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27.09.2024 | 06:00

Barrick Gold, Desert Gold, Commerzbank – sinkende Zinsen treiben den Goldpreis

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Bildquelle: pixabay.com

In jüngster Zeit erreichte der Goldpreis Rekordhöhen, während die Zinssätze weltweit weiter sinken. Dieser ökonomische Trend spiegelt tieferliegende Unsicherheiten und Anpassungen der globalen Finanzpolitik wider. Ein Rekordhoch beim Gold deutet oft darauf hin, dass Investoren in Zeiten wirtschaftlicher Turbulenzen und steigender Inflation Zuflucht in vermeintlich sicheren Anlagen suchen. Gleichzeitig stellen sinkende Zinssätze die Bemühungen der Zentralbanken dar, das Wirtschaftswachstum anzukurbeln und die Investitionen zu fördern. Diese dynamische Wechselwirkung zwischen Goldpreis und Zinsniveau wirft viele Fragen zu den langfristigen wirtschaftlichen Perspektiven auf. Wir sehen uns daher heute zwei Goldunternehmen an und schauen auf die zinssensitive Commerzbank.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: BARRICK GOLD CORP. | CA0679011084 , DESERT GOLD VENTURES | CA25039N4084 , COMMERZBANK AG | DE000CBK1001

Inhaltsverzeichnis:


    Barrick Gold – Profitabilität steigt mit dem Goldpreis

    Barrick Gold als einer der weltweit größten Goldproduzenten ist stark von den schwankenden Goldpreisen abhängig. In Zeiten, in denen Regierungen weltweit weiterhin hohe Geldsummen drucken und die Staatsschulden steigen lassen, bleibt die Inflation eine konstante Bedrohung. Das hilft dem Goldpreis, der aktuell einen Höhenflug erlebt. Trotzdem sorgen politische Instabilitäten, wie kürzlich in Papua-Neuguinea, wo der Betrieb der Porgera-Mine aufgrund von Stammeskonflikten kurzfristig eingestellt wurde, für Probleme. Solche Unsicherheiten können die Produktionskapazitäten gefährden und zusätzliche Kosten verursachen.

    Trotz der Herausforderungen wird Barrick durch die steigenden Goldpreise gestützt, was die Profitabilität erheblich steigert. Das Unternehmen hat kürzlich eine starke Performance verzeichnet, die auf eine erhöhte Goldnachfrage und globale wirtschaftliche Unsicherheiten zurückzuführen ist. Insbesondere in Nevada, USA, verzeichnet Barrick positive Fortschritte in großen Projekten wie Goldrush und Fourmile, die signifikante Wachstumschancen bieten. Hinzu kommt eine verbesserte Kosteneffizienz, welche die Gewinnmargen weiter stärkt. Die jüngsten Beteiligungen an Kupferprojekten wie Reko Diq in Pakistan und Lumwana in Sambia fördern zusätzlich das langfristige Wachstum.

    CEO Mark Bristow sieht die Aktie als unterbewertet an und betont, dass Barrick Gold trotz der Herausforderungen gut positioniert ist. Auf der Gold Forum Americas Konferenz in Colorado wies Bristow darauf hin, dass die aktuellen Wachstumsprognosen der Goldproduktion bis Ende des Jahrzehnts beträchtliche Chancen von bis zu 30 % bieten. In Verbindung mit einer konservativen Finanzpolitik und einer diversifizierten Minenbasis sieht Barrick eine starke Zukunft voraus. Analystenbewertungen untermauern diesen Optimismus. Zudem ist der Konzern immer auf der Suche nach Akquisitionen für die Zukunft. Die Aktie befindet sich seit März im Aufwind und kostet aktuell 20,72 USD.

    Desert Gold – gute Aussichten

    Mit immer höheren Goldpreisen rücken die Goldexplorer wie Desert Gold mehr und mehr ins Rampenlicht. Zumal die Zeichen im Goldsektor von Mali auf ein signifikantes Wachstum hindeuten. Positive Entwicklungen in der Regierungspolitik und Erfolge großer Bergbauunternehmen wie Allied Gold und B2Gold schaffen ein optimistisches Investitionsklima. Die großen Player betreiben ihre Minen rund um die Liegenschaft des Unternehmens und profitieren von den verbesserten regulatorischen Rahmenbedingungen vor Ort. Desert Gold ist seit 2011 in der Region aktiv und hat in den vergangenen Jahren seine Liegenschaft sukzessive erweitert. Das 440 km² große Senegal Mali Shear Zone (SMSZ) Gold Projekt bietet viel Potenzial und das geplante Heap-Leach-Minenprojekt würde Desert Gold zu einem Goldproduzenten machen.

