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05.01.2023 | 04:44

Das Jahr 2023 und COVID ist wieder da! BioNTech, Bayer, Defence Therapeutics, Morphosys - welche Aktien bieten den China-Viren die Stirn?

  • Biotech
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Bildquelle: pixabay.com

In China tobt die nächste COVID-Welle. Die Lage ist heute nicht minder dramatisch wie in 2019, denn bislang dürfen in China an Einheimische nur im Land hergestellte Vakzine verimpft werden. Die Bundesregierung hatte vor Weihnachten allerdings die Erlaubnis erhalten, Deutsche in China mit dem Wirkstoff von BioNTech impfen zu lassen und ließ umgehend erste Dosen nach Peking ausfliegen. Gestern wurde in der EU über eine gemeinsame Reaktion auf die jüngsten Zustände in China beraten. Die deutschen Amtsärzte fordern eine europaweite Testpflicht für alle Einreisenden aus dem Land und warnen wegen der großen Infektionszahlen vor einer neuen, gefährlichen Virus-Mutation. Anleger nehmen daher die Impfstoff-Experten wieder in den Fokus.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , DEFENCE THERAPEUTICS INC | CA24463V1013 , MORPHOSYS AG O.N. | DE0006632003

Inhaltsverzeichnis:


    BioNTech und Bayer - Blockbuster in der Pipeline

    Die EU hat China zur Eindämmung der Pandemie ihre Hilfe angeboten. Die für Gesundheit zuständige EU-Kommissarin Stella Kyriakides hat der Führung in Peking ein entsprechendes Angebot gemacht, das Land der Mitte hat bislang aber noch nicht reagiert. Zur Menge der angebotenen Vakzine oder den Herstellern machte das EU-Referat keine Angaben. Dennoch dürfte BioNTech bei den Anlegern in Sachen Covid-19 wieder ganz oben auf der Liste stehen. Mit dem mRNA-Impfstoff „Corminaty“ haben die Mainzer in 2021/22 rund 20 Mrd. EUR Netto-Cashflow erzeugt und können sich nun mit vollen Taschen auf den nächsten Blockbuster konzentrieren. Kurz vor Weihnachten wurde eine klinische Studie für einen neuartigen Malaria-Impfstoff begonnen. Die BioNTech-Marktkapitalisierung von 34 Mrd. EUR ist zu 60% mit Cash unterlegt, eine aussichtsreiche Pipeline gibt es obendrauf.

    Bayer ist einer der deutschen Aushängeschilder für die Krebsforschung. Die Pharmasparte setzt sich speziell für die Entwicklung der Präzisions-Onkologie ein, denn sie profitiert von den großen Fortschritten auf dem Gebiet der Molekulardiagnostik. So ermöglicht die Sequenzierung der nächsten Generation den Nachweis von Genomveränderungen, die das Wachstum eines Tumors fördern, und liefert wichtige Informationen darüber, wie wahrscheinlich ein Patient auf eine Behandlung ansprechen wird. Für Bayer sind der Pharma und Health-Sektor nach wie vor die Ertragsperle im Konzern. In den letzten neun Monaten verdiente man hier 5,6 Mrd. EUR (EBITDA).

    Zahlen für das Gesamtjahr werden am 28. Februar veröffentlicht. Die Bayer-Aktie beendete das Börsenjahr 2022 mit einem gehaltenen Kurs um 48 EUR, zum Jahresstart geht es jetzt Richtung 50 EUR. Mit einem geschätzten 2023e KGV von 7,2 und 4,5% Dividendenrendite hat der Wert noch ordentlich Luft.

    Defence Therapeutics – Mit der ACCUM(TM) -Technologie über die Nase gegen Lungenkrebs

