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06.02.2025 | 06:00

Siemens Energy, European Lithium, BYD – Lithium kurzfristiger Druck, langfristige Chancen

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Bildquelle: pixabay.com

Auch wenn der Lithiumpreis am Boden liegt zeigen viele Indikatoren grünes Licht für eine langfristige Erholung des Lithiummarktes. Die Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien wird durch die vermehrte Nutzung von Elektrofahrzeugen und den Ausbau der Erneuerbaren Energien angefacht. Gleichzeitig reagieren Produzenten bereits mit Projektverschiebungen und Minenschließungen, was kurzfristig Angebotsengpässe schaffen könnte. Wenn man weiß, dass die EU 79 % seines Lithiums aus China bezieht, sollte man angesichts eines möglichen Handelskriegs Alternativen suchen. Analysten gehen spätestens 2026 von einer Stabilisierung aus, da die Energiewende voranschreitet. Wer an die weitere Elektrifizierung der Welt glaubt sollte jetzt investieren, denn die langfristigen Aussichten sind vielversprechend.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , EUROPEAN LITHIUM LTD | AU000000EUR7 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296

Inhaltsverzeichnis:


    Siemens Energy – starke vorläufige Zahlen

    Siemens Energy startet das Geschäftsjahr 2025 mit überraschend starken vorläufigen Zahlen. Im 1. Quartal legte der Umsatz um 18,4 % auf 8,94 Mrd. EUR zu, während der Free Cashflow vor Steuern mit 1,53 Mrd. EUR einen deutlichen Sprung gegenüber dem Vorjahresminus von 283 Mio. EUR markiert. Besonders die Segmente Gas Services (+24,6 % Auftragseingang) und Grid Technologies (+24 % Umsatz) glänzen. Selbst die windkraftgeschädigte Tochter Siemens Gamesa verbesserte ihren Cashflow von -1,15 Mrd. auf -568 Mio. EUR. Das Unternehmen kündigte an, die Jahresprognose für den Free Cashflow, der bisher bis 1 Mrd. EUR betragen sollte, im Februar nach oben zu korrigieren – ein klares Vertrauenssignal.

    Die Aktie zeigte zuletzt extreme Schwankungen: Nach einem 22 %-Sturz infolge von Bedenken um den KI-Strombedarf, ausgelöst durch Chinas DeepSeek KI, erholte sie sich dank der Quartalszahlen teilweise. Analysten der Deutsche Bank sehen hier „attraktive Einstiegschancen“. Doch politische Risiken drücken: US-Präsident Trumps Ankündigungen zum Stopp von Offshore-Windprojekten könnten Siemens Gamesa bremsen. Gleichzeitig treibt die Diskussion um LNG-Exporte der USA und Gas als „Brückentechnologie“ zur Dekarbonisierung die Bewertung – trotz Zweifeln an der Klimabilanz von Erdgas.

    Langfristig positioniert sich Siemens Energy als Hybrid: Einerseits profitiert Grid Technologies vom globalen Netzausbau, andererseits setzt der Konzern auf Gas-Turbinen für die US-Energiewende. Die Herausforderung bleibt die Windsparte. Zwar reduzierte Gamesa die Verluste, doch der Druck durch chinesische Hersteller und Trumps Regulierungspolitik bleibt hoch. Für Investoren ist die Bewertung mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 21 deutlich günstiger als die Konkurrenz GE Vernova mit 51. Trotzdem scheinen die hohen Erwartungen schon in der Aktie eingepreist, die momentan bei 56,08 EUR steht.

    European Lithium – spannender Lithium-Player

    European Lithium demonstriert im jüngsten Aktivitäten-Quartalsbericht strategische Schlagkraft: Mit dem vollständigen Erwerb des Leinster-Projekts in Irland stärkt das Unternehmen sein Portfolio kritischer Rohstoffe. Zudem soll die Ernennung von Bergbauveteran George Karageorge zum Explorationsleiter die operative Effizienz verbessern. Nach der Fusion mit Sizzle Acquisition, aus der die NASDAQ-gelistete Critical Metals Corp (CRML) hervorging, wurde das Flaggschiffprojekt Wolfsberg in Österreich dort eingebracht. Seitdem hält European Lithium rund 74 % der Anteile an CRML. Parallel dazu startete eine Kooperation mit Hatch Ltd. zum Bau einer saudi-arabischen Raffinerie. Durch diesen Schritt sollen jährlich bis zu 20.000 t Lithiumhydroxid in Batteriequalität produziert werden.

