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09.10.2026 | 17:00

740 % Kurspotenzial laut B. Riley: Cardiol Therapeutics will Kiniksa bei wiederkehrender Herzbeutelentzündung Konkurrenz machen

  • Herzbeutelentzündung
  • Cannabinoide
  • Biotech
Bildquelle: Nano Banana KI

Bei der Behandlung der wiederkehrenden Herzbeutelentzündung (rezidivierende Perikarditis) steht eine Neuerung an, die den Markt deutlich verändern könnte. Bisher setzt die Medizin zunächst auf unspezifisch wirkende Entzündungshemmer und Kortikosteroide, die mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden sein können. Cardiol Therapeutics will das mit einer laufenden Phase-3-Studie ändern. Die Investmentbank B. Riley Securities bestätigte am 9. Oktober ihre Kaufempfehlung für Cardiol Therapeutics mit einem Kursziel von 11,00 USD. Das entspricht rund 740 % über dem Schlusskurs vom 8. Oktober (1,30 USD). Wir ordnen die Kaufempfehlung ein.

Lesezeit: ca. 2 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: CARDIOL THERAPEUTICS | CA14161Y2006 | NASDAQ: CRDL , TSX: CRDL

Inhaltsverzeichnis:


    Kiniksa: Präparat stößt an Grenzen

    Marktführer bei der wiederkehrenden Herzbeutelentzündung ist bislang Kiniksa. Mit Arcalyst, einem Blocker der Entzündungsbotenstoffe Interleukin-1α und -1β, vermarktet das Unternehmen die bislang einzige zugelassene Therapie gegen die Erkrankung. Für 2026 rechnet das Management mit einem Arcalyst-Umsatz von 980 bis 995 Mio. USD. Die Therapie hat jedoch Schwächen. Die Blockade der Botenstoffe dämpft Teile der Immunabwehr und kann das Infektionsrisiko erhöhen. Zudem müssen sich die Patienten das Präparat wöchentlich unter die Haut spritzen. Ein Nachfolgepräparat von Kiniksa, das nur noch monatlich injiziert werden muss, kommt laut B. Riley voraussichtlich erst 2028 oder 2029 auf den Markt. Dies eröffnet Chancen für neue Therapieansätze wie den von Cardiol Therapeutics.

    Cardiol Therapeutics: Trinklösung statt Spritze

    CardiolRx ist eine orale Lösung des Wirkstoffs Cannabidiol. In Laborversuchen hemmte die Substanz die Aktivierung des sogenannten NLRP3-Inflammasoms. Dieser Proteinkomplex in den Zellen stößt die Bildung des Entzündungsbotenstoffs Interleukin-1 an. Cardiol sieht darin den Vorteil, die Entzündung zu dämpfen, ohne die Immunabwehr zu unterdrücken. Arcalyst dagegen blockiert die Botenstoffe IL-1α und IL-1β direkt. Ob sich der Ansatz bewährt, soll die Phase-3-Studie MAVERIC zeigen, die für Cardiol entscheidend werden dürfte.

    Analysten sind für die Cardiol-Aktie zuversichtlich.

    Eine verblindete Zwischenauswertung zeigte insgesamt weniger Rückfälle als erwartet, ohne zwischen Wirkstoff- und Placebogruppe zu unterscheiden. Um die statistische Aussagekraft zu sichern, empfahl der Lenkungsausschuss, statt der ursprünglich geplanten 110 bis zu 150 Patienten aufzunehmen. Zugleich wird der primäre Endpunkt nun die Zeit bis zum ersten Rückfall. Erste Ergebnisse erwartet Cardiol damit Mitte 2027 statt im ersten Quartal 2027. B.-Riley-Analyst Mayank Mamtani wertet die Erweiterung als umsichtigen und kostengünstigen Schritt. Cardiol verfügt laut B. Riley über rund 36 Mio. CAD an liquiden Mitteln, die nach Unternehmensangaben einschließlich Erlösen aus Optionsscheinen bis ins erste Quartal 2028 reichen sollen. Das Analysehaus geht davon aus, dass die MAVERIC-Studie damit bis zum Abschluss finanziert ist.

    Bestehende Medikamente teuer – Cardiol als Analysten-Hoffnung

    Die rezidivierende Perikarditis betrifft in den USA laut Cardiol jährlich rund 40.000 Patienten mit mindestens einem Rückfall. Etwa 14.000 von ihnen leiden laut Kiniksa an mehrfachen Rückfällen. Diese Gruppe ist der Zielmarkt für Kiniksa und Cardiol. Arcalyst kostet laut Cardiol rund 286.000 USD pro Patient und Jahr. Die Kostenträger finanzieren wirksame Behandlungen trotz hoher Kosten, doch Ärzte und Patienten suchen nach patientenfreundlicheren Alternativen, vor allem ohne Spritzen. Hier könnte Cardiol Therapeutics ins Spiel kommen.

    Das Analysehaus B. Riley liegt mit 11 USD am oberen Ende, ist aber kein Ausreißer. Alle fünf Analysten, die Cardiol derzeit beobachten, empfehlen die Aktie zum Kauf, Canaccord Genuity etwa mit einem Kursziel von 10 USD und H.C. Wainwright mit 9 USD. Für das kanadische Biotech-Unternehmen bestehen trotz der positiven Ratings die in dieser Entwicklungsphase üblichen Risiken. Die vorangegangene offene Pilotstudie garantiert keinen Wirksamkeitsnachweis in der großen, placebokontrollierten Studie. Zudem könnten die Zulassungsbehörden den Einsatz auf eine enge Patientengruppe beschränken. Ob sich die Lücke zwischen Börsenkurs und Kurszielen schließt, entscheiden die MAVERIC-Daten Mitte 2027.


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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