15.08.2026 | 06:30
Constellation Energy, NU E Power, Siemens - diese Aktien stehen im Zentrum des Energiebooms
Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von NU E Power
Der KI-Boom hat ein Energieproblem, das sich nicht mit besseren Chips lösen lässt. Neue Rechenzentren verschlingen enorme Energiemengen, während Netzanschlüsse und zusätzliche Erzeugungskapazitäten vielerorts knapp werden. Hyperscaler sichern sich deshalb langfristig Atomstrom, investieren in eigene Versorgungslösungen und treiben den Bau neuer Energieinfrastruktur voran. Damit entsteht abseits der bekannten KI-Aktien ein gewaltiger Milliardenmarkt. Besonders spannend sind Unternehmen, die Strom bereitstellen, die notwendige Infrastruktur liefern oder neue Energieparks gezielt für den Bedarf der Rechenzentren entwickeln.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Stefan Feulner
ISIN:
SIEMENS AG NA O.N. | DE0007236101 , CONSTELLATION ENERGY CORPORATION | US21037T1097 | NASDAQ: CEG , NU E POWER CORP | CA6699882065
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Stefan Feulner
Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.
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Constellation Energy – Energiehunger lässt Atomkraft strahlen
Der Stromhunger der KI sorgt bei Constellation Energy für Rückenwind. Der größte US-Betreiber von Kernkraftwerken erzielte im zweiten Quartal einen bereinigten operativen Gewinn von 2,55 USD je Aktie und hob seine Jahresprognose auf 11,50 bis 12,50 USD an. Gleichzeitig schreitet die Wiederinbetriebnahme des ehemaligen Three-Mile-Island-Reaktors voran: Für das künftige Crane Clean Energy Center wurden wichtige regulatorische Hürden genommen.
Genau hier zeigt sich der Wandel des Strommarktes. Hyperscaler benötigen rund um die Uhr gewaltige Energiemengen und sichern sich deshalb zunehmend langfristig Kapazitäten. Constellation hat bereits einen 20-jährigen Stromabnahmevertrag mit Microsoft für Crane geschlossen. Auch Meta sicherte sich langfristig Atomstrom aus dem Clinton Clean Energy Center.
Das Geschäftsmodell ist damit hervorragend positioniert. Constellation betreibt eine der größten CO₂-armen Stromerzeugungsflotten der USA und verfügt über bestehende Standorte, Netzanschlüsse und Genehmigungen – Vermögenswerte, deren Aufbau heute Jahre dauern kann. Die geplante Übernahme von Calpine würde das Portfolio zusätzlich um Gas- und Geothermiekraftwerke erweitern.
KI könnte deshalb zu einem strukturellen Wachstumstreiber werden. Während Softwareunternehmen Milliarden in Rechenzentren investieren, wird gesicherte Stromproduktion zum knappen Gut. Constellation besitzt genau dieses Gut bereits heute und kann es über langfristige Verträge monetarisieren.
NU E Power - Neubewertung durch KI-Boom
Der KI-Boom wird zunehmend zum Energieproblem. Laut der Internationalen Energieagentur dürfte sich der weltweite Stromverbrauch von Rechenzentren von 485 TWh im Jahr 2025 auf rund 950 TWh bis 2030 nahezu verdoppeln. Für NU E Power eröffnet dieses Phänomen einen gewaltigen Markt. Das kanadische Unternehmen baut keine Rechenzentren, sondern entwickelt die Energieinfrastruktur, die für deren Betrieb benötigt wird.
Das Geschäftsmodell ähnelt eher einem Immobilienentwickler als einem klassischen Stromproduzenten. NU E Power sichert geeignete Standorte und entwickelt Projekte über Genehmigungen, Netzanschlüsse und Abnahmevereinbarungen weiter. Anschließend können die Energieparks verkauft, mit Partnern in Joint Ventures realisiert oder wirtschaftliche Beteiligungen behalten werden. Gerade letzteres könnte langfristig besonders wertvoll werden. Neben Einmalerlösen aus Projektverkäufen könnten Beteiligungen an der Stromproduktion für wiederkehrende Einnahmen sorgen.
