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21.07.2025 | 05:10

Salzgitter AG, Volatus Aerospace, Rheinmetall mit spektakulären Neuigkeiten

  • Rüstungsindustrie
Bildquelle: pixabay.com

Die Rüstungsbranche glänzt weiterhin mit starkem Momentum. Trotz teilweise mehr als ambitionierten Bewertungen notieren Unternehmen wie Rheinmetall, Renk oder Hensoldt nahe ihren historischen Höchstständen. Und noch immer überbieten sich Analysten mit immer höheren Kurszielen. Vorsicht ist bei den etablierten Waffen- und Munitionsproduzenten allemal geboten. Dagegen wachsen junge Unternehmen mit Innovationen aus der Nische, die weiteres Potenzial besitzen.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: VOLATUS AEROSPACE INC | CA92865M1023 , SALZGITTER AG O.N. | DE0006202005 , RHEINMETALL AG | DE0007030009

Inhaltsverzeichnis:


    Salzgitter – Schocker nach der Rüstungsparty

    So schnell dreht sich das Bild. War die Salzgitter-Aktie in der vergangenen Woche noch der Highflyer an der Deutschen Börse und kletterte aufgrund der Zulassung für die Lieferung des Sicherheitsstahls SECURE 500® in der Spitze um über 35 % auf ein neues Jahreshoch bei 29,72 EUR, folgte zum Wochenschluss die Ernüchterung.

    Aufgrund einer Gewinnwarnung verlor der Wert nicht nur seine in der Vorwoche erzielten erzielten Kursgewinne, sondern auch das Vertrauen der Anleger. Bei 20,70 EUR ging die Aktie aus dem Handel, weitere Kursverluste sind nach dem Debakel nicht ausgeschlossen. Sollte der Kurs unter die markante Unterstützungszone bei 20,26 EUR rutschen, drohen neue Jahrestiefs und ein Abfall bis in den Bereich um 18 EUR.

    Neben der drastischen Gewinnwarnung erschreckte auch die reduzierte Prognose durch die weiter schwächelnde Stahlindustrie für das Gesamtjahr. Das Unternehmen rechnet für das laufende Geschäftsjahr nur noch mit einem Umsatz zwischen 9,0 und 9,5 Mrd. EUR. Bislang waren 9,5 bis 10 Mrd. EUR prognostiziert worden.

    Noch gravierender fällt die Anpassung beim operativen Ergebnis aus: Statt wie bislang erwartet 350 bis 550 Mio. EUR, geht Salzgitter nun lediglich von 300 bis 400 Mio. EUR aus. Vor Steuern droht dem Konzern sogar ein Verlust von bis zu 100 Mio. EUR. Im günstigsten Fall könne gerade noch ein ausgeglichenes Ergebnis erreicht werden.

    Volatus Aerospace – Momentum genutzt

    Drohnen haben sich spätestens seit dem Ukrainekonflikt als Gamechanger in der modernen Kriegsführung etabliert. Ob Aufklärung, Zielerfassung oder logistische Versorgung, die unbemannten Fahrzeuge sind unverzichtbar geworden. Volatus Aerospace profitiert als spezialisierter Anbieter von genau diesem Trend.

    Die Kanadier sind breit aufgestellt und bedienen neben dem Verteidigungssektor auch die Branchen Energieversorgung, Infrastruktur, Logistik und öffentliche Sicherheit. Dabei bietet das Unternehmen ein Full-Service-Paket mit einem starken Fokus auf Datenerfassung und -analyse.

    Laut dem Management von Volatus Aerospace, das über 100 Jahre kombinierte Luftfahrt-Expertise besitzt, sind die Auftragsbücher mit einem Volumen von 600 Mio. CAD prall gefüllt. Prominentester Kunde war zuletzt ein Partner aus einem NATO-Mitgliedsland, welchen man eine Flotte taktischer Drohnensysteme für Aufklärung und Überwachung im Wert von 1,85 Mio. CAD übergeben konnte.

    Mit einer vollständig gezeichneten Privatplatzierung nutzte Volatus die günstigen Rahmenbedingungen, um sich weiteres Wachstum zu sichern. Dabei wurden 19.230.770 Einheiten zu je 0,52 CAD ausgegeben, was einem Bruttoerlös von rund 10 Mio. CAD entspricht. Jede Einheit umfasst eine Stammaktie sowie einen halben Optionsschein zum Erwerb weiterer Aktien zu 0,76 CAD innerhalb von 36 Monaten. Der Nettoerlös soll in den Ausbau des Verteidigungsgeschäfts, die Aufstockung des Drohnenbestands und zur Deckung des steigenden internationalen Bedarfs fließen.

    https://youtu.be/6Lr6jbeytfA

    Rheinmetall – Abspaltung geplant

    In der Zeit vor dem Beginn des Ukrainekrieges standen Rüstungsunternehmen noch außen vor. Die als „sozial schädlich“ deklarierten Konzerne hatten Probleme, sowohl Fremdfinanzierungen von Banken als auch Eigenkapital durch Anlegergelder zu erhalten. Auch die Düsseldorfer Rheinmetall verkaufte sich als integrierter Technologiekonzern mit anderen Sparten neben dem Bau von Waffen und Munition. Ganz stolz war man am Rhein mit der Automobilzulieferersparte. Doch die Zeitenwende änderte alles, Rüstungsunternehmen sind die Lieblinge der Anleger, auch in die ESG-Schublade passen inzwischen Hensoldt, Steyr & Co.

    Nun ist es auch bei Banken möglich, sich als reiner Rüstungskonzern zu verkaufen, um seine Fremdkapitallinien auffrischen zu lassen. Bei Rheinmetall scheint auch der Geschäftsbereich Power Systems, in dem der DAX-Konzern mehrere Autozulieferer, die Bauteile für Benzin- und Dieselmotoren für Pkw und Nutzfahrzeuge produzieren, bündelt, in Frage gestellt.

    Man prüfe laut Handelsblatt unter Berufung auf Finanz- und Branchenkreise die Abspaltung seines Autozuliefergeschäfts. Dort seien sowohl Erlöse, Marge und Gewinn seit Jahren im Sinkflug, eine Besserung nicht in Sicht. Erste Gespräche sollen laut Handelsblatt bereits mit dem Finanzinvestor One Equity Partners stattgefunden haben.

    Die Rheinmetall-Aktie konsolidiert nach dem Erreichen eines Allzeithochs bei 1.936 EUR seitwärts. Auch wenn die Bewertung mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 62 maßlos überbewertet ist, ist ein Erklimmen eines weiteren historischen Höchstandes nicht unwahrscheinlich.


    Salzgitter schockte die Anleger mit einer drastischen Gewinnwarnung. Rheinmetall plant laut dem Handelsblatt die Abspaltung seines Automobilzulieferergeschäftes. Volatus Aerospace konnte sich 10 Mio. CAD im Rahmen einer Privatplatzierung sichern.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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