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16.01.2026 | 05:30

Antimony Resources: Drei mächtige Treiber formen die perfekte Antimon-Welle

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  • Verteidigung
  • Elektronik
  • Lieferketten
  • Abhängigkeit
  • China
Bildquelle: pixabay.com

Während sich die Anlegerwelt auf Wolfram und Lithium stürzt, formiert sich im Schatten eine große Chance. Antimon, ein für Flammschutz, Verteidigung und Elektronik unverzichtbares Metall, wird von einer übermächtigen Abhängigkeit von China und plötzlichen Exportstopps geprägt. In dieser brisanten Lage treibt Antimony Resources sein Flaggschiffprojekt Bald Hill in Kanada mit bemerkenswerter Präzision voran. Die Kombination aus außergewöhnlicher Geologie, geopolitischer Dringlichkeit und operativer Schlagkraft könnte das Unternehmen zum unwahrscheinlichen Gewinner einer neuen Rohstoffära machen.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: ANTIMONY RESOURCES CORP | CA0369271014

Inhaltsverzeichnis:


    Die Abhängigkeiten

    Die Geschichte kritischer Rohstoffe ist oft eine der Abhängigkeit. Bei Antimon, einem spröden, silbrig-weißen Halbmetall, hat diese Abhängigkeit ein gefährliches Ausmaß erreicht. Über 70 % der globalen Förderung stammen aus China, weitere signifikante Anteile aus politisch volatilen Regionen. Im Herbst 2024 zog Peking dann die Zügel an und beschränkte die Ausfuhren drastisch. Das war ein Schock für Lieferketten von der Halbleiterindustrie bis zum Verteidigungsministerium. Plötzlich wurde einem breiteren Publikum bewusst, dass der Westen hier eine große Lücke hat.

    Genau in diesem Vakuum positioniert sich Antimony Resources mit dem Bald Hill Project im kanadischen New Brunswick. Doch dies ist keine bloße Hoffnung auf politischen Rückenwind. Das Projekt vereint drei fundamentale Werttreiber, die es von einer reinen Geo-Politik-Wette zu einer fundierten Rohstoff-Investment-Story machen.

    Treiber 1: Die unbestechliche Sprache der Geologie

    Alles beginnt im Boden. Und was das Explorationsteam um CEO Jim Atkinson, ein erfahrener Geologe, in Bald Hill findet, spricht eine klare Sprache. Die historisch bekannte Lagerstätte offenbart sich durch moderne Methoden als außergewöhnlich.

    Das Herzstück ist eine über 700 m lange und mindestens 400 m tiefe mineralisierte Struktur, die in alle Richtungen offen ist. Die Bohrergebnisse lesen sich nicht wie die vorsichtigen Andeutungen eines frühen Explorers, sondern wie die Bestätigung eines hochgradigen Systems. Durchschnitte von 3 - 4 % Antimon wurden gemeldet, mit einzelnen Abschnitten, die spektakuläre Werte wie 20,9 % Antimon über 2,29 m erreichen. In der jüngsten Kampagne traf man in fast jedem Bohrloch auf mineralisiertes Gestein.

    „Unser Explorationsprogramm 2025 in Bald Hill war sehr erfolgreich und die Ergebnisse sind vielversprechend.“, fasst CEO Jim Atkinson zusammen. „Das Vorhandensein mehrerer mächtiger Zonen mit antimonhaltigem Stibnit, die bei den jüngsten Bohrungen entdeckt wurden, wird ein wichtiger Faktor für die endgültige Berechnung der Ressourcen sein.“

    Ein eigens erstelltes 3D-Modell identifiziert mindestens vier klar voneinander abgrenzbare mineralisierte Körper. Basierend auf diesem Modell und allen bis Juli 2025 vorliegenden Daten wurde ein konzeptionelles Potenzial abgeschätzt. Dabei kommt man auf 2,7 Mio. t Material mit einem Gehalt von 3-4 % Antimon, was 81.000 bis 108.000 t enthaltenem Metall entspräche. Das ist eine Verdopplung gegenüber der letzten Schätzung von 2014. Das Unternehmen kommuniziert transparent, dass es sich um ein potenzielles Volumen handelt, nicht um eine Ressource. Genau diese Lücke soll das aggressive 2026er-Bohrprogramm schließen.

    Doch die wirkliche Überraschung liegt vielleicht außerhalb der Hauptzone. Bei Geländearbeiten stieß das Team auf zwei neue, vielversprechende Gebiete: die „Bald Hill South“- und die „Marcus“-Zone. Solche neuen Entdeckungen deuten auf ein deutlich größeres mineralisiertes System hin, als bisher angenommen.

