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28.10.2026 | 05:36

Es wird spannend bei Strategic Resources, thyssenkrupp und Heidelberg Materials! Wer verdient jetzt am Umbau der Schwerindustrie?

  • Grüner Stahl
  • CO2
  • Emissionen
  • Reduktion von CO2
  • Dekarbonisierung
  • Rohstoffe
  • Einsenerz
  • Vanadium
Bildquelle: Pixabay

Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von Power Metallic Mines
Die Rahmenbedingungen im Bausektor verbessern sich allmählich. Vor wenigen Tagen sprach Heidelberg-Materials-Chef Dominik von Achten gegenüber Reuters von vorsichtigen Erholungssignalen im dritten Quartal. Investitionen in Energieinfrastruktur und Rechenzentren kämen langsam voran. Für die Industrie ist das eine willkommene Perspektive. Neue Infrastruktur braucht Stahl und Beton. Gleichzeitig müssen die Produzenten Emissionen senken, ohne ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. Genau an dieser Schnittstelle treffen die Unternehmen zusammen. Strategic Resources plant eine Anlage für hochwertige Eisenerzpellets, die in der emissionsärmeren Stahlproduktion gebraucht werden. thyssenkrupp geht mit der Abspaltung seiner Werkstoffhandels- und Logistiksparte einen weiteren konsequenten Schritt in Richtung Finanzholding. Heidelberg Materials vermarktet zwar schon CO₂-armen Zement, kämpft aber mit diversen Herausforderungen. Wer verwandelt die Chancen am schnellsten in steigende Aktienkurse?

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: Strategic Resources Inc | CA86277X4093 , THYSSENKRUPP AG | DE0007500001 , DE0006047004

Inhaltsverzeichnis:


    Strategic Resources: Die Stahlwende beginnt beim Einsatzstoff

    Die Explorationsgesellschaft erschließt kritische Vorkommen von Vanadium, Titan und hochreinem Eisenerz in Kanada und Finnland. Priorität besitzt die geplante Anlage am Hafen Port Saguenay in Québec mit Zugang zur Seeschifffahrt, Wasserkraft und Erdgas, welche jährlich 4 Mio. Tonnen hochwertige Eisenerzpellets herstellen soll. Damit soll die vorgelagerte Stufe der Stahlproduktion besetzt werden.

    Strategisch vorteilhaft, setzt das Geschäftsmodell zunächst auf die Verarbeitung zugekauften Konzentrats. Für Beschaffung und Vermarktung existieren definitive Vereinbarungen mit einer Tochter von Javelin Global Commodities über rund 4 Mio. Tonnen Konzentrat beziehungsweise bis zu 4 Mio. Tonnen Pellets jährlich. Beim zugrundliegenden BlackRock-Projekt befinden sich die Änderungsverfahren in einem fortgeschrittenen Stadium der behördlichen Prüfung. Gegenstand ist die Erweiterung der Pelletanlage von ursprünglich 1,5 Mio. auf 4 Mio. Tonnen Jahreskapazität.

    Neben Kanada umfasst die mittelfristige Perspektive von Strategic Resources auch das finnische Vanadium-Projekt Mustavaara, welches eine historische Produktion aufweist. Dessen vanadiumreiches Konzentrat wurde für Tests im Forschungsprojekt FutSteel ausgewählt, wie die Gesellschaft im Sommer mitteilte. Das Projekt läuft von 2026 bis 2029 und besitzt ein Gesamtbudget von 17 Mio. EUR.

    Die Potenziale des innovativen Batteriegeschäfts adressieren die Kanadier über die Kooperation mit dem Technologiepartner Tyfast Energy. Hier stehen innovative Lithium-Vanadium-Oxid-Anoden (LVO) im Mittelpunkt. Diese spielen im stark wachsenden Markt für langlebige Schnelllade-Energiespeicher im Schwerlast- und Verteidigungssektor eine große Rolle.

    thyssenkrupp: Konsequente Umsetzung schreitet voran

    Der Industriekonzern will sich bis 2030 zu einer Finanzholding entwickeln, die u. a. in den Bereichen Stahl, Werkstoffhandel, Automobilkomponenten, Anlagenbau und Marine tätig ist. Ziel ist es, die bislang eng miteinander verbundenen Geschäftsbereiche eigenständiger zu machen, mit mehr Ergebnisverantwortung und perspektivisch einem eigenen Zugang zum Kapitalmarkt.