    Das Wolfsberg-Lithium-Projekt kommt zügig voran: Die Befreiung von der Umweltverträglichkeitsprüfung beschleunigt die Planung und auch die Planung für den Energieversorgungskorridor ist bereits abgeschlossen. Über CRML ist European Lithium auch am Tanbreez-Projekt in Grönland beteiligt. Dort lieferten 16 Bestätigungsbohrungen sehr gute Ergebnisse: Eine Bohrung erreichte durchschnittlich 4.722,51 ppm Seltenerdoxide, davon 27 % schwere Varianten (HREO) – ein Plus für Hochtechnologiebranchen. CRML hält mittlerweile 49,5 % an der Mine, mit Option auf weitere Anteile. Vor dem Hintergrund des EU-Rohstoffakts, der bis 2030 10 % heimische Förderung vorsieht, gewinnen diese Projekte an geopolitischer Relevanz – insbesondere, da Europa derzeit 79 % seines Lithiums und 100 % seiner Seltenen Erden importiert.

    European Lithiums Beteiligung an Critical Metals ist sehr wertvoll. Bei einem CRML-Kurs von gegenwärtig 8,45 USD beläuft sich der Wert der gehaltenen 66,4 Mio. Aktien auf über 561 Mio. USD. Diese Bewertung unterstreicht das Vertrauen der Märkte in die Projekte. Mit der Wolfsberg-Mine als regionalem Versorgungspfeiler und der geplanten saudi-arabischen Raffinerie adressiert das Unternehmen gleichzeitig lokale Lieferketten und globale Skalierung. Neben den genannten Projekten besitzt das Unternehmen auch 2 Lithium Projekte in der Ukraine, die bei Kriegsende interessant werden könnten. Nachdem sich die Aktie am Jahresanfang verdoppelt hat, ging sie in eine Konsolidierung über. Momentan kommt die Aktie bei einem Kurs von 0,064 AUD gerade einmal auf eine Marktkapitalisierung von rund 92,5 Mio. AUD.

    European Lithium präsentiert am 25. Februar auf dem International Investment Forum

    BYD – wächst immer noch

    BYD startete 2025 mit gemischten Signalen: Der Absatz von 300.538 New Energy Vehicles (NEVs) im Januar sank um 42 % gegenüber dem Vormonat, bedingt durch Chinas saisonale Flaute rund um das Neujahrsfest. Doch im Jahresvergleich zeigt sich ein deutliches Plus von 49 % im Vergleich zum Januar 2024. Bei den Zahlen fallen vor allem die Auslandsverkäufe ins Auge, die um 83 % auf 66.336 Einheiten stiegen und untermauern, dass die Expansion vorangeht. Bei den Plug-in-Hybriden (PHEVs) sprang der Absatz um 79 % auf 171.069 Einheiten nach oben, während reine Elektroautos (BEVs) um 19 % auf 125.377 zulegten.

    Neben reinen Verkaufszahlen überzeugt BYD durch eine breite Palette: Vom preisgünstigen Seagull EV (unter 10.000 USD) bis zur Luxusmarke Yangwang deckt das Unternehmen alle Segmente ab. Die Bestseller-Serien „Ocean“ und „Dynasty“ sorgten im Januar allein für über 278.000 Verkäufe. Gleichzeitig treibt der Konzern die Technologieoffensive voran: Bis Ende 2025 plant BYD, autonome Fahrfunktionen wie „Navigate on Autopilot“ (NOA) in allen Modellen zu integrieren. Partnerschaften mit Huawei und DJI sollen Software, Infotainment und Fahrassistenzsysteme stärken – ein entscheidender Schritt, da der Wettbewerb sich zunehmend auf digitale Ökosysteme verlagert.

    Während westliche Autobauer unter US-Zolldrohungen ächzen, trägt BYDs Internationalisierungsstrategie Früchte. Nach der Werkseröffnung in Thailand 2024 sollen Fabriken in Indonesien, Mexiko und Ungarn folgen, um Handelsbarrieren durch lokale Produktion zu umgehen. In Europa zielt das Unternehmen mit Modellen wie dem Kompakt-SUV Atto 2 auf Marktanteile. Trotz EU-Zöllen auf chinesische EVs – die BYD gemeinsam mit Tesla und anderen juristisch bekämpft – explodierte der Absatz gewerblicher Fahrzeuge im Januar um 763 %. Bei einem derzeitigen Aktienkurs von rund 35,03 EUR und einer prognostizierten Jahresproduktion von 6 Mio. Einheiten trotzt BYD den Problemen anderer Autobauer und profitiert vom Megatrend der Elektrifizierung.


    Der Lithiummarkt weist trotz des gegenwärtig niedrigen Preises langfristig viel Potenzial auf, da die Elektromobilität und die Erneuerbaren Energien die Nachfrage befeuern. Siemens Energy hat mit seinen vorläufigen Quartalszahlen überrascht und will sogar seine Prognose anheben. European Lithium hat sich auf die Akquisition und Kooperation im Bereich kritische Rohstoffe spezialisiert. Gerade bei Lithium und Seltenen Erden ist Europa sehr stark von China abhängig. BYD hat trotz saisonaler Schwankungen erneut ein Absatzwachstum im Januar gezeigt. Es zeigt sich mittlerweile auch ein Wachstum auf internationalen Märkten.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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