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23.10.2023 | 05:10

Volkswagen VZ, Altech Advanced Materials, Dürr – Den Rückschlag als Chance nutzen

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Bildquelle: pixabay.com

Die vergangene Börsenwoche geht mit Sicherheit nicht als die ruhmreichste in die Geschichte ein. Neben dem sich weiter ausweitenden Konflikt im Gaza-Streifen brachte auch die laufende Berichtssaison zum dritten Quartal eher negative Überraschungen mit sich. So verlor der deutsche Leitindex DAX allein in 5 Handelstagen über 4 % an Wert und rutschte unter die psychologisch wichtige Marke von 15.000 Punkten. Dennoch zeigen sich Analysten im Hinblick auf die weitere Entwicklung optimistisch.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: Altech Advanced Materials AG | DE000A31C3Y4 , VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039 , DUERR AG O.N. | DE0005565204

Inhaltsverzeichnis:


    Dürr – Analysten sehen Kaufchance

    Einen schwarzen Freitag erlebten die Aktionäre des Maschinen- und Anlagenbauers Dürr. Nach einer Prognosesenkung für das Geschäftsjahr 2024 verlor die Aktie des MDAX-Unternehmens zeitweise über 20 %, schloss dann jedoch mit einem Verlust von rund 17 % bei 19,83 EUR. Die leichte Erholung im Handelsverlauf kam dadurch zu Stande, dass mehrere Analystenhäuser trotz Senkung des Kursziels im Unternehmen, mit Sitz in Stuttgart und Hauptverwaltung in Bietigheim-Bissingen, auf dem aktuellen Niveau weiterhin einen Kaufkandidaten sehen.

    So senkte Hauck Aufhäuser Investment Banking nach Veröffentlichung der Gewinnwarnung ihr Kursziel von 37 EUR auf 30 EUR, das Votum wurde jedoch mit „Buy“ wiederholt. So habe Analyst Christian Globa durch die schwache Fixkostendeckung bei der Holzbearbeitungsmaschinen-Tochter Homag seine Schätzungen reduziert. Jedoch sollte Dürr weiterhin von strukturellen Wachstumstreibern profitieren. Dagegen sei die Delle bei Homag nur temporär. Die Baader Bank hält sogar weiterhin an ihrem ursprünglichen Kursziel von 38 EUR fest. Trotz des eingetrübten Ausblicks wiederholte auch Warburg Research ihr Kursziel von 37,50 EUR sowie das Anlageurteil „Kaufen“.

    Der Auslöser des Kursdebakels war die Tatsache, dass Dürr das Ziel einer EBIT-Marge vor Sondereffekten von 8 % für das kommende Geschäftsjahr aufgrund der schwachen Entwicklung im Bereich Holzverarbeitung fallen ließ. Die neuen Prognosen gehen nun von einer EBIT-Marge zwischen 4,5 % bis 6 % aus. Das Umsatzwachstum soll zwischen 5 % und 10 % betragen.

    Altech Advanced Materials – Mit großen Schritten Richtung Fertigung

    Betont optimistisch zeigte sich Altech-Vorstand Uwe Ahrens anlässlich des 8.IIF- International Investment Forum. Die Gründe für die positive Grundstimmung liegen klar im raschen Genehmigungsverfahren durch die örtlichen Behörden für den Bau einer Fertigungsanlage. Das komplette „go“ erwarten die Heidelberger bereits im ersten Quartal des kommenden Kalenderjahres. Aktuell wird im Chemiepark Schwarze Pumpe in Sachsen eine Pilotanlage zur Herstellung der Festkörperbatterie CERENERGY® errichtet. Der nächste Schritt wäre, nach vollständiger Genehmigung der Behörden, der Aufbau eines Batteriewerks mit einer Jahresleistung von zunächst 100 MW.

    Bis zum Ende des Jahrzehnts liegt die Vision darin, die Kapazität auf 4 GW hochzufahren. Die CERENERGY®-Technologie besitzt das Potenzial, den Markt für stationäre Netzspeicher bei Großanlagen wie Wind- und Solarparks zu revolutionieren. In Kooperation mit dem Fraunhofer Institut für keramische Technologien und Systeme entwickelt Altech Advanced Materials eine Batterie, die im Vergleich zu klassischen Produkten enorme Vorteile aufweist.

    So seien CERENERGY®-Batterien feuer- und explosionssicher, haben eine Lebensdauer von mehr als 15 Jahren und funktionieren in extrem kalten und heiβen Klimazonen. Die Batterietechnologie verwendet Kochsalz und geringe Mengen Nickel. Dagegen werden weder Lithium, Kobalt, Graphit noch Kupfer verwendet. Die Herstellungskosten der CERENERGY®-Batterien dürften laut Fraunhofer zudem rund 40 % niedriger sein als die von vergleichbaren Lithium-Ionen-Batterien.

    Die Aktie von Altech Advanced Materials gehört nicht ohne Grund in diesem Jahr mit einer Performance von rund 120 % zu den High-Flyern am deutschen Aktienmarkt. Nach Höchstständen von über 17 EUR konsolidiert der Wert im Bereich von 10 EUR.

    Volkswagen VZ. – Prognoseanpassung zum Wochenausklang

    Nachdem sich die Börsianer in Deutschland bereits in das wohlverdiente Wochenende begeben hatten, kam der Wolfsburger Autogigant mit einer Gewinnwarnung um die Ecke. So rechnet das VW-Management nach dem Geschäftsverlauf der ersten neun Monate nicht mehr damit, die bisher entstandenen Effekte aus Rohstoff-Absicherungsgeschäften in den letzten drei Monaten des Jahres kompensieren zu können. „Die weitere Entwicklung an den Rohstoffmärkten bleibt nicht vorhersagbar", begründete Volkswagen den Schritt.

    So solle sich das bereinigte operative Ergebnis lediglich auf Vorjahresniveau bei rund 22,5 Mrd. EUR einpendeln. Im dritten Quartal betrug das operative Ergebnis rund 4,9 Mrd. EUR. Der Umsatz im Konzern wuchs um 12 % auf zirka 78,8 Mrd. EUR bei einer operativen Umsatzrendite von 6,2 %. Der Barmittelzufluss lag mit 2,5 Mrd. EUR zwar mit rund 800 Mio. EUR unter dem Vorjahr, jedoch weitaus höher als im zweiten Quartal.

    Die Prognosesenkung betrifft natürlich auch die Zahlen des Großaktionärs Porsche SE. Zwar bleibe es weiterhin bei der Schätzung des Nettogewinns in einer Spanne zwischen 4,5 bis 6,5 Mrd. EUR, jedoch wird eher die untere Hälfte der Spanne angepeilt. Den endgültigen Zwischenbericht will die Volkswagen AG am 26. Oktober veröffentlichen.


    Die Volkswagen AG verkündete am Freitag nach Börsenschluss eine Anpassung seiner Prognosen. Auch der Maschinenbauer Dürr kappte seine Schätzungen für das Jahr 2024. Dagegen liegt die Altech Advanced Materials in Bezug auf den Bau der Fertigungsanlage mehr als im Plan.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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