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14.04.2023 | 04:50

Bayer Aktie, Defence Therapeutics, Merck KGaA - Daten-Power sorgt für Highspeed-Kommerzialisierung

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Bildquelle: pexels.com

Deutschland ist bei den forschenden Pharmafirmen eins der am besten finanziertesten Länder. Dennoch regt sich Kritik bei Stefan Oelrich von Bayer Healthcare. Er findet, dass der Datenschutz die Forschung ausbremse. Dagegen setzt Defence Therapeutics auf enorme Geschwindigkeit. Dank ihrer datengetriebenen ACCUM Plattform Technologie verhelfen sie inbesondere mRNA-Impfstoffen zu intensiveren Ergebnissen. Wie wertvoll Daten sind, muss Pharma-Riese Merck gerade in den USA erfahren. In einer klinischen Phase-III Studie stoppte die FDA die Aufnahme weiterer Patienten und verlangsamt dadurch die Forschung. Der Grund des Stopps hat es allerdings in sich...

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Juliane Zielonka
ISIN: BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , DEFENCE THERAPEUTICS INC | CA24463V1013 , MERCK KGAA O.N. | DE0006599905

Inhaltsverzeichnis:


    Bayer - Pharma Chef Oelrich „Datenschutz bremst Forschung“

    Bayer-Pharma-Chef Stefan Oelrich findet klare Worte zum Standort Deutschland für seine Sparte:„Es ist hierzulande schwerer als in anderen Technologienationen, für die Forschung an anonymisierte Patientendaten zu kommen.“ Das liegt zum einen an den fehlenden Schnittstellen innerhalb der Gesundheitsmarkt-Stakeholder wie Krankenhäuser, forschende Einrichtungen und zum anderen am Datenschutz.

    Doch der Pharma freundliche Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat bereits im März dieses Jahres einen Entwurf veröffentlicht für die elektronische Patientenakte (ePA). Damit können Nutzerdaten direkt anonymisiert weiter verwendet werden, es sei denn, der Patient stimmt dem ausdrücklich nicht zu (Opt-Out). Es ist vergleichbar mit einer digitalen Entmündigung. Außer einem „gar nicht mitmachen“ bleibt nur die Zustimmung zur weiteren Verwendung der Patientendaten.

    Konkret heißt es im Entwurf: „Ziel ist es, bis 2025 eine flächendeckende Umstellung auf die ePA zu erreichen. Wer diese nicht nutzen möchte, muss aktiv widersprechen.“
    Schaut man sich die Datenlage genauer an, so ist Deutschland laut GTAI eine der am höchsten industriell gesponserten klinischen Studien Länder.

    Auch der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen vfa betont auf seiner Homepage „Deutschland ist Spitze in der Medikamentenforschung: Jährlich investieren die forschenden Pharma-Unternehmen mehr als 7 Mrd. EUR in neue Arzneimittel und innovative Therapien.“
    Die Aussage Oelrichs kann als politischer Flügelschlagen gesehen werden, um mehr Wind l aus den Reihen der liberalen Partei zu bekommen. Für einen technologiefreundlichen Forschungsstandort Deutschland.

    Defence Therapeutics - HighSpeed-Entwicklung für mRNA Impfstoffe und ADC Produkte

    Wer in Pharma-Aktien investiert, sollte vor allem Geduld mitbringen. Vom Molekül bis zum Therapeutikum vergehen inklusive der klinischen Forschung rund 10 Jahre, bis ein pharmazeutisches Produkt kommerzialisiert werden kann. Digitalisierung sorgt für neue Geschwindigkeit in der Pipeline. Wenn entsprechende Daten und deren Endpunkte durch technologische Plattformen effizienter ausgelesen werden, beschleunigt das die Entwicklung. Genau dieses Prinzip wendet Defence Therapeutics an.

    Das kanadische Biotech-Unternehmen mit Sitz in Vancouver arbeitet an der nächsten Generation von mRNA-Impfstoffen und ADC Produkten. ADCs sind eine innovative Art von Medikamenten in der Krebsbekämpfung, die Antikörper und Toxine miteinander verbinden. Durch die Verknüpfung wird das Toxin direkt zur Krebszelle transportiert und dort freigesetzt, um die mutierte Zelle zu zerstören. Dieses Konzept ermöglicht eine gezielte und effektive Behandlung von Krebs.

    Die Plattform-Technologie ACCUM™ von Defence Therapeutics überwindet problematische Zellrecycling- und Abstoßungsmuster und ist die erste Lösung, die es ADCs ermöglicht, die intrazelluläre Abgabe von Chemotherapeutika zu kontrollieren, was zu einer überlegenen präklinischen Anti-Tumor-Aktivität führt.

    Nun ist es dem Unternehmen gelungen, die ACCUM™ Plattform auch für mRNA Impfstoffe einzusetzen. mRNA Impfstoffe sind vielen Investoren bekannt durch die Covid-Impfungen. "Durch die Konjugation von mRNA mit ACCUM™ erwarten wir, dass die Immunogenität des Impfstoffs verbessert wird, was zu einer starken Immunantwort führt", sagt Dr. Rafei, VP Forschung und Entwicklung von Defence Therapeutics. Immunogenität ist die Fähigkeit einer externen Substanz, z. B. eines Antigens, im Körper eines Menschen oder eines anderen Tieres eine verstärkte Immunreaktion hervorzurufen.