    Die Analysten von GBC sind optimistisch und sehen in der verbesserten regulatorischen Situation eine einmalige Chance für das Unternehmen, seine Explorations- und Bergbauvorhaben auszubauen. Zudem erhöht der hohe Goldpreis und die Nähe zu den großen Goldproduzenten die Wahrscheinlichkeit, dass das Unternehmen zu einem Übernahmeziel wird. Aufgrund des geplanten Heap-Leach-Minenprojekts, der strategischen Lage in einer goldreichen Region mit produzierenden Minen und der vorhandenen Goldressource, die im 4. Quartal aktualisiert werden soll, wurde ein Kursziel von 0,425 CAD ausgegeben. Startet die Goldproduktion, kann das Unternehmen aus eigenen Mitteln seine Explorationen finanzieren.

    Bis dahin hat das Unternehmen ein Programm zur vorzeitigen Ausübung bestehender Warrants aufgelegt. Warrant-Inhaber, die innerhalb eines vierwöchigen Zeitraums ihre Rechte ausüben, erhalten zusätzliche Warrants als Bonus. Das Unternehmen erwartet durch dieses Programm einen Bruttoerlös von bis zu 3,86 Mio. CAD. Die erwirtschafteten Mittel sollen in Explorations- und Erschließungsarbeiten im SMSZ-Projekt investiert werden. Das Programm bedarf der Genehmigung durch die TSX Venture Exchange. Die Aktie notiert momentan bei 0,075 CAD und kommt damit auf eine geringe Marktkapitalisierung von rund 17 Mio. CAD. Hier besteht Nachholpotenzial aufgrund der positiven Aussichten.

    12. International Investment Forum am 15.10.2024

    Commerzbank – sinkende Zinsen belasten Ergebnis

    Die jüngsten Zinssenkungen stellen eine erhebliche Herausforderung für die Bankenlandschaft dar. Besonders betroffen ist die Commerzbank, deren Gewinn im letzten Jahr maßgeblich durch einen gestiegenen Zinsüberschuss befeuert wurde. Dieser stieg im vergangenen Jahr um fast 30 % auf 8,4 Mrd. EUR, während andere Ertragsquellen wie das Provisionsgeschäft rückläufig waren. Die jüngste Senkung der Zinsen könnte nun diesen wesentlichen Ertragspfeiler gefährden. Die Bank trifft daher Maßnahmen zur Kostenkontrolle und plant, ihre Einnahmen im Bereich Firmenkunden und digitale Bezahlprodukte zu diversifizieren.

    In den letzten Wochen hat die Commerzbank bedeutende Veränderungen auf der Führungsebene erlebt. Bettina Orlopp wird zum 1. Oktober 2024 die Nachfolge von Manfred Knof als Vorstandsvorsitzende antreten. Orlopp übernimmt somit ein anspruchsvolles Erbe, während Michael Kotzbauer als neuer stellvertretender Vorstandsvorsitzender ebenfalls in zentraler Rolle agieren wird. Diese Personalwechsel deuten auf eine strategische Neuausrichtung hin, die den Anlegern signalisieren soll, dass die Commerzbank weiterhin stark aufgestellt bleibt, trotz der aktuellen Herausforderungen und Unsicherheiten in der Branche.

    Gleichzeitig sieht sich die Commerzbank mit Übernahmeambitionen der italienischen UniCredit konfrontiert, die ihren Aktienanteil auf 21 % erhöht hat und plant, diesen auf 29,9 % auszubauen. Dieser Vorstoß hat in Berlin für Aufsehen gesorgt, weshalb die Bundesregierung weitere Aktienverkäufe vorerst gestoppt hat. Trotz dieser Spannungen zeigt sich die Commerzbank zuversichtlich und hat ehrgeizige Ziele für 2027 formuliert. Sie strebt eine Eigenkapitalrendite von über 12 % und einen Gewinn vor Zinszahlungen von 3,6 Mrd. EUR an, unterstützt durch eine Ausschüttungsquote von 70 %, was die Attraktivität für Investoren erhöhen dürfte. Die Aktie hat die Widerstandszone bei 15,80 EUR gebrochen und ist aktuell für 16,23 EUR zu haben.


    In Anbetracht der steigenden Goldpreise und der sinkenden Zinsen zeigt sich ein gemischtes Bild für die Wirtschaft. Barrick Gold profitiert vom hohen Goldpreis und ist profitabler, doch politische Instabilitäten gefährden aktuell die Produktionsziele. Desert Gold steht vor guten Aussichten dank einer geplanten Goldmine in Mali und könnte ein Übernahmeziel werden. Die Commerzbank leidet hingegen unter den Zinssenkungen, versucht aber durch strategische Diversifikationen und Kostenkontrollen gegenzusteuern und birgt, laut Analysten, trotz Übernahmeambitionen von UniCredit langfristig Potenzial.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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