Menü schließen




24.09.2021 | 05:50

Alibaba, Kainantu Resources, Morphosys – hier winkt der Turnaround

  • Gold
  • Kupfer
  • Biotech
  • Pharma
  • E-Commerce
  • Turnaround
  • Alibaba
  • Kainantu Resources
  • Morphosys
Bildquelle: pixabay.com

Eine Aktie, die stark gefallen ist, kann die Chance bieten, in relativ kurzer Zeit große Gewinne zu erzielen. Kostolany hat einmal sinngemäß gesagt: „Was billig scheint, kann noch viel billiger werden“. Anders ausgedrückt sollte man sich hüten, ins fallende Messer zu greifen. Die Aktien, die man als Turnaround Kandidaten auf seiner Watchlist hat, beobachtet man möglichst genau, um im richtigen Moment zuzuschlagen. Als erstes sollte man nach einem Absturz der Aktie die Bodenbildung abwarten. Dazu beobachtet man die Ertragslage des Unternehmens. Zusätzlich sollte die Story des Unternehmens passen und der Einstieg mittels Charttechnik gesucht werden. Dann steht größeren Kursgewinnen nichts mehr im Wege. Wir sehen uns heute drei Unternehmen an, die vor einem Turnaround stehen könnten.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: ALIBABA GR.HLDG SP.ADR 8 | US01609W1027 , Kainantu Resources Ltd. | CA48301H1073 , MORPHOSYS AG O.N. | DE0006632003

Inhaltsverzeichnis:


    Alibaba – Charttechnik bleibt bearish

    Im Oktober 2020 notierte die Aktie von Alibaba noch bei über 319 USD. Seitdem ging es bis auf fast 149 USD nach unten. Auf Jahressicht hat die Aktie somit etwa 52% verloren. Somit könnte bei einem Turnaround eine Kursverdoppelung möglich sein. Auch der Konkurrent Amazon hat zuletzt Federn lassen müssen, aber es ist kein Vergleich zu Alibaba. Der Absturz wurde von dem Gründer des Unternehmens unbeabsichtigt selbst eingeleitet, indem er sich kritisch über die Regierungsbehörden zu Wort gemeldet hatte.

    Seitdem wurden dem Unternehmen immer wieder Steine in den Weg gelegt, wie beispielsweise beim Börsengang der Ant Financial. Dieser musste nach Intervention der Regierung abgesagt werden. Der Börsengang hätte den Wert der Beteiligung um mehrere Mrd. USD steigen lassen. Anschließend gab es eine Strafe über 2,8 Mrd. USD wegen Kartellverletzungen. Zuletzt wurden staatliche chinesische Unternehmen von der Regierung dazu gedrängt, zu staatlichen Cloud Anbietern zu wechseln. Das trifft natürlich auch das Cloud Geschäft von Alibaba, das in den letzten Jahren stetig gewachsen ist.

    Ob sich die Evergrande Krise auch auf den Konzern auswirkt, ist aktuell noch nicht abzusehen. Die Krux ist die Unsicherheit, die die chinesische Regierung in das Unternehmen trägt. Schaut man auf die Fundamentaldaten, ist die Bewertung mehr als günstig. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis beträgt etwas über 15 und man muss bis zum Börsenstart 2014 zurückgehen, um eine ähnlich tiefe Bewertung zu finden. Die Mehrzahl der Analysten stufen die Aktie als Kauf ein. Was zum Turnaround fehlt, ist die Bestätigung der Charttechnik. Die ist momentan nicht in Sicht. Erst oberhalb von 178,18 USD wäre der Abwärtstrend gebrochen.

    Kainantu Resources – Gold- und Kupfervorkommen

    Kainantu hat von seinen Hochs auch mehr als 50% abgeben müssen. Das Unternehmen besitzt zwei vielversprechende Gold- und Kupferprojekte in Papua-Neuguinea. Die Aktie legte seit März dieses Jahres zu und verzeichnete ein Hoch kurz nach dem Fund von 40,13 g/t Gold auf dem Projekt KRL South. Kurz nach der Meldung setze die Konsolidierung ein und die Gewinne wurden nahezu vollständig wieder abgegeben. Dabei liegen die beiden KRL Projekte (North und South) des Unternehmens in direkter Nachbarschaft der K92 Mine, die eine der hochgradigsten Vorkommen weltweit besitzt.

