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26.03.2026 | 05:15

Energie-Knappheit als Rendite-Turbo: Siemens Energy, RE Royalties und Nordex im großen Gewinn-Check

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Bildquelle: pixabay.com

Die alte Ölweltordnung zerbröckelt. Die neue Währung heißt Strom. Während geopolitische Krisen die Märkte zerreißen, treffen KI-Durst und industrielle Neuausrichtung auf fragile Lieferketten. Kurzfristige Ölpreis-Eskapaden verlieren an Bedeutung – die Elektrifizierung schreibt eigene Gewinnstorys. In diesem Spannungsfeld aus alter Unsicherheit und struktureller Knappheit haben sich drei Spieler positioniert, um Kapital zu schlagen: Siemens Energy als systemischer Rückhalt, RE Royalties als stiller Finanzierer grüner Projekte und Nordex als zentrale Kraft der europäischen Windkraft.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , RE ROYALTIES LTD | CA75527Q1081 | TSXV: RE , OTCQX: RROYF , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554

Inhaltsverzeichnis:


    Siemens Energy - vom Problemkind zu systemrelevant

    Die Zahlen sprechen für sich: Ein Auftragsbestand von 146 Mrd. EUR, ein Auftragseingangs-zu-Umsatz-Verhältnis von 1,82 und ein operativer Gewinn, der sich im 1. Quartal auf 1,16 Mrd. EUR mehr als verdoppelt hat. Was hier läuft, ist kein kurzfristiger Hype. Der eigentliche Motor sitzt in zwei Bereichen: Gasturbinen und Netztechnik. Beide profitieren massiv von einem strukturellen Wandel, dem unstillbaren Stromhunger der KI-Rechenzentren. Allein in den USA laufen Aufträge im dreistelligen Millionenbereich für den Anschluss neuer Datencenter. Das ist keine Blase, sondern eine fundamentale Verschiebung der Nachfrage.

    Lange war Siemens Gamesa das große Fragezeichen. Doch das Bild ändert sich. Der operative Verlust der Windsparte hat sich im 1. Quartal fast halbiert, die schwarze Null ist für 2026 in Reichweite. Dass der Konzern den indischen Windgeschäfts-Verkauf abgewickelt hat, entlastet zusätzlich. Während früher jede Windkraft-Schlagzeile den Kurs drückte, rückt heute die operative Erholung in den Vordergrund. Die Botschaft des Managements ist klar. Die Problemzone wird gelöst und das reicht, um das Gesamtbild zu stabilisieren.

    Was Anleger zusätzlich in die Karten spielt, ist die finanzielle Disziplin. Nach Jahren der Zurückhaltung fließt wieder Geld an die Anleger zurück. Es sind 0,70 EUR Dividende je Aktie geplant, dazu ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm. Das ist nicht nur eine nette Geste, sondern ein klares Bekenntnis zur eigenen Cash-Generierung. Der freie Cashflow vor Steuern lag im 1. Quartal bei fast 3 Mrd. EUR. Die Bilanz ist solide, die Ratings verbessert. Wer auf einen Konzern setzt, der strukturelle Wachstumstrends bedient und gleichzeitig Kapital an seine Eigentümer zurückgibt, findet hier ein überzeugendes Paket. Derzeit ist die Aktie für 158,05 EUR zu haben.

    RE Royalties - mit Royalty-Modell die Energiewende finanzieren

    Das aus dem Rohstoffsektor bekannte Royalty-Prinzip überträgt RE Royalties konsequent auf erneuerbare Energien. Statt selbst Windparks oder Solaranlagen zu betreiben, stellt das Unternehmen Entwicklern nicht-verwässerndes Kapital zur Verfügung und sichert sich im Gegenzug vertraglich fixierte Anteile am Bruttoumsatz, typischerweise über Zeiträume von 20 bis 25 Jahren. Da die Vergütung an den Umsatz und nicht an den Gewinn gekoppelt ist, bleibt das Geschäftsmodell weitgehend immun gegen operative Kostensteigerungen. Das Ergebnis für Anleger ist ein verlässlicher, planbarer Einnahmestrom und der profitiert direkt von den strukturellen Wachstumstrends der Energiewende.

