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08.03.2023 | 04:44

Bitte den Strom anstellen! Myriad Uranium, RWE, E.ON, Uniper, ThyssenKrupp – Regenerative Energie plus Atomkraft ist die grüne Zukunft!

  • Alternative Energien
  • Atomkraft
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Bildquelle: pixabay.com

Die grüne Politik aus Berlin und Brüssel ist leider nicht zu Ende gedacht. Denn wenn die Mobilität gänzlich auf Strom umgestellt werden soll, braucht es deutlich mehr Energie, als heute zur Verfügung steht. Der Flächenverbrauch in Deutschland ist durch die alternative Energie-Erzeugung durch Wind und Sonne extrem angestiegen. Mittelfristig führt daher eine weitere Forcierung dieser Energiequellen zu einem sinkenden Lebensstandard und weniger Natur. Atomenergie als Auslaufmodell – scheinbar nur in Deutschland. Gut, dass uns die Nachbarn Frankreich und Tschechien gerne an ihr Netz lassen. Das hat seinen Preis und bedeutete für Deutschland das gleiche Risikoprofil, wie wenn die Reaktoren bei uns stünden. Welche Aktien passen in die europäische Energielandschaft?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: MYRIAD URANIUM CORP | CA62857Y1097 , E.ON SE NA O.N. | DE000ENAG999 , RWE AG INH O.N. | DE0007037129 , UNIPER SE NA O.N. | DE000UNSE018 , THYSSENKRUPP AG O.N. | DE0007500001

Inhaltsverzeichnis:


    Myriad Uranium – Weltweiter Boom in der Kernkraft

    In der chinesischen Pipeline stehen derzeit 47 Atomreaktoren, die innerhalb der nächsten acht bis zehn Jahre in Betrieb gehen sollen. Im weltweiten Vergleich ist Peking damit an der Spitze der internationalen Planungen, gefolgt von Russland und Indien. Im Jahr 2020 gingen zuletzt vier nukleare Kraftwerke weltweit in den Bau. Hierzulande nimmt die Stromerzeugung durch erneuerbare Energien jährlich weiter zu, während die mithilfe von Kernenergie erzeugte Stromausbeute gegen Null geht.

    Der Uranmarkt ist in den vergangenen Monaten wieder in Bewegung gekommen. Viele Aktien sorgten für rasante Kursgewinne. Global Atomic hat sich in Afrika ein Riesenprojekt im Staat Niger gesichert. Das Land ist mit 5-7% Marktanteil der sechstgrößte Uranproduzent weltweit. Umringt von politisch instabilen Ländern wartet Niger mit einer guten Jurisdiktion auf. Seit Jahren baut dort auch der französische Staatskonzern Areva sein benötigtes Uran ab. Zusammen mit Global Uranium und Goviex liegt man unmittelbar bei den Liegenschaften eines neuen Explorers namens Myriad Uranium. Das Unternehmen hat sich nach langen politischen Prozessen ein Landpaket mit mehr als 1.800 Quadratkilometer gesichert und hat bereits 24.000 Meter an Bohrungen durchgeführt.

    Myriad kooperiert in der Ausbeutung der Lizenzen im Tim Mersoi Basin mit Loxcroft Resources. Das Unternehmen konnte seine Konzessionen noch vor dem Einmarsch Russlands in die Ukraine sichern und steht in der Region nun als Gewinner da. Wenn die Explorationen im Jahr 2023 die gewünschten Ergebnisse liefern, ist CEO Thomas Lamb sicher, einen Major als Käufer anzulocken, denn der Uranmarkt ist leer gefegt. Mit vollverwässerten 37,36 Mio. Aktien ist das Unternehmen nur mit 13,4 Mio. CAD bewertet. Die Aktie ist in Kanada und Deutschland gelistet. Aussichtsreich!

    Im Rahmen der diesjährigen INDABA Mining-Konferenz in Kapstadt stellte CEO Thomas Lamb dem International Investment Forum (IIF) seine Strategie im Uranmarkt vor (www.ii-forum.com):

    RWE – Einer der größten Anbieter von grüner Energie

    Abseits der Kernenergie dürfte der weltweite Ausbau alternativer Energien, wie Wind, Solar und Wasserstoff in den nächsten Jahren exorbitant zulegen. Mit 120 Jahren erfolgreicher Geschichte im Rücken, hat sich RWE zuletzt fundamental komplett gewandelt und ist heute ein führender Anbieter von erneuerbaren Energien weltweit. Mit Windparks, Solarkraft und Batteriespeichern in vielen Ländern ist der größte Teil des RWE-Kerngeschäfts heute grüner Strom.

