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04.11.2021 | 05:08

Barsele Minerals, Mutares, Aurelius – Beteiligungen schaffen Werte!

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Bildquelle: pixabay.com

Kluge Beteiligungsstrategien können manch kriselndes Unternehmen retten oder andere zu wahren Überfliegern machen. Beteiligungsgesellschaften haben diese Prozesse professionalisiert und schaffen mit ausgefeilten Strategien und Portfolios substanzielle Mehrwerte für ihre Investoren. Aus diesem Grund werfen wir einen genaueren Blick auf das Thema Akquisitionen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: BARSELE MINERALS | CA0688921083 , MUTARES KGAA NA O.N. | DE000A2NB650 , AURELIUS EQ.OPP. O.N. | DE000A0JK2A8

Inhaltsverzeichnis:


    Barsele Minerals – Kein Beinbruch

    Längere Zeit standen die Kanadier mit ihrem Joint Venture-Partner Agnico Eagle Mines in exklusiven Verhandlungen über den Kauf von deren 45%-Beteiligung am chancenreichen Barsele Goldprojekt in Nordschweden. Die 33.500 Hektar umfassende Liegenschaft, an der Barsele Minerals aktuell 55% hält, befindet sich in der Bergbauregion Västerbottens Län, rund 600 km nördlich von Stockholm.

    Die beabsichtigte Transaktion umfasste ein Volumen von 45 Mio. USD. Agnico hätte mit Vollzug der Kapitalmaßnahme rund 15% der Anteile an Barsele Minerals gehalten. Nun aber meldeten die Kanadier, dass der LOI aufgrund „aktueller Marktbedingungen“ aufgehoben wurde. So sagte Gary Cope, President und CEO von Barsele, zu den neuesten Entwicklungen: „Obwohl beide Unternehmen enttäuscht sind, dass eine Transaktion zu diesem Zeitpunkt nicht möglich war, freut sich Barsele auf die Fortsetzung des Joint Ventures mit Agnico Eagle in Bezug auf das Projekt Barsele. Das Unternehmen ist nach wie vor vom Potenzial des Projekts Barsele überzeugt und wird weiterhin mit Agnico Eagle zusammenarbeiten.“

    Auch wenn sich Barsele nicht weiter zu den expliziten Gründen geäußert hat, vermuten wir, dass sich durch die anhaltenden Reiseerschwernisse zwischen Amerika und Schweden die Due Diligence des Projekts und Vor-Ort-Termine mit Banken und Finanziers schlichtweg als zu zeitintensiv herausgestellt haben. Aber aufgehoben ist nicht aufgeschoben. Wir sind optimistisch, dass der Deal in den nächsten Monaten doch noch über die Bühne gehen wird. Auch die Aktionäre scheinen die Meldung als nicht allzu dramatisch zu empfinden. So hat der Kurs der Aktie auf die jüngste Unternehmensmeldung kaum reagiert.

    Für die Aktionäre wäre die potenzielle Anteilsaufstockung der Kanadier ein Game Changer. Laut der 2019 durchgeführten NI 43-101 konformen Ressourcenschätzung verfügt die Liegenschaft aktuell über rund 2,4 Mio. Unzen Gold. Das Management sieht das Potenzial, die Ressource mittelfristig auf 3,5 Mio. Unzen Gold steigern zu können. Angesichts dieses Potenzials ist der aktuelle Börsenwert von rund 76 Mio. CAD sicher als moderat einzustufen.

    Mutares – Aktie sehr niedrig bewertet

    Als aktiver Investor kauft Mutares Gesellschaften, entwickelt diese weiter und veräußert sie anschließend wieder. Durch eine hohe Transaktionstätigkeit klingelt es in der Kasse der Süddeutschen. Im laufenden Geschäftsjahr hat das Unternehmen einen Konzernumsatz in Höhe von 2,4 Mrd. EUR in Aussicht gestellt. Das Umsatzziel für 2023 wurde sogar um über 50% auf mindestens 5 Mrd. EUR angehoben. Somit könnte der Investor 2023 einen Gewinn von rund 100 Mio. EUR einfahren, wodurch sich ein 2023er KGV von lediglich 5 errechnet. Sollte die Gesellschaft weiterhin den Großteil der Gewinne an ihre Anteilseigner auskehren, winkt eine Dividendenrendite von mehr als 10%!

    Vor wenigen Tagen erwarb Mutares die Ganter Construction & Interiors GmbH. Ganter verstärkt als neue Plattform-Akquisition das Segment Goods & Services. Als Generalunternehmer und Experte für hochwertigen Innenausbau setzt Ganter die Projekte international renommierter Kunden aus dem Retail-, Gewerbe- und Wohnbereich um. Der Kundenstamm umfasst Architekten, Hotels, Büros, Restaurants, Luxusmarken und private Immobilienbesitzer. Mit rund 200 Mitarbeitern erlöste Ganter zuletzt 110 Mio. EUR.

    Aurelius – Hohe Schlagzahl

    Auch bei AURELIUS Equity Opportunities geht es rund. Die Münchner greifen bei Konzernabspaltungen zu und erwerben mittelständische Firmen mit Entwicklungspotenzial. Kernelement der Investmentstrategie ist die operative Unterstützung der Portfoliounternehmen, womit deutliche Mehrwerte für die Aktionäre geschaffen werden können. Alleine in den letzten Tagen berichtete die Gesellschaft über drei Transaktionen.

    So erwarb Aurelius den norwegischen Händler für Werkstattausrüstungen Nordic Lift. Damit wird das AutoMateriell-Geschäft des Portfoliounternehmens NDS verstärkt, wodurch NDS zu einem führenden Anbieter von Werkstattausrüstung in Norwegen aufsteigt. Damit stellt Aurelius einmal mehr den Erfolg seiner Strategie unter Beweis, Portfoliounternehmen durch Add-on-Akquisitionen deutlich zu stärken. Zudem erwarb eine Tochtergesellschaft von Aurelius die britischen Geschäftsaktivitäten der McKesson Corporation mi Sitz im US-Bundesstaat Texas. Die Transaktion mit einem Unternehmenswert von 477 Mio. GBP wird durch den eine neu geschaffene Co-Investment-Struktur finanziert. McKesson UK umfasst Lloyds Pharmacy und den Pharmagroßhändler AAH. McKesson UK verfügt über eine etablierte Marktposition im Gesundheitssektor und erwirtschaftete im Jahr 2020 einen Umsatz von über 5 Mrd. GBP und ein EBITDA im hohen zweistelligen Millionenbereich.

    Auch auf der Exit-Seite waren die Münchner aktiv und berichteten über den Verkauf von Office Depot Europe an den strategischen Investor RAJA mit Sitz in Roissy, Frankreich, mit Wirkung zum 1. November. Die RAJA-Gruppe ist Europas führender B2B-Versandhändler für Verpackungen sowie Betriebs- und Lagerausstattung und ein bedeutender Player auf dem Markt für Bürobedarf und -möbel. Finanzielle Details der Transaktion wurden indes nicht bekannt gegeben.


    Aurelius und Mutares sind beides Spezialisten, wenn es um das Heben von Potenzialen aus Beteiligungen, der Entwicklung schlagkräftiger Portfoliounternehmen und erfolgreichen Exitstrategien geht. Bei Barsele liegt das Potenzial ebenfalls auf dem Tisch, allerdings muss es auch gehoben werden. Wir gehen davon aus, dass das Unternehmen weiter an einer Übernahme des Gesamtprojekts arbeitet. Sobald diese dann vollzogen wird, wird sich dies sicherlich sehr positiv auf den Aktienkurs auswirken.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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