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20.11.2025 | 06:00

Die geheimen Gewinner der Krise und Ihr Booster fürs Depot: Rheinmetall, Antimony Resources und TKMS

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Bildquelle: pixabay.com

Geopolitische Brände schüren einen beispiellosen Boom in einer lange verrufenen Branche. Während Nationen ihre Verteidigungsbudgets massiv aufstocken, um sich in einer neuen Ära der Konfrontation zu wappnen, profitieren nicht nur Rüstungsgiganten von diesem Paradigmenwechsel. Eine kaum beachtete Rohstoffnische und maritime Hochtechnologien stehen plötzlich im Rampenlicht und versprechen Anlegern außergewöhnliche Chancen. Dieser Trend lässt sich an den Entwicklungen bei Rheinmetall, Antimony Resources und TKMS klar ablesen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: RHEINMETALL AG | DE0007030009 , ANTIMONY RESOURCES CORP | CA0369271014 , TKMS AG & CO KGAA | DE000TKMS001

Inhaltsverzeichnis:


    Rheinmetall - Wachstum mit System

    Die jüngsten Zahlen des Düsseldorfer Rüstungskonzerns sprechen eine klare Sprache. In den ersten 9 Monaten legte der Konzernumsatz um 20 % auf 7,5 Mrd. EUR zu, während das operative Ergebnis um 18 % auf 835 Mio. EUR stieg. Besonders das militärische Kerngeschäft treibt diese Entwicklung mit einer operativen Marge von 13,6 % an. Allerdings sorgten Investitionen in neue Kapazitäten und Verzögerungen bei deutschen Auftragsvergaben nach der Wahl für einen negativen operativen Cashflow. Der Auftragsbestand von 64 Mrd. EUR bietet jedoch ein solides Polster. Die Führung bestätigt die Jahresprognose von 25-30 % Umsatzwachstum.

    Getrieben wird das Wachstum durch strategische Initiativen in allen Domänen. Ein aktuelles Beispiel ist ein 61 Mio. EUR Auftrag zur Modernisierung des Gefechtsübungszentrums der Bundeswehr. Bis 2028 wird die digitale Infrastruktur aufgerüstet, um Übungen realistischer und auswertbarer zu machen. Parallel stärkt ein Joint Venture mit ICEYE die Präsenz im Weltraum. Ab 2026 werden in Neuss SAR-Satelliten gefertigt. Diese Initiativen zeigen, wie Rheinmetall seine Technologieführerschaft systematisch ausbaut und neue Geschäftsfelder erschließt.

    Die operative Schlagkraft demonstrierte das Unternehmen zuletzt bei NATO-Übungen in Portugal. Dort bewährten sich unbemannte Bodensysteme wie der Mission Master unter realen Bedingungen und zeigten ihre Fähigkeiten in komplexen Szenarien. Diese Erfolge auf dem Feld untermauern die strategische Ausrichtung. Die Kombination aus robusten Finanzen, einer prall gefüllten Auftragslage und der Fähigkeit, innovative Lösungen in einsatzfähige Produkte zu überführen, positioniert Rheinmetall gut für die anhaltend hohe Nachfrage im Verteidigungssektor. Derzeit ist die Aktie für 1.707,50 EUR zu haben.

    Antimony Resources - strategisch aufgestellt bei kritischen Rohstoffen

    Antimony Resources konzentriert sich mit seinem Bald Hill-Projekt in Kanada auf den Rohstoff Antimon, der in der heutigen geopolitischen Lage an Bedeutung gewinnt. Dieses Halbmetall ist für die Rüstungsindustrie unverzichtbar. Es kommt in flammhemmenden Materialien für Soldatenkleidung, in Nachtsichtgeräten, präziser Munition und Laserzielsystemen zum Einsatz. Ohne Antimon wäre moderne Militärtechnik kaum denkbar. Das Problem ist, dass die Versorgungslage angespannt ist. China beherrscht den Markt und hat seine Exporte massiv eingeschränkt, was Projekte außerhalb dieses Einflussbereichs stark aufwertet. Das Unternehmen stellt sich daher gezielt auf die Bedürfnisse des nordamerikanischen Markts nach sicherer Versorgung ein.

