Menü schließen




23.09.2025 | 05:00

Der KI-Doc für die Hosentasche: PanGenomic Health, Bayer, CVS Health

  • Gesundheitswesen
  • Krankenversicherung
  • USA
Bildquelle: KI

Die Gesundheitskosten sind weltweit ein dringendes politisches Problem – auch in Deutschland diskutiert man wieder über die Praxisgebühr oder die Pflicht, zuerst einen Hausarzt zu besuchen. Das sorgt dafür, dass mehr Menschen selbst zu Medikamenten greifen. Noch extremer ist die Situation in den USA - ohne Pflichtversicherung und mit extrem hohen Gesundheitsausgaben sind fast 9 % der Bevölkerung unversichert, etwa 33 % unterversichert, sodass viele Bürger auf alternative Angebote ausweichen. Wir beleuchten Geschäftsmodelle rund um die zunehmende Eigenverantwortung im Gesundheitswesen und werfen einen besonderen Blick auf einen Nebenwert.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: PANGENOMIC HEALTH INC | CA69842E4031 , BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , CVS HEALTH CORP. DL-_01 | US1266501006

Inhaltsverzeichnis:


    Nahrungsergänzungsmittel haben ihre Berechtigung

    Wenn es um unsere Gesundheit geht, wünschen wir uns eine intensive Betreuung. Bei alltäglichen Erkrankungen wie Erkältungen oder kleineren Verletzungen greifen wir aber seit jeher auf Produkte aus der Apotheke oder dem Drogeriemarkt zurück. Frei verkäufliche Medikamente wie Aspirin von Bayer sind nicht umsonst langjährige Umsatzbringer. Das Angebot an frei verkäuflichen Produkten ist in den vergangenen Jahren zudem immer größer geworden. Nahrungsergänzungsmittel dienen einerseits dazu, Mangelversorgung mit Mikronährstoffen zu vermeiden, andererseits werden Nahrungsergänzungsmittel aber auch zunehmend zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt. Das ist etwa der Fall, wenn Menschen mit chronischen entzündlichen Krankheiten auf Omega-3-Fettsäuren setzen oder Curcumin-Extrakt einnehmen.

    PanGenomic Health mit vielversprechendem Geschäftsmodell

    In den USA ist das Feld der Nahrungsergänzungsmittel viel größer. Nicht nur sind dort meist höhere Dosierungen zulässig, wie beispielsweise beim frei verkäuflichen Schlafhormon Melatonin, auch sind in den USA mitunter medizinische Vorprodukte frei verkäuflich, die als Vorstufe von Hormonen potente Wirkungen entfalten und so gegen Krankheiten helfen, für die Europäer einen Facharzt aufsuchen würden. Das kanadische Unternehmen PanGenomic Health bietet Nutzern dieser Nahrungsergänzungsmittel Orientierung und zugleich die Möglichkeit, Nahrungsergänzungsmittel und frei verfügbare Wirkstoffe sicher zu erwerben. Kern des Angebots von PanGenomic Health ist die App NaraCare.AI. Dort können Nutzer Symptome dokumentieren und erhalten Tipps zur effektiven Behandlung – passende Produkte gibt’s im angeschlossenen Shop. Die App soll im vierten Quartal 2025 in den USA starten. Ziel des Unternehmens ist es, Patienten bei Fragen der mentalen Gesundheit zu unterstützen, Wirkstoff-Empfehlungen auf Basis von Blut- und Speicheltests zu geben und einen Schwerpunkt auf pflanzliche Produkte zu legen. Sich selbst sieht PanGenomic Health als „precision health company“ und legt Wert darauf, dass die Hinweise von NaraCare.AI streng evidenzbasiert sind – Hokuspokus hat bei PanGenomic Health keinen Platz.

    Mit seinem Angebot scheint das Unternehmen Investoren bereits überzeugt zu haben – die Aktie gehört mit einer Rendite von satten 900 % zu den absoluten Highflyern auf dem Börsenparkett. Noch immer erscheint die Marktkapitalisierung von weniger als 20 Mio. EUR aber überschaubar. In ökonomisch unsicheren Zeiten und angesichts steigender Lebenshaltungskosten auch in den USA könnte PanGenomic Health mit NaraCare.AI einen Nerv treffen. Schon heute überlegen sich viele Amerikaner, ob sie wegen bestimmter Leiden überhaupt zum Arzt gehen. Das Angebot von PanGenomic Health könnte daher als „Doktor für die Hosentasche“ punkten und selbst von Patienten mit Krankenversicherung parallel genutzt werden.

    Walgreens wickelt Filialen ab – und will digitaler werden

    Wenn US-Amerikaner krank werden, sind Filialen der Apothekenkette Walgreens oft die erste Anlaufstelle. Hier gibt es neben frei verkäuflichen Angeboten auch niederschwellige Angebote zur Diagnose. Im März 2025 haben die Aktionäre einem Milliarden-Übernahmeangebot der Investmentgesellschaft Sycamore Partners zugestimmt. Seit August 2025 ist Walgreens damit ein privates Unternehmen und nicht mehr börsennotiert. Die einzelnen Geschäftsbereiche sollten künftig verstärkt autark agieren und Wachstum in erster Linie bei digitalen Angeboten generieren. Von 8.500 Filialen sollen bis zu 1.200 geschlossen werden. Wenn es künftig weniger Anlaufstellen für Patienten gibt, dürfte auch das digitale Angebote stützen. Zwar ist Telemedizin in den USA seit jeher stark vertreten, doch dürfte auch PanGenomic Health vom neuen Kurs bei Walgreens profitieren. Der KI-Doktor für die Hosentasche ist für Patienten noch unkomplizierter als das Video-Telefonat mit medizinischem Fachpersonal. Auch dürften die Kosten geringer ausfallen.

