Menü schließen




15.08.2026 | 06:30

Constellation Energy, NU E Power, Siemens - diese Aktien stehen im Zentrum des Energiebooms

  • Energie
Bildquelle: pixabay.com

Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von NU E Power

Der KI-Boom hat ein Energieproblem, das sich nicht mit besseren Chips lösen lässt. Neue Rechenzentren verschlingen enorme Energiemengen, während Netzanschlüsse und zusätzliche Erzeugungskapazitäten vielerorts knapp werden. Hyperscaler sichern sich deshalb langfristig Atomstrom, investieren in eigene Versorgungslösungen und treiben den Bau neuer Energieinfrastruktur voran. Damit entsteht abseits der bekannten KI-Aktien ein gewaltiger Milliardenmarkt. Besonders spannend sind Unternehmen, die Strom bereitstellen, die notwendige Infrastruktur liefern oder neue Energieparks gezielt für den Bedarf der Rechenzentren entwickeln.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: SIEMENS AG NA O.N. | DE0007236101 , CONSTELLATION ENERGY CORPORATION | US21037T1097 | NASDAQ: CEG , NU E POWER CORP | CA6699882065

Inhaltsverzeichnis:


    Constellation Energy – Energiehunger lässt Atomkraft strahlen

    Der Stromhunger der KI sorgt bei Constellation Energy für Rückenwind. Der größte US-Betreiber von Kernkraftwerken erzielte im zweiten Quartal einen bereinigten operativen Gewinn von 2,55 USD je Aktie und hob seine Jahresprognose auf 11,50 bis 12,50 USD an. Gleichzeitig schreitet die Wiederinbetriebnahme des ehemaligen Three-Mile-Island-Reaktors voran: Für das künftige Crane Clean Energy Center wurden wichtige regulatorische Hürden genommen.

    Genau hier zeigt sich der Wandel des Strommarktes. Hyperscaler benötigen rund um die Uhr gewaltige Energiemengen und sichern sich deshalb zunehmend langfristig Kapazitäten. Constellation hat bereits einen 20-jährigen Stromabnahmevertrag mit Microsoft für Crane geschlossen. Auch Meta sicherte sich langfristig Atomstrom aus dem Clinton Clean Energy Center.

    Das Geschäftsmodell ist damit hervorragend positioniert. Constellation betreibt eine der größten CO₂-armen Stromerzeugungsflotten der USA und verfügt über bestehende Standorte, Netzanschlüsse und Genehmigungen – Vermögenswerte, deren Aufbau heute Jahre dauern kann. Die geplante Übernahme von Calpine würde das Portfolio zusätzlich um Gas- und Geothermiekraftwerke erweitern.

    KI könnte deshalb zu einem strukturellen Wachstumstreiber werden. Während Softwareunternehmen Milliarden in Rechenzentren investieren, wird gesicherte Stromproduktion zum knappen Gut. Constellation besitzt genau dieses Gut bereits heute und kann es über langfristige Verträge monetarisieren.

    NU E Power - Neubewertung durch KI-Boom

    Der KI-Boom wird zunehmend zum Energieproblem. Laut der Internationalen Energieagentur dürfte sich der weltweite Stromverbrauch von Rechenzentren von 485 TWh im Jahr 2025 auf rund 950 TWh bis 2030 nahezu verdoppeln. Für NU E Power eröffnet dieses Phänomen einen gewaltigen Markt. Das kanadische Unternehmen baut keine Rechenzentren, sondern entwickelt die Energieinfrastruktur, die für deren Betrieb benötigt wird.

    Das Geschäftsmodell ähnelt eher einem Immobilienentwickler als einem klassischen Stromproduzenten. NU E Power sichert geeignete Standorte und entwickelt Projekte über Genehmigungen, Netzanschlüsse und Abnahmevereinbarungen weiter. Anschließend können die Energieparks verkauft, mit Partnern in Joint Ventures realisiert oder wirtschaftliche Beteiligungen behalten werden. Gerade letzteres könnte langfristig besonders wertvoll werden. Neben Einmalerlösen aus Projektverkäufen könnten Beteiligungen an der Stromproduktion für wiederkehrende Einnahmen sorgen.