In der abgelaufenen Börsenwoche konnte NU E die Stärkung seiner finanziellen Basis vermelden. Mit Abschluss der zweiten Tranche der überzeichneten Privatplatzierung flossen weitere 1,89 Mio. CAD in die Kasse. Insgesamt nahm das Unternehmen damit rund 3,86 Mio. CAD ein und übertraf sogar das zuvor auf 3,8 Mio. CAD erhöhte Platzierungsvolumen. Das frische Kapital soll unter anderem in die Weiterentwicklung des Projektportfolios sowie die Prüfung zusätzlicher Energieinfrastruktur-Chancen fließen.
Langfristig könnte das Modell weit über den Heimatmarkt hinaus skalierbar sein. Der Energiehunger der Digitalwirtschaft ist schließlich ein globales Phänomen. Dabei kann NU E flexibel Solarenergie, Wasserkraft, Speicher, Gas oder andere Erzeugungsformen abhängig vom jeweiligen Standort kombinieren.
Operative Substanz liefert bereits Lethbridge One. Die 10,56-MW-Solaranlage ist seit Dezember 2024 in Betrieb und erzielt laut Unternehmen einen Jahresumsatz von rund 500.000 CAD. Gelingt die Monetarisierung größerer Projekte und der Ausbau wiederkehrender Erlöse, könnte das mit 11 Mio. CAD bewertete Unternehmen vom KI-Energieboom überproportional profitieren.
Siemens – Rechenzentren sorgen für Auftragsflut
Wie gewaltig die Investitionen in die Strominfrastruktur für KI bereits sind, zeigen die jüngsten Zahlen von Siemens. Im dritten Geschäftsquartal stieg der Auftragseingang vergleichbar um 14 % auf den Rekordwert von 27,9 Mrd. EUR. Der Umsatz legte um 8 % auf 20,8 Mrd. EUR zu, während der Gewinn des Industriegeschäfts um 25 % auf den Rekordwert von 3,5 Mrd. EUR sprang. Siemens erhöhte daraufhin die Gewinnprognose.
Der eigentliche Paukenschlag steckt jedoch im Segment Smart Infrastructure. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres verzeichnete Siemens im Rechenzentrumsgeschäft ein dreistelliges Auftragswachstum auf rund 6 Mrd. EUR. Allein im dritten Quartal schnellten die Bestellungen bei Smart Infrastructure um 42 % auf 8 Mrd. EUR. Große Aufträge von Rechenzentrumskunden aus den USA und Europa waren ein wesentlicher Treiber.
Siemens liefert dabei einen Teil der elektrischen Infrastruktur, die zwischen Stromnetz und Servern benötigt wird. Dazu gehören unter anderem Elektrifizierung, Stromverteilung, Automatisierung und Gebäudetechnik. Genau diese Systeme werden mit jedem neuen KI-Campus benötigt.
Der Konzern profitiert damit gleich doppelt vom KI-Boom. Neben dem eigenen Digitalgeschäft wächst die Nachfrage nach der physischen Infrastruktur für Rechenzentren. Der Auftragsbestand erreichte inzwischen einen Rekordwert von 132 Mrd. EUR. Damit wird sichtbar, dass der KI-Investitionszyklus längst nicht mehr nur Nvidia und andere Chipkonzerne betrifft. Ein immer größerer Teil der Milliarden landet inzwischen bei den Unternehmen, die den benötigten Strom überhaupt erst verfügbar machen.
Der KI-Boom verschiebt den Flaschenhals von Chips zunehmend zum Strom. Constellation Energy monetarisiert vorhandene Erzeugungskapazitäten über langfristige Verträge, während Siemens bereits Milliardenaufträge für die benötigte elektrische Infrastruktur einsammelt. NU E Power setzt wesentlich früher an. Gelingt es dem Unternehmen, seine Energieparks erfolgreich zu entwickeln und zu monetarisieren, könnte die derzeit noch geringe Bewertung einen erheblichen Hebel bieten.
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