    Geplant ist, bis Ende der Dekade mehr als 50 Mrd. EUR in Erneuerbare Energien zu investieren, die vielversprechende Wasserstoff-Technologie wird darin stark vertreten sein. RWE hat sich selbst zur Klimaneutralität bis 2040 bekannt und möchte die Grundsätze seines Wirtschaftens einer strengen Nachhaltigkeit unterlegen. Aktuell vermeldet der Konzern die Übernahme von JBM Solar, einem der größten Projektentwickler Großbritanniens im Bereich der Solar- und Batteriespeicherung. Mit dem Erwerb bekommen die Düsseldorfer Zugriff auf eine Entwicklungspipeline mit einer Gesamtkapazität von etwas mehr als 6 Gigawatt. Die ersten Solar- und Batterie-Speicherprojekte können bereits Ende 2024 in Betrieb gehen, man rechnet überdies mit einer Inbetriebnahme von ungefähr 450 Megawatt pro Jahr. Die Aktie handelt mit einem 2023e KGV von 11,5 und schüttet 2,5% aus. Refinitiv Eikon vermerkt 21 Analystenempfehlungen mit einem mittleren 12-Monats-Kursziel von 51,13 EUR.

    E.ON Manager wird Uniper-Chef

    Die E.ON-Abspaltung Uniper wurde in 2022 zu 98,9% verstaatlicht. Es ist anzunehmen, dass die restlichen freien Aktionäre bald einem Squeeze-Out unterliegen und das Papier dann komplett von der Börse genommen wird. Derweil konnte für den scheidenden CEO Klaus-Dieter Maubach ein Nachfolger gefunden werden. E.ON -Manager Michael Lewis wird künftig als Vorstandsvorsitzender die Geschicke des verstaatlichten Gasimporteurs lenken, der Aufsichtsrat hat die Personalie in einer außerordentlichen Sitzung beschlossen. Wann genau er seinen Dienst antritt, steht noch nicht fest.

    Nach der Fast-Pleite von Uniper, hat sich die Gasversorgungslage in Deutschland offenbar entspannt. Denn stark gestiegene Gasimporte aus Norwegen, den Niederlanden und Belgien haben den Wegfall der russischen Gaslieferungen seit Ende August 2022 fast kompensiert. Dies geht aus einem internen Papier der Bundesnetzagentur hervor. Während die E.ON-Aktie in 12 Monaten immerhin 2% Plus auf die Waage bringt, hat Uniper mit 83% Verlust sein Vertrauen bei den Anlegern verspielt. E.ON handelt mit einem 2023e KGV von 11,7 und schüttet gut 5% an seine Aktionäre aus. Die durchschnittliche Kurserwartung der 24 Analysten bei Refinitv Eikon liegt bei 10,97 EUR, also nur knapp über dem aktuell gehandelten Kurs.

    ThyssenKrupp – Strategisches Hick-Hack

    Die TKA-Aktie performt an der Börse derzeit sehr gut und konnte seit Jahresbeginn bereits 28% zulegen. Intern fliegen wohl die Fetzen, da neben dem geplanten IPO der Wasserstoff-Tochter Nucera weitere strategische Optionen geprüft werden. Angeblich wird auch über die Stahl-Sparte diskutiert, da hier konkrete Übernahme-Angebote aus dem Ausland vorliegen. CEO Merz möchte eine grüne ThyssenKrupp AG und drängt auf eine Abspaltung des Problembereichs. Wir hatten bereits mehrfach auf die TKA-Aktie hingewiesen. Mit einem Buchwert von aktuell knapp 23 EUR dürfte im Falle einer Abspaltung eine rasche Wertaufhellung über den Börsenpreis erfolgen. Spekulativ hochinteressant.


    Klimaschutz durch CO2-Vermeidung hängt an vielen Komponenten. Fakt ist, der Strombedarf wird sich allein durch die Wohlstandsmehrung in den Emerging Markets mit Faktor 1,5 in den nächsten 5 Jahren erhöhen. RWE, E.ON und ThyssenKrupp sind Standardwerte mit Lösungskompetenz was Energie-Erzeugung angeht. Myriad Uranium hat beste Karten, eine große Lagerstätte zu entdecken.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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