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26.05.2021 | 04:33

Chips ausverkauft: Nvidia, Infineon, AMD, Defense Metals – E-Mobilität sorgt für leere Regale!

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  • Seltene Erden
Bildquelle: pixabay.com

Die Hightech-Branche kommt derzeit nicht zur Ruhe. Grund für die große Aufregung in der Branche sind enorme Lieferengpässe bei wichtigen Steuer- und Sensorchips, vor allem für die Automobilbranche. Neben verzögerten Auslieferungen, kommen die generellen Ressourcen-Engpässe im Rohstoffbereich hinzu. Oftmals müssen 50% höhere Sofortlieferpreise für einzelne Komponenten in die Kalkulation eingerechnet werden. Die Chip-Knappheit ist eine Begleiterscheinung der Corona-Krise. Bedingt durch Homeoffice sowie Fehleinschätzungen der begrenzten Fertigungskapazitäten, kommt es seit 2020 zu Lieferengpässen bei Halbleitern und Komponenten. Wir richten einen Blick auf eine Branche, die seit Beginn des Handelskriegs zwischen USA und China einen schweren Stand hat.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: CA2446331035 , US0079031078 , US67066G1040 , DE0006231004

Inhaltsverzeichnis:


    Nvidia – Super Zahlen erwartet und Aktiensplit 1:4

    Der Grafikchip-Hersteller Nvidia (NVDA) kündigte am Freitag einen Aktiensplit im Verhältnis 1:4 an, nur wenige Tage vor Veröffentlichung der Ergebnisse für das erste Quartal. Die Nvidia-Aktie, welche zu den Top-Performern der NASDAQ in 2020 gehörte, reagierte mit einem Kurssprung von über 4% auf die Nachricht. Das in Santa Clara, Kalifornien, ansässige Unternehmen ist seit Monaten bei seinen Grafikkarten ausgebucht. Ein großer Teil der Nachfrage kommt pandemiebedingt von Herstellern von Gaming-PCs, Spielekonsolen und auch von den Krypto-Schürfern, die Hochleistungs-Grafikchips von Nvidia bevorzugt einsetzen.

    Nvidia plant heute nach Börsenschluss Ergebnisse für das erste Quartal zu veröffentlichen. Analysten erwarten einen Umsatz von 5,4 Mrd. USD sowie einen Gewinn je Aktie von 3,27 USD. Das würde ein Wachstum von 75% bzw. 82% bedeuten, ein Beweis, dass es bei Nvidia brummt. Der angekündigte Aktiensplit soll die Aktie für Privatinvestoren handelbarer machen. In der Vergangenheit führte allein die Veröffentlichung eines solchen Vorhabens zu regelrechten Kurssprüngen. Der vorgesehene Split muss allerdings noch auf der HV am 3.Juni genehmigt werden.

    Die NVDA-Aktie steht auf einem Alltime-High bei 624 USD, was einer Marktkapitalisierung von 388 Mrd. USD entspricht. Toll, was aus dem Unternehmen in fünf Jahren geworden ist. Der Kurs hat sich in dieser Zeit mehr als verzehnfacht.

    Infineon – Führende Rolle durch China bedroht

    Für das deutsche Hightech-Unternehmen Infineon (IFX) wächst in China zunehmend harte Konkurrenz heran. Ein Beispiel ist der bevorstehende Launch des neuen IGBT6.0-Chips, den der chinesische Hersteller BYD soeben angekündigt hat. Aktuell liegen die Marktanteile zu 58% bei Infineon und erst mit 18% bei BYD. Zehn andere namhafte Hersteller kommen zusammen gerade einmal auf einen Anteil von 24%. Man kann Infineon in diesem Segment heute noch eine dominierende Stellung attestieren.

    Besonders bei den in der Automobil-Industrie benötigten IGBT-Chips sind allerdings schon die wirtschaftlichen und politischen Trends erkennbar, die den chinesischen Herausforderer in den kommenden Jahren gegenüber den deutschen Produzenten begünstigen werden. Die Leistungs- und Qualitätsmerkmale werden immer besser und lassen den deutschen Technologievorsprung allmählich in das Hintertreffen geraten.

    Laut einer Marktstudie von CITIC Securities wird der Marktanteil der Fernost-Hersteller schnell auf über 20% wachsen. BYD, das mit seiner Produktion von E-Autos einer der größten Nutznießer des neuen Booms der E-Mobilität ist, produziert mittlerweile seine eigenen IGBT-Chips und gilt spätestens seit 2019 als ernster Konkurrent der etablierten Halbleiter-Produzenten wie Infineon oder Mitsubishi Electric.