    Der kanadische Biotech-Spezialist Defence Therapeutics (DTC) hat mit seiner ACCUM(TM)-Plattform eine patentierte Technologie entwickelt, welche in der aktuellen Krebsforschung große Hoffnung macht, denn die Verbindung der mRNA-Technologie mit modernen Verfahren der Verabreichung an betroffene Zellen ist ein wirklicher Fortschritt innerhalb der jüngsten Forschung. Defence Therapeutics hat nun eine präklinische Studie abgeschlossen, in der die intranasale Formulierung von Accutox bei Tieren mit bestehendem Lungenkrebs eingesetzt wurde. Die Studie zeigt, dass die Verabreichung von Accutox als Kombinationstherapie mit dem Immun-Checkpoint-Inhibitor Anti-PD1 die Anzahl der Lungenknoten im Vergleich zu unbehandelten oder mit Anti-PD1 behandelten Kontrolltieren drastisch reduziert. Diese 50-prozentige Reduktion der Krebsknoten bei Tieren mit vorhandenen Lungentumoren wurde bei einem Behandlungsplan von nur sechs verabreichten Dosen über zwei Wochen mit der Accutox Anti-PD1-Kombination erreicht.

    "Wir sind sehr erfreut über den vielseitigen Einsatz von Accutox als Krebstherapie. Der Wirkstoff hat nicht nur ein großes Potenzial bei der Behandlung solider Tumore gezeigt, sondern wir haben jetzt Daten, welche zeigen, dass er weiter angepasst und über den intranasalen Weg zur Behandlung von Lungen mit metastasierenden Tumoren verabreicht werden kann, was eine neue Hoffnung für Lungenkrebspatienten darstellt", sagt der CEO Sebastien Plouffe.

    Defence Therapeutics zeigt auch im Bereich von soliden Tumoren erste Erfolge mit seiner ACCUM(TM)-Technologie. Man darf gespannt sein, mit welcher Pipeline das Unternehmen in 2023 noch aufwarten kann. Der Kurs hat in den letzten drei Monaten bereits ordentlich zugelegt, die Marktkapitalisierung liegt aber noch bei tiefen 69 Mio. EUR. Technisch hat im Oktober aber eine signifikante Bodenbildung stattgefunden und nun strebt der Kurs weiter nach oben. Defence Therapeutics hat definitiv Blockbuster-Potenzial!

    Morphosys – Trotz neuer Abstufungen hat der Kurs gedreht

    Morphosys präsentierte im November eine wahre Enttäuschung. Denn der Alzheimer-Hoffnungsträger Gantenerumab hatte auch im zweiten Anlauf die Erwartungen nicht erfüllen können. Nach dem großen Studienerfolg von Biogen mit dem Produkt Lecanemab, war der Schock der Anleger in diesem Fall eklatant. Die Aktie brach innerhalb von 48 Stunden von 21 auf 13 EUR um über 40% zusammen. Laut Aussagen des CFOs Sung Lee am Rande des Eigenkapitalforums in Frankfurt besitzt Morphosys derzeit aber immer noch liquide Mittel von ca. 1 Mrd. EUR. Die aktuelle Marktkapitalisierung liegt nurmehr bei 463 Mio. EUR. Im Dezember erreichte die Aktie mit 11,85 EUR zudem ein 20-Jahres-Tief.

    Nun dreht sich für die Münchener alles um die beiden Krebsmittel Monjuvi und Pelabrisib. Und hier läuft es im Umsatz auch eher holprig, von Gewinnen spricht man erst ab 2025. Die Stimmung ist entsprechend schlecht und weitere Analysten senkten ihre Erwartungen. Zuletzt gab es drei Abstufungen von der Deutschen Bank, Goldman Sachs und JP Morgan, auch die Shortquote ist noch relativ hoch. Alles keine Kaufanreize – dennoch: Die Stimmung für die Aktie ist so schlecht, dass sie technisch eigentlich nur noch steigen kann. Gestern stieg der Wert bei hohen Umsätzen wieder über 14,20 EUR. Trader bleiben mit steigendem Momentum bei der Stange und setzen auf einen 100%-Turnaround in 2023! Installieren sie aber auf jeden Fall einen Sicherheits-Stop bei 11,80 EUR.


    Für die meisten Biotech-Werte war das vergangene Jahr kein Zuckerschlecken. Entsprechend gut sind jetzt die Erholungspotenziale einzuschätzen. Ob COVID wieder ein Trigger ist, weiß man heute noch nicht. Fest steht, dass die Jahrhundertaufgabe der Krebsbekämpfung weiter im Fokus steht. Hier haben Bayer, BioNTech, Defence Therapeutics und Morphosys eine sehr gute Forschungs-Pipeline und können jüngst einige Fortschritte vorweisen.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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