    RE Royalties hat sich an mehr als 120 Projekten in Nord- und Südamerika sowie Asien beteiligt. Das Portfolio umfasst Solaranlagen, Windparks, Wasserkraftwerke und Batteriespeicher. Der strategische Fokus liegt inzwischen klar auf dem US-Markt. Und das hat einen guten Grund. Gerade dort wächst die Nachfrage nach dezentralen Solarprojekten für Gewerbe und Industrie kräftig, angetrieben durch den steigenden Strombedarf von Digitalisierung und KI-Infrastruktur. Die jüngste Partnerschaft mit Solaris Energy umfasst 15 Projekte in mehreren US-Bundesstaaten, 9 davon bereits kurz vor der Produktion. Die breite technologische und geografische Streuung minimiert Klumpenrisiken und sorgt für stabile Rückflüsse aus unterschiedlichen Jurisdiktionen.

    Mit der Solaris-Energy-Kooperation erschließt RE Royalties systematisch den Markt für gewerbliche Eigenstromlösungen. Die strukturierte Finanzierung erfolgt meilensteinbasiert. Für das erste Portfolio flossen bereits 3,8 Mio. USD, die Royalty-Rate wird bei jeder Tranche so angepasst, dass über 25 Jahre eine festgelegte Mindestrendite erzielt wird. Darüber hinaus laufen die Zahlungsströme für die Restlaufzeit weiter. Parallel wurden bestehende Finanzierungen mit verbesserten Konditionen verlängert. Mit Absichtserklärungen über 50 Mio. CAD für neue Projekte in den USA, Kanada und auf den Malediven ist die Pipeline gut gefüllt. Das verspricht anhaltendes Wachstum. Zuletzt zahlte das Unternehmen 0,01 CAD Dividende pro Quartal. In Zukunft soll die Dividende jährlich gezahlt werden. Bei einem aktuellen Aktienkurs von 0,375 CAD kommt man auf eine Dividendenrendite von über 10 %, sofern die Ausschüttungen stabil bleiben.

    Nordex - vom Sanierungsfall zum Wachstumsunternehmen

    Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Nordex hat den Turnaround geschafft. Im vergangenen Jahr verbuchte der Hamburger Windkraftspezialist Aufträge über 10,2 Gigawatt (GW), ein neuer Firmenrekord. Allein im Januar 2026 kamen Bestellungen über 220 Megawatt (MW) aus Europa hinzu, darunter die erste N175/6.X-Turbine für Litauen und ein 90 MW Projekt in Großbritannien. Der Auftragsbestand kletterte auf 16,1 Mrd. EUR, womit ein Großteil der Umsatzplanung für 2026 bereits feststeht. Das schafft Planungssicherheit, die in dieser Branche Gold wert ist.

    Die neue Turbinengeneration N175/6.X entwickelt sich zum Gamechanger. Mit einer Nabenhöhe von bis zu 199 m erschließt Nordex bislang ungenutzte Windressourcen. Das ist ein entscheidender Vorteil in windschwachen Phasen, wenn die Strompreise traditionell hoch sind. Die jüngsten Projekte aus März in Nordrhein-Westfalen, Serbien und auf Fehmarn zeigen, dass Kunden diesen Mehrwert honorieren. Dass der Konzern auf eigene Hybridturmtechnologie setzt, sichert zudem Margen, die Wettbewerber ohne eigene Fertigung so nicht erreichen. Die Technologieführerschaft in diesem Segment ist ein echter Burggraben.

    Während US-Präsident Trump die Windkraft rhetorisch attackiert, hat Nordex seine USA-Pläne bereits frühzeitig reduziert. Stattdessen konzentriert sich das Unternehmen auf seine Kernmärkte in Europa, wo die Nachfrage ungebrochen ist. Die erstmalige Dividendenankündigung für 2026 signalisiert den Abschluss der Konsolidierungsphase, und die Eigenkapitalquote von 19 % bietet eine solide Basis. Analysten haben ihre Gewinnschätzungen für 2026 bereits deutlich angehoben. Operativ steht Nordex heute besser da als je zuvor, mit einer Marge, die mittelfristig zweistellig werden soll. Momentan kostet die Aktie 44,40 EUR.


    Die Energieknappheit wirkt als Rendite-Turbo für strategisch positionierte Unternehmen. Siemens Energy nutzt seinen Milliarden-Auftragsbestand als systemischer Rückhalt und belohnt Aktionäre mit Dividende und Aktienrückkäufen. RE Royalties generiert als stiller Finanzierer mit seinem Royalty-Modell stabile Cashflows und lockt mit einer zweistelligen Dividendenrendite. Nordex hat den Turnaround geschafft und wächst mit Rekordaufträgen und technologischer Führerschaft. Wer auf die Elektrifizierung setzt, findet hier drei überzeugende, unterschiedliche Spielarten einer strukturellen Gewinnstory.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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    Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von NU E Power Corp.

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