    In der abgelaufenen Börsenwoche konnte NU E die Stärkung seiner finanziellen Basis vermelden. Mit Abschluss der zweiten Tranche der überzeichneten Privatplatzierung flossen weitere 1,89 Mio. CAD in die Kasse. Insgesamt nahm das Unternehmen damit rund 3,86 Mio. CAD ein und übertraf sogar das zuvor auf 3,8 Mio. CAD erhöhte Platzierungsvolumen. Das frische Kapital soll unter anderem in die Weiterentwicklung des Projektportfolios sowie die Prüfung zusätzlicher Energieinfrastruktur-Chancen fließen.
    Langfristig könnte das Modell weit über den Heimatmarkt hinaus skalierbar sein. Der Energiehunger der Digitalwirtschaft ist schließlich ein globales Phänomen. Dabei kann NU E flexibel Solarenergie, Wasserkraft, Speicher, Gas oder andere Erzeugungsformen abhängig vom jeweiligen Standort kombinieren.

    Operative Substanz liefert bereits Lethbridge One. Die 10,56-MW-Solaranlage ist seit Dezember 2024 in Betrieb und erzielt laut Unternehmen einen Jahresumsatz von rund 500.000 CAD. Gelingt die Monetarisierung größerer Projekte und der Ausbau wiederkehrender Erlöse, könnte das mit 11 Mio. CAD bewertete Unternehmen vom KI-Energieboom überproportional profitieren.

    Siemens – Rechenzentren sorgen für Auftragsflut

    Wie gewaltig die Investitionen in die Strominfrastruktur für KI bereits sind, zeigen die jüngsten Zahlen von Siemens. Im dritten Geschäftsquartal stieg der Auftragseingang vergleichbar um 14 % auf den Rekordwert von 27,9 Mrd. EUR. Der Umsatz legte um 8 % auf 20,8 Mrd. EUR zu, während der Gewinn des Industriegeschäfts um 25 % auf den Rekordwert von 3,5 Mrd. EUR sprang. Siemens erhöhte daraufhin die Gewinnprognose.

    Der eigentliche Paukenschlag steckt jedoch im Segment Smart Infrastructure. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres verzeichnete Siemens im Rechenzentrumsgeschäft ein dreistelliges Auftragswachstum auf rund 6 Mrd. EUR. Allein im dritten Quartal schnellten die Bestellungen bei Smart Infrastructure um 42 % auf 8 Mrd. EUR. Große Aufträge von Rechenzentrumskunden aus den USA und Europa waren ein wesentlicher Treiber.

    Siemens liefert dabei einen Teil der elektrischen Infrastruktur, die zwischen Stromnetz und Servern benötigt wird. Dazu gehören unter anderem Elektrifizierung, Stromverteilung, Automatisierung und Gebäudetechnik. Genau diese Systeme werden mit jedem neuen KI-Campus benötigt.

    Der Konzern profitiert damit gleich doppelt vom KI-Boom. Neben dem eigenen Digitalgeschäft wächst die Nachfrage nach der physischen Infrastruktur für Rechenzentren. Der Auftragsbestand erreichte inzwischen einen Rekordwert von 132 Mrd. EUR. Damit wird sichtbar, dass der KI-Investitionszyklus längst nicht mehr nur Nvidia und andere Chipkonzerne betrifft. Ein immer größerer Teil der Milliarden landet inzwischen bei den Unternehmen, die den benötigten Strom überhaupt erst verfügbar machen.