    Im Juni vermeldete das Unternehmen die Akquisition des May River Projekts, das aus drei Teilen besteht, im weltbekannten Kupfer-Gold-Gebiet Frieda River. Die ersten beiden Gebiete, die mit 1603 qkm den Löwenanteil ausmachen, gehören Hardrock und vor der Übernahme führt Kainantu derzeit noch eine Feldstudie durch, um sich von der Qualität zu überzeugen. Erst danach kann sich das Unternehmen zur endgültigen Übernahme entscheiden. Wie aus der Unternehmensmeldung vom 21. September hervorgeht, sind die ersten Ergebnisse der Studie gut ausgefallen. Das dritte Gebiet gehört Niuminco und diese Firma hat aktuell Schwierigkeiten mit dem Bergbauminister, der dem Antrag auf Verlängerung der Lizenz nicht stattgegeben hat. Daher muss Kainantu abwarten, wie sich die Situation entwickelt.

    Ein Vorteil für das Unternehmen ist die gute Vernetzung im asiatisch-pazifischen Raum und die Zusammenarbeit mit Asia Pacific Energy Ventures Pte, die schon mehrere große Projekte in der Gegend gestemmt haben. Die aktuelle Marktkapitalisierung beträgt rund 10,5 Mio. Kanadische Dollar (CAD) und kann als günstig angesehen werden, wenn man bedenkt, dass in der Kasse noch rund 1,6 Mio. CAD für weitere Explorationsarbeiten schlummern. Kainantu ist ein aufstrebendes Unternehmen, das noch nicht viel Aufmerksamkeit der Investoren hat. Man sollte den Wert auf der Watchlist haben, wenn man von steigenden Gold- und Kupferpreisen ausgeht. Die Aktie könnte einen doppelten Boden gebildet haben.

    Morphosys – hat das Tafelsilber aus der Hand gegeben

    Morphosys stand 2020 noch bei über 125 EUR und liegt aktuell bei lediglich 43 EUR. Wie konnte es zu diesem Absturz des einstigen Börsenlieblings kommen? Seitdem der Mitgründer Moroney 2019 seinen Hut nahm, geht es fast stetig bergab. Der ehemalige Chef wollte aus dem Biotechunternehmen, das laufende Lizenzeinnahmen hatte, eine echte Pharmafirma machen. Noch bevor er den Plan umgesetzt hatte, verließ er die Firma. Sein Nachfolger Jean-Paul Kress geht noch einen Schritt weiter und versucht über Zukäufe einen Mehrwert für die Aktionäre zu erzielen.

    Die Übernahme von Constellation Pharmaceuticals für 1,7 Mrd. EUR könnte sich in Zukunft als Fehler, aber genauso gut als genialer Schachzug entpuppen. Constellation hat zwei Krebsmittel im fortgeschrittenen Teststadium, die bei erfolgreichen klinischen Tests das Zeug zu einem Blockbuster haben könnten. Es ist eine Zukunftswette, für die das Unternehmen einen hohen Preis bezahlt hat. Für die Finanzierung wurden Großteile der sicheren Lizenzeinnahmen aus den Mitteln Tremfya, Otilimab und Gantenerumab abgetreten. Allein die Lizenzgebühren von Trefya sollen etwa 30 Mio. EUR pro Jahr in die Kasse gespült haben von denen das Unternehmen zukünftig keinen Cent mehr sehen wird.

    Das Mittel Monjuvi, von dem sich das Unternehmen viel versprochen hatte, blieb beim Umsatz hinter den Erwartungen und so muss das Management seine Umsatzprognose auf 180 Mio. EUR senken. Richtig profitieren kann Morphosys nur, wenn das Medikament auf dem US-Markt ein Erfolg wird. Denn nur dort ist man direkt beteiligt. Der Rest der Welt wird von Incyte bearbeitet und bezahlt dann Lizenzgebühren. Um den Abwärtstrend zu verlassen, muss der Widerstand bei 51,60 EUR überwunden werden. Aber selbst dann hängt alles von den Krebsmitteln ab, die teuer eingekauft wurden. Nachrichten zu diesen Medikamenten sollte man im Auge behalten, wenn man auf einen Turnaround spekulieren will.


