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05.09.2022 | 05:10

Bayer, Almonty Industries, SAP – Neue Chancen nach dem Ausverkauf

  • Rohstoffe
  • Märkte
  • Knappheit
Bildquelle: pixabay.com

Es roch nach einem perfekten Wochenausklang. Positive Arbeitsmarkdaten aus den USA trieben die globalen Börsenindizes an, der deutsche Leitindex DAX ging wie Butter durch die psychologisch wichtige Marke von 13.000 Punkten. Dann kam jedoch der Gas-Schock mit der Mitteilung, dass Gazprom die Gaslieferungen über Nord Stream 1 nicht wieder hochfahren will. Somit lösten sich die erzielten Gewinne in Luft auf, allein der DAX dürfte heute tiefrot bei rund 12.700 Punkten in die neue Woche starten. Damit droht ein neuerlicher Test der Jahrestiefs, was bei ausgesuchten Aktien neue antizyklische Einstiegschancen ermöglichen könnte.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203981034 , SAP SE O.N. | DE0007164600

Inhaltsverzeichnis:


    SAP AG – Spitz auf Knopf

    Die Kursperformance der SAP-Aktie seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie im März 2020 ist schlichtweg als enttäuschend einzuordnen. Während der DAX seit dem Crash-Tief trotz einer seit Monaten laufenden Korrektur immer noch eine Performance von knapp 60% aufweisen kann, muss die Aktie der Walldorfer die markante Unterstützung bei 82,13 EUR mit aller Macht verteidigen, um nicht noch in deutlich niedrigere Regionen abzurutschen. Diese Zone ist umso wichtiger, da sich in diesem Bereich neben dem Corona-Tief auch die niedrigsten Notierungen der Jahre 2018 und 2019 befinden. Von Indikatoren-Seite gibt es jedoch keine Entwarnung.

    So steht der Trendfolgeindikator MACD auf Wochenbasis sogar noch vor einem Verkaufssignal. Ein Bruch des dreifach getesteten Bereichs würde ein Anschlusspotenzial bis rund 74,58 EUR ergeben.
    Positiv sehen verschieden Analystenhäuser den Wechsel auf dem CFO-Sessel. So hat die Schweizer Großbank UBS die Einstufung für SAP mit Blick auf den neuen Finanzchef Dominik Asam auf „Buy" mit einem Kursziel von 107 EUR wiederholt. Auch die Hamburger Privatbank Berenberg sieht den Wechsel des ehemaligen Airbus-Finanzchefs zum Software-Konzern positiv und erneuerte ihre Einschätzung mit „Buy“ und einem Kursziel von 110 EUR.

    Almonty Industries – Trotz Hindernissen im Plan

    Neben der bereits bestehenden Erdöl- und Erdgaskrise durch die Sanktionen gegen Russland könnte durch eine weitere Eskalation des Taiwan-Konflikts ein viel größeres Desaster auf uns zukommen. Denn bleibt die Bundesregierung bei ihrer Haltung, müsste sie auch China nach einem möglichen Beginn eines Konflikts sanktionieren, was fatale Folgen für die Beschaffung von kritischen Rohstoffen bedeuten würde. Wir sind ohne Frage abhängig vom Reich der Mitte. So kontrolliert die größte asiatische Volkswirtschaft die komplette Wertschöpfungskette bei seltenen Erdmetallen, auch beim kritischen Metall Wolfram zeichnet China für rund 85% der globalen Produktion verantwortlich. Wolfram gilt als essenzielles Metall für die High-Tech-Industrie und findet neben der Energie- und Lichttechnik auch in der Raumfahrt, Rüstungsindustrie sowie der Telekommunikations- und Medizintechnik seine Anwendung.

    Wie auch jetzt bei Erdöl und Erdgas suchen die westlichen Bündnispartner nach Alternativen außerhalb Chinas. Hier sticht das kanadische Unternehmen Almonty Industries heraus. Das Hauptgeschäft von Almonty mit Sitz in Toronto, Kanada, ist der Abbau, die Verarbeitung und der Versand von Wolframkonzentrat aus seiner Mine Los Santos in Westspanien und seiner Mine Panasqueira in Portugal sowie die Erschließung seiner Wolframmine Sangdong in Südkorea. Bei voller Inbetriebnahme zeigt sich die Sangdong-Mine in der Lagerstätte Almonty Korea Tungsten zukünftig für 50% der weltweiten Wolfram-Versorgung außerhalb Chinas verantwortlich.

    In den vergangenen Wochen konnten trotz hoher Hürden weitere wichtige Ziele erreicht werden. Zum einen erhielt Almonty Industries die zweite Tranche in Höhe von 4,1 Mio. USD aus dem Finanzierungskredit der KFW-IPEX-Bank. Das gesamte Volumen beträgt 75,1 Mio. USD. Zum anderen trotzten die zuständigen Bergleute den schwersten Regenfällen seit Jahrzehnten in der Region. Nach Angaben von CEO Lewis Black hat die Mine einen wichtigen Meilenstein erreicht, da der Stollen am Hangende die Ebene -1 erreicht hat. Dies sei von großer Bedeutung, denn es ermöglicht Almonty den Zugang zu bereits errichteten Infrastrukturen, die wieder instandgesetzt werden können, wie der Entwässerungsstollen oder der vertikale Schacht und eröffnet weitere Explorationen in der Erz-Zone. Eine technische Überprüfung, die nach dem Unwetter durchgeführt wurde, habe keine Auswirkungen auf die Infrastruktur nachgewiesen.

    Die Aktie von Almonty Industries verlor im Zuge der allgemeinen Marktkorrektur seit Jahresanfang rund ein Viertel ihres Wertes. Aufgrund der Knappheit des kritischen Rohstoffes dürfte das Unternehmen langfristig profitieren.

    Interessierte Anleger sollten sich den Dienstag, 27.09.2022 vormerken. Hier präsentiert CEO Lewis Black um 16.00 Uhr (MEZ) anlässlich des 4. International Investment Forum IIF. Für die virtuelle Veranstaltung können sie sich hier kostenlos anmelden.

    Die Sangdong-Mine in Südkorea soll zukünftig für 50% der Wolfram-Produktion ex-China verantwortlich sein. Quelle: Almonty Industries

    .

    Bayer AG – Es wird eng

    Ebenfalls weiter angeschlagen zeigt sich das Chartbild des Pharma- und Agrarriesen Bayer. Beim Niveau um 48,20 EUR verläuft ein seit November 2020 ausgebildeter Aufwärtstrend. Bei einem nachhaltigen Bruch wäre das Tief aus dem vergangenen Jahr bei 43,90 EUR die erste Anlaufstelle, danach winkt bereits das 2020er-Tief bei 40,34 EUR.

    Positives gibt es in Sachen Glyphosat-Prozess zu vermelden. So gewannen die Leverkusener einen weiteren Prozess um angebliche Krebsrisiken des Glyphosat-haltigen Unkrautvernichters Roundup. Die Jury eines Gerichts in St. Louis entschied am Donnerstag, dass das Produkt des 2018 von Bayer übernommenen US-Saatgutherstellers Monsanto nicht für die Erkrankungen der Kläger verantwortlich wäre.

    Deutlich positiver als den gegenwärtigen Kursverlauf sehen Analysten die Entwicklung der Bayer AG. So hob die US-Investmentbank JPMorgan das Kursziel für die Aktie der Leverkusener von 75 auf 80 EUR an, das Urteil wurde mit „overweight“ bestätigt. Ebenfalls positiv ist die Schweizer Großbank UBS, die die Bayer-Aktie weiterhin als Kauf mit einem unveränderten Kursziel von 96 EUR sieht.


    Nach einer fulminanten Kursrallye wurden die Märkte mit dem Stopp der Gaslieferungen über Nord Stream 1 durch Gazprom ausgebremst. Entsprechend kämpfen jetzt SAP als auch Bayer um wichtige charttechnische Unterstützungen. Almonty Industries baut die größte Wolfram-Mine der Welt und dürfte aufgrund der Rohstoffknappheit langfristig profitieren.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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