    Mehrere Selbstversorger-Aktien für Anleger – PanGenomic bleibt spannend

    Um vom Trend hin zu mehr Eigenverantwortung in Gesundheitsfragen und digitalen medizinischen Angeboten profitieren zu können, haben Anleger mehrere Möglichkeiten. Pharma-Aktien mit einem ausgeprägten Portfolio an freiverkäuflichen Produkten wie Bayer sind eine Option. Auch Apothekenketten wie die noch börsennotierte CVS Health sind nach dem Delisting von Walgreens eine Option. Den größten Hebel für spekulativ denkende Investoren bietet aber auch weiterhin PanGenomic Health. Das Angebot aus KI-basiertem Gesundheitscoach, angeschlossenen Labordienstleistungen und eigenem Online-Shop ist vielversprechend. Entscheidend wird jedoch der Marktstart sein. Gelingt es dem Unternehmen, viele Nutzer von sich zu überzeugen, kann die aktuelle Bewertung gemessen an den Zukunftschancen vom Markt schnell als zu gering gesehen werden. Angesichts des rapiden Kursanstiegs der Aktie sollten Anleger aktuell dennoch nichts überstürzen und auf Rücksetzer warten.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Nico Popp vom 22.01.2026 | 05:00

    KI und das Uran-Comeback: Wie American Atomics zum Gewinner der Energiewende wird und was das mit Meta Platforms und Infineon zu tun hat

    • Uran
    • Friendshoring
    • USA
    • KI-Rechenzentren

    Die Ära der Künstlichen Intelligenz (KI) ist nicht nur eine Ära der enormen Produktivitätsgewinne, sondern vor allem eine Ära der Infrastruktur und des gigantischen Energiehungers. Während das letzte Jahrzehnt von Software dominiert wurde, kommt es in Zukunft auf die Hardware an. Generative KI und der Weg zur Artificial General Intelligence (AGI) verwandeln Daten von einem immateriellen Gut in einen riesigen Stromfresser. Die Analysten von Goldman Sachs schätzen, dass die Investitionen der großen US-Tech-Konzerne in Energieinfrastruktur bis 2027 die astronomische Summe von über 500 Milliarden USD erreichen könnten. Diese neue Realität erzwingt eine zweigleisige Energiestrategie: Einerseits den massiven Ausbau von Speichern und Effizienztechnologien, andererseits die unvermeidliche Rückkehr zur einzigen CO2-freien Energiequelle, die zuverlässig Grundlast liefert – der Kernkraft. Wir erklären, was der Tech-Titan Meta Platforms und der Chip-Hersteller Infineon mit dieser Entwicklung zu tun haben und wieso American Atomics als hochspekulative, aber strategisch brillante Wette auf das Uran-Comeback gilt.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Armin Schulz vom 22.12.2025 | 05:30

    Den Kurs-Dip nutzen bei den Branchenführern aus den USA und Deutschland: Almonty Industries, Rheinmetall und RTX

    • Almonty Industries
    • Rheinmetall
    • RTX
    • Wolfram
    • Molybdän
    • Sangdong
    • Rüstung
    • Rüstungsindustrie
    • Deutschland
    • USA
    • Kurs-Dip

    Die jüngsten Kurskorrekturen bei führenden Unternehmen aus den Schlüsselsektoren kritische Rohstoffe und Verteidigungstechnologie eröffnen nun einen strategischen Einstiegspunkt. Dieser Rücksetzer bietet die Chance, von etablierten und laufenden Megatrends zu profitieren, ohne das Bedauern die frühe Phase verpasst zu haben. Wir analysieren das konkrete Potenzial von dem Wolframproduzenten Almonty Industries, dem deutschen Rüstungsgiganten Rheinmetall und dem US-Technologieführer RTX.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Carsten Mainitz vom 14.10.2025 | 06:00

    Momentum Plays mit neuer Welle: Almonty Industries und Rheinmetall – was macht Gerresheimer?

    • Kritische Rohstoffe
    • Wolfram
    • Rüstung
    • China
    • USA
    • Handelskrieg

    Der Handelsstreit zwischen den USA und China scheint in die nächste Runde zu gehen. Ende letzter Woche kündigte US-Präsident Trump an, zusätzliche Strafzölle von 100 Prozent auf chinesische Waren erheben zu wollen. Die Maßnahmen sollen spätestens im November in die Tat umgesetzt werden. Vorangegangen war die Entscheidung der Volksrepublik, den Export von bestimmten Technologien und Rohstoffen stärker zu regulieren. China ist im Besitz vieler kritischer Rohstoffe und verschärft sukzessive deren Ausfuhr. Während Nachfrager angesichts der Verknappung der Nachfrage und steigender Preise vor großen Herausforderungen stehen, gehören Produzenten dieser Rohstoffe zu den Börsenlieblingen.

    Zum Kommentar