt Landrechte über 500 Quadratkilometer mit Vererzungen in kritischen Metallen. „Drill Baby Drill!“ – 5 % Trumpscher Politik hilft hier sogar weiter!

    Zum Kommentar