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28.10.2025 | 05:30

Energie-Investing 2.0: Die Formeln von Siemens Energy, RE Royalties und RWE für stabile Gewinne im Umbruch

  • Siemens Energy
  • RE Royalties
  • RWE
  • Erneuerbare Energien
  • Windkraft
  • Gamesa
  • Einnahmebeteiligungen
  • Dividende
  • Wasserstoff
Bildquelle: pixabay.com

Die globale Energiewende erreicht 2025 einen historischen Kipppunkt. Erstmals überflügelten Erneuerbare Energien die Kohle im Strommix, angetrieben von Solar- und Windkraftrekordausgaben. Diese Revolution, gespeist aus Investitionen von über 386 Mrd. USD, erschafft ein völlig neues Ökosystem für profitable Geschäftsmodelle und strategische Positionierungen. Drei Unternehmen stehen im Fokus, die diesen Wandel nicht nur meistern, sondern aktiv formen und einzigartige Chancen bieten: Siemens Energy, RE Royalties und RWE.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , RE ROYALTIES LTD | CA75527Q1081 , RWE AG INH O.N. | DE0007037129

Inhaltsverzeichnis:


    Siemens Energy - zwischen Starkwind und Böen

    Die letzten Monate haben sich für Siemens Energy zu einer echten Erfolgsstory entwickelt. Noch vor Kurzem als Problemfall verschrien, steht das Unternehmen heute erstaunlich gut da. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Im 3. Quartal 2025 erzielte der Konzern einen Umsatz von 9,75 Mrd. EUR, ein Plus von stolzen 11 %. Damit konnte der Konzern in die Gewinnzone zurückkehren. Statt roter Zahlen landete ein Nettoüberschuss von 615 Mio. EUR in der Bilanz. Diese operative Trendwende und die überraschend starken Ergebnisse haben dem Anlegervertrauen einen kräftigen Schub gegeben.

    Getrieben wird der Aufschwung vor allem durch die klare Ausrichtung auf die Energiewende. Hier investiert Siemens Energy kräftig in die Zukunft, wie die jüngste Investition von 220 Mio. EUR in das Transformatorenwerk in Nürnberg beweist. Solche Großprojekte zeigen eindrücklich, wie hoch die globale Nachfrage nach Lösungen für den dringend notwendigen Netzausbau ist. Parallel treibt der Konzern die Digitalisierung voran und setzt vermehrt auf Künstliche Intelligenz, um Energienetze stabiler und effizienter zu machen. Genau mit diesen Kompetenzen ist Siemens Energy bestens aufgestellt, um von den Megatrends Elektrifizierung und der explodierenden Stromnachfrage, etwa durch Rechenzentren, langfristig zu profitieren.

    Trotz des positiven Laufes bleiben die Bewertungen durchwachsen. Während einige Analysten die Aktie als klaren Profiteur des intakten Investitionszyklus sehen und weiteres Potenzial nach oben erkennen, mahnen andere zur Vorsicht. Sie verweisen auf die nach wie vor herausfordernde Situation im Windkraftgeschäft mit Gamesa und eine im Branchenvergleich teilweise niedrigere Wachstumserwartung. Für Investoren ist Siemens Energy somit ein Spiel auf die Zukunft. Gelingt es dem Konzern, seine operative Stärke zu halten und die Margen weiter zu verbessern, könnte die aktuelle Bewertung noch Luft nach oben bieten. Die nächsten Quartalszahlen werden hierfür ein wichtiger Prüfstein sein. Derzeit ist die Aktie für 102,70 EUR zu haben.

    RE Royalties - ein neuer Finanzierungsansatz für die Energiewende

    Während die Finanzierung erneuerbarer Energien meist von Bankkrediten und Eigenkapital dominiert wird, gewinnt ein alternatives Modell aus dem Rohstoffsektor an Boden: die Einnahmebeteiligungen-Finanzierung (Royalties). Statt Anteile an Projektgesellschaften zu erwerben oder klassische Darlehen zu vergeben, bietet RE Royalties Kapital im Tausch gegen einen prozentualen Anteil am künftigen Umsatz einer konkreten Anlage. Dieser Ansatz verspricht Projektentwicklern Kapital ohne Eigentumsverlust und Investoren langfristige, direkt an die Erträge gekoppelte Cashflows. Die Übertragung dieses Modells von Bergbauprojekten auf Solarparks und Windfarmen wirft jedoch Fragen auf.

