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10.12.2021 | 05:10

Bayer, Almonty Industries, JinkoSolar – Noch deutlich Luft nach oben

  • Rohstoffe
  • Wolfram
Bildquelle: Almonty Industries

Die Inflation steigt unaufhörlich. Im November erklomm das Barometer für die Preissteigerung in Deutschland 5,2%, ein Niveau das zum letzten Mal vor 29 Jahren erreicht wurde. Die steigenden Energiepreise und explodierende Rohstoffkurse werden hier als Schuldige gefunden. In Hinblick auf die Energiewende befinden sich die dazu benötigten Stoffe wie Lithium, Kupfer oder Kobalt tatsächlich nahe an ihren Höchstständen. Beim für die Elektromobilität in Zukunft essenziellen Stoff Wolfram besteht jedoch noch Aufholpotenzial.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203981034 , JINKOSOLAR ADR/4 DL-00002 | US47759T1007 , BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017

Inhaltsverzeichnis:


    Almonty Industries – Wachsender Bedarf

    Die Klimaaktivisten wollen es genauso wie die Politik. Den Umstieg vom Verbrennungsmotor auf das mit Batterie betriebene Automobil. Diese Forderung, koste sie was sie wolle, treibt die Kobaltnachfrage und den Preis. Die Bedingungen, unter denen das Metall hauptsächlich in der Demokratischen Republik Kongo gefördert werden, werden dagegen unter den Tisch gekehrt. Eine extreme Umweltverschmutzung und Kinder, die unter Lebensgefahr in gefährlichen, illegalen Minen schuften, wo sich dagegen Banden mit dem Kobalt-Geschäft finanzieren.

    Geht es nach dem CEO von Almonty Industries, dürfte dieser Trend bald ein Ende finden. Für Lewis Black, dem CEO des kanadischen Unternehmens, rückt der Wechsel von Kobalt zu Wolfram immer näher. Wolfram ist extrem hitzebeständig und bietet Vorteile sowohl hinsichtlich der Lade-Leistung der Batterien als auch deren Sicherheit. Auch erlaubt es Wolfram, dass mehr Nickel in Batterien für E-Autos verbaut wird, was wiederum die Reichweite verlängert.

    Der Mann muss es wissen, denn schließlich baut die Almonty Industries in Ssangdong in Südkorea die größte Wolframmine der Welt. Der Spatenstich erfolgte bereits im 2. Quartal dieses Jahres, die Finanzierung wurde mit der Durchführung einer Kapitalerhöhung in Höhe von 9,4 Mio. EUR abgeschlossen. Den Fremdkapital-Einsatz steuert die Frankfurter KfW-IPEX Bank mit über 75,1 Mio. USD bei.

    Das Potenzial der Anlage nach Vollauslastung liegt bei 1,2 Mio. t Gestein, während am Anfang lediglich rund die Hälfte ausgeschöpft wird. Ab Ende 2022 soll die Mine etwa 30% des Wolfram-Angebots außerhalb Chinas produzieren. Neben der österreichischen Plansee-Gruppe ist CEO Lewis Black der zweitgrößte Aktionär von Almonty Industries. Zudem besitzt die Deutsche Rohstoff AG rund 12,2% an dem aussichtsreichen Unternehmen, das neben dem Hauptprojekt in Südkorea noch in Spanien und Portugal aktiv ist. Ein ausführliches Interview mit dem CEO von Almonty Industries, Lewis Black, können Sie hier lesen.

    Bayer AG – Rechtsrisiken belasten

    Der Pharma- und Agrarriese Bayer kommt einfach nicht aus den negativen Schlagzeilen. Nun senkt die Ratingagentur Moody´s den Ausblick von stabil auf negativ wegen den vorhandenen Rechtsrisiken. Das Rating wurde bei Baa2 bestätigt. Es besteht laut der Agentur die Gefahr einer höheren Auszahlung in Bezug auf die schwellenden Vergleichsverfahren in Deutschland und den USA wegen des Pflanzenschutzmittels Glyphosat. Wie Dow Jones Newswires berichtet, seien die Rechtsstreitigkeiten teuer und dämpften Bayers Flexibilität bei der Bestückung der Pharma-Pipeline. Zudem sei die Unsicherheit hoch. Nicht zuletzt sei die Reputation von Bayer beschädigt.

    Auf operativer Ebene konnte von den Leverkusenern der Start des Projekts Carbonview vermeldet werden. Die Plattform sei eine branchenweit einzigartige digitale Lösung, die Landwirten in den USA dabei hilft, den CO2-Fußabdruck ihrer Lieferkette zu messen. Sie stellt die CO2-Bilanz der Endprodukte auf und ermöglicht so, die Nachhaltigkeit der Lieferketten zu erhöhen und die Umweltauswirkungen der Landwirtschaft zu verringern. Aus technischer Sicht nähert sich die Aktie dem Allzeit-Tief bei 39,90 EUR. Aufgrund der Unsicherheit drängt sich hier eher kein Investment auf.

    JinkoSolar – deutlich gebeutelt

    Auch die Aktie von JinkoSolar, einem weltweit führenden Anbieter von Solarmodulen, kannte in den letzten Wochen nur den Gang nach unten. Nach einem Zwischenhoch Ende November bei 66,28 USD sackte das Papier auf unter 40 EUR in den Keller. Bisher hielt die Unterstützung auf diesem Niveau, ein weiterer Test scheint jedoch nicht unwahrscheinlich.

    Auf operativer Ebene konnte das chinesische Unternehmen in jüngster Vergangenheit einige Aufträge an Land ziehen. Der neueste Auftrag mit einem Volumen von 360 MW kommt von einem der größten Händler auf dem israelischen Markt, der Tadiran Solar Ltd. und sieht die Lieferung der neuesten N-Typ TOPCon-Solarmodule mit dem Namen Tiger Neo von 2022 bis 2023 vor.


    Die Elektromobilität benötigt viele Rohstoffe wie Kupfer, Lithium oder Nickel. Das umstrittene Kobalt könnte laut Experten durch Wolfram ersetzt werden. Hier ist Almonty Industries führend und baut in Südkorea eine Wolfram-Mine, die 30% des Bedarfs außerhalb Chinas abdecken kann. Weniger aussichtsreich sind hingegen die Aktien von Bayer und JinkoSolar.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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