    Noch ist Infineon mit seinem Produktpalette viel breiter aufgestellt als BYD. Denn seit der Übernahme von Cypress Semiconductors sind die Deutschen der weltgrößte Hersteller von automobilen Chips. Auch bei MOSFETs, Memory-Chips und bei Spezialchips für den Powertrain, ADAS- oder Infotainment-Systeme, sind die Münchener momentan klar die Nummer Eins. Der IFX-Aktienkurs hat sich nach einer kurzen Konsolidierung wieder auf 32,2 EUR hinaufgeschwungen, das Alltime-High liegt bei 37,3 EUR.

    AMD – Ein neuer Chip mit dem Codenamen Milan-X

    Seit dem verlängerten Wochenende gibt es Gerüchte über eine gestapelte Prozessorlösung von Advanced Micro Devices (AMD). Am gestrigen Dienstag erschien sogar ein Codename im Internet: Milan-X.

    Mit einem mysteriösen „Lasagne-Tweet“ eröffnete am 24. Mai die Gerüchteküche um das neue Chipwunder. Am gestrigen Tag wurde aus weiteren Quellen folgendes interpretiert: Der Codename Milan-X deutet darauf hin, dass die Verwendung erst einmal für das Profi-Segment geplant ist. In späteren Generationen könnte das Design seinen Weg in andere Bereiche finden, so wie Intel es in Kürze in fast allen Segmenten versuchen will. Auch hier ist der Markt in großer Aufruhr.

    Dass AMD an diesen Lösungen arbeitet, ist bereits seit Jahren bekannt und wurde zuletzt vor einem Jahr offiziell bestätigt. Das AMD-Ziel ist schnell formuliert: Viel mehr Bandbreite als alles was bisher am Markt verfügbar ist! Die AMD-Aktie hat eine Gipfelbildung bei 95 USD hinter sich und konsolidiert gerade bei 78 USD. Wir sind gespannt, wann die Hightech-Schmiede aus Santa Clara mit den News herauskommt.

    Defense Metals – Kapitalerhöhung erfolgreich platziert

    Für die Herstellung von Hightech-Geräten braucht es nicht nur Chips in Hülle und Fülle, sondern auch Sensoren, Permanentmagnete und andere sensible Bauteile. Vertreten ist in diesen Werkstoffen auch immer eine gewisse Menge an Seltenen Erden. Vorkommen von diesen speziellen Metallen gibt es vor allem in China (mehr als 80% der Weltvorräte) sowie Nordamerika. Wir sprechen insbesondere von den elektromagnetisch wichtigen Elementen wie Neodymium, Praseodymium, Dysprosium und Terbium.

    Defense Metals Corp. ist ein kanadischer Explorer, der sich auf die Suche und Förderung von seltenen und kritischen Mineralvorkommen konzentriert, welche üblicherweise im Strommarkt, beim Militär und in Anwendungen für die nationale Sicherheit Verwendung finden. Auch für die Produktion von grünen Energien, wie z.B. in Solarkraftwerken oder Windturbinen, braucht es hochfeste Legierungen und Seltenerdmagnete. Hier möchte man zu einem gefragten Lieferanten werden.

    Aktuellen Studien zufolge wird die Nachfrage in zehn Jahren bei der fünffachen Menge des heutigen Bedarfs liegen. Die aktuellen Trends in der E-Mobilitäts- und Stromspeicherindustrie werden hier schlichtweg extrapoliert. Momentan sind sich Regierungen weltweit einig, dass man längst von strategischen Metallen spricht. Gefahr für eine Angebotsseite, die von China dominiert wird, drohen aus vielen politischen Richtungen.

    Defense Metals Corp. hat seine angekündigte Privatplatzierung von Stammaktien und Optionsscheinen zum Kauf von Stammaktien an institutionelle Investoren abgeschlossen. Für 15,6 Mio. Stammaktien wurde dabei ein Bruttoerlös von insgesamt 5 Mio. CAD erzielt. Die zugehörigen Optionsscheine können bis zum 17. Mai 2024 jederzeit zu einem Ausübungspreis von 0,45 CAD pro Stammaktie ausgeübt werden. Defense Metals beabsichtigt, den Nettoerlös aus der Platzierung für den Abschluss einer vorläufigen wirtschaftlichen Bewertung des Projekts Wicheeda, einer Pilotanlage, die Durchführung eines weiteren Explorationsprogramms und Umweltstudien einzusetzen.

    Mit einem Börsenkurs von 0,29 CAD erreicht die Marktkapitalisierung eine Höhe von 22,4 Mio. CAD. Der aktuelle Rückgang begründet sich auf die laufende Platzierung. Danach sollte es wieder konstant nach oben gehen mit dem Kurs, der im Februar bei über 0,70 CAD stand.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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