    Der KI-Boom verschiebt den Flaschenhals von Chips zunehmend zum Strom. Constellation Energy monetarisiert vorhandene Erzeugungskapazitäten über langfristige Verträge, während Siemens bereits Milliardenaufträge für die benötigte elektrische Infrastruktur einsammelt. NU E Power setzt wesentlich früher an. Gelingt es dem Unternehmen, seine Energieparks erfolgreich zu entwickeln und zu monetarisieren, könnte die derzeit noch geringe Bewertung einen erheblichen Hebel bieten.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Stefan Feulner vom 10.08.2026 | 05:10

    Albemarle, HPQ Silicon, Fluence Energy – Batterie-Boom vor dem nächsten Kursschub

    • Energie
    • Kritische Rohstoffe
    • Batterietechnologie

    Der Batteriemarkt steht vor einer spannenden Phase. Während sich der Lithiumsektor nach einer langen Durststrecke überraschend stark zurückmeldet, erreichen neue Batterietechnologien wichtige Meilensteine auf dem Weg zur Kommerzialisierung. Gleichzeitig zeigt sich, dass selbst boomende Zukunftsmärkte nicht vor kurzfristigen Rückschlägen gefeit sind. Zwischen Rekordnachfrage, Milliardeninvestitionen und operativen Herausforderungen eröffnen sich jetzt Chancen, die viele Anleger bislang noch unterschätzen dürften.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Tarik Dede vom 22.07.2026 | 04:29

    Hohe Energiekosten: Hedge mit den Aktien von TotalEnergy, dynaCERT und Nordex!

    • dynaCERT
    • TotalEnergies
    • Nordex
    • Energie
    • Krieg
    • Öl

    Der Krieg am Golf hat die Energiepreise wieder nach oben getrieben. Diesel kostet in Deutschland schon wieder deutlich mehr als 2 EUR pro Liter. Selbst erste Vertreter der CDU sprechen sich inzwischen dafür aus, mehr auf Erneuerbare Energien zu setzen. Für Unternehmer ist die Situation nicht leicht. Egal ob Industriebetrieb oder die Spedition um die Ecke: Die Kosten nehmen zu und das schwache wirtschaftliche Umfeld macht es nicht gerade leichter. Doch der Wandel ist spürbar: So melden Elektroautoanbieter vielerorts in Europa steigende Absatzzahlen. Auch Solar auf dem Dach oder das Balkonkraftwerk werden wieder beliebter. Anleger haben die Chance, die Energiekosten mit Investments in Aktien zu hedgen. Wir blicken deshalb auf die Papiere von TotalEnergies, dynaCERT und Nordex!

    Zum Kommentar

    Kommentar von Jens Castner vom 14.07.2026 | 05:20

    Eskalation in der Straße von Hormus: Occidental, Volatus Aerospace und Palantir im Fadenkreuz der Börsianer

    • Öl & Gas
    • Drohnen
    • Überwachung
    • Energie
    • KI
    • Software
    • Occidental Petroleum
    • Volatus Aerospace
    • Palantir Technologies

    Die Hoffnung auf eine Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran war verfrüht: Die Friedensgespräche liegen auf Eis. Stattdessen eskaliert der Konflikt um die Straße von Hormus erneut – mit Angriffen auf Tanker, US-Sanktionen gegen iranisches Öl und Vergeltungsschlägen auf beiden Seiten. Für Anleger lohnt sich deshalb der Blick auf drei Aktien aus drei völlig unterschiedlichen Branchen, die jeweils eine andere Stufe derselben Krise abbilden: Der Öl- und Gaskonzern Occidental Petroleum als direkter Hebel auf die Energiepreise, der kanadische Drohnenspezialist Volatus Aerospace als Profiteur der wachsenden Nachfrage nach militärischer Hardware und der Softwarehersteller Palantir, der zeigt, wohin sich der eigentliche Wertzuwachs im Zeitalter der KI-gestützten Kriegsführung verschiebt.

    Zum Kommentar