    Alle drei Unternehmen haben mit gewissen Unsicherheiten zu kämpfen. Alibaba leidet unter der chinesischen Regierung. Der Vorteil bei dieser Aktie sind die guten Fundamentaldaten. Kainantu ist ein recht junges Unternehmen, das schon recht große Goldvorkommen gefunden hat. Hier benötigt man Nachrichten, um den Kurs zu bewegen, weil die Aktie noch unter dem Radar fliegt. Morphosys wollte das große Rad drehen und sieht sich nun einer unsicheren Zukunft ausgesetzt. Viel hängt davon ab, ob die Übernahme von Constellation am Ende positiv bewertet werden kann. Bei allen Werten gilt es, die Charttechnik im Blick zu haben, um bei positiven Signalen einsteigen zu können.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH behält sich im Übrigen vor, künftig entgeltliche Auftragsbeziehungen mit dem Unternehmen oder mit Dritten in Bezug auf Berichte zu dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der Apaton Finance GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird einzugehen. Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Armin Schulz vom 04.06.2026 | 05:30

    BYD, Power Metallic Mines, Intel: Elektromobilität und KI-Rechenzentren sorgen für eine Kupfer Krise

    • BYD
    • Power Metallic Mines
    • Intel
    • Elektromobilität
    • Batterien
    • NISK
    • Kupfer
    • Platin
    • Palladium
    • Silber
    • Gold
    • Nickel
    • Kobalt
    • Chips
    • KI
    • Rechenzentren

    Die Zukunft fährt elektrisch, rechnet mit KI und scheitert an einem unscheinbaren Metall. Kupfer, das rote Gold der Energiewende, wird zum Nadelöhr. Während Rechenzentren für Sprachmodelle und autonome Flotten ihre Leistung vervielfachen trocknet das Minenangebot aus. Die London Metal Exchange notierte zuletzt ein Defizit von 150.000 t, eine Kehrtwende um 350.000 t binnen eines Jahres. Wer jetzt nicht umdenkt, verpasst die größte Umverteilung seit dem Ölschock. Wir sehen uns daher BYD als Vertreter der Elektroauto-Produzenten, Power Metallic Mines mit der polymetallischen Lagerstätte auf der viel Kupfer vorhanden ist und Intel als indirekter Kupferkonsument durch die KI-Infrastruktur genauer an.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Matthias Schomber vom 04.06.2026 | 04:35

    Auf Gold und andere Rohstoffe setzen: Agnico Eagle, Barrick Mining und Strategic Resources im Check!

    • Gold
    • Barrick Mining
    • Goldmine
    • Agnico Eagle
    • strategic resources
    • polymetalle

    Die internationalen Finanzmärkte navigieren derzeit durch ein hochkomplexes Wirrwarr aus Handelsspannungen, geldpolitischen Entscheidungen und einer schwächelnden Konjunktur in China, während die geopolitische Spannungen die Weltwährungen beeinflussen. In diesem hochvolatilen Umfeld erleben die Rohstoffmärkte ihre eigene Transformation, bei der der traditionelle Krisenschutz mit einer zukunftsweisenden Technologie aufeinanderprallt. Der Goldpreis geriet unlängst unter Druck und korrigierte deutlich von seinen Rekordhochs, was auch die großen Minenwerte unter Druck setzte. Gleichzeitig fordert der Markt im Zuge der globalen Dekarbonisierung zunehmend CO2-arme Lösungen sowie strategische Rohstoffe für die nächste Generation der Energiespeicherung und der industriellen Verarbeitung. Diese Dynamik sorgt für eine spürbare Anspannung auf dem Parkett, da die Weichen für die industrielle Zukunft jetzt neu gestellt werden. Unser genauer Blick auf drei ausgewählte Akteure zeigt, wo nach den jüngsten Marktkorrekturen die Risiken lauern und wo sich möglicherweise aktuell eine außergewöhnliche, unterbewertete Chance auftut.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Armin Schulz vom 03.06.2026 | 05:30

    Rendite-Chance Krebsmarkt: Mit BioNTech, Vidac Pharma und Pfizer den nächsten Mrd.-Trigger erwischen

    • BioNTech
    • Vidac Pharma
    • Pfizer
    • Corona
    • Impfstoff
    • Warburg Effekt
    • Krebs
    • Onkologie
    • Pharma
    • Biotech

    Die Alterung der Gesellschaft lässt die Gesundheitsausgaben rasant steigen. Im Krebssegment zeichnet sich ein Billionenmarkt ab, denn bis 2040 werden jährlich über 30 Mio. Neuerkrankungen erwartet. Wenn die klassischen Chemotherapien an Grenzen stoßen, braucht es neue Technologien und neue Ideen. Wer heute die Weichen stellt, kann von der Transformation profitieren, auch wenn sich nicht jeder Ansatz durchsetzen wird. Die entscheidende Frage lautet daher: Welche Unternehmen besitzen die Schlüsseltechnologien, um von diesem Boom zu profitieren? Drei Akteure rücken besonders in den Fokus: BioNTech mit seiner mRNA-Plattform, Vidac Pharma mit einem patentierten Stoffwechsel-Ansatz und Pfizer mit seinen milliardenschweren Übernahmen.

    Zum Kommentar