    Treiber 2: Der geopolitische Rückenwind wird zum Sturm

    Die beeindruckende Geologie allein macht noch keine Investment-Story. Entscheidend ist der Kontext. Und der könnte für Antimon kaum günstiger sein. Das Metall steht auf den Listen kritischer Rohstoffe der USA, Kanadas und der EU. Seine Anwendungen sind vielfältig und oft substanzkritisch als Flammschutzmittel in Kunststoffen und Elektronik, als Härter in Bleilegierungen für Batterien und Munition, und in Halbleiterverbindungen für Infrarotsensoren.

    Die Verteidigungsindustrie ist ein besonders starker Nachfragetreiber. Moderne Kampfausrüstung, von flammenhemmenden Textilien über Nachtsichtgeräte bis hin zur Munition, ist ohne Antimon kaum denkbar. Vor dem Hintergrund steigender Verteidigungsausgaben und des Drangs, Lieferketten zu sichern, erhalten Projekte in stabilen Ländern wie Kanada einen strategischen Wert, der über den reinen Metallpreis hinausgeht.

    China exportiert nicht nur weniger, es steuert auch den verbleibenden Fluss. Berichte deuten darauf hin, dass Lieferungen in die USA gezielt unterbunden werden. Diese bewusste Verknappung schafft ein Marktumfeld, in dem neue, zuverlässige Produzenten eine erhebliche Prämie erzielen können. Antimony Resources baut nicht irgendeine Mine; es baut ein potenzielles strategisches Asset für nordamerikanische Industrien.

    Treiber 3: Operative Schlagkraft und finanzieller Spielraum

    Das beste Projekt nützt nichts ohne die Fähigkeit, es umzusetzen. Hier zeigt Antimony Resources eine bemerkenswerte operative Disziplin. Das Unternehmen verfolgt keinen Hauruck-Ansatz, sondern einen klaren, voll finanzierten Fahrplan.

    Ende 2025 schloss das Unternehmen eine Finanzierung über rund 9,4 Mio. CAD ab. „Diese Beschränkungen Chinas haben die Marktvolatilität verstärkt und die Preise auf ein Allzeithoch getrieben. Antimon ist für das Militär unverzichtbar. Unser Ziel ist es, unsere Antimonlagerstätte Bald Hill zu erschließen und ein wichtiger Lieferant von Antimon für Nordamerika zu werden.“, so Atkinson. Dieses Kapital sichert das ehrgeizige Explorationsprogramm für 2026 ab, das 10.000 m Bohrungen mit bis zu drei Bohrgeräten vorsieht.

    Doch es geht nicht nur um Bohren. Parallel laufen bereits die Arbeiten, die oft zeitaufwändige Überraschungen in späteren Projektphasen verursachen. Die Umweltbasiserhebungen wurden eingeleitet, Gespräche mit Behörden über Genehmigungsprozesse sind im Gange, und metallurgische Tests sollen die vermutete einfache Aufbereitung bestätigen. Dieser parallele Ansatz des „De-Risking“ zeigt professionelles Projektmanagement.

    Der Zeitplan ist ambitioniert, aber nachvollziehbar. Noch im Laufe des Jahres 2026 sollen ausreichend Daten für die Berechnung einer ersten Mineralressourcenschätzung vorliegen, ein entscheidender Meilenstein für die Bewertung jedes Explorationsunternehmens. Die kontinuierlichen Nachrichten über Bohrergebnisse, Modell-Updates und Fortschritte bei den metallurgischen Tests werden für einen stetigen Informationsfluss sorgen.

    Die Synthese: Mehr als die Summe der Teile

    Jeder dieser drei Treiber – die hochgradige, wachsende Geologie, der mächtige geopolitische Rückenwind und die operativ-finanzielle Umsetzungskraft – wäre für sich allein beachtlich. In ihrer Kombination entfalten sie jedoch eine synergistische Wirkung.

    Für Investoren entsteht so das Bild einer seltenen Gelegenheit. Ein Unternehmen, das mit einem erstklassigen Projekt in eine der größten Versorgungslücken bei kritischen Rohstoffen stößt und gleichzeitig über das Werkzeug und den Plan verfügt, diese Gelegenheit auch zu nutzen. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um das geologische Potenzial in eine harte, nach internationalen Standards zertifizierte Ressource zu überführen.
    Die Aktie notiert aktuell bei 0,72 CAD.

    Chart Antimony Resources, Stand 14.01.2026, Quelle: Refinitiv

    Antimony Resources steht an einem Wendepunkt. Das Unternehmen besitzt nicht nur ein geologisch herausragendes Antimon-Projekt in einer Top-Jurisdiktion, sondern agiert auch in einem perfekten makroökonomischen und geopolitischen Umfeld. Die strukturelle Angebotsknappheit, angetrieben durch chinesische Restriktionen, trifft auf eine robuste industrielle und strategische Nachfrage. Wenn es dem Management gelingt, das konzeptionelle Potenzial von Bald Hill 2026 in eine solide Ressourcenschätzung zu überführen, könnte der Markt das Unternehmen in einem völlig neuen Licht bewerten. Für Rohstoffinvestoren ist dies eine Story, die man nicht ignorieren sollte.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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