    Das offensichtliche Risiko liegt in der Besicherung. Wie verbrieft man Rechte an Sonne oder Wind? Die Antwort ist ein hybrides Modell, das Elemente eines besicherten Darlehens mit einer langfristigen Royalty-Vereinbarung kombiniert. Der Fokus liegt zudem fast ausschließlich auf bereits betriebsbereiten Anlagen mit etablierter Technologie. Damit werden Bau- und Technologierisiken umgangen. Zusätzlich stützen langfristige Stromabnahmeverträge die Einnahmeprognosen. Da Energiepreise oft inflationsgebunden sind, bietet dieses Konzept eine gewisse natürliche Absicherung gegen Zinsanstiege, da höhere Kosten tendenziell weitergegeben werden können.

    Der eingebaute Wachstumsmotor dieses Modells ist das Kapitalrecycling. Kunden werden aktiv incentiviert, ihre Darlehen vorzeitig zurückzuzahlen, oft innerhalb weniger Jahre. Das zurückfließende Kapital, angereichert um die bereits erhaltenen Royalties, wird umgehend in neue Projekte reinvestiert. Aus den ersten Investitionen ist mit der Zeit ein sich selbst tragender Kreislauf entstanden, aus dem immer neue Erträge sprudeln. Das Beste daran? Anleger können so voll in die Energiewende einsteigen, ohne das übliche Risiko in der Projektentwicklung mittragen zu müssen. Als i-Tüpfelchen gibt es obendrauf noch eine vierteljährliche Dividende von 0,01 CAD pro Aktie. Bei einem aktuellen Aktienkurs von 0,30 CAD ist das eine Dividendenrendite von über 12 % im Jahr.

    RWE - vom Kohleriesen zum grünen Energiepionier

    RWE hat sich in den letzten Jahren radikal umgekrempelt. Aus dem alten Kohlegiganten ist ein internationaler Player für Erneuerbare Energien geworden, der kräftig in Wind- und Solarkraft sowie Batteriespeicher investiert. Bereits heute speist der Konzern den Großteil seines Stroms aus erneuerbaren Quellen ins Netz. Sein ehrgeiziges Ziel, bis 2040 klimaneutral zu wirtschaften, treibt ihn an. Dabei wird auch auf die Technologien wie Wasserstoff gesetzt. Für Anleger ist das durchaus spannend, denn hier setzt jemand konsequent auf die Megatrends Energiewende und Dekarbonisierung.

    Die Transformation verläuft allerdings nicht immer geradlinig. Die jüngsten Quartalszahlen zeigten, dass schwankende Strompreise und vor allem wetterbedingte Schwankungen, etwa bei der Windkraft, dem Ergebnis durchaus zusetzen können. Trotzdem bleibt RWE expansionsfreudig und treibt internationale Projekte voran. Ein cleverer Schachzug war kürzlich das Joint Venture mit dem Finanzinvestor Apollo für den Netzbetreiber Amprion. Das bringt nicht nur frisches Kapital und entlastet die Bilanz, sondern erlaubt es RWE, sich auf sein Kerngeschäft zu konzentrieren und trotzdem an den stabilen Erträgen des Netzbetriebs zu partizipieren.

    Und was heißt das jetzt für Aktionäre? Die Analysten sehen die Aktie mehrheitlich mit vorsichtigem Optimismus. Die Kursziele bewegen sich meist zwischen 40,00 und 46,50 Euro, was noch Luft nach oben lässt. Dazu kommt eine erfreuliche Dividendenpolitik. Der Konzern hat eine steigende Ausschüttung angekündigt und peilt für 2025 1,20 EUR je Aktie an. Bei einem momentanen Kurs um die 40,54 EUR ergibt das eine Rendite von rund 3 %. Wer also langfristig auf die grüne Transformation setzt, für den bleibt RWE eine Überlegung wert, auch wenn die Reise nicht immer ohne Turbulenzen verläuft.


    Die Energiewende bietet 2025 vielfältige Investitionschancen jenseits der reinen Projektentwicklung. Siemens Energy meistert seine operative Trendwende und profitiert als Technologieführer für Netzausbau und Elektrifizierung. RE Royalties bietet mit seinem innovativen Royalty-Modell skalierbare Cashflows aus operativen Anlagen, umgeht Bau- und Technologierisiken und zahlt eine sehr attraktive Dividende. RWE wiederum hat die Transformation vom Kohleverstromer zum grünen Energiepionier mit klarem Wachstumskurs und attraktiver Dividende erfolgreich vollzogen. Zusammen bilden sie ein starkes Portfolio für stabile Gewinne im energiewirtschaftlichen Umbruch.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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