    Ein konkreter Beweis für das Lagerstättenpotenzial folgte am 4. November mit der Einreichung des technischen Berichts NI 43-101. Dieses Gutachten verdoppelte nicht nur die geschätzte Menge an enthaltenem Antimon auf 81.000 bis 108.000 t, sondern wird auch durch hervorragende Bohrwerte untermauert. So wurden beispielsweise bis zu 14,91 % Antimon über 3 m erbohrt. Der Durchschnitt bei den rund 2,7 Mio. t Material liegt bei 3-4 %. Das seit Mitte September laufende, bereits zu über 50 % abgeschlossene Bohrprogramm erweitert die mineralisierten Zonen nach Norden und Süden und bestätigt die positive Entwicklung vor Ort. Diese robusten Daten unterstreichen die wirtschaftliche Attraktivität des Vorkommens in einer Zeit globaler Knappheit. Besonders vielversprechend ist, dass die Lagerstätte in alle Richtungen und in die Tiefe offen ist.

    Das kürzlich erfolgte Listing auf dem US-OTCQB-Markt am 19. November unterstreicht die Wachstumsambitionen des Unternehmens. Dieser Schritt verbessert die Sichtbarkeit bei internationalen Investoren und ebnet den Weg für eine breitere Kapitalbasis. Die nächsten Meilensteine sind klar. Zuerst soll das Bohrprogramm abgeschlossen werden und dann erfolgt auf Basis der Ergebnisse die Berechnung einer ersten offiziellen Ressourcenschätzung. Damit würde Antimony Resources seine Position als zukünftiger nordamerikanischer Lieferant dieses kritischen Metalls weiter festigen. Mit der für das 1. Quartal 2026 avisierten ersten Ressourcenschätzung könnte dem Unternehmen der entscheidende Durchbruch gelingen. Die Aktie notiert aktuell bei 0,42 CAD.

    TKMS - auf Kurs in ruhiges Fahrwasser?

    Seit seinem Börsengang im Oktober 2025 hat sich Thyssenkrupp Marine Systems als eigenständiges Unternehmen etabliert. Der Börsengang verlief gut und unterstreicht eindrucksvoll, dass der europäische Verteidigungssektor für Investoren nach wie vor hochattraktiv ist. Mit einem prall gefüllten Auftragsbuch von über 18 Mrd. EUR ist die Auslastung für die nächsten Jahre mehr als nur gesichert. Durch die Trennung vom Thyssenkrupp-Konzern hat das Unternehmen jetzt deutlich mehr Spielraum. Trotzdem bleibt die Muttergesellschaft mit ihrer 51 % Beteiligung ein stabiler Anker im Hintergrund.

    Aktuell sind alle Augen auf TKMS gerichtet, denn das Unternehmen scheint eine strategische Übernahme zu planen. Wie aus Medienberichten durchsickerte, laufen bereits konkrete Verhandlungen, um die German Naval Yards in Kiel zu übernehmen. Ein solcher Zukauf würde die Kapazitäten für den Bau von Oberflächenkriegsschiffen, etwa Fregatten, massiv ausweiten. Zugleich könnte TKMS damit sein Geschäft um Bereiche wie Schiffsreparatur und -wartung diversifizieren. In einer Branche, die sich zunehmend konsolidiert, würde diese Transaktion die Marktposition von TKMS deutlich stärken.

    Finanziell zeigt sich TKMS solide aufgestellt. Selbst im aktuellen, schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeld zeigt TKMS eine stabile Ertragskraft. Analysten rechnen für das Gesamtjahr 2025 mit einem Gewinn je Aktie von rund 1,66 EUR. Diese positive Entwicklung speist sich vor allem aus der anhaltend hohen Nachfrage nach U-Booten und Marinetechnologie, die direkt von den steigenden Verteidigungsbudgets in Europa profitiert. Für Investoren, die auf den strukturellen Wachstumstrend im Verteidigungssektor setzen, bleibt TKMS damit eine interessante Positionierung. Die Aktie kostet momentan 67,85 EUR.


    Das geopolitische Umfeld befeuert den Verteidigungssektor nachhaltig. Rheinmetall demonstriert mit prallvollem Auftragsbuch und wachsender Technologieführerschaft, wie ein Rüstungsgigant systematisch von den höheren Budgets profitiert. Antimony Resources positioniert sich als vielversprechender Zulieferer für kritische Rohstoffe, dessen jüngste Bohrergebnisse das Potenzial als künftiger Antimon-Lieferant untermauern. ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) segelt nach der erfolgreichen Ausgründung mit gesicherter Auslastung und strategischen Expansionsplänen in ruhigeres Fahrwasser. Für Anleger bieten alle drei Unternehmen einen klaren Hebel auf den strukturellen Aufwärtstrend.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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