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29.01.2026 | 05:00

Flucht in Substanz: Wie Chevron, Hapag-Lloyd und RE Royalties das Depot wetterfest machen

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Bildquelle: KI

Es ist ein diffuses Gefühl der Unruhe, das viele Anleger derzeit beschleicht, wenn sie in ihre Depots blicken. Auf dem Papier sehen die Renditen der letzten Jahre fantastisch aus, getrieben von einem beispiellosen Boom der Künstlichen Intelligenz (KI). Doch wer genauer hinschaut, erkennt das Klumpenrisiko: Der MSCI World, einst das Synonym für breite Diversifikation, ist heute faktisch ein Technologiefonds. Giganten wie Nvidia, Apple und Microsoft dominieren die Indizes so stark, dass eine Korrektur im Tech-Sektor das gesamte Portfolio mitreißen würde. In dieser Phase der Marktsättigung, in der Bewertungen heißgelaufen sind und die Weltpolitik so unberechenbar scheint wie lange nicht, besinnen sich Investoren auf eine alte Tugend: Den Cashflow. Dividendenwerte sind wieder en vogue – nicht als langweilige Beimischung, sondern als unverzichtbarer Anker. Wir analysieren drei Unternehmen, die in diesem Umfeld Stabilität versprechen: Den unverwüstlichen Energie-Riesen Chevron, den Logistik-Konzern Hapag-Lloyd und den kanadischen Energie-Spezialisten RE Royalties, der ein besonders smartes Modell etabliert hat.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: RE ROYALTIES LTD | CA75527Q1081 , CHEVRON CORP. DL-_75 | US1667641005 , HAPAG-LLOYD AG NA O.N. | DE000HLAG475

Inhaltsverzeichnis:


    Chevron als Festung im Energie-Sturm

    Wenn es um finanzielle Robustheit geht, ist Chevron so etwas wie der Fels in der Brandung. Der US-Energieriese hat sich in den letzten Jahren eine operative Disziplin verordnet, die ihresgleichen sucht. Wie aktuelle Analysen zeigen, liegt der Breakeven-Point des Konzerns – also der Ölpreis, ab dem Dividenden und Investitionen gedeckt sind – bei etwas mehr als 50 US-Dollar pro Barrel. Das bedeutet: Selbst wenn die Energiemärkte kollabieren sollten, verdient Chevron immer noch Geld, während die Konkurrenz bereits rote Zahlen schreibt.

    Für Investoren, die stabile Erträge suchen, ist das die wichtigste Kennzahl überhaupt. Chevron nutzt seine stabilen Cashflows nicht für teure Abenteuer, sondern führt sie konsequent an seine Aktionäre zurück. In einer Welt, in der die Internationale Energieagentur (IEA) zwar ein wachsendes Angebot prognostiziert, aber geopolitische Konflikte die Preise stützen, ist Chevron die ultimative Versicherung. Es ist die Wette auf die physikalische Realität, dass die Weltwirtschaft ohne Öl und Gas noch immer stillstehen würde.

    Hapag-Lloyd als Profiteur der komplexen Weltlage

    Einen ähnlichen Status, wenn auch in einem zyklischeren Umfeld, genießt Hapag-Lloyd. Die Hamburger Traditionsreederei hat die fetten Jahre der Pandemie genutzt, um ihre Bilanz zu sanieren und sich eine Kriegskasse anzulegen. Die anhaltenden Spannungen im Roten Meer und die Neuordnung der globalen Handelsrouten spielen den großen Linienreedereien in die Hände, da Knappheit die Frachtraten hochhält.

    Mit der Kooperation, die Hapag-Lloyd mit Maersk unter dem Decknamen „Gemini“ eingegangen ist, zementiert das Unternehmen seinen Anspruch auf operative Exzellenz. Zwar schwanken die Gewinne in der Schifffahrt stärker als im Energiesektor, doch Hapag-Lloyd hat bewiesen, dass es auch in rauer See üppige Dividenden bezahlen kann. Für Anleger ist die Aktie eine Wette darauf, dass der globale Warenhandel trotz aller Unkenrufe weiter wächst und die Kapazitäten knapp bleiben.

    RE Royalties: Rundum-Profiteur der Energiewende

    Während Chevron und Hapag-Lloyd die Old Economy repräsentieren, bringt RE Royalties frischen Wind ins Depot – und zwar mit einem Geschäftsmodell, das die Sicherheit von Infrastruktur mit den Renditen von Private Equity verbindet. Das kanadische Unternehmen finanziert Erneuerbare-Energien-Projekte in den Bereichen Wind, Solar und Speicher. Dafür setzt das Unternehmen nicht auf Kredite, sondern auf sogenannte Royalties. Dieses Prinzip ist genial einfach: RE Royalties gibt Projekt-Entwicklern Kapital und erhält im Gegenzug einen festen Prozentsatz des Bruttoumsatzes – und zwar bevor operative Kosten abgezogen werden.

    Die Aktie von RE Royalties steigt - wohin kann sich der Wert noch entwickeln?

    Dieses Modell blendet für RE Royalties das typische Betreiberrisiko aus. Wenn beim Windpark ein Getriebe bricht oder die Wartungskosten steigen, ist das das Problem des Betreibers, nicht das von RE Royalties. Die Einnahmen fließen, solange der Strom fließt. Das Unternehmen schließt damit eine kritische Lücke im Markt, da Banken oft zu unflexibel für mittelgroße Projekte sind. Betreiber von Wind- und Solarparks sind also oft auf die Unterstützung von Akteuren wie RE Royalties angewiesen. Die Eckdaten sprechen dabei für sich: Das Portfolio ist mittlerweile breit über verschiedene Technologien und Jurisdiktionen in Nordamerika und Europa diversifiziert, was Klumpenrisiken minimiert. Für Dividendenjäger ist RE Royalties ein spannender Hybrid: Man bekommt die stabilen Ausschüttungen, die sonst nur Versorger bieten, hat aber gleichzeitig das Wachstumspotenzial eines spezialisierten Finanzierers. Rund 12 % Dividende sind derzeit mit der Aktie möglich.

    Fazit: Stabilität durch Diversifikation

    Wer sein Depot gegen einen Tech-Crash absichern will, braucht Werte, die echte Erträge erwirtschaften. Chevron liefert die Basisversorgung, Hapag-Lloyd den logistischen Hebel und RE Royalties die smarte und deutlich grünere Rendite. Zwar ist die Aktie als Small Cap volatiler als ein Öl-Multi und daher eher etwas für spekulativ denkende Investoren, doch das Modell der gesicherten Einnahmeströme ist gerade in unsicheren Zeiten ein starkes Argument. Das sieht zunehmend auch der Markt so – die Aktie legt seit einiger Zeit wieder zu.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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