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03.06.2026 | 04:31

Almonty Industries: Jetzt kommen die Cashflows

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Bildquelle: AI

Noch 2024 gab es die Aktie von Almonty Industries für unter 1 USD das Stück. Inzwischen wird der Titel für rund 19 USD gehandelt, wobei die runde Marke von 20 USD zeitweise bereits genommen wurde. Nun befindet sich das Unternehmen nach dieser fulminanten Wachstumsphase vor dem nächsten Schritt. Zum einen wurde Mitte März in Südkorea die Sangdong-Mine offiziell eröffnet, die nun künftig die westliche Welt mit dem wichtigen Rohstoff Wolfram versorgen kann. Zum anderen aber steht in wenigen Tagen der Börsengang von SpaceX mit einer Bewertung von 1,75 Bio. USD an – eine Zahl, wie von einem anderen Stern. Dann könnte so manchem Anleger aufgehen, dass Wolfram, dessen Weltmarkt klar von China dominiert wird, auch für die Raumfahrt unentbehrlich ist. Und genau dieses Produkt gibt es in großen Mengen eigentlich nur von Almonty Industries.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Tarik Dede
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 | TSX: AII , NASDAQ: ALM , ASX: AII

Inhaltsverzeichnis:


    Almonty Industries: Produktionsstart als zweite Wachstumsphase!

    Wohin soll es denn noch gehen, fragen Investoren oft, wenn Aktien wie Nvidia, SanDisk oder eben Almonty Industries eine fulminante Entwicklung zeigen. Doch diese Frage wurde auch gestellt, als Nvidia erstmals die Billionen-Marke beim Börsenwert erreichte. Inzwischen ist der Chiphersteller rund 4,75 Bio. USD wert. Und wie beim Ausbau der KI-Infrastruktur wird nun bei Almonty Industries die nächste Stufe gezündet.
    Die Kanadier mit Hauptsitz in den USA und Listing an der Nasdaq kommen aktuell auf einen Börsenwert von rund 5 Mrd. USD. Doch jetzt beginnt das operative Wachstum erst. Denn am 17. März wurde offiziell die Produktion auf der Sangdong-Mine in der südkoreanischen Provinz Gangwon gestartet. Es ist das absolute Flaggschiff-Projekt des Unternehmens. Sangdong war einst eine historische Mine mit hohen Wolfram-Graden und gilt heute als eines der größten und hochgradigsten Wolframvorkommen der Erde. Der Erzgehalt ist etwa dreimal so hoch wie der weltweite Durchschnitt. Hohe Grade sind in der Mining-Industrie der entscheidende Faktor, um zu niedrigen Kosten produzieren zu können und somit hohe Gewinne einzufahren. Der Vorstand um CEO Lewis Black und den neuen Finanzvorstand Jorge Beristain rechnet mit Produktionskosten von 126,80 USD je MTU.

    Wolfram-Preise steigen immer höher

    Der Preis für Wolfram ist aber zuletzt massiv gestiegen. Noch vor dem Jahreswechsel lag dieser bei unter 1.000 USD je MTU. Inzwischen werden in Rotterdam Preise von etwa 3.000 USD bezahlt. Daraus ergeben sich diese gigantischen Margen wie bei Top-KI-Unternehmen. Der Grund für diese dynamische Entwicklung ist recht einfach. China hat als Reaktion auf den von den USA gestarteten Handelskrieg den Export von wichtigen Spezialmetallen wie Wolfram, Antimon oder auch Silber eingeschränkt. Beijing braucht selbst große Mengen und zum anderen will man diese für die Militärindustrie so wichtigen Rohstoffe auch mit Blick auf den Krieg am Persischen Golf nicht einfach so hergeben. Dazu gehört, dass der Export an westliche Unternehmen fast zum Erliegen gekommen ist, die Wolfram als Dual-use-Komponente nutzen - also zivil oder militärisch. Der Marktanteil Chinas wird global auf rund 80 % beim Abbau geschätzt. Wenn die Partner Russland und Nordkorea addiert werden, steigt die Kontrollmehrheit auf etwa 95 %.

    Analysten erwarten steilen Gewinnsprung

    Almonty Industries wird somit in den kommenden Jahren den Markt für westliche Wolfram-Abnehmer dominieren können. Mit diesem Quasi-Monopol sollten auch die Einnahmen in neue Sphären kommen. Im ersten Quartal – noch ohne Sangdong – hatte das Unternehmen schon ein erstes Zeichen gesetzt. So stiegen die Einnahmen um 221 % auf 25,4 Mio. CAD. Haupttreiber war Portugal, wo man die deutlich kleinere Panasqueira-Wolframmine betreibt. Auch beim Cashflow sieht es schon gut aus, operativ wurden hier im Q1 mit 9,7 Mio. CAD erstmals schwarze Zahlen gemeldet. Die Bank of America (BofA) erwartet, dass ab jetzt Sangdong für ein steiles Wachstum bei Umsatz und Gewinnen sorgen wird. Beim Umsatz kalkuliert die BofA für 2026 mit 670 Mio. CAD, nach lediglich 33 Mio. CAD im Vorjahr. Im kommenden Jahr sollen die Einnahmen dann auf 1,32 Mrd. CAD geradezu abheben. Bei den Gewinnmargen soll es noch dynamischer laufen. Hier rechnen die Analysten mit einem EBITDA von 597 Mio. CAD für 2026 und einer quasi-Verdopplung auf 1,21 Mrd. CAD im kommenden Jahr. Das entspricht genau jenen Profitabilitäts-Margen, die derzeit nur die besten KI-Firmen zeigen.

    Viele Treiber für die Aktie

    Somit dürften die Quartalszahlen zu einem wichtigen Treiber der Aktie in diesem und im nächsten Jahr werden. Daneben aber sollten die Vorteile und Eigenschaften von Wolfram nun auch stärker in den Fokus von Investoren rücken. Allein die Wiederaufrüstung des US-Raketenarsenals nach dem desaströsen Feldzug am Golf wird die Nachfrage massiv antreiben. So benötigen allein Tomahawk-Bunkerbrecher bis zu 100 kg Wolfram-Legierung. Zudem wird das Metall auch kiloweise in Patriot-Abwehrsystemen oder SM-3-Abfangraketen verbaut. Doch auch SpaceX dürfte zur künftigen Kundschaft zählen. Denn Wolfram bietet besondere Eigenschaften. So entstehen bei Raketen beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre Temperaturen von weit über 2.000 °C und bis zu 3.000 °C. Wolfram besitzt mit 3.422 °C den höchsten Schmelzpunkt aller reinen Metalle. Gleichzeitig haben Hitzeschilde ein anderes Problem. Während außen eine extreme Hitze herrscht, muss es innen kühl bleiben. Sonst drohen durch diese thermischen Spannungen bei vielen Materialien Risse. Wolfram hat den niedrigsten thermischen Ausdehnungskoeffizienten aller reinen Metalle und kann dieses Problem lösen.


    Fazit: Almonty Industries hat sich mit der Sangdong-Wolframmine eine Schlüsselposition in der Mining-Welt erarbeitet. Als einziger westlicher Lieferant profitiert man sowohl von der Nachfrage aus dem Militär wie auch aus der Raumfahrt. Nimmt man die Schätzungen der Analysten, kommt die Aktie auf ein KGV von niedrigen 14. Die Aktie ist also in ihre Bewertung schon hineingewachsen. Damit bleibt trotz der Rally der vergangenen Jahre noch viel Raum nach oben.


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    Der Autor

    Tarik Dede

    Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.

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