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06.02.2026 | 05:30

Explodierender Strombedarf! Siemens Energy, American Atomics und Nordex sind die Nutznießer

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Bildquelle: pixabay.com

Die aktuelle Energiekrise offenbart ein paradoxes Bild. Trotz Rekordzuwächsen bei Erneuerbaren steigen Verbrauch und Emissionen weiter. Blackouts und explodierende Strompreise gefährden die Wettbewerbsfähigkeit ganzer Industrien. Die Lösung liegt nicht in einer einzelnen Technologie, sondern in einem intelligenten und zuverlässigen Mix. Für Investoren eröffnet dieser Umbau historische Chancen. Welche strategischen Positionen die Schlüsselplayer Siemens Energy, American Atomics und Nordex in diesem profitablen Zukunftsmarkt einnehmen, analysiert dieser Bericht.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , AMERICAN ATOMICS INC | CA0240301089 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554

Inhaltsverzeichnis:


    Siemens Energy setzt auf US-Stromhunger

    Das Unternehmen konkretisiert seine Expansionspläne in den USA. Rund 1 Mrd. USD fließen in den Kapazitätsausbau an mehreren Standorten, von North Carolina bis Mississippi. Im Fokus stehen Produktion und Wartung von Transformatoren sowie die Fertigung großer Gasturbinenkomponenten. Parallel sollen etwa 1.500 neue Stellen entstehen. Das Ziel ist klar: Die lokale Präsenz in den USA soll massiv gestärkt werden, um näher am Kunden und den Projekten zu sein. Diese Investitionen sind eine direkte Reaktion auf die sich abzeichnende Knappheit an kritischen Netzkomponenten.

    Der Hintergrund ist ein beispielloser Anstieg des Strombedarfs in den USA. Der Boom künstlicher Intelligenz und der Ausbau von Rechenzentren treiben den Verbrauch stark nach oben. Gleichzeitig schreitet die Elektrifizierung der Industrie voran. Diese Dynamik erfordert massive Investitionen in die Netzinfrastruktur und zusätzliche Erzeugungskapazitäten. Das sind genau die Bereiche, in denen das Unternehmen sein Portfolio anbietet. Auch politische Initiativen zur Stärkung der heimischen Industrie und Energiesicherheit befeuern diesen Investitionszyklus.

    Die Investitionen sind auf nachhaltiges Marktwachstum ausgelegt und vermeiden gezielt die Schaffung von Überkapazitäten. Neben dem Ausbau der Fabriken setzt das Unternehmen verstärkt auf Ausbildung nach eigenem Vorbild, um qualifizierte Fachkräfte langfristig zu binden. So positioniert es sich, um von den langfristigen strukturellen Trends zu profitieren, anstatt nur kurzfristige Engpässe zu bedienen. Dieser disziplinierte Ansatz soll die Profitabilität über den gesamten Konjunkturzyklus hinweg schützen. Derzeit ist die Aktie für 145,95 EUR zu haben.

    American Atomics - der Engpass der nuklearen Renaissance

    Während alle über neue Atomreaktoren diskutieren, arbeitet American Atomics an der Lösung des kritischen Flaschenhalses, der Brennstoffversorgung. Das Unternehmen zielt darauf ab, eine integrierte Lieferkette für nuklearen Brennstoff in den USA aufzubauen und adressiert damit die gefährliche Abhängigkeit von Importen, insbesondere aus Russland. Getrieben wird die Dringlichkeit durch den explodierenden Strombedarf von KI-Rechenzentren, die verlässliche, CO2-arme Grundlast fordern. American Atomics positioniert sich genau in dieser strategischen Lücke zwischen massiver Nachfrage und struktureller Knappheit.

    Anders als reine Explorationsunternehmen setzt American Atomics auf ein zweigleisiges Modell entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die erste Säule ist die Sicherung einer Rohstoffbasis durch Projekte in historischen US-Revieren wie dem "Big Indian"-Vorkommen in Utah. Die zweite, potenziell werttreibendere Säule, besteht aus Technologiepartnerschaften, etwa für Aufbereitung und Anreicherung, mit Partnern wie CVMR und DISA Technologies. Dieser Ansatz soll nicht nur Uran im Boden finden, sondern auch die kritischen Verarbeitungsengpässe kommerziell nutzbar machen.

    Die Nachfrageprognosen sind klar, doch der Markt wartet nicht. Projekte, die eine vollständige Perspektive von der Ressource bis zum veredelten Produkt bieten können, dürften in diesem knappen Umfeld überproportional profitieren. Für Investoren in American Atomics werden daher konkrete Meilensteine entscheidend sein. Die Fortschritte in der Exploration, das Vorankommen der Joint Ventures und die Einbindung in staatliche Förderprogramme. Die Bewertung des Unternehmens hängt künftig weniger vom reinen Uranpreis ab, als von der Fähigkeit, seinen integrierten Plan zügig in die Tat umzusetzen. Aktuell notiert die Aktie bei 0,25 CAD.

    Nordex - wie der Windkraftspezialist vom Energiehunger profitiert

    Nach Jahren operativer Schieflage scheint Nordex die Kurve gekriegt zu haben. Die aktuellen Zahlen zeigen eine beeindruckende Trendwende. Die EBITDA-Marge hat sich im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt und der freie Cashflow ist deutlich positiv. Dieser Sprung ist kein Zufall, sondern Ergebnis eines strikten Kostenmanagements und besserer Preise in den Projektaufträgen. Für Investoren ist das eine klare Botschaft: Das Unternehmen, lange ein Sorgenkind, macht operativ Boden gut. Die gestiegene Nachfrage nach sauberer Energie bildet dabei den perfekten Rückenwind.

    Diese operative Stärke spiegelt sich direkt in der Auftragslage wider. Nordex meldete für 2025 einen Rekordauftragseingang von über 10 Gigawatt. Jüngste Großaufträge, wie der Rahmenvertrag mit dem österreichischen Energieversorger VERBUND über potenzielle 700 MW bis 2030, unterstreichen das Momentum. Solche langfristigen Partnerschaften sichern die Auslastung und zeigen, dass Nordex als verlässlicher Partner für die Dekarbonisierung großer Energiekonzerne gilt. Der steigende globale Strombedarf und der Fokus auf Energiesicherheit treiben diese Nachfrage an.

    Um dieses Wachstum nachhaltig zu stützen, arbeitet Nordex parallel an einer robusteren Bilanz. Ein geplanter Schritt ist die Umwandlung von Gesellschafterforderungen in Eigenkapital, was die Zinslast spürbar senken würde. Zwar bedeutet dies für aktuelle Aktionäre eine Verwässerung, doch in diesem kapitalintensiven Geschäft ist finanzielle Stabilität ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Die Kombination aus profitablen Aufträgen und einer gestärkten Kapitalstruktur gibt dem Unternehmen das nötige Fundament, um im aktuellen Markthoch zu bestehen, wenn sich der Zyklus wieder dreht. Momentan kostet eine Aktie 33,42 EUR.

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    Die Energiekrise offenbart strukturelle Chancen. Siemens Energy stärkt mit Milliardensummen seine US-Präsenz, um vom lokalen Infrastrukturbedarf zu profitieren. American Atomics positioniert sich als Zulieferer in der unterversorgten Brennstoffkette für die nukleare Renaissance. Nordex nutzt die Nachfrage nach Windkraft für eine bemerkenswerte operative Trendwende und Rekordaufträge. Der explosive Strombedarf schafft Gewinner entlang der gesamten Wertschöpfungskette, von der Erzeugung über die Brennstoffversorgung bis hin zum Netzausbau.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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