    Den Auftakt machte die Marinesparte TKMS, die im Oktober 2025 an die Börse gebracht wurde. thyssenkrupp hält weiterhin 51 % der Anteile. Nun soll mit tk accelis der nächste Geschäftsbereich folgen. Die Werkstoffhandels- und Logistiksparte soll durch eine Abspaltung von 49 % an die thyssenkrupp-Aktionäre separat investierbar werden. Vorgesehen ist eine Aktie von tk accelis für jeweils 20 thyssenkrupp-Aktien.

    Steel Europe könnte im kommenden Jahr einen Börsengang wagen. Die Sparte muss bis dahin Kosten weiter senken, Kapazitäten anpassen und zugleich die emissionsärmere Stahlproduktion vorantreiben. Bei Automotive Technology und Decarbon Technologies hängt das weitere Vorgehen von der operativen Entwicklung und den strategischen Entscheidungen des Konzerns ab. Neben Börsengängen kommen auch Abspaltungen, Verkäufe oder externe Beteiligungen infrage. Analysten bescheinigen der Aktie, trotz eines Zuwachses von 55 % seit Jahresbeginn, ein weiteres Potenzial von 20 %.

    Heidelberg Materials: 40 % Upside?

    Heidelberg Materials gehört zu den weltweit größten Herstellern von Zement, Zuschlagstoffen und Transportbeton. Damit profitiert der Konzern vom Bedarf an Straßen, Brücken, Wohngebäuden, Industrieanlagen und Rechenzentren. Hohe Investitionen, Energiekosten und ein langsameres Hochlaufen der Nachfrage und Realisation von Vorhaben bleiben jedoch herausfordernd. Momentan sind erste Erholungssignale auszumachen, das deutsche Infrastrukturpaket über 500 Mrd. EUR könnte zusätzliche Aufträge auslösen. Ebenso gewinnen Investitionen in Energieinfrastruktur und Rechenzentren an Bedeutung.

    Die Zementproduktion verursacht erhebliche CO₂-Emissionen. Neben effizienteren Produktionsverfahren gewinnt deshalb die Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid an Bedeutung. Im norwegischen Brevik betreibt der Konzern seit vergangenem Jahr eine industrielle CO₂-Abscheideanlage, die jährlich rund 400.000 Tonnen CO₂ erfassen soll. Das macht die Gesellschaft zum technologischen Vorreiter bei CO₂-ärmeren Baustoffen. Die Transformation bleibt allerdings kapitalintensiv und anspruchsvoll. Zuletzt setzte Heidelberg Materials das geplante CO₂-Abscheideprojekt in Geseke vorerst aus, weil die wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen nicht ausreichten.

    Im laufenden Geschäftsjahr erwartet das Management ein Ergebnis von 3,40 bis 3,65 Mrd. EUR. Im Juli wurde die Obergrenze angesichts höherer Energiekosten zurückgenommen. Am 4. November können Anleger eine Wasserstandsmeldung im Rahmen der aktuellsten Quartalszahlen erwarten. Die Anteilsscheine, die seit Jahresbeginn um rund ein Drittel nachgegeben haben, bewerten Analysten im Durchschnitt als attraktiv und machen ein Upside von 40 % aus.

    Fazit

    Vier Millionen Tonnen Eisenerzpellets pro Jahr. Mit dieser geplanten Kapazität will Strategic Resources einen Platz in der künftigen Stahlversorgung erobern. Der Standort Québec bietet Zugang zu Wasserkraft und internationalen Absatzmärkten. Genehmigungen, Bau und ein erheblicher Kapitalbedarf bilden die nächsten entscheidenden Meilensteine. Bei thyssenkrupp schreitet die konsequente Transformation zur Finanzholding voran. Die neue Struktur könnte verborgene Werte sichtbar machen. Heidelberg Materials spürt eine Belebung des Geschäfts. Entscheidend ist, wie schnell diese eintritt und wie sich Kosten- und Ertragsseite entwickeln. 


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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