    Laut einer aktuellen Studie von Precedence Research wird der Markt für mRNA-Therapeutika bis zum Jahr 2030 voraussichtlich einen Wert von über 117,20 Mrd. EUR erreichen. Dieses Wachstum wird von 2022 bis 2030 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 13,03 % erwartet. Die Forschungsergebnisse zeigen somit ein enormes Potenzial für die mRNA-Therapie und unterstreichen die Bedeutung dieser innovativen Behandlungsmethode. Wer mehr erfahren möchte, registriert sich beim 7. International Investment Forum am 10. Mai 2023, um Dr. Moutih Rafei, VP R&D, Director Fragen zu stellen.

    Merck KGaA - FDA stoppt klinische Studie zu Multipler Sklerose

    Wie wertvoll Real World Data und krankheitsbezogene Daten-Endpunkte von Patienten für die pharmazeutische Forschung sind, muss Pharmakonzern Merck diese Woche am eigenen Leib erfahren.

    Die FDA hat diese Woche beschlossen, dass keine weiteren Patienten mehr in die Behandlung im Rahmen einer klinischen Phase-III-Studie mit dem MS-Medikament Evobrutinib aufgenommen werden dürfen. Diese betrifft die Einleitung der Behandlung mit Evobrutinib bei neuen Patienten in den USA sowie jene US-Patienten, die weniger als 70 Tage mit der Studienmedikation behandelt wurden. Grund: Leberschäden bei zwei Probanden. Die beiden festgestellten Fälle waren asymptomatisch und die Leberenzyme der Patienten hatten sich nach Absetzen der Studienmedikation vollständig normalisiert.

    Das laufende klinische Phase-III-Programm EVOLUTION zu Evobrutinib bei Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose, dessen Patientenaufnahme abgeschlossen ist, wird wie geplant fortgesetzt. "Merck arbeitet eng mit der FDA zusammen, um den besten Weg zum Wohle der Patienten in laufenden und zukünftigen Studien mit Evobrutinib zu finden", hieß es in einer Erklärung des Konzerns.

    Die Rekrutierung für eine Phase-III-Studie mit 2.000 Teilnehmern ist bereits abgeschlossen und eine laufende Studie soll wie geplant fortgesetzt werden. Merck geht davon aus, dass die ersten Daten aus dieser Studie im vierten Quartal 2023 vorgelegt werden.

    Die Aktien rauschten um 6,3 % nach unten, als die Meldung durchsickerte, denn Analysten haben Bedenken hinsichtlich der zukünftigen Verträglichkeit dieser Medikamenten-Klasse geäußert. Die Aktie des Pharmakonzerns schlossen bei 161,25 EUR, der Schlusskurs des letzten Handelstages lag jedoch bei 173,30 EUR.


    Defence Therapeutics hat die Nase vorn in der Entwicklungs-Geschwindigkeit dank der datenbasierten Plattform-Technologie sowohl für mRNA-Impfstoffe als auch ADC Produkte im Kampf gegen den Krebs. Das Nachsehen scheint die Pharmaforschung von Bayer am Standort Deutschland zu haben. Doch mit dem Vorstoß des aktuellen Gesundheitsministers zur digitalen Patientenakte kann sich das schon ab kommenden Jahr ändern. Merck hingeben muss sich in Geduld üben, um in der Studie für ihr MS Medikament voranzukommen. Wer Daten mag, setzt auf Defence Therapeutics und schaut bei Bayer genau hin. Dort steht ein Führungswechsel bevor in einigen Wochen.


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    Der Autor

    Juliane Zielonka

    Die gebürtige Bielefelderin studierte Germanistik, Anglistik und Psychologie. Das aufkommende Internet in den frühen 90ern führte sie von der Uni zu Ausbildungen in Grafik-Design und Marketingkommunikation. Nach Jahren der Agenturarbeit im Corporate Branding wechselte sie ins Publishing und lernte ihr redaktionelles Handwerk bei der Hubert Burda Media.

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    Das kriegerische Jahr 2025 ist für europäische Investoren zumindest mit schönen Portfoliogewinnen zu Ende gegangen. Der EU-Staatenbund hat beschlossen, bis zu 3 Billionen EUR in die Verteidigung zu stecken und den Defense-Anteil am BIP langsam Richtung 5 % zu entwickeln. Das sind gewaltige Investitionen in Sicherheit, die im ersten Augenblick am Konsumenten vorbeigehen. Langfristig schaffen sie aber Sicherheit und vielleicht ein neues Aufwärts-Szenario für die laborierende Wirtschaft auf dem alten Kontinent. Doch alles, was viel Geld kostet ist schuldenfinanziert, denn die fallenden Steuereinnahmen reichen hierfür schon lange nicht mehr aus. D. h. die hohe Inflation wird sich fortsetzen. Anleger sind gut daher weiterhin bedient, die guten Aussichten bei weltweiten Aktien entsprechend in der Vermögensstruktur abzubilden. Auf diesem Paradoxon fußt der Aktienmarkt. Hohe Teuerung heißt, dass die Asset-Bubble weitergeht. Ein Beispiel hierfür liefert Venezuela: DeFacto pleite, da partieller Staats-Default, horrende Inflation, aber der Aktienmarkt plus 1.200 %. Also: Volatil wird es bleiben, dafür sorgen KI-getriebene Handelsmodelle und Algos, die menschliche Gier und Angst längst perfekt vorhersagen können. Viel Glück daher auch in 2026 für Ihre Nerven und die